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Darabos streicht SS-Kriegsverbrecher aus Totenbuch

17.06.2012 | 13:12 |   (DiePresse.com)

Der Verteidigungsminister will die Krypta und den Weiheraum am Wiener Burgtor zu einer Stätte des "würdigen Totengedenkes" machen - ohne Referenzen an das Nazi-Regime.

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SP-Verteidigungsminister Norbert Darabos hat am Sonntag einen ersten symbolischen Akt zur Umgestaltung der Krypta am Wiener Burgtor gesetzt: Er hat den SS-Kriegsverbrecher Josef Vallaster aus einem der dort aufliegenden Totenbücher gestrichen. Bis zum Nationalfeiertag am 26. Oktober sollen Krypta und Weiheraum Stätten des "würdigen Totengedenkens" an die Weltkriegs-Gefallenen werden - ohne Referenzen an Kriegsverbrecher und das Nazi-Regime.

Dafür wurden die neun Totenbücher des Zweiten Weltkrieges dem Kriegsarchiv zur wissenschaftlichen Prüfung übergeben. Ein Großteil der Ausstellungs- und Erinnerungsstücke wurden entfernt - Kränze und Kranzschleifen, das elektronische Gedenkbuch von Gendarmerie und Polizei, Gedenktafeln von Vereinen, Auszeichnungen des St. Georgsordens und die Abbildung des Staatsvertrages. Die Vitrinen wurden abgebaut, ihr Inhalt wird zwischengelagert.

"Toter Soldat" wird untersucht

Die Marmor-Statue des "toten Soldaten" wird untersucht. Mit Röntgen- und Ultraschalltechnik sowie Knopflochkameras soll das Gerücht aufgeklärt werden, dass der Bildhauer Wilhelm Frass darin 1935 eine Hülse mit einer Nazi-Huldigungsschrift verstreckt hat.

Weiters hat Darabos einer Arbeitsgruppe unter Leitung der Militärhistorischen Denkmalkommission in Zusammenarbeit mit dem Bundesdenkmalamt und der Burghauptmannschaft den Auftrag erteilt, ein Konzept für ein neues, "würdiges" Gedenken zu erarbeiten. Dies sei "ein Schritt der fällig ist", betonte Darabos am Sonntag. Er richte sich nicht gegen das - "legitime" - Gedenken an die Kriegsgefallenen. Aber Referenzen an Kriegsverbrecher hätten "in einem würdigen Totengedenken nichts verloren". Damit will der Minister ein Zeichen setzen, "dass sich das offizielle Österreich seiner Vergangenheit stellt und mit der Geschichte korrekt umgeht".

Der erste von Darabos aus den Totenbüchern Gestrichene, Vallaster, war an den Nazi-Verbrechen. beteiligt. Der Vorarlberger war im Schloss Hartheim (Oberösterreich) mitverantwortlich für die Vergasung von 18.000 Behinderten. Im NS-Vernichtungslager im von den Nazis besetzten polnischen Sobibor war er an der Vernichtung von 250.000 Juden beteiligt. Dort wurde er 1943 bei einem Aufstand der KZ-Häftlinge erschlagen.

(APA)

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53 Kommentare
 
12

Dafür hat er Zeit...

...für grundlegende Probleme der Truppe nicht.

Gast: Michał
18.06.2012 22:37
1 0

Hitler war auch ein Pole?

Wie kann man so schamlos und heimtückisch zu liegen? "polnischen Vernichtungslager Sobibor" - was ist das!!!!???? Dies war das österreichische Lager. Kommandeure waren Österreicher: Franz Reichleitner und Franz Stangl. Sie sind schamlos!

Gast: das hirn
18.06.2012 17:22
0 0

referenz kriegsferbrechern erweisen

oder wird reverenz kriegsverbrechern erwiesen ? es gibt grosse koffer und kleine koffer, leere koffer und vollkoffer . wen meine ich wohl ?

Gast: Defender
18.06.2012 11:55
5 1

Wer mit der Gegenwart

hoffnungslos überfordert ist kümmert sich halt um die Vergangenheit.

Gast: wwh
18.06.2012 10:11
7 1

Eine weitere Plakataktion

wäre nun fällig, nämlich wieder mit dem Minister in Großaufnahme mit Hinweis auf eine weitere Großtat. Und wieder auf Kosten der Steuerzahler. Wie üblich.

13 2

Es gibt noch schlimmeres..

wie z.B. in Tschechien, wo man ehemalige Mörder abertausender Kinder und Frauen per Gesetz vor Strafe "schützt" und dem Herrn Benes, der in öffentlichen Ansprachen die Leute zum Mord an einer ethnischen Minderheit aufforderte, stellt man Denkmäler auf. Bei und hat diesen Vallaster bis vor kurzem kein Schwein gekannt und daher auch nicht "geehrt". Es ist schon Ok, ihn aus dieser Liste zu streichen. Aber, wie oben erwähnt, es gibt noch schlimmeres. Da hört man allerdings keine Einwände der Berufserschütternden und zwangsbetroffenen Fremdschämer!


Ein SS-Mörder wird nun nicht mehr offiziell in einer Gedenkstätte der Republik geehrt

–und das Forum schäumt deswegen. Ihr habt sie doch nicht mehr alle beieinander.

Antworten Gast: tc_t
18.06.2012 08:00
11 2

Re: Ein SS-Mörder wird nun nicht mehr offiziell in einer Gedenkstätte der Republik geehrt

ergos sum mag ja stimmen - aber mir das...

aber eines muss man darabos lassen, schlimmer als er kann kaum mehr jemand als minister werden... nicht einmal ein kieselstein

7 12

das ist


wunderbar. ein wichtiger Schritt für Österreich. hätte man ihm nicht zugetraut. Respekt!

Gast: yoshi1
17.06.2012 22:11
7 3

gut

Verurteilte oder überführte Kriegsverbrecher kann man gerne uznd richtigerweise aus Gedenkbüchern streichen. Ein medienwirksamer Auftritt des inkompetentesten aller gegenwärtigen Regierungsmitglieder zur Selbstbeweihräucherung ist dafür aber wirklich nicht erforderlich.

Dann auf der anderen Seite sollte man vielleicht froh sein, wenn sich dieser Herr keinen wichtigen Dingen widmet, zu viel hat er diesem Land schon gekostet.

8 1

Wichtiges zuerst

Ich bin so froh, daß unser Verteidigungsminister sich am Sonntag für dringende Aufgaben Zeit nimmt; bei allem Verständnis für diese Aktion, es gäbe dringendere Aufgaben für ihn

Gast: Josef2300
17.06.2012 18:38
18 29

Bravo Herr Darabos!

Sie setzen wenigstens irgendetwas um und halten an Ihren Zielen fest.

Da werden sich wieder einige Ewiggestrige wahnsinnig über den Darabos ärgern. Und das ist auch gut so!

Antworten Gast: Pflockdieb
17.06.2012 19:18
24 8

Re: Bravo Herr Darabos!

Wer ist denn der/die wahre ewig Gestrige?
Die Ägypter haben die Namen von Toten rausgekratzt.
Für Christen und Nihilisten und die meisetn anderen -isten hat das überhaupt keine praktischen Nutzen.
Das ist keine Vergangenheitsbewältigung, das ist populistischer Okkulismus.

Ich bin aber kaum überrascht, dass man die Erfolge 'im Kampf gegen' die Erinnerung an Tote proklamiert. Denn nur dort scheint die Befähigung hinreichend zu sein.
Aber bevorzugt hätte ich, dass man die Priorität eher zur Linderung gegenwärtiger Nöte der Lebenden setzt.

Antworten Antworten Gast: Josef2300
17.06.2012 22:54
3 11

Re: Re: Bravo Herr Darabos!

Das war nun keine Heldentat von Hrn Darabos. In Wirklichkeit war es ein kleiner aber notwendigiger Eingriff. Und dafür verdient er Lob. In Wirklichkeit ist die Tat nicht einmal eine Schlagzeile in der Presse wert.

Ich bezeifle doch sehr, dass irgendwer darauf bestehen wird, diese Verbrecher wieder in die Liste aufzunehmen. Wobei, bei der FPÖ gibt doch einige Kräfte, die sich für solche Verbrecher sehr gerne einsetzen möchten. Wohin man Ihr Kommentar hintuen soll, müssen Sie schon selbst wissen.

verbrecher bleibt verbrecher. und die werden nicht geehrt, wenn sie harmlose zivilisten töten.


Antworten Antworten Antworten Gast: baro palatinus
17.06.2012 20:33
16 5

"bomber harris do it again"

sagt dir sicher 'was...

ja.

ist der auch auf der liste? wenn nicht, kratzt es mich als bürger dieses staates nicht.

Antworten Antworten Antworten Antworten Gast: Josef2300
17.06.2012 22:47
5 12

Re: "bomber harris do it again"

Das war doch nur eine Reaktion auf die grössenwahnsinnige Angriffpolitik unter Hitler.

Hätten dei Nazis nicht ganz Europa durch Krieg erobert, hätte es die Reaktion der Alliierten und damit diese Aussage nicht gegeben.

Aber bitte, Sie können weiterhin den beleidigten Verlierer spielen und die Tatsachen verdrehen.


Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Gast: Gruftmaus
18.06.2012 10:43
0 1

Re: Re: "bomber harris do it again"

actio - reactio.

Seit der Urzeit und nicht erst seit dem 19. Jhdrt. Auswüchse bringen ebensolche hervor.

Aber "populistischer Okkultismus" (Pflockdieb) war gut. +++

Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Gast: Trümmerfrau
18.06.2012 10:21
4 7

Re: Re: "bomber harris do it again"

"doch nur eine Reaktion"

Zivilisten dürfen also als Reaktion auf (was auch immer) zerbombt werden.

Sie sind ja wirklich eine "euchtendes" Vorbild.

Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Gast: ungeliebter Heike
22.06.2012 17:42
15 0

Zivilisten dürfen zerbombt werden.

Aus Nazi-Sicht auf jeden Fall:
Coventry
Warschau
Leningrad

Da ging es überall nur um ZIVILISTEN und Furcht und Schrecken.
Leningrader Blockade: Während des Zweiten Weltkrieges wurde die Stadt 871 Tage lang von deutschen Truppen belagert. In der Zeit der Belagerung vom 8. September 1941 bis zum 27. Januar 1944, in der die Wehrmacht auf Befehl Hitlers KEINE Eroberung Leningrads versuchte, sondern stattdessen die Stadt systematisch von jeglicher Versorgung abschnitt, starben über eine Million Zivilisten. Während der Belagerung wurden etwa 150.000 Artilleriegeschosse auf die Stadt abgeschossen, etwa 100.000 Fliegerbomben fielen.

Die deutsche LUFTWAFFE griff gezielt Kindergärten, Schulen, Betriebe, Straßenbahnhaltestellen an, um die Menschen zu demoralisieren ...
http://de.wikipedia.org/wiki/Leningrader_Blockade

Lernens Geschichte, Trümmerfrau!

Gast: Beno
17.06.2012 18:29
3 20

jawohl

Bereinigung ohne zu vergessen um Wiedererwachen zu verhindern

Der Historiker

Dies Maßnahme in Ehren, aber ich würde mir die selbe Entschlossenheit bei der Heeresreform wünschen. Dort passiert seit Jahren kaum was!

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Re: Der Historiker

Das könnte in Arbeit ausarten und wäre bei weitem nicht so medienwirksam.

Antworten Gast: vor dem arlberg
17.06.2012 19:30
3 5

Re: Der Historiker

Ich weiss nicht, wie es östl. des Arlberg ist, aber bei uns dürfen Historiker sogar Kinder unterreichten! Was sollen wir da vom Nachwuchs noch erwarten. Düstere Zukuntsaussichten.

Antworten Antworten Gast: iwn
18.06.2012 01:12
1 1

Re: Re: Der Historiker

Ich weiß nicht, was das mit der Heeresreform zu tun hat.

 
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