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Parkpickerl ist ein „juristischer Eiertanz“

25.07.2012 | 18:17 |  MARTIN STUHLPFARRER (Die Presse)

Mit der Verweigerung einer Volksbefragung bewegt sich Rot-Grün im Graubereich. Der Wiener Magistrat hat ein Verwaltungsverfahren eingeleitet und noch Fragen an die ÖVP gestellt.

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Die Ausweitung der Parkraumbewirtschaftung auf mehrere Bezirke jenseits des Gürtels wird immer mehr zu einer Groteske. Die Beteuerung von Bürgermeister Michael Häupl und der grünen Verkehrsstadträtin Maria Vassilakou, man werde sich nicht auf rein juristische Positionen zurückziehen, sondern eine politische Lösung suchen, wird von der Stadtregierung konterkariert.

Erstens: Nachdem rund 170.000 Unterschriften gegen die Ausweitung der Parkraumbewirtschaftung (und für eine Volksbefragung darüber) vorliegen, wird es eine Volksbefragung geben – allerdings nicht über die Ausweitung, sondern über allgemeine Verkehrsthemen. Und: Die Volksbefragung soll erst nach der Einführung der neuen Zonen kommen.

Zweitens: Die ÖVP wartet auf den Bescheid, ob ihre Frage („Sollen in Wien weitere Kurzparkzonengebiete – bezirksweise oder in Bezirksteilen – eingeführt werden?) zulässig ist – um im Falle eines (sehr wahrscheinlichen) negativen Bescheides den Verwaltungsgerichtshof anzurufen, um so doch noch eine Volksbefragung zu erzwingen. Doch daraus wird nichts. Der Wiener Magistrat hat ein Verwaltungsverfahren eingeleitet und noch Fragen an die ÖVP gestellt. Als Folge dieses Verfahrens gibt es keinen Fristenlauf mehr, wie VP-Chef Manfred Juraczka am Mittwoch erklärte. In anderen Worten: Die ÖVP muss dem notwendigen Bescheid so lange nachlaufen, solange es das rot-grüne Rathaus will. Der Bescheid kann daher (theoretisch) um Jahre verzögert werden. Das bezeichnet der Verfassungsjurist Bernd Christian Funk gegenüber der „Presse“ als „juristischen Eiertanz“ und „hart an der Grenze des Vertretbaren“. Es sei klar: Wenn ein Bescheid zu erlassen ist, dürfe man diesen nicht hinauszögern.

 

Verfassungsjurist korrigiert Rot-Grün

Es dürfte einen guten Grund haben, dass Rot-Grün den Weg zum Höchstgericht versperren möchte: Die Argumentation des Rathauses – die Frage über eine Ausweitung der Parkraumbewirtschaftung sei eine Frage über Gebühren, und über Gebühren dürfe laut Stadtverfassung nicht abgestimmt werden – hält laut Funk nicht: „Gegenstand der Befragung sind nicht die Parkgebühren, sondern die territoriale Basis.“ Rot-Grün müsste laut Funk also die Volksbefragung über die Parkpickerl-Ausweitung zulassen.

Die Linie der Rathausjuristen, der normale Wiener würde die VP-Fragestellung mit (Park-)Gebühren inhaltlich verknüpfen, würde in der Praxis bedeuten: Die Möglichkeiten für eine Volksbefragung in Wien sind massiv eingeschränkt. Die Frage nach einer Citymaut (wie bei der Volksbefragung 2010) verstieß damit laut Funk eindeutig gegen die Stadtverfassung: „Im Wesentlichen bleiben dann nur privatrechtliche Angelegenheiten. Beispielsweise die Frage, ob die Stadt ein neues Schwimmbad bauen soll.“

Bei der engen Auslegung der Rathausjuristen wäre auch die Frage nach der 24-Stunden-U-Bahn unzulässig gewesen – weil der Betrieb auch mit Kosten, also Tarifen, verbunden ist. Es sei immer die Frage, so Funk, wie eng die Assoziation mit Gebühren sei. Damit bleibt das Fazit: Häupls Volksbefragung 2010 hat wohl in nicht wenigen Punkten gegen die Stadtverfassung verstoßen. Damals blieben die Rathausjuristen aber stumm.

Für die Rathauskoalition gibt es noch ein Schlupfloch: Neben Gebühren darf auch nicht über „behördliche Angelegenheiten“ abgestimmt werden. Und die Ausweitung der Parkraumbewirtschaftung ist eine solche. Nur: Eine so eng gefasste Rechtsmeinung würde eben fast alle Volksbefragungen in Wien unmöglich machen – auch jene, die Rot-Grün nun angekündigt hat.

Das führt zu der Frage, ob die Stadtverfassung, die so enge Grenzen setzt, nicht gegen die Bundesverfassung verstößt. Dort heißt es, das Recht gehe vom Volk aus. Es könnte auch eine unangemessene Einschränkung eines demokratischen Instruments sein. Funk relativiert: „Verfassungsrechtlich gibt es keine Verpflichtung, so was (eine Volksbefragung, Anm.) vorzusehen. Es ist keine unangemessene Einschränkung.“

("Die Presse", Print-Ausgabe, 26.07.2012)

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125 Kommentare
 
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beenden wir 2015 diese rote diktatur in der wahlzelle!


Gast: 284 Tra
29.07.2012 22:49
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Die sinnvollere City Maut

ist vom Häupl leider abgewürgt worden. Und das sinnlose (und für uns Wiener sinnlos teure) Parkpickerl geht net durch. Fazit: die Niederösterreicher parken bei uns wieder alles voll und wir Wiener brennen so oder so wie die Luster.

Antworten Gast: Österreicher
31.07.2012 16:43
0 0

Re: Die sinnvollere City Maut

Hmmm das kommt mir als Grazer doch irgendwie bekannt vor :)

Gast: Ornithologe
29.07.2012 19:43
0 0

Das zweideutiges Zeitwort "picken"

Der Vogel pickt, das Schildchen klebt. Meinetwegen mag das Schildchen pichen (wörtlich "mit Pech bestrichen sein"), aber laßt es nicht "picken", liebe österreichische Landsleute!

Antworten Gast: Oesterreicher1
29.07.2012 22:08
0 0

Re: Das zweideutiges Zeitwort "picken"

Sogar der deutsche Duden lässt Schildchen picken:
http://www.duden.de/rechtschreibung/picken_kleben_festhaften

Gast: Niki Flieger
26.07.2012 18:50
5 0

AB-Stimmungen

ich hab jedenfalls gegen die Nacht UBahn und die Citymaut gestimmt. Bin gegen die Erhöhung der Hundesteuer. und das Parkpickerl ist sowieso ein riesiger Unfug, aber darüber dürfen wir leider nicht abstimmen. Noch nicht.

Gast: Aufpudler
26.07.2012 11:03
2 0

parkpickerl

Dazu hab ich echt ein gespaltenes Verhältnis, ich mein, wir zahlen eh scho mit unseren Steuern für Strassennetz in Wien, werden beim Auto mit Kfzsteuer, Mineralöfsteuer, usw abgezockt und dann soll man für eine nicht garantierten Parkfläche bezahlen. Das ist für mich Betrug, keine Leistung, kein Geld, kein Parkplatz kein Geld. Am Besten wird sein , wir schaffen den Individualverkehr ab, schaut Euch die ganzen Rückbauten (Ohrwaschln an Kreuzungen und 30iger Zonen an, nicht mal die Polizei hält sich dran und fährt man mal 30 , wird man angepöbelt und beschimpft, fährt man dann doch etwas schneller (42), gibts eine Strafe. Ich fahr jetz Ubahn, Tschüss

Gast: Y. Rosenblatt
26.07.2012 10:34
13 0

Parkpickerl = Anrainerschutzgelderpressung

durch Don Promillo und die die grünlichen ErfüllungsgehilfInnen!

Gast: Alles rüber zum Artikel
26.07.2012 10:31
9 0

Parkpickerl: Häupl sieht Fehler in der Kommunikation

Denn, "hugh", der Häuptling der Weaner hat gesprochen!

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Jetzt hat sich defintiv gezeigt...

...was Rot und Grün von Demokratie halten.
Außerdem wissen wir, daß Häupl ein vorsätzlicher Verfassungsbrecher ist.
Kann er egentlich dafür angeklagt werden?

Gast: Valery
26.07.2012 09:50
8 0

Erst einführen, dann abstimmen..!???!!

Die Einführung kostet ein Vermögen! (Beschilderungen, Bodemarkierungen, etc.)
Es wäre ein Wahnsinn, zuerst einzuführen und dann abzustimmen. aber vermutlich ignoriert das Rathaus ohnedies alle Bürgerwünsche. Rod-Grün hat noch ein paar jahre, aber eines Tages gibt es wieder Wahlen..

FALSCH !!!

für die spö/grünen darf NIEMALS das recht vom volk ausgehen....wo kommen wir den dahin.....dann könnten ja die rot/grünen "elitepolitiker" nicht mehr machen was sie wollen !

-bildungsniveau nach unten nivelieren (siehe schmidt)
-ständig die fürchterliche armut in österreich anprangern
- die männer "entmannen" die frau hat immer recht
- wer anderer meinung ist sofort medial ver nic hten.

....die spö und die grünen zeigen immer mehr ihr wahres gesicht !

schade nur, dass die blauen und schwarzen nicht wirklich einenvorteil daraus ziehen können !


Antworten Gast: Österreicher
31.07.2012 16:48
0 0

Re: FALSCH !!!

..und in Kärnten is die Welt noch in Ordnung... :)

Antworten Gast: Y. Goldblatt
26.07.2012 10:37
4 0

Re: FALSCH !!!

Wir leben in VORREVOLUTIONÄREN ZEITEN!

Animal Farm

Die ach so basisdemokratischen Grünen wenn selbst am Futtertrog werden plötzlich zu den Schweinen, wie leicht doch menschliches Verhalten vorhersehbar ist ?!

Gast: Hermann vom Gipfel
26.07.2012 09:27
9 0

Ich dachte immer es läge an mir,

wenn ich von den Magistratsbeamten provoziert werde.
Beruhigend zu wissen: Es geht auch mehr als 1 Mio ÖVP Wählern so. Nach dem Motto: Stellen Sie erst einmal einen Antrag damit wir ihn dann nach 6 Monaten ablehnen können...
Reine parteipolitische Provokation, für eine Wahlabteilung untragbar.

Gast: Gasterus
26.07.2012 09:20
2 0

OccuPy...


Gast: Gasterus
26.07.2012 09:18
9 0

Occuoy..

..Rathaus.

Wann gibt es endlich die ersten Demos am Rathausplatz gegen diese Beamtenwillkür?

Das Thema wird lauten "Beamten kleben".

die Grünen Basisdemokraten

Wenn bei der Demokratie etwas rauskommen könnte, was (mit)regierenden Grünen nicht gefällt, dann ist die Einbindung des Volkes ganz schnell ganz pfui. So schnell können sich Grüne entzaubern.

Antworten Gast: Liebe Augustin
26.07.2012 09:38
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Re: die Grünen Basisdemokraten

Yep! Weil es nämlich immer darauf ankommt, was wo rauskommt ;-)

Antworten Antworten Gast: anpfiff
26.07.2012 09:50
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Re: Re: die Grünen Basisdemokraten

und wie es rauskommt :-))

Das ganze ist nebenbei

eine gute Erklärung, was unter dem Begriff "Stimmvieh" zu verstehen ist.

Bei den nächsten Wahlen wird man dann wieder ein paar kleine Zuckerln in Aussicht stellen und darauf bauen, dass die wenigsten bemerken, wie wenig sie damit von dem zurück bekommen, was man ihnen vorher abgenommen hat.

Diktatur allerorten...

und das interessanteste überhaupt: obwohl die Menschen das langsam begreifen, passiert nichts. finanzdiktatur, parteiendiktatur, Willkür, Korruption, unrechtsstaatlichkeit. offenbar alles egal.
ich verstehe langsam, wie sich das System im DE der 20er/30er Jahre ungehindert entfalten konnte!!!

Re: Diktatur allerorten...

vorallem aber esm ohne volksabstimmung - versprochen und sofort gebrochen - dein bk feigmann

Antworten Gast: Trollblume
26.07.2012 09:04
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Re: Diktatur allerorten...

wie ist das in anderen städten zustande gekommen? parkgebühren gibt es vielerorts - und zwar höhere als in wien.

Antworten Antworten Gast: Erst recherchieren, dann schreiben!
26.07.2012 09:40
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Re: Re: Diktatur allerorten...

Konkrete Beispiel (mit Preis-/Lohnrelation) angeben, ansonsten ist dein Kommentar völlig uninteressant und sinnlos.

 
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