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Gesalbt, geweiht, gekrönt – alles nur für zwei Jahre

01.06.2012 | 18:23 |   (Die Presse)

Eine Sonderausstellung im Heeresgeschichtlichen Museum zeichnet die kurze Regentschaft Karls I. (und Letzten) nach. Die Ausstellung gibt aber auch die seltene Gelegenheit, die Ruhmeshalle zu bewundern.

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Wien/Hws. Bis zum 19. August läuft noch im Heeresgeschichtlichen Museum im Arsenal die sehenswerte Sonderausstellung „Kaiser Karl I. – Gesalbt, Geweiht, Gekrönt“. Sie ist der Persönlichkeit des letzten österreichischen Kaisers gewidmet, der nur von 1916 bis zur Auflösung des Reiches 1918 den Thron innehatte und bereits 1922 in Funchal auf Madeira entkräftet starb.

Seine hilflosen Bemühungen, dem Ersten Weltkrieg ein rascheres Ende zu setzen, wurden zwar von seiner Gemahlin Zita und deren bourbonischer Familie unterstützt, vom Verbündeten in diesem Weltkrieg, dem Deutschen Reich, aber vereitelt. Die Ausstellung dokumentiert auch die bis heute zu wenig beachtete Tatsache, dass Deutschland ebenso wie Österreich-Ungarn gegen Ende des Krieges quasi reinen Militärdiktaturen glichen, in denen die Generalstabschefs beider Mächte ausschließlich den Ton angaben.

Die Ausstellung gibt aber auch die seltene Gelegenheit, den prachtvollen Rahmen, nämlich die Ruhmeshalle, zu bewundern. Allein schon die Größe des Saales ist faszinierend. Die Fresken des Ringstraßen-Künstlers Carl v. Blaas und die prächtige Kuppel ergeben zusammen eine architektonische Einzigartigkeit unter allen Wiener Repräsentationsbauten.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 02.06.2012)

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