Das "Zentralkomitee der Juden aus Österreich in Israel" fordert mehr Hilfe der Bundesregierung für die letzten österreichischen Holocaust-Überlebenden. Er habe zwar Verständnis für die krisenbedingten Sparzwänge, sagte der Komitee-Vorsitzende Gideon Eckhaus am Donnerstag gegenüber der Kathpress. Österreich dürfe jedoch seine Verantwortung gegenüber den letzten noch lebenden Holocaustopfern nicht vernachlässigen.
Mehr als 80 Kinder präsentierten am Donnerstag beim "Children's Festival Bethlehem" im Rahmen eines Treffens mit Eckhaus einer Gruppe von rund 40 österreichischen Holocaust-Überlebenden ein buntes musikalisches Programm.
Laut Eckhaus leben weltweit nur noch etwa 12.000 bis 14.000 österreichische Holocaust-Opfer, rund 2000 von ihnen in Israel. Viele seien verarmt und könnten sich notwendige medizinische Versorgungen nicht leisten. Die österreichischen Pensionen würden nicht ausreichen, so der Zentralkomitee-Vorsitzende.
Zwar habe der frühere Finanzminister Josef Pröll vor Jahren 100.000 Euro für die Belange der Holocaust-Überlebenden in Israel zur Verfügung gestellt, doch das reiche nicht - nicht einmal, um die notwendigsten sozialen und medizinischen Unterstützungen abzudecken. Im Übrigen müsse Österreich seine Verantwortung allen Holocaust-Opfern gegenüber wahrnehmen, nicht nur den jüdischen, meinte Eckhaus gegenüber Kathpress. Dem gebürtigen Wiener war 1939 die Flucht gelungen. Viele seiner Familienmitglieder wurden aber unter dem deutschen Naziregime ermordet, sein Vater in Auschwitz, sein Onkel in Buchenwald.
(Ag.)
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