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Urteil: Handy-Vertragsänderungen per SMS illegal

16.08.2012 | 08:38 |   (DiePresse.com)

Das Handelsgericht sieht im Vorgehen von T-Mobile einen Gesetzesverstoß. Der Betreiber hatte per SMS Zusatzkosten angekündigt. Das Gericht sieht die Kunden gröblich benachteiligt.

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Der Verein für Konsumenteninformation (VKI) hat im Auftrag der Arbeiterkammer Vorarlberg (AK) den Handyanbieter T-Mobile Austria wegen der Zustellung unbestellter Dienstleistungen in Form von Massen-SMS geklagt und in erster Instanz Recht bekommen. Das Vorgehen des Mobilfunkunternehmens verstoße gegen das Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG), so Paul Rusching von der AK-Konsumentenberatung in einer Aussendung am Dienstag unter Berufung auf die Entscheidung des Handelsgerichts Wien. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.

T-Mobile habe Anfang Juli 2011 an zahlreiche Kunden SMS versendet. In diesen wurden die Kunden informiert, dass sie für die Option, unlimitiert zu Sonderrufnummern von Banken, Behörden und Firmen zu telefonieren, ab 1. August 2011 zwei Euro monatlich bezahlen. "Benötigen Sie diese Option nicht, antworten Sie mit NEIN bis 25.7.211", so T-Mobile in der SMS-Information. Für den Kunden, der auf das SMS nicht reagierte, bedeutete das, dass ab dann zur vertraglich vereinbarten Grundgebühr zwei Euro monatlich zusätzlich zu bezahlen waren.

Grobe Benachteiligung der Kunden

Das Handelsgericht (HG) Wien habe nun klargestellt, dass das Unternehmen nicht einfach durch eine SMS einseitige Vertragsänderungen vornehmen könne. Das Versenden der SMS sei einer nicht bestellten Dienstleistung gleichzusetzen. Dabei werde das Schweigen des Kunden als Zustimmung gewertet. Zudem liege auch eine grobe Benachteiligung der Kunden von T-Mobile vor, da ihr Schweigen eine Entgelterhöhung bewirkte, so Rusching.

T-Mobile wollte sich inhaltlich nicht dazu äußern. Hinsichtlich des Urteils bereite man Rechtsmittel vor, so Unternehmenssprecherin Barbara Holzbauer.

(APA)

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7 Kommentare

Gängige Praxis ...

... aller Telkos durch gezielte Gesetzesverstöße für sie vorteilhafte Rahmenbedingungen zu schaffen.
Außerden kosten die SMS selber ja nix ;-)

Gast: Werner 1978
18.08.2012 17:36
9 0

geht das auch umgekehrt?

wenn ich eine SMS an Tmobile sende, dass ich nur mehr die halben Gebühren zahle werde.
Keine Antwort gilt dann als Zustimmung?

Antworten Gast: Versuch
21.08.2012 08:40
4 0

Re: geht das auch umgekehrt?

Einen Vesuch wäre es wert.

Als langjähriger T-Mobile Kunde bin ich enttäuscht.

Allerdings muss ich auch gestehen, dass ich die einseitige Preiserhöhung gar nicht angewendet bekommen habe.
Stattdessen habe ich heuer bei UPC Chello zum ersten Mal Servicepauschale in Höhe von Jährlich €16,- zusätzlich zahlen müssen, was bis dato nie der Fall war.
Und von wegen billig...Seit 3 Monaten habe ich 3WebtoCube für "nur" €15,- / Monat. Tatsächlich habe ich noch nie eine Rechnung unter €40,- erhalten. Da fragt man sich, ob einem auf dem Stirn DUMM steht?
Für wie dumm verkauft man die Kundschaft? Die wollen alle doch, dass man die Dienstleistungen bis zum geht nimmer konsumiert und dann keinen müden Cent rausrückt und dann man Privatkonkurs macht. Etwas besseres verdienen die Riesenkonzerne eh nicht...
Als ehrlicher Mensch hat man heutzutage besonders schwer... Betrügerei gibt es überall bis zum geht nicht mehr...so auch wohl bei T-Mobile

Für mich alles Abzocker und Gauner, so wie die Bankster


Gast: Salz in der Wunde
16.08.2012 22:35
6 0

Es geht T-Mobile nur darum, Kunden zu verarschen und die nächsten Kampftarife zu finanzieren

Wer bezahlte eigentlich die "NEIN" SMS, wenn der Tarif des Kunden noch kein All-in-Tarif ist?

Musste der Kunde noch für sein unaufgefordertes "Nein" SMS Gebühren an die T-Mobile zahlen?

Ich hoffe, betroffene Kunden bekommen eine Gutschrift. :-)

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Scheinbar scheinen derartige Praktiken, die ja nichts anderes als eine Verarschung von denkenden Kunden darstellen, gang und gebe zu sein. Es kann schon sein, dass man damals in der Marketingabteilung von T-Mobile dachte, "die betrunkenen Mistelbacher wissen ohnehin nicht was gemeint ist und denen werden wir schon die 2 Euro aus der Tasche ziehen, um den nächsten Preiskampf zu finanzieren." Immerhin wußte die Chefin ja, wie Mistelbacher denken....

Aber es gibt auch Kunden, die gerade wegen derartigen "Aprilscherze" wie diese SMS oder das "Umweltentgelt" für die Papierrechnung zur Konkurrenz gewechselt sind. Ich bin so einer.

Nur weil das Management niveaulos ist, heißt das noch lange nicht, dass Kunden dies auch sind. Kunden sind mündiger und haben ein besseres Gedächtnis als so mache Marketingladies und Chefs mit Ostblockhintergrund glauben.

Re: Es geht T-Mobile nur darum, Kunden zu verarschen und die nächsten Kampftarife zu finanzieren

Wie mit dem Entgelt für Papierrechnungen.
Ist auch illegal, wurde vom OGH bestätigt, und trotzdem verlangen die Kunden ihr Geld nicht zurück. Und T-Mobile hat in der Sendung Bürgeranwalt verlautbart, dass jur an jene Kunden zurückgezahlt wird, die es verlangen.
Auch eine Art, einem Urteil zu entsprechen...