Sudetendeutsche: Weiteres Grab in Tschechien vermutet

14.03.2011 | 11:10 |   (DiePresse.com)

Der Enkelsohn eines Opfers glaubt die genaue Stelle zu kennen, wo sein ermordeter Großvater begraben wurde. Ganz in der Nähe war bereits 2010 ein Massengrab entdeckt worden.

Drucken Versenden AAA
Schriftgröße
Kommentieren

Im Vorjahr war auf der Wiese "Budinka" im tschechischen Dobronin nahe Iglau (Iglava) ein Massengrab von möglichen Sudetendeutschen entdeckt worden. Wenige Monate später wird auf dem Areal ein weiteres Massengrab mit Leichen Deutschsprachiger vermutet, die im Mai 1945 von den tschechischen "Revolutionsgarden" ermordet wurden.

Manfred Fuchs, der Enkel des Opfers Josef Röhrich, zeigte tschechischen Kriminalisten den genauen Ort, wo sein Großvater begraben sein könnte, berichtete der Tschechische Rundfunk (CRo) am Montag.

"Ich habe glaubwürdige Informationen, dass mein Großvater gerade hier ums Leben kam und hier begraben ist. Ich wünsche mir, dass das überprüft wird", sagte Fuchs dem Sender. Das vermutete Massengrab liegt laut Fuchs an einem Bach bei einem Eisenbahnviadukt.

"Abgeführt und massakriert"

"Mein Großvater war schon damals zu alt. Deswegen wurde er nicht in die (Deutsche) Wehrmacht eingezogen. Den ganzen Krieg war er zu Hause", sagte Fuchs weiter. Trotzdem sei sein Großvater bei einer Gruppe von rund 15 Sudetendeutschen gewesen, die Gardisten in ein Zeughaus eingeschlossen und schließlich abgeführt und massakriert hätten. Fuchs wurde erst nach dem Krieg in Deutschland geboren und hat seinen Großvater somit nie gekannt.

Der Ermittler Michal Laska, der sich mit dem Massaker an den Sudetendeutschen befasst, stellte eine Überprüfung der Informationen von Fuchs in Aussicht. "Ich gehe davon aus, dass man zunächst eine Oberflächenuntersuchung durchführen wird, bevor man mit Ausgrabungsarbeiten beginnt", sagte Laska.

Der letzte Zeuge ist tot

Ob die im August 2010 auf der Wiese "Budinka" ausgegrabenen Knochenreste von Sudetendeutschen sind, ist bisher offiziell nicht bestätigt. Die tschechische Polizei wartet immer noch auf die Analyseergebnisse. Im Februar starb im Alter von 89 Jahren der letzte Zeuge Robert Kautzinger, der möglicherweise auch Mittäter bei dem Massaker war.

Für die Aufklärung des Massakers setzt sich seit Jahren der tschechische Journalist Miroslav Mares aus Jihlava ein, der entsprechendes Archivmaterial sammelt. Darunter befindet sich unter anderem das Buch "Bergersdorf" der deutschen Schriftstellerin Herma Kennel. Die Autorin schreibt darin, dass zwischen dem 12. und 19. Mai 1945 einige unter Alkoholeinfluss stehende Personen 15 Deutsche massakriert hätten. Die Täter hätten die Opfer vom Zeughaus abgeholt und auf ein Feld nahe eines Waldes geführt. Dort hätten die Opfer ihre eigenen Gräber ausschaufeln müssen. Danach seien sie erschlagen oder erschossen worden.

(APA)

Testen Sie "Die Presse" 3 Wochen lang gratis: diepresse.com/testabo

Mehr aus dem Web

16 Kommentare

Die Bücher "Penize od Hitlera" von Radka Denemarkova

sowie "Zamlečene Dejyni" (Verschwiegene Geschichte ) des tschechischen Historikers Tomaš Krystlik beschreiben hervorragend die heutige Situation in Tschechien. Niemand will die historischen Wahrheiten wissen, über die Verbrechen an den Sudetendeutschen nach dem 2. Weltkrieg schweigt man oder man verdreht die Wahrheit und schiebt die gesamte Schuld auf die Okkupation durch Hitler, was aber nicht der Wahrheit entspricht! Aus einer Rede des Herrn Benes am 18. Mai 1945 in Tabor :"....werft alle Deutschen aus ihren Wohnungen und Häusern, damit diese für die unsrigen frei werden..............jetzt können wir endlich DAS TUN, WAS WIR SCHON 1919 TUN WOLLTEN!" So sieht die historische Wahrheit aus. Auch daß sie Sudetendeutschen von 1919 bis 1938 massiv diskriminiert wurden, wodurch sie direkt in die Arme Hitlers getrieben wurden (als vermeintlicher Befreier aus der tschechischen Unterdrückung), verschweigt man tunlichst! Man hat die Nazizeit in Österreich und Deutschland wirklich intensiv aufgearbeitet und die Verbrecher angeklagt, wann wird endlich in Tschechien mit der Lügenppolitik aufgeräumt? Dort sind ehemalige Mörder immer noch per Dekret geschützt!! Eine europäische Schande!

Die Bücher "Penize od Hitlera" von Radka Denemarkova

sowie "Zamlečene Dejyni" (Verschwiegene Geschichte ) des tschechischen Historikers Tomaš Krystlik beschreiben hervorragend die heutige Situation in Tschechien. Niemand will die historischen Wahrheiten wissen, über die Verbrechen an den Sudetendeutschen nach dem 2. Weltkrieg schweigt man oder man verdreht die Wahrheit und schiebt die gesamte Schuld auf die Okkupation durch Hitler, was aber nicht der Wahrheit entspricht! Aus einer Rede des Herrn Benes am 18. Mai 1945 in Tabor :"....werft alle Deutschen aus ihren Wohnungen und Häusern, damit diese für die unsrigen frei werden..............jetzt können wir endlich DAS TUN, WAS WIR SCHON 1919 TUN WOLLTEN!" So sieht die historische Wahrheit aus. Auch daß sie Sudetendeutschen von 1919 bis 1938 massiv diskriminiert wurden, wodurch sie direkt in die Arme Hitlers getrieben wurden (als vermeintlicher Befreier aus der tschechischen Unterdrückung), verschweigt man tunlichst! Man hat die Nazizeit in Österreich und Deutschland wirklich intensiv aufgearbeitet und die Verbrecher angeklagt, wann wird endlich in Tschechien mit der Lügenppolitik aufgeräumt? Dort sind ehemalige Mörder immer noch per Dekret geschützt!! Eine europäische Schande!

Gast: trasse
20.04.2011 11:49
9

Das ist eine ganz typische Meldung,

von einem Tschechen habe ich nichts gescheiteres oder humaneres erwartet. Mir wird jetzt schön langsam klar, warum Ihr in Europa so unbeliebt seid! Ländereien stehlen (+Füllfedern), Lügen uber die Geschichte erzählen und Opfer verspotten! Keinerlei Einsicht bei begangenen Verbrechen und null Vergangenheitsbewältigung. Wenn man durch Tschechien fährt, begenet man heute noch überall den "stummen Zeugen" der Jahrhundertverbrechen an den Sudetendeutschen. Bei allen Kulturdenkmälern, die noch stehen blieben, stolpert ihr über eure verbrecherische Vergangenheit! Verfallene Kirchen, zerstörte Friedhöfe, halb verfallene Ortschaften. In vielen Schlössern findet man auch noch deutsche Literatur! usw. (a tak dale..)

wenn jemand sowas

vermutet, sollte er die Schaufel in die Hände nehmen und dort graben gehen.

Re: wenn jemand sowas

In Tschechien wird man noch öfter graben müssen, da noch haufenweise "Gräber" von Massenmorden ans Tageslicht kommen werden. Je öfter, desto größer wird der Druck auf die EU und die tschechische Politik, hier etwas zu unternehmen! Denn in einem vereinten Europa kann es nicht angehen, daß nur einige Staaten ihre Verbrechen aufarbeiten und andere sogar ihre Verbrecher per Dekret schützen! Gleiche Rechte und gleiche Pflichten für alle!!

Re: wenn jemand sowas

In Tschechien wird man noch öfter graben müssen, da noch haufenweise "Gräber" von Massenmorden ans Tageslicht kommen werden. Je öfter, desto größer wird der Druck auf die EU und die tschechische Politik, hier etwas zu unternehmen! Denn in einem vereinten Europa kann es nicht angehen, daß nur einige Staaten ihre Verbrechen aufarbeiten und andere sogar ihre Verbrecher per Dekret schützen! Gleiche Rechte und gleiche Pflichten für alle!!

Antworten Gast: ohmeingott
23.03.2011 07:54
15

Re: wenn jemand sowas

Können Sie schon aufrecht gehen!??????

Antworten Gast: union
23.03.2011 07:41
15

Re: wenn jemand sowas

wir wissen eh euren charakter. ihr seids die einzigen in europa, die mörder und totschläger per dekret schützen und verbrecher frei herumlaufen lassen! moralisch wirklich unappetitlich! und dann noch so blöde, menschenverachtende und zynische meldungen-wann werdtes denn wirklich einmal zivilisiert??

Gast: Ciaobella Ciao
21.03.2011 19:00
8

Südmährer

Die Menschen in Iglau waren eigentlich nicht Sudetendeutsche, sie waren (Süd)Mährer. Ihr Schicksal war allerdings ähnlich. Nur führten die Todesmärsche ihre Überlebenden dann eher in Richtung Niederösterreich und Wien als Richtung Bayern, wo sich die meisten überlebenden Sudentendeutschen ansiedelten.

Gast: Österreicher
16.03.2011 23:34
14

Die Aussiedelung von rd. 12 bis 15 Mill. Deutschsprachigen aus Osteuropa

in einem relativ kurzen Zeitraum war schon eine tolle Leistung. Daran mußte ich denken, als man in den FS-Sendungen über die Erdbeben u. AKW-Katastrophe erfuhr, daß man die 30 Mill. Japaner aus dem Großraum Tokio praktisch nicht evakuieren kann ....

Offenbar haben sich die Kommunisten und ihre Handlanger in den annektierenden Staaten besonders bemüht, die Sache möglichst rasch hinter sich zu bringen, bevor die übrige Welt von Mitleid gepackt wird. Und damit es halt besonder schnell geht, hat man halt mit "Massen-Exekutionen" (richtigerweise Massenmorden) nachgeholfen!
Und im Europa der "europäischen Werte" werden diese Dinge verdrängt, ohne daß sich die Gutmenschen darüber aufregen!

Re: Die Aussiedelung von rd. 12 bis 15 Mill. Deutschsprachigen aus Osteuropa

Sie haben recht! Aber hören Sie mir mit den Gutmenschen auf, die nur bei gewissen Verbrechen ihre "tiefe Erschütterung" zeigen. Das sind wohl die allergrößten Heuchler unserer Zeit, für die Mensch nicht gleich Mensch ist und die zwischen Opfern selektieren, nämlich gute und schlechte Opfer, egal ob sie alle unschuldig sind!

qui bono

Falls Sie den Verlag Czernin meinen, das sind keine Sudetendeutschen, das war ein tschechisches Adelsgeschlecht.

Gast: Cui
14.03.2011 16:44
1

bono?

Zum Vorpost und einfach zum Nachschenken und zwar darüber, wem denn wohl die "New York Post" und noch so ein paar kleine Medienunternehmen gehören ....
Is´ eh nur so zum Test, wie gut bei der Presse die Meinungsfilter funktionieren.

Sudetendeutsche

die vergessenen OPFER!

Ohne Lobby!

Re: Sudetendeutsche

Die bewußt verdrängten Opfer, leider. Doch die Wahrheit wird noch ans Licht kommen und Tschechien, will es weiter den europäischen Weg gehen, wird die verbrecherischen Benes-Dekrete einmal fallen lassen müssen. Es ist Schande genug, daß sie überhaupt noch existieren. Tschechische Politiker wie Klaus, Zeman, Necas, usw. machen sich an den Verbrechen an den Sudetendeutschen mitschuldig, wenn sie diese laufend verteidigen und begründen wollen. Völkermord läßt sich nicht entschuldigen, beziehungsweise gibt es keine, aber schon gar keine Gründe, ein Volk "hinauszuliquidieren", um den Verbrecher Benes zu zitieren. Die Deutschen haben es kapiert, daß Verbrechen gegen die Mesnchlichkeit unentschuldbar sind, die Tschechen leider noch nicht- deren extrem nationaler Präsident will nicht einmal die menschenrechtscharta der EU anerkennen. Was sind das wohl für Europäer! Ein Schandfleck der EU!

Antworten Antworten Gast: SD
15.03.2011 18:11
13

Re: Re: Sudetendeutsche

Die Deutschen haben sich durch Aufarbeitung wieder Luft verschafft.
Die Tschechen sind nach wie vor Gefangene ihrer selbst.
Alles aber nur eine Frage der Zeit.

Umfrage

» Jetzt unter mehr als 6.000 Jobs
die perfekte Stelle finden.

Das Bundesheer und sein Kampf ums Budget

Mein Parlament

Jetzt Politik-Newsletter abonnieren

Auf einen Blick: Die wichtigsten Ereignisse aus Innen- und Außenpolitik. Kostenlos.

Newsletter bestellen

Code schwer lesbar? » Neu laden

AnmeldenAnmelden