Breivik-Prozess: Erster Zeuge sagt zu Massaker aus

03.05.2012 | 12:22 |   (DiePresse.com)

Bei dem Prozess gegen den norwegischen Massenmörder wird heute jener Wachmann befragt, der den als Polizisten verkleideten Breivik auf die Fähre vom Festland zur kleinen Insel Utöya gehen ließ.

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Beim Prozess gegen den Rechtsradikalen Anders Behring Breivik hat am Donnerstag erstmals ein Zeuge zum Massaker auf der Insel Utöya ausgesagt. Hier hatte der 33-jährige Attentäter am 22. Juli letzten Jahres 69 fast durchweg jugendliche Teilnehmer eines sozialdemokratischen Sommerlagers getötet. Als erster Zeuge dazu sagte ein Wachmann aus, der den als Polizisten verkleideten Breivik auf die Fähre vom Festland zur kleinen Insel Utöya gehen ließ. Der norwegische Attentäter hatte kurz zuvor im Osloer Regierungsviertel eine Bombe detonieren lassen. Dabei kamen acht Menschen ums Leben.

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Bei dem Gerichtsverfahren in Oslo wurde zunächst der Bombenanschlag behandelt. Im Mai sollen nun zahlreiche Überlebende des Massakers auf Utöya aussagen. Breivik ist geständig, bereut sein Verbrechen aber nicht. Der Angeklagte will den Gerichtssaal als Plattform vor allem als politische Plattform nutzen. Als völlig offen gilt, ob er bei dem im Juli erwarteten Urteil für unzurechnungsfähig erklärt wird. Breivik selbst will als zurechnungsfähig verstanden werden. Damit käme er bei einer Verurteilung für 21 Jahre ins Gefängnis und nicht in die Psychiatrie.

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Der Massenmörder hatte bei seinen Anhörungen erklärt, wie er sich mithilfe von Meditationen Gefühlskälte antrainiert und auf der Ferieninsel Utöya systematisch Jagd auf die Teilnehmer eines sozialdemokratischen Jugendlagers gemacht hat. Er habe seine Opfer "entmenschlicht", um die Angriffe verüben zu können, da er sie sonst nicht hätte durchführen können, sagte Breivik, der sich als "Anti-Rassist" bezeichnete. Auch seine technische Sprache während der Verhöre sei ein Werkzeug.

Konkret ist Breivik wegen Terrorismus und vorsätzlichen Mordes angeklagt. Der Prozess soll zehn Wochen dauern, das Urteil aber erst Mitte Juli fallen. Viele Angehörige der Opfer leiden darunter, wie Breivik im Gerichtssaal seine Gewalt und seine Weltsicht rechtfertigt.

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(Ag./Red.)

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2 Kommentare

Hm...

Rubrik Außenpolitik?

Gast: truth and reconciliation
03.05.2012 12:52
0 1

fail

"Der Angeklagte will den Gerichtssaal als Plattform vor allem als politische Plattform nutzen."

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