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Bizarr, radikal, schwul: 10. Todestag von Pim Fortuyn

06.05.2012 | 14:07 |   (DiePresse.com)

Gegen die Monarchie und den Islam, für Pelzmäntel und Diskriminierung: Der niederländische Politiker und Journalist verstand es zu provozieren. Und wurde dafür am 6. Mai 2002 ermordet.

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Er gilt als der schlimmste politische Vorfall der niederländischen Nachkriegsgeschichte: Der Mord an dem Rechtspopulisten Pim Fortuyn neun Tage vor den Parlamentswahlen. Am 6. Mai 2002 wurde der umstrittene Politiker auf dem Parkplatz des staatlichen Rundfunks ermordet. Fünf Kugeln feuerte der linke Tierschutzfanatiker Volkert van der Graaf auf Kopf, Nacken und Brust des exzentrischen Zeitgenossen. Reanimationsversuche blieben erfolglos.

Fortuyn, der damals gerade 54 Jahre alt war, hatte vor seinem Tod jahrelang als Journalist eher rechte Positionen vertreten, reiche Niederländer beraten und an der Erasmus-Universität in Rotterdam gelehrt. Erst im Jahr 2001 betrat der Soziologie-Professor die Bühne der Politik. Er trat der damals neu entstandenen Bewegung „Leefbaar Nederland" (Lebenswerte Niederlande) bei, dort hielt es ihn jedoch nur sechs Monate.

Für Diskriminierung und den "Kalten Krieg"

Schon im Februar 2002 wurde er ausgeschlossen, da er sich für die Abschaffung des Ersten Artikels der Niederländischen Verfassung ausgesprochen hatte, die Diskriminierung verbietet. Einen Tag später gründete er seine eigene Partei, die rechtspopulistische LPF (Liste Pim Fortuyn). Bei der Präsentation seines radikalen Parteiprogramms in Buchform („Der Scherbenhaufen von acht Jahren violettem Kabinett") wurde er von einer Studentin mit einer angeblich mit Fäkalien beschmierten Torte beworfen.

Dieses Erlebnis hinderte ihn aber nicht daran, an seinen Thesen festzuhalten. So setzte sich der bekennende Homosexuelle gegen Tierschutz („Wählt mich, dann dürft ihr Pelzmäntel tragen"), gegen die Monarchie, gegen die EInwanderung von Muslimen in den Niederlanden und „für einen Kalten Krieg mit dem Islam." Er „hassen den Islam nicht", aber „ich finde, es ist eine zurückgebliebene Kultur. Überall wo der Islam das Sagen hat, ist es einfach nur schrecklich", betonte der glatzköpfige Politiker zuhauf. Seine Ansichten hatten Erfolg, bei den Kommunalwahlen im März 2002 eroberte seine Liste in mehreren Städten mehr als 34 Prozent der Stimmen und wurde stärkste Partei.

Ein niederländischer Mussolini?

Insbesondere seine häufig vorgetragene Erklärung „Ich sage, was ich meine und ich tue, was ich sage", brachte Fortuyn Sympathie. Damit stand er in deutlichem Gegensatz zu der vorsichtigen, auf Konsens gegründeten vorherrschenden Politik in Den Haag. Wegen seiner Ansichten musste sich Fortuyn Zeit seines Lebens Vergleiche mit anderen Rechtspopulisten - wie den verstorbenen Kärntner Landeshauptmann Jörg Haider (BZÖ), Frankreichs Jean-Marie Le Pen (Front National) oder den italienischen Diktator Benito Mussolini gefallen lassen, die er jedoch stets bestritt.

Bei den Parlamentswahlen am 15. Mai 2002 blieb Fortuyn bis nach dem Urnengang Spitzenkandidat seiner Partei, obwohl er am 10. Mai begraben wurde. Erst danach löste ihn sein früherer Pressesprecher, Mat Herben, als Fraktionsvorsitzenden ab. Die Wahlen brachten der LPF einen ungeheuren Erfolg: Sie wurde in die Regierung aufgenommen und zur zweitstärksten politischen Kraft im Land. Die Unerfahrenheit der LPF-Parlamentarier führte jedoch schon nach 87 Tagen zum Sturz des Kabinetts. Bei der Neuwahl 2003 brach die Zustimmung der Wähler drastisch ein, heute existiert die rechte Liste nur noch in Geschichtsbüchern.

(hell)

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12 Kommentare
Gast: gast11
10.05.2012 22:02
1 0


Gast: WFL
07.05.2012 14:27
3 3

Wo ist der Mörder heute?

Höfliche Frage:
Wo ist denn der Mörder (vorsätzlicher Mord!)
heute?
Dürfen wir raten?
1. Ist schon längst wieder raus.
2. Der vorsätzliche Mord wird in absehbarer Zeit aus dem Strafregister gestrichen.
(Alles andere wäre eine Verletzung der
Bürgerrechte des Mörders.)
3. Er selbst bezieht eine staatliche Pension unter geändertem Namen.

Falls es anders sein sollte, veehrte Presse, dann bitte um Miteilung.




Re: Wo ist der Mörder heute?

Im Knast, 18 Jährige Freiheitsstrafe, frühest mögliche Entlassung 2014. Das könnten sie selbst herausfinden wenn sie Google benutzen könnten:
http://en.wikipedia.org/wiki/Volkert_van_der_Graaf
Aber lieber Beißreflexe gegen die angeblich linkslinkslinke Justiz, mein "veehrter" WFL. Ich trolle zwar oft, aber sie sind offenbar wirklich so.

Gast: Dunkler Ritter in fahlem Land
06.05.2012 15:35
23 5

Ist bei uns die Grundstimmung nicht schon ähnlich?


Seit Rot Grün in Wien herrscht und die Bevölkerung umerziehen will, wird die Diskussion auf allen Ebenen um noch eine Drehung extremer.

Wer es wagt die liederlichen Machtmenschen mit dem grünen Anstrich und dem dunkelroten Inhalt zu kritisieren ist schon einmal a priori ein Brauner = FPÖler. Und als solcher bezeichnet ist man beinahe schon vogelfrei. Und, wie wir schon seit dem Mittelalter wissen, darf man den Vogelfreien die eigene Intoleranz gegenüber jeden Andersdenkenden, bedenkenlos entgegenschleudern.

Diese Geisteshaltung der selbsternannten Gutmenschen aus den Reihen der Ultragrünen tritt nicht nur in Foren zu Tage, sondern wird auch in diversen inseratenaffinen Medien, zumindest unterschwellig, immer öfters und immer direkter transportiert.

Es ist also nur eine Frage der Zeit, bis auch mit Hilfe des Steuergeldes aller Bürger, eine Stimmung herbeigeschrieben und gesendet wird, in denen die, die sich dem linkslinken Gedankegut der Mächtigen öffentlich widersetzen, um ihr Leben fürchten müssen. Denn irgendwann wird sich schon ein verwirrter Gutmensch finden, der eine Mission zu erfüllen glaubt. Nämlich die Welt zu säubern. Von einem der für vogelfrei erklärten.

Antworten Gast: AT West
07.05.2012 10:21
0 4

Re: Ist bei uns die Grundstimmung nicht schon ähnlich?

wen interessiert Wien?


Antworten Gast: b754
06.05.2012 16:47
4 22

Re: Ist bei uns die Grundstimmung nicht schon ähnlich?

ach bist du arm brauner

1 0

Re: Re: Ist bei uns die Grundstimmung nicht schon ähnlich?

Siehe des dunklen Ritters 2. Absatz.

Antworten Antworten Gast: baro palatinus
07.05.2012 08:53
2 3

arm wir hoffentlich nur die sozialistenbande

nach der nächsten wahl zum nr sein

Gast: IO
06.05.2012 14:31
11 3

Ein Linker hat ihn ermordet.

Van der Graaf (der Täter) verweigerte zunächst die Aussage zu seinen Motiven und sagte später im Prozess 2003 aus, „Muslime schützen“ zu wollen....

Re: Ein Linker hat ihn ermordet.

Also hat er es aus den ehrenwertesten Motiven die es gibt, getan.
Okay, dann paßt es. Ich hoffe dass er dafür einen Ehrenorden bekommen hat.

Re: Ein Linker hat ihn ermordet.

Danke für Ihre Information.