Schwedens Königspaar bei Habsburg-Beisetzung

12.07.2011 | 21:00 |  EVA WINROITHER UND JULIA SEIDL (Die Presse)

In Mariazell haben die Trauerfeierlichkeiten für Otto Habsburg-Lothringen begonnen. Carl Gustaf kommt mit Königin Silvia am Samstag nach Wien. Die Zeremonie gilt auch als inoffizielle Familienfeier.

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Wien. Nun ist es also auch in Österreich so weit: Am Dienstag haben im steirischen Mariazell offiziell die Trauerfeierlichkeiten für Otto Habsburg-Lothringen begonnen. Gemeinsam mit jenem seiner Frau Regina wurde Dienstagabend der Sarg Habsburgs in der Wallfahrtskirche aufgebahrt. Der weitere Fahrplan: Der Grazer Diözesanbischof Egon Kapellari hält am Mittwoch ein Requiem – gemeinsam mit 24 Konzelebranten.

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Die Zeremonie gilt auch als inoffizielle Familienfeier der Familie Habsburg, deren rund 600 Mitglieder auf der ganzen Welt verstreut sind. Kardinal Christoph Schönborn ist offizieller Vertreter des Papstes. In Wien tröpfeln in der Zwischenzeit die Anmeldungen für den größten Teil der Begräbnisfeierlichkeiten ein, das Requiem im Wiener Stephansdom. Der bisher Ranghöchste, der nach Wien reisen wird, ist der König von Schweden Carl XVI. Gustaf mit seiner Frau Königin Silvia. Mit Carl Gustaf verband Otto Habsburg eine langjährige Freundschaft, auch weil Ottos Tochter Walburga mit einem schwedischen Grafen verheiratet ist.

 

Präsidenten und Prinzessinnen

Und auch sonst hat sich adeliger Besuch angesagt: So wird Hans-Adam II., Fürst von Liechtenstein, mit seiner Frau Marie an dem Begräbnis teilnehmen, ebenso der Großneffe des letzten Kaisers von Äthiopien: Asfa-Wossen Asserate. Er ist Unternehmer und Buchautor. Aus England kommt die Prinzessin von Kent, aus Georgien Präsident Micheil Saakaschwili („Die Presse“ berichtete).

Von der nicht adligen Seite haben der mazedonische Ministerpräsident Nikola Gruevski und der Präsident des Europäischen Parlaments Jerzey Buzek ihre Teilnahme zugesagt. Für Österreich wird Bundespräsident Heinz Fischer im Dom anwesend sein, ebenso Verteidigungsminister Darabos und Finanzministerin Maria Fekter, wobei auch noch weitere Regierungsmitglieder erwartet werden. Ebenfalls angemeldet ist der ehemalige österreichische Vizekanzler Alois Mock.

 

Ring teilweise gesperrt

Ein Rahmenprogramm für die zum Teil prominenten Gäste wird das Begräbnisteam rund um Michael Habsburg-Lothringen nicht organisieren. Allerdings findet nach dem Begräbnis eine Agape für ausgewählte Gäste im Haus der Industrie statt.

Derweil feilen Polizei und Rettung schon unter Hochdruck an den Vorbereitungen für das Begräbnis. Das Problem dabei: Niemand weiß, wie viele Menschen an dem Trauerzug teilnehmen werden – so der Tenor der Einsatzkräfte. „Wobei die Zahlen wohl überschaubar bleiben“, sagt Polizeisprecher Roman Hahslinger. Er vergleicht den Aufwand mit dem Weltwirtschaftsgipfel, der vergangenen Monat in der Bundeshauptstadt stattgefunden hat.

Für Samstag werden jedenfalls mehrere 100 Polizisten sowohl in Uniform als auch in Zivilkleidung zum Einsatz kommen. Der Ring ist zwischen Schwarzenbergplatz und Heldenplatz von 17.30 Uhr bis 19Uhr gesperrt. Das Hauptaugenmerk der Polizei liege auf dem Personenschutz der Staatsgäste, sagt Hahslinger, auch wenn diese Bodyguards mitbringen würden. Seine Anspannung hält sich in Grenzen: „Das Begräbnis ist sicher nicht die größte Herausforderung für unsere Mitarbeiter in diesem Jahr.“

Demonstrationen sind bei der Polizei bisher noch nicht angemeldet worden. Ähnlich entspannt ist auch der Hospitaldienst der Malteser, die für die Organisation des Rettungseinsatzes zuständig sind. Rund 70 Mitarbeiter sollen an den neuralgischen Punkten wie vor der Kapuzinergruft stationiert sein, sagt Sprecherin Sabine Zellenberg.

Und wie wird das Wetter am Samstag zu den Trauerfeierlichkeiten in Wien werden? Meteorologen prognostizieren Sonne und bis zu 28Grad Celsius. Manche würden von Kaiserwetter sprechen.

Zur Person

Carl XVI. Gustaf ist seit 1973 König von Schweden. Seine Tochter ist die schwedische Kronprinzessin Victoria. Mit Otto Habsburg-Lothringen, der schon den Vater von Carl Gustaf gekannt hatte, verband ihn eine langjährige Freundschaft. Habsburgs Tochter Walburga ist außerdem Mitglied des schwedischen Reichstags und mit einem schwedischen Grafen verheiratet. [EPA]

("Die Presse", Print-Ausgabe, 13.07.2011)

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166 Kommentare
 
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Begräbniskosten

Leistungen etlicher TschinaglerInnen für die Gemeinschaft sind manchen Größen ebenbürtig.
Kostspielige Beisetzungen aus der Tasche uninteressierter Steuerzahler erfreuen nur Sympathisanten jener Verstorbenen, die ja schon zeitlebens geehrt wurden.
Wichtige, nicht wegzudenkende Barabergruppen bleiben hingegen unbedankt und unerwähnt, obgleich ihre Tätigkeit das Leben greibarer beeinflusst als das oft abgehobene Wirken anderer Leute.

na prima...

...da wird sich das Rotlichtmilieu aber freuen...

Gast: Kritiker1234
13.07.2011 13:57
4

Warum sparen wir nicht einfach die Grünen ein?

Das hätte folgenden Effekt:
Weniger schwachsinnige Ideen (Fussgängerzone Mariahilfer Strasse beispielsweise), weniger PoitikerInnen die bezahlt werden müssen,... das hätte eigentlich fast nur Vorteile!

Re: Warum sparen wir nicht einfach die Grünen ein?

Nicht zu vergessen die Kosten für grüne Kerzerlmärsche und Tänze, Protestdemos für Illegale usw. Die kosten sicherlich megr als das Begräbnis. Und es ist kein Ende abzusehen.

Re: Warum sparen wir nicht einfach die Grünen ein?

Nicht zu vergessen, die Polizeiaufgebote wegen grüner Kerzerlmärsche, Kerzerltänze, Proetsdemonstrationen für Illegale usw. All diese kosten im Endeffekt sicher mehr und ein Ende ist nicht abzusehen..

Gast: Woodman
13.07.2011 10:45
2

Den Grünen ins Kassabuch geschrieben...

- es kommen ein Haufen prominenter Personen nach Wien, die teuer residieren. Die würden sonst nicht erscheinen. Habenseite.
- In den nächsten Monaten werden etliche Touristen mehr in Wien vorbeischauen und hier nächtigen und einkaufen. Habenseite.
- Der ORF kann seine Werbezeiten (und auch die Übertragung? Ich weiß es nicht) gut verkaufen. Das verringert die Summe an Steuergeldern, die wir ihm in den Hals stopfen müssen. Habenseite.

Was sind dagegen ein paar Polizistenüberstunden? Warum wollen die Grünen nicht, dass Österreich zusätzlich Geld _einnimmt_?

Gast: Chris1210
13.07.2011 10:28
1

Peanuts!

Alle, die sich über die Kosten aufregen, sollten dies bedenken:

ohne die Habsburger, die Hofburg, Schönbrunn, die Prachtbauten an der Ringstrasse, etc. würde Wien wohl nicht soviel Geld aus dem Tourismus lukrieren!

Gegen all das Geld, welches auf diesem Wege in den vergangenen Jahrzehnten eingenommen wurde (nicht zuletzt an Steuern!) sind die Kosten der Beisetzung von Otto und Regina von Habsburg wahrlich PEANUTS!

Gast: Spectatrix
13.07.2011 08:39
4

Green is beautiful?

Mit solchen kleinkarierten Aktionen zeigen die Grünen ihr Format!

Gast: ROTFRONT
13.07.2011 08:12
0

Witzig, dass noch keiner die Zusammenhänge erkannt hat!

Denn was glaubt ihr eigentlich, warum wir jetzt die Euro-Krise und den EU-Bankrott haben?

Selbstverständlich weil der Ottl nicht mehr auf uns aufpassen kann! Sonst hätte er mit seinen Kontakten alles geregelt und alles wäre gut geworden!

die grüninnen

sollten einmal ganz tief in sich gehen und mal überlegen WELCHE kosten sie verursachen !!!

da ist dieses begräbnis nichts dagegen !

Antworten Gast: das hirn
13.07.2011 14:45
2

Re: die grüninnen

wie soll jemand, der sooo flach ist, ganz tief in sich gehen ?

Antworten Gast: dildo
13.07.2011 07:55
0

Re: die grüninnen

kleinkariert sans die!!!

das die roten auch

bei diesem begräbnis teilnehmen ist schon ein "starkes stück"....diese heu c he lei erinnert sehr an den sow j e t komm u nism us !


Gast: Ein Ätzer
13.07.2011 05:58
0

Das hätte ich mir nicht gedacht

Vergleiche dritten und vierten Absatz (Abschnitt 'Präsidenten und Prinzessinnen'): Herr Saakaschwili ist adelig.

Gast: Grüne Kollaborateure
13.07.2011 02:18
2

STOPPT Wohnsilos auf den Steinhof-Gründen / Otto-Wagner-Kulturerbe aus der Habsburgerzeit wird gerade unwiderbringlich demoliert!


Bitte unterstützen Sie
http://www.aktion21.at/

Mit Unterstützung der Grünen und ohne Information zumindest der Anrainer wird soeben im östlichen Teil der Steinhof-Gründe das bisher der Naherholung für viele Wiener dienende Otto-Wagner-Kulturerbe aus der Habsburgermonarchie von den im Rathaus regierenden alles verschandelnden rot-grünen Kulturbanausen unwiderbringlich zerstört. Dank Amigopolitik wurde das Terrain um billige 345 Euro pro m2 der Gesiba (dem Vernehmen nach für Wohnsilos für neue Migranten, die renovierten Jugendstilpavillions hingegen für die rotgrüne Hautevolee) und der Fa. Vamed verkauft.

Das wahre Gesicht der GrünInnen hinter der Grünmaske wird jetzt manifest, da diese zum für sie profitablen Machterhalt plötzlich gemeinsame Sache mit Häupls Rathausbetonierern machen und dessen Projekt gegen den Willen der dort ansässigen Bevölkerung unterstützen. Durch diese verharmlosend "Raumverdichtung" genannte unwiederbringliche Zerstörung von kulturellem Erbe aus der Habsburgerepoche samt eines der letzten malerischen Ruheräume der Bevölkerung werden unter Ausnützung der Urlaubszeit in mutwillig zerstörerischer und undemokratischer Weise Tatsachen geschaffen, die kaum mehr zu revidieren sind.

Daher die Bitte an Sie um Ihre rasche kreative Unterstützung!


Gast: AUT
13.07.2011 01:12
2

Österreich ist kein Kaisertum mehr!?

Liebe Landsleute!

Österreich ist seit ein paar Jahren eine Republik, und Herr Habsburg daher (wenn überhaupt?) ein Staatsbürger wie Du und ich.

Wenn jetzt das Bundesheer mit Offizieren das Spalier stellt und Ehrenformation, Garde und Gardemusik aufmarschieren, dann fragt man sich schon, ob in unserem (mittlerweile als einziger Klischeehaufen im Ausland bekannten) Heimatland die Uhren vor knapp 100 Jahren stehen geblieben sind.

Leider sagt dies und die Kommentare hier zum Teil auch sehr viel über uns selbst aus....

Gast: logiker
12.07.2011 22:52
8

die grünen

sind schon ein kindischer haufen.

.. wenn ein paar radelfahrer, die niemand interessieren über den ring radeln, und der gesperrt wird, dann ist es ihnen auch recht ..

Und wenn das oberhaupt der ehemals wichtigsten Familie Österreichs über den ring, der ohne den willen dieser familie gar nicht existieren würde, zu seinem grab gefahren wird, regen sie sich auf ...



Gast: k.u.k Feldmarschall
12.07.2011 22:22
0

FÜR MICH SIND DIE HABSBURGER JETZT GESTORBEN!

Und auch tatsächlich.............

Gast: Fellini
12.07.2011 21:06
1

Eine Frage:

Wieso sind die Habsburger nie bei den anderen eingeladen, Hochzeit in England und Monaco? Und umgekehrt, wieso kommen nur die Schweden? Alle anderen scheinen ja prächtig miteinander zu netzwerken? Also bitte erkläre mir einer, was bei den Habsburgern falsch rennt bei der Beziehungspflege.

Antworten Gast: Erzherzog Johann
13.07.2011 00:25
2

Re: Eine Frage:

na, ganz einfach: sie sind nicht mehr Kaiser! Während hingegen die andern noch in Amt und Würden sind ... ;-p

Antworten Gast: Krpf
12.07.2011 23:23
0

Re: Eine Frage:

na Sie sind mir aber auch ein ganz spitzfindiger und lustiger Kampel, dem so leicht keiner was vormacht, gel?

Was fuer ein laecherliches Operettenschauspiel

aber von mir aus: wenn sich ein paar ewiggestrige Kasperln dabei wichtig vorkommen koennen. Passt ja ausserdem perfekt zum verschroben-kitschigen Image, dass man von Oesterreich weltweit hat und haben muss.

Gast: kritischer Beobachter
12.07.2011 20:27
1

Es hat alles sein Für und Wider

Auf der einen Seite ist dieses Begräbnis für den Staat sehr teuer. Ein paar Millionen werden es schon sein, weil ja viele Hochadelige auftauchen werden.
Auf der anderen Seite ist es natürlich auch ein gnadenlos ausgeschlachtetes Event und alles andere als eine würdige Beisetzung. Das Spektakel wird massenweise eislutschende, bierdosenleerende und partygeiler Personen anziehen und einen ordentlichen Cash in die Tourismuskassa = Staat schwemmen.
Und dann wird der Habsburger ja schließlich im Wachfigurenkabinettkonkurrenzlokal Kapuzinergruft ausgestellt und den kann sich dann jeder die nächsten hunderte Jahre gegen Cash angaffen.

Ich würd' mir das nicht antun.
Und wenn wir schon jegliche Pietät ausschliessen können, dann soll doch der Veranstalter der Party die Zeche zahlen!

Gast: pk2
12.07.2011 20:13
14

unsere grünlinge sollten einmal

die kosten bedenken, die sie den wirklichen steuerzahlern verursachen, die für ihre blödheiten gar nichts übrig haben und trotzdem gezwungen sind für sie aufzukommen.

die haben noch anstand

nicht so die alte queen oder wie .... die geht nirgends hin....

Antworten Gast: Zeitenspringer
12.07.2011 20:32
3

Re: die haben noch anstand

Die Queen ist ja mit den Hohenzollern verwandt. Und die Hohenzollern die Nachkommen vom Preußenkönig. Und die Preußen haben die Habsburger 1866 bei Königgrätz.... Ob Mam Queen deshalb nicht kommt?

 
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