18.05.2013 18:39 Merkliste 0

Blau-Silber: Red Bull setzt sein Recht durch

08.07.2012 | 18:03 |  CHRISTIAN SCHUMACHER (Die Presse)

Oberster Gerichtshof verbietet Eingriff in abstrakte Farbmarke. Red Bull ist Inhaber einer solchen abstrakten Farbmarke für die Kombination Blau-Silber ihrer bekannten Energy-Drink-Dosen.

Artikel drucken Drucken Artikel versenden Senden Merken AAA Textgröße Artikel kommentieren Kommentieren

Wien. Markenschutz ist nicht mehr auf Wortmarken und Bildmarken (Logos) beschränkt. Auch der Schutz für Aspekte des werblichen Auftritts (z.B. Werbeslogans) oder das Aussehen des Produkts ist wichtig für Unternehmen, um zu verhindern, dass Dritte den aufwendig geschaffenen Werbewert solcher Erkennungszeichen durch Imitation ausnützen.

Auch der Schutz für Farben in abstrakter Weise (unabhängig von den Konturen der Farbverwendung) ist relevant, wenn sie Produkte oder Dienstleistungen kennzeichnen; solche „abstrakten Farbmarken“ werden von den Markenämtern meist nur dann akzeptiert, wenn die Farbe vom Anmelder bereits umfassend als Kennzeichen verwendet wurde (Verkehrsgeltungsnachweis); Farben sollen nicht wahllos monopolisiert werden können.

Red Bull ist Inhaber einer solchen abstrakten Farbmarke für die Kombination Blau-Silber ihrer bekannten Energy-Drink-Dosen. Darauf gestützt konnte Red Bull kürzlich vor dem OGH (17 Ob 27/11m) endgültig verhindern, dass ein Konkurrenz-Energy-Drink ebenfalls in blau-silbernen Dosen in der EU vermarktet wird. Der Konkurrent hängte sich mit der Farbgebung unzulässig an Marke und Produkt von Red Bull an, um an deren Ruf und Unterscheidungskraft teilzuhaben, entschied der OGH.

Dr. Schumacher ist Partner bei Schönherr Rechtsanwälte (am Verfahren als Vertreter der klagenden Red Bull GmbH beteiligt).

("Die Presse", Print-Ausgabe, 09.07.2012)

Testen Sie "Die Presse" 3 Wochen lang gratis: diepresse.com/testabo

Mehr aus dem Web

8 Kommentare
Gast: ökono-mist
15.07.2012 16:22
0 1

Weitreichende Konsequenzen(?); und die könnten wahrlich kein Zuckerwasser sein...


So wird man vermutlich österreichische Polizeiautos nie mehr umlackieren dürfen. Die scheinen nämlich (altinnenministeriell in Auftrag gegeben?) bewußt exakt in dieser Farbkombination angestrichen worden zu sein - und werden auch vom Staatsfunk so exzessiv dargeboten, daß man sich schon in einem aufkeimenden Polizeistaat wähnt...

P. S.: Die Grunderkenntnis zu diesem Sachverhalt stammt nicht von mir, sondern von einem aufmerksamen "Presse"-Leser, der zumindest den Grundverdacht vor einiger Zeit hier kundgetan hat (man will sich ja schließlich generell nicht mit fremden Federn schmücken; auch nicht mit solchen, die es womöglich nur in der Fantasie eines Zeitungslesers gibt.

Ich weiß auch nicht, ob daran etwas wahr ist.

Es gilt für alle eventuell Beiteiligten und eventuelle Nichtbeteiligten (also generell, speziell und umfassend) selbstverständlich die Unschuldsvermutung. Denn wo gar nichts wäre, dort könnte auch niemand beteiligt sein. Und als Nichtwisser muß man ja davon ausgehen, daß es zwar etwas geben kann, aber nicht etwas geben muß.

P. S.: In Ungarn würde ich mich nicht einmal das zu schreiben getrauen - von Russland (seit gestern) ganz zu schweigen...

Antworten Gast: ökono-mist
15.07.2012 18:53
0 0

Re: Weitreichende Konsequenzen(?); und die könnten wahrlich kein Zuckerwasser sein...


Korrektur:
Die Wortfolge "eventuelle Nichtbeteiligten" wäre durch die Wortfolge "für eventuelle Nichtbeteiligte" zu ersetzen. Danke!


Gast: Laughing Bull
12.07.2012 15:56
0 0

Seltsam

In den 90er Jahren gab's "Flying Horse" (einfach die Bilder GOOGLEn). Ebenfalls in den Farben Blau-Silber-Rot, ebenfalls ein Energydrink.


Gast: marktbeobachter
11.07.2012 14:26
1 0

Lächerliche Entscheidung

Die Dosen sind ja in Wahrheit meist blau-rot-silber. Red Bull attackiert alles, was eine dieser Farben im Bild führt, oder die Wörter rot in allen Sprachen oder ein Tier (ebenfalls in allen Sprachen) enthält. Und kauft praktisch die Entscheidungen durch massiven Anwalts- und Geldeinsatz genauso wie einen Salzburger Fußballklub, der ehemals anders hieß und andere Vereinsfarben hatte. Eine gmahte Wiesen, jeder Wischerlanwalt kann so die "Rechte" Red Bulls durchsetzen, und bei der Kanzlei, die damit Werbung macht, sind solche nicht selten, weil gute Leute dort garantiert NICHT hingehen. Bei den meisten Entscheidungen pro Stinkdose hat man das Gefühl, dass die Richter schon im Vorfeld genervt klein beigeben, denn Red Bull würde auch zum EuGH oder zum Papst gehen oder schlimmstenfalls sogar mit der US-Army hier einfallen, wenn wir nicht klein beigeben. ;-)

Antworten Gast: ökono-mist
15.07.2012 16:30
0 0

Re: "Lächerliche Entscheidung"


Was Sie nicht sagen: "Red Bull" attackiert alles? Wirklich alles??

Na, dann muß die österreichische Polizei aber möglicherweise höllisch aufpassen - besonders dann, wenn sie im Dienstwagen unterwegs ist...

Antworten Antworten Gast: mariner11
17.07.2012 12:50
0 0

Re: Re: "Lächerliche Entscheidung"

Das muss nicht sein, denn wer weiß, vielleicht zahlt die Polizei längst Lizenzgebühren oder wird von Mateschitz gesponsert ;-)

Ein wunderbarer Artikel...

und so in die Tiefe gehend...