Vor 45 Jahren hielt der schwarze Bürgerrechtler Martin Luther King seine berühmte Rede "I have a Dream" ("Ich habe einen Traum"). Vor 250.000 Zuhörern entwarf der Pastor am 28. August 1963 in Washington seine Vision einer Gesellschaft ohne Rassenschranken. Der vorangegangene Marsch auf Washington - die bis dahin größte Demonstration in der Geschichte der USA - gilt als ein Höhepunkt der Bürgerrechtsbewegung.
Kings Strategie des "sanften Aufstands" mit Demonstrationen, Sitzstreiks und Boykottaktionen hatte bereits zu ersten Erfolgen geführt. Zweieinhalb Jahre vor Kings Rede war der junge John F. Kennedy ins Weiße Haus eingezogen, im Land herrschten Optimismus und Aufbruchsstimmung.
Immer wieder forderte der wortgewaltige Baptistenpfarrer King auf den Stufen des Lincoln-Denkmals den gesellschaftlichen Wandel. Seine Ziele leitete er mit einem wiederholten "I have a Dream" ein, so auch einen der Kernsätze: "Ich habe einen Traum, dass meine vier kleinen Kinder eines Tages in einer Nation leben werden, in der sie nicht nach der Farbe ihrer Haut beurteilt werden, sondern nach ihrem Charakter." Er träume, dass die Söhne früherer Sklaven mit den Söhnen früherer Sklavenhalter den "Tisch der Brüderlichkeit" teilen. "1963 ist kein Ende, sondern ein Anfang."
King wurde 1964 mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet. Mit dem Attentat eines weißen Rassisten endete jedoch am 4. April 1968 der gewaltlose Kampf des 39-Jährigen für ein gleichberechtigtes Zusammenleben von Weißen und Schwarzen. Nach dem Mord verschärften sich die Rassenunruhen. In mehreren Städten kam es zu Plünderungen und Straßenschlachten, Dutzende Menschen starben.
(APA)

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