25.05.2012 20:47 | Meine Presse Merkliste 0

Zerfall Jugoslawiens: „Mock wollte Alleingang“

24.06.2011 | 18:45 |  CHRISTIAN ULTSCH (Die Presse)

Vor 20 Jahren tobte zwischen Kanzler Vranitzky und Außenminister Mock ein Streit um die Anerkennung der neuen Nachbarn. Moskau und Washington setzten Wien unter Druck.

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Die Unabhängigkeitserklärungen Sloweniens und Kroatiens vom 25. Juni 1991 stürzten die internationale Gemeinschaft in ein tiefes Dilemma. Monatelang waren die Diplomaten zwischen Washington, Bonn und Moskau völlig uneinig, ob sie Slowenien und Kroatien anerkennen sollen. Vor allem die großen Staaten standen auf der Bremse: Frankreich, Großbritannien, die USA und die Sowjetunion wollten Jugoslawiens Einheit unter allen Umständen bewahren. Noch Ende August, zwei Monate nach Ausbruch der Kämpfe in Slowenien, drängten die Amerikaner Österreichs Regierung in einem Schreiben, Slowenien und Kroatien nicht unilateral anzuerkennen. Das wäre „kontraproduktiv“, die Reaktion der jugoslawischen Volksarmee „unabsehbar“,  hieß es in einer schriftlichen Stellungnahme an das Außenamt. Der sowjetische Außenminister Alexander Bessmertnych warnte am 5. Juli in einem Brief an den damaligen österreichischen Außenminister Alois Mock vor der „Atomisierung“ Jugoslawiens. Einen Monat später drohte der sowjetische Botschafter damit, eine Anerkennung Sloweniens und Kroatiens könnte auch „problematisch“ für die bilateralen Beziehungen Österreichs zur Sowjetunion sein.

Die beiden Supermächte wussten, warum sie sich mit solchem Nachdruck ausgerechnet an das kleine Österreich wendeten. Mock warb damals hinter den Kulissen unermüdlich für eine rasche Anerkennung der neuen Nachbarstaaten. Nur dann, so glaubte er, könne der Konflikt internationalisiert und vielleicht noch eingedämmt werden.

Das Außenamt in Wien sei viel früher als andere zum Schluss gekommen, dass die Auflösung Jugoslawiens unausweichlich sei, erinnert sich Albert Rohan, damals Leiter der Ost-Abteilung: „Es war nur die Frage, ob Jugoslawien friedlich oder blutig zerfällt.“ Als er diese Analyse im Oktober 1990 mit einem hochrangigen französischen Diplomaten teilte, erntete er noch schallendes Gelächter. Doch das Lachen sollte den Staatslenkern Europas bald vergehen.

Anrufe mitten in der Nacht

Immer wieder lotete Mock aus, wie sich die EG und andere Staaten positionieren. Nach Ausbruch der Kämpfe in Kroatien kippte die Stimmung. Die Unterstützung für die Unabhängigkeit stieg. Mock führte unzählige Gespräche mit Amtskollegen, regte etwa die Einsetzung eines „Weisenrats“ an. Manchmal habe er auch mitten in der Nacht angerufen und dann den Frauen der Außenminister als Wiedergutmachung Blumen geschickt, erinnert sich Rohan.

Vor 20 Jahren: Der Vielvölkerstaat Jugoslawien zerfällt

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Den Serben waren Mocks Aktivitäten gar nicht recht. Am 7. Juli wurde Österreichs Botschafter ins Belgrader Außenamt zitiert, um sich eine Reihe von Vorwürfen anzuhören: Österreich mische sich in innere Angelegenheiten Jugoslawiens ein, unterstützte Separatismus und dulde illegale Waffenlieferungen. Immer wieder berichteten serbische Medien über Waffenschmuggel aus Österreich. Tatsächlich waren Österreichs Behörden auf der Hut. Seit Oktober 1989 hatten sie weder Aus- noch Durchfuhr von Kriegsmaterial nach Jugoslawien bewilligt. Als dann Anfang der 90er-Jahre plötzlich der Export von sogenannten zivilen Waffen nach Jugoslawien sprunghaft anstieg, wurden keine Exportbewilligungen für Faustfeuerwaffen mehr erteilt. Zu Schmuggel kam es trotzdem.

Heikler Tudjman-Besuch in Wien

Für Kroatien und Slowenien war Wien von Anfang an ein Andockpunkt. Im Jänner 1991, ein halbes Jahr nach seiner Wahl, besuchte der kroatische Präsident Franjo Tudjman Wien. Dass er empfangen wurde, war für ihn eine Art symbolische Anerkennung. Es war für Österreich keine unheikle Visite, denn Kroatien war damals ja noch kein eigenständiger Staat. Die Einladung sprach offiziell das Forum Schwarzenbergplatz aus, Alois Mock bedankte sich dafür nach dem dreitägigen Besuch in einem Brief ausdrücklich beim Generalsekretär der Industriellen-Vereinigung, Herbert Krejci. Wirtschaftliche Erwägungen standen schon damals im Vordergrund: Man besprach etwa den Ausbau der Pyhrnautobahn an die Adria.

Doch Tudjman, der ganz standesgemäß im Hotel Imperial abstieg, hatte natürlich auch seine politischen Termine. In der Unterredung mit Mock wies er einem Gesprächsprotokoll zufolge darauf hin, dass Kroatien und Slowenien einem „anderen Kulturkreis“ als Serbien angehörten. Für Kroatien komme deshalb nur ein Staatenbund infrage. Eine Konföderation war damals auch die von Mock bevorzugte Lösung. Doch Belgrad  wollte da nie mitspielen.

Meinungsverschiedenheiten in Regierung

Und auch ein anderer stand auf der Bremse, Mocks Koalitionspartner. SP-Bundeskanzler Franz Vranitzky machte gegenüber Tudjman öffentlich klar, dass für ihn Belgrad Ansprechpartner bleibt. Der Sozialdemokrat glaubte bis zuletzt an die Einheit Jugoslawiens. Der Riss in der Regierung war sichtbar. Im Gespräch mit der „Presse“ berichtet Vranitzky noch 20 Jahre später von „tief sitzenden Meinungsverschiedenheiten“.
„Mock strebte bei der Anerkennung Sloweniens und Kroatiens eine österreichische Vorreiterrolle, ja sogar einen Alleingang, an. Das habe ich abgelehnt, denn niemand wäre Österreich nachgeritten.“

Vranitzky unterstützte im Sommer und Herbst 1991 zunächst noch Versuche, Jugoslawiens Einheit zu retten. Doch Jugoslawiens Premier Ante Marković habe nicht die nötige finanzielle Hilfe aus Europa erhalten und sich nicht gegen Milošević und Tudjman durchsetzten können. „Mock ging davon aus, dass die Anerkennung den Krieg stoppen könnte. Diese Annahme erwies sich als falsch“, erklärt Vranitzky. Die Positionen in dem Streit scheinen noch 20 Jahre später unverändert. Mocks damaliger Abteilungsleiter für den Balkan, Rohan, widerspricht der „unsinnigen These“, wonach mit den Anerkennungen Öl ins Feuer gegossen wurde. „Als Slowenien und Kroatien anerkannt wurden, war der Krieg in den beiden Ländern schon beendet.“

Auf Drängen Deutschlands einigten sich die EG-Außenminister im Dezember 1991, jene jugoslawischen Republiken als Staaten anzuerkennen, die die Voraussetzungen dafür erfüllten. Am 19. Dezember beschloss das Kabinett in Bonn, die Unabhängigkeit Sloweniens und Kroatiens zu akzeptieren. Am 15. Jänner 1992 wurden die beiden neuen Länder offiziell von den EG-Staaten anerkannt – und Österreich zog mit.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 25.06.2011)

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31 Kommentare
 
1 2
Gast: pulverfass8766
26.06.2011 10:47
0 0

Viele Poster kennen die reihenfolge der ereginisse nicht einmal ansatzweise

also:
dez 1990/jän 1991 kro. serben gründen eigene polizei, blockieren landstrassen
april 1991 kro. serben: anschluss an serbien
juni 1991 unabhängigkeitserklärung slo+kro
slo. 10-tageskrieg
jug. präsident (kroate) befehlt waffenstillstand. jug. armee (JNA) ignoriert Befehl.
juli 1991
erste vertreibungen von kro. bevölkerung im osten des landes
auf druck von EG wird slo-krieg beendet und kro+slo verkünden ein 3-monate moratorium auf ihre unabhängigkeit.
EG: waffenembargo
JNA: neue einheiten aus bosnien und serbien nach kro
Mock will internat. friedenstruppen für kro.
aug/sep 1991
kroaten ziehen sich vor JNA+paramilit+serbenpolizei. zurück
zahlreiche vertreib. und massaker an kro zivilbevölkerung
kro überfällt mehrere JNA kasernen um an waffen zu kommen
friedenskonferenz in den Haag beginnt

okt 1991
auch in bos-herz verbrennt JNA ein kro. dorf
bosn. präsident gegen JNA mobilmachung: "das ist nicht unser krieg"
kro+slo sind unabhängig
bundesdelegaten serbiens und montengros formen parallele bundesinstitutionen (illegaler akt)
angriff auf dubrovnik
vukovar ist eingekesselt
friedenskonferenz/dHaag scheitert an serbien

nov 1991
Vukovar ist gefallen, aber JNA ist geschwächt.

dez 1991
EG: jug. institutionen funktionieren nicht mehr
kleinere rückeroberungen der kroaten

bilanz 1991
min. 10000 tote kro
min. 5000 tote serb
500.000 kro flüchtl.

jän 1992
EG hubschr. in kro seitens JNA abgesch.
bos. serben rufen serb. staat in bos.

15.jän: kro+slo ANERKANNT

0 1

Figl - Mock - Plassnik

Außenminister, die höchst verehrenswert im Dienst unseres Heimatlandes agierten!

Antworten A.F.
25.06.2011 18:27
0 0

Re: Figl - Mock - Plassnik

Figl und Mock sicher!

Gast: Han
25.06.2011 17:45
0 0

Rolle

des Mock war die, den Realitäten ins Auge zu sehen. Die verschiedenen Nationalitäten in Jugoslawien haben nicht mehr in einem Zentralstaat zusammen bleiben wollen. Deshalb glaube ich, dass die Rolle des Mock als "Zerstörer" des alten Jugoslawien bei weitem überbewertet wird!

BAntworter
25.06.2011 15:43
0 3

Trotzdem

Auch wenn der Bericht spannend ist und zeigt, daß Politik zumindest phasenweise in der jüngsten Geschichte noch als positives, mannhaftes Gestalten verstanden wurde, bleibt Mock in der Gesamtbeurteilung in meiner und in meiner Familie Fama ein Verräter an Österreich. Und das in jahrzehntelanger christlich-sozialer Tradition, die bis zum Widerstand unter Hitler reicht.

Sein Verhalten beim EU-Beitritt hat mir gezeigt, daß er sich in völliger, vermutlich tief eitler Selbstüberschätzung in die Geschichtsbücher bringen wollte - denn die EU in dieser Form als abendländisches, christliches Projekt zu sehen war nicht nur Verkennung, sondern sogar bösartige Täuschung.

Damit hängt zusammen, daß ich dazu neige, auch seine Rolle im Jugoslawien-Konflikt kritisch zu sehen bzw. zu deuten. Immerhin anerkenne ich auch die serbische Seite, der m. E. in Folge großes Unrecht geschehen ist, und sehe Kroatiens Rolle sehr problematisch (und das hat nichts mit linken Ustascha-Geschichterln oder Vatikan-Phantastereien zu tun)

Mock hat mich tief enttäuscht, obwohl ich ihm nicht abspreche, einer der oder gar der letzte Herr in der österr. Politik gewesen zu sein.

Antworten A.F.
25.06.2011 18:25
0 0

Re: Trotzdem

... möchte ich Sie bitten etwas näher zu erläutern, welches Unrecht an DEN Serben (also nicht an einzelnen, denn einzelne erleiden in kriegerischen Auseinandersetzungen immer Unrecht - egal auf welcher Seite sie sind) geschehen ist.

Mock bösartige Täuschung anderer zu unterstellen ist sicher starker Tobak - getäuscht hat er SICH allerdings sicher - und zwei Drittel aller abstimmenden Österreicher auch (ich inklusive).

Ich finde z.B.das Umhergeschrei "ohne wenn und aber" eines Hrn Busek am Vorabend von Verhandlungen viel schlimmer.

Zugegeben - wenn man sich anschaut, welche peinlich schleimige gehorsame Musterschülerrolle wir als Nettozahler in dieser EU spielen (wofür diese uns auch noch auf den Sch..el sch...t) und was sich Nettonehmer locker herausholen, kann einen schon die Wut packen, aber Mock ist wohl der Falsche um verbal auf ihn hinzuhauen.

A.F.
25.06.2011 15:29
2 1

Da toben aber einige Milosevic- und Titofans...

...ordentlich ab.

Die Serben (wenngleich sie sich als die jugoslawische Armee bezeichnen konnten) haben ja schon ordentlich in Slowenien und Kroatien gewütet, als es endlich zur Anerkennung kam. Wie kann man da schreiben, die Anerkennung habe den Zerfall mit seinen Kriegshandlungen erst ausgelöst!!

Ich könnte mir die Sachlage durchaus umgekehrt vorstellen. Eine frühere Anerkennung hätte vielleicht die Serben eher eingebremst - gegen nicht anerkannte Staaten hat man halt in einer internen Angelegenheit etwas härter agiert.

Von Hrn. Vrantzky habe ich übrigens auch in Erinnerung wie er gegen die Rückeroberung serbisch besetzter kroatischer Gebiete einige Zeit später geschäumt hat. Die peinliche Schnellstanerkennung der russischen Putschisten ist ja schon erwähnt worden.

Gast: dikn
25.06.2011 13:35
1 0

Text und Postings erscheinen mir irgendwie verkehrt.

In Mock den Hauptschuldigen für den jugoslawischen Zerfallskrieg sehen zu wollen, erscheint mir ziemlich absurd.

Ja, seine Einschätzung war in mancherlei Hinsicht einseitig, in anderer Hinsicht naiv. Aber mit seiner Meinung, daß Jugoslawien als Staat nicht aufrechterhaltbar ist, hatte er als einer der Ersten recht.

Der ach so "böse" Alleingang bestand in wesentlichen darin, den Türoffner und das Sprachrohr für Slowenen und Kroaten darzustellen.
Und heute haben 99% der Staaten Slowenien und Kroatien anerkannt, sind also der "Mock-Linie" gefolgt.

Gast: gast86875
25.06.2011 13:25
6 1

Damals hatten wir noch Staatsmänner in unserem Land!

Alois Mock war ein Staatsmann, auch wenn man seine Irrtümer berücksichtigt.

Aber was haben wir heute? Will jemand etwa diesen Werner Faymann in einem Atemzug mit Mock nennen? Womöglich, ohne schamrot zu werden?

Antworten Michael
25.06.2011 15:24
0 4

Re: Damals hatten wir noch Staatsmänner in unserem Land!

Nur weil damals

- das Netzwerk besser
- die Sümpfe tiefer (wo die Leichen versteckt waren)
- die Politiker arroganter

waren, war nicht alles besser. Klar, die Mädels (egal welches Geschlechtes), die immer einen starken Mann brauchen, haben sich wohler gefühlt.

Aber genau solche Pfeifen, denen der Wille des Volkes noch egal war, weil sie keine ernsthafte Parteikonkurrenz hatten, jetzt auch noch als "super Politiker" hinzustellen, kann ich nicht so hinnehmen.

Burgos
25.06.2011 13:24
0 0

Tito

hat das alte Jugoslawien zusammen gehalten. Jugoslawien hat als Vielvölkerstaat grundsätzlich einen sympathischen Eindruck auf den Außenstehenden gemacht. Der innere Zusammenhalt ist nach dem Tod Titos zusammen gefallen. Beauerlicher Weise hat jedes jugoslawische Land auf einmal auf Nationalismus gespielt, sodass ein weitere Aufrechterhaltung dieses gemeinsamen übernationalen Staates nicht mehr möglich war!
Es ist auf jeden Fall unter diesen Ländern eine Aussöhnung erforderlich und auch eine entsprechende Zusammenarbeit, immerhin hat das Letztere mehrere Jahrzehnte geklappt!

Antworten Gast: Bonn
27.06.2011 12:15
0 0

Re: Tito

Die Gründung des Landes war der Fehler. Die Mutter aller Fehler liegt in den Friedensverträgen von Paris nach dem I. Weltkrieg.

Gast: Univ. Prof. i. R. Dr. Gerhard Oberkofler
25.06.2011 12:27
2 5

Immerwährend

Mit dem Serbienhasser Mock und dem stets willigen diplomatischen Dienstpersonal à la Petritsch hat Österreich als neutrales Land seine Aufgabe, "immerwährend" für den Frieden einzutreten, definitiv aufgegeben. Heute ist es schon selbstverständlich, wenn Aussenminister Spindlegger dem deutschen Aussenminister hinterherfährt wie zuletzt nach Bengasi.

Antworten Gast: Anti-Faschist
25.06.2011 14:10
0 2

Danke an Gerne nur Gast

Schämen Sie sich!

Antworten Gast: Gerne nur Gast
25.06.2011 12:49
3 1

Uns so hetzt

Univ. Prof. i. R. Dr. Gerhard Oberkofler auf einer kommunistischen Website (www.kominform.at) gegen Israel:

09.01.2009, 11:44
Beitrag von: OberkoflerGerhar
Angezeigt 1,290
"Der zionistische Staat Israel triumphiert über das Bewusstsein in Europa und Österreich besonders durch jene Israelitischen Kultusgemeinden, die die jüdische Religion politisch ideologisch mit diesem verknüpft haben. Anstatt beschämt über die Mordaktionen ihrer Glaubensgenossen gegen das palästinensische Volk in Gaza weh zu klagen, stimmen diese Kultusgemeinden in den Chor jener zionistischen Kriegsverbrecher ein, die den Palästinensern ein "jüdisches Schicksal" bereiten wollen."

Antworten Antworten Michael
25.06.2011 15:28
0 0

Re: Uns so hetzt

He, Soz, erklären Sie mir mal, was daran antisemitsch sein soll.

- Die Verbrechen der Israelis an den Palästinensern bzw. umgekehrt sind real.
- Das Israel unter dem Schutz der USA die Opfer auch noch auslacht ist auch real.

Ich bin weder Kommunist noch Rechtsradikal, aber dieses linke Gesülze, jeder Israelkritiker sei antisemitisch, geht mir schon auf den Nerv.

Antworten Antworten Gast: Ausgroasta
25.06.2011 13:55
4 1

Re: Uns so hetzt

Danke!
Die Linken waren immer Antisemiten. Von Lenin, AH über Stalin bis zu den heutigen RotGrünen Linksfaschisten.
Sie haben sich nur einen anderen Anstrich verpasst! Doch des Blattl wendet sich. Gott sei Dank!
Diese linke Bruat hot Europa, und speziell D und Ö, lang gnuag anglogn!

Antworten Antworten Antworten Gast: friedrich34r
25.06.2011 16:42
1 0

Re: Re: Uns so hetzt

Ja sicher. Und wenn 1933 nicht die Nazis an die Macht gekommen wären, sondern linke Partein, hätte es sicher mehr tote Juden gegeben.
In welcher Welt leben Sie?

Antworten Gast: Gerne nur Gast
25.06.2011 12:42
1 0

Der Poster und sein Hintergrund, im Wortlaut:

"Gerne kandidiere ich für eine vom Verein ATIGF organisierten Bewegung "Linke in Tirol". In ihr verbinden sich Arbeiter und Intellektuelle zu einem solidarischen Handeln, das auf eine humanitäre Zukunft abzielt. Aber auch ganz persönliche Erfahrungen mit den aus der Türkei kommenden österreichischen Staatsbürgern haben mich zu dieser Kandidatur ermuntert."

Gast: Valery
25.06.2011 11:10
1 0

Mock kann man sehr differenziert beurteilen

Beim Balkan hatte Mock in der Anerkennungsfrage vermutlich recht.
Zunächst war seine Blauäugigkeit bez.OSZE aber grenzenlos: er rief Kriesensitzungen ein und meinte, die Staatengemeinschaft würde die Serben in Zaum halten. Die "drei Mechanismen", wie er sie nannte würden alles regeln. Da hat er sich geirrt. Der serbische Despot tat was er wollte und die Staatengemeinschaft war den Serben Wurst. Erst die NATO / USA Bomben bremsten Serbien.

Gast: pulverfass8766
25.06.2011 10:26
2 0

Die Lage in Kroatien

zum Zeitpunkt der Anerkennung 15.jan.1992:

auf kr. Seite: mindestens 10000 Tote davon die hälfte Zivilisten.
serb. Seite: midest. 5000 Tote.
Mehrere verwüstete kroatische Städte und Dörfer, allen voran die Stadt Vukovar.

500.000 Kriegsflüchtlinge und Vertriebene.
1/3 Kroatiens okupiert, das Land ist zweigeteilt.

Die USA (und Vranitzky schloss sich dem offenbar an) warteten wahrscheinlich, dass die (selbständig, also illegal handelnde) Armee binnen 2 Monaten reinen Tisch macht, die kroatische Regierung absetzt, für einige Zeit eine Militärdiktatur einführt und wahrscheinlich danach Slowenien und mit einige Teile Kroatiens aufgibt.
Schliesselich wollte man ja Partnerschaftliche Verhältnisse mit der, wie man glaubte, viertstärksten Armee Europas nicht riskieren.

Aber sie haben das Durchhaltevermögen der Kroaten und die Unmotiviertheit der zwangsmobilisierten Serben aus Serbien unterschätzt.
Die jugoslawische Armee verlohr mehrere hundert Panzer und mehrere dutzend Flugzeuge.
Das vordringen wird ende 1991 gestoppt als die Armee auf rein kroatische Landstriche stösst.

Ganz anders war es beim Zerfall der UdSSR. Da hatte die NATO gleich (Januar 1991 !!) protestiert als Moskau Truppen nach Litauen schickte.

Schliesslich wuste der Westen immer zwischen guten und bösen Diktatoren zu unterscheiden.
Eine typisch koloniale denkweise, wie schon mehrmals gesehen in Afrika, Lateinamerika und in arabischen Staaten.

Antworten Gast: Gerne nur Gast
25.06.2011 12:46
0 0

Re: Die Lage in Kroatien

Exzellenter detailreicher Kommentar, danke!

toumai
25.06.2011 09:22
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„... wollte Mock Abgang“

... war ein sehnlicher Wunsch von mir in diesen historischen Zeiten!

Gast: Analyst
25.06.2011 08:25
2 7

Ein wichtiger Spieler in diesem politischen ...

... Spiel wurde hier vergessen: Der Vatikan. Die Katholen übten massiven Druck auf die katholische ÖVP aus, den katholisch (und immer noch faschistisch) geprägten kroatischen Bevölkerungsanteil Jugoslawiens als kulturell eigenständig in eine Unabhängigkeit zu bringen, auch damit das Einflußgebiet des Vatikans nach Osten wieder erweitert werden konnte. Die Folgen waren klar, aber das Opfer von menschleben war den katholischen Kroaten (siehe Ustascha) vollkommen gleichgültig. Und Mock spielte wie auch Genscher eine überaus unrühmliche Rolle, die den Konflikt eskalieren liéss, statt zu versuchen ihn zu verhindern. Die weiteren Folgen - also der gesamte Konflikt am Balkan - waren damals schon abzusehen und der Wille des Westens (und des Vatikans), den Kommunismus, die Ortodoxie und den Islam damit aufzuhalten, klar. Tausende Tote waren die Folge einer falschen Politik - auch Österreichs und speziell von Mock.

makaberich
25.06.2011 06:51
2 1

Vranitzky

... war doch det, unter dem dieSozialisten jede (jede, angefangen bei den Gemeinden) Wahl verloeren haben und der immer wieder unnötige Ezzes gibt.
Muss wohl der Zwilling vom Busek sein.

Gast: zyni
25.06.2011 05:40
7 1

Vranitzky

Vranitzky hatte oft eine recht eigenartige und aufklärungsbedürftige Affinität zu kommunistischen Regimes, so wollte er die untergehende DDR noch kurz vor deren Niedergang unbedingt stützen.

 
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