25.05.2012 20:40 | Meine Presse Merkliste 0

Anne-Frank-Helferin Miep Gies ist tot

12.01.2010 | 08:48 |   (DiePresse.com)

Die gebürtige Wienerin versteckte Anne Franks Familie in einem Amsterdamer Hinterhaus. Gies bewahrte Anne Franks Tagebuch vor dem Zugriff der Nazis. Sie starb im Alter von hundert Jahren.

Artikel drucken Drucken Artikel versenden Senden Merken AAA Textgröße Artikel kommentieren Kommentieren

Die Retterin des Tagebuchs der von den Nazis ermordeten Anne Frank ist tot: Miep Gies starb im Alter von hundert Jahren. Die als Hermine Santrouschitz in Wien geborene Wahl-Holländerin verstarb am Montag nach kurzer Krankheit, wie Maatje Mostart vom Anne-Frank-Museum in Amsterdam mitteilte. Gies war die letzte noch lebende Helferin der jüdischen Familie Frank gewesen.

Gies hatte die aus Deutschland stammenden Franks und weitere Juden unter Einsatz ihres Lebens in einem Amsterdamer Hinterhaus vor den Nazis versteckt. Sie bewahrte das Tagebuch, das Anne von 1942 bis 1944 als junges Mädchen im Hinterhaus der Prinsengracht 263 geschrieben hatte, vor dem Zugriff der Gestapo. Nur Stunden nach der Verhaftung der Franks ging Gies am 4. August 1944 noch einmal in das Versteck und nahm die Aufzeichnungen an sich.

"Miep schleppt sich ab wie ein Packesel"

Anne Frank starb Anfang März 1945 im Konzentrationslager Bergen-Belsen an Typhus - kurz vor ihrem sechzehnten Geburtstag und nur wenige Wochen vor dem Ende des Zweiten Weltkrieges. Nach dem Krieg übergab Gies das Tagebuch an Anne Franks Vater Otto, der als einziges Familienmitglied überlebt hatte.

Über die Helferin hatte Anne Frank am 11. Juli 1943 in ihr Tagebuch geschrieben: "Miep schleppt sich ab wie ein Packesel. Fast jeden Tag treibt sie irgendwo Gemüse auf und bringt es in großen Einkaufstaschen auf dem Fahrrad mit. Sie ist es auch, die jeden Samstag fünf Bücher aus der Bibliothek bringt. Sehnsüchtig warten wir immer auf den Samstag, weil dann die Bücher kommen, wie kleine Kinder auf ein Geschenk."

Gies wurde vielfach geehrt - unter anderem durch den Staat Israel. Im Juli vergangenen Jahres wurde ihr das Große Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich verliehen. Sie lebte jahrelang zurückgezogen in ihrem Haus in der niederländischen Provinz Friesland.

(Ag.)

Testen Sie "Die Presse" 3 Wochen lang gratis: diepresse.com/testabo
Als Gast kommentieren

...oder einloggen um als registrierter Benutzer zu kommentieren (Vorteile dieser Variante)


Mit dem Absenden Ihres Kommentares erklären Sie sich mit den Forenregeln einverstanden.

*... Pflichtfelder

Sicherheitscode
(Was bringt das?)*



Schwer lesbar?
Neuen Code generieren

Verbleibende Zeichen

16 Kommentare
Heike P.
13.01.2010 11:30
0 0

Sie hat _ihre_ Pflicht getan

und _ihre_ Pflicht den gesetzlich gedeckten Pflichterfüllern entgegengestellt

*verbeug*

Ein57er
12.01.2010 16:48
0 0

Buch lesen: "Meine Zeit mit Anne Frank"

Das Buch, das Miep Gies geschrieben hat, kann ich für die Lektüre empfehlen!

Gast: Fidel Gastro
12.01.2010 12:30
0 0

Vergesslichkeit

Ach Gott, jetzt habe ich wirklich vergessen, neue KUGELSCHREIBER einzukaufen!

Antworten Gast:
13.01.2010 00:32
0 0

brauner Schlechtmensch

Antworten Antworten Gast: Fidel Gastro
13.01.2010 14:12
0 0

Re:

Das versteh' ich jetzt nicht. Können Sie nicht versuchen, Ihre Gedanken mal mit KUGELSCHREIBER aufzuschreiben und sich klarer auszudrücken?

Re: Vergesslichkeit

Und was meinen Sie mit diesem hochgeistreichen Kommentar?

Antworten Antworten Gast: Fidel Gastro
12.01.2010 20:53
0 0

Re: Re: Vergesslichkeit

Weiß ich auch nicht, es ist mir nur beim Lesen des Artikels so eingefallen: dass ich vergessen habe, neue KUGELSCHREIBER zu kaufen ...

;-)

;-)

;-)

Gast: RushHour
12.01.2010 11:30
3 0

Es gibt noch Gute

Menschen wie diese Dame dürfen sich heute als Gutmenschen beschimpfen lassen. Am besten noch in Verbindung mit linxlinxgrün oder so.

0 0

Re: Es gibt noch Gute

Der Unterschied zwischen einem guten Menschen wie Miep Gies und einem Gutmenschen ist der zwischen Handeln (hier sogar auf höchstes persönliches Risiko hin) und Reden (primär Fordern, und zwar vom Staat/Steuerzahler); das Schlimme ist, dass jene, die selten mehr - ohne jede Gefahr für sich - heiße Luft produzieren, sich tatsächlich oft ernsthaft mit stillen, tätigen Heldinnen wie Miep Gies gleichsetzen.

Antworten Antworten Gast:
13.01.2010 00:33
0 0

... sagt gerade der braune Maulheld

Svenfekter
12.01.2010 09:42
0 8

Hallo Österreicher,

freut euch. Die Zeitzeugen euer Greueltaten sterben langsam aus!

Re: Hallo Österreicher,

Hier spricht ein Hochintellektueller, der den Inhalt des Artikels wirklich verstanden hat.

Antworten nuXbe
12.01.2010 13:05
0 0

Re: Hallo Österreicher,

Und die gräueltaten so manch anderer "großer" Nationen fangen erst an.

....immer schön in die vergangenheit blicken, dann sieht man nicht was sich für die Zukunft gerade zusammenbraut!

Antworten Gast: HL
12.01.2010 11:11
0 0

Re: Hallo Österreicher,

Die wenigsten der heute lebenden Österreicher haben Greueltaten im 2. Weltkrieg zu verantworten.
Und die, die es noch gibt, werden wohl auch nicht mehr lange leben.
Ihr Posting - an Österreicher generell gerichtet - ist daher ziemlich unangebracht.

Re: Hallo Österreicher,

sofern ich richtig unterrichtet wurde, war damals aber ein "deutsches" Herrenvolk und kein "österreichisches" am Werk.
Auch ist A.H. nicht in Österreich sondern erst in Deutschland großgeworden und hat sich nachher selbst erfolgreich rückimportiert - wobei es auch Österreicher zugejubelt haben.

Allerdings sterben auch die Täter aus und die von Ihnen unterstellte Sippenhaftung (Österreicher) und Erbschuld existieren ebensowenig.

Manche Tendenzen in Österreich gehören durchaus bekämpft - sowohl rechtsextrem, aber auch linksextrem - doch in einzelnen Bereichen sind sie einfach nur ein Zeichen, dass die Politik wichtige Bedürfnisse der Menschen verschläft oder auf Entwicklungen nicht reagiert.
Wesentlich muss auf jeden Fall die Einhaltung von Menschenrechten und moralischen Werten und das Augenmaß sein! Vorverurteilung auf Grund von ethnischer Zugehörigkeit darf es ebensowenig geben, wie das Ignorieren von Fakten, z.B. dass bei manchen Kriminaltaten ein ethnischer und/oder ideologischer Zusammenhang besteht!

Antworten Antworten Svenfekter
12.01.2010 17:59
0 0

Re: Re: Hallo Österreicher,

Sicherlich, die Österreicher waren "die ersten Opfer" und es hat nie "Heim ins Reich" gegeben! Reichskristalnacht gab in Österreichauch nicht!
So leicht ist es sicherlich nicht!