„DiePresse“-Redaktion hat je einen Deal auf zwölf Gebieten und eine Newcomerin des Jahres mit dem Advocatus'12 ausgezeichnet.
ARBEITSRECHT:
Der Advocatus ging in dieser Kategorie an die Kanzlei CMS Reich-Rohrwig Hainz: Sie hat Pensionskassen vor einer Preisgabe ihrer Geschäftspläne gegenüber Mitbewerbern bewahrt.
BANKEN, KAPITALMARKT:
Diesen Advocatus erhielten die Kanzleien Binder Grösswang und Schönherr; sie haben bei dem komplexen Prozess der Teilverstaatlichung der Österreichischen Volksbanken AG ihr rechtliches Können bewiesen und sehr rasch eine Vielzahl unterschiedlicher Interessen zusammengeführt.
BAURECHT, IMMOBILIEN- WIRTSCHAFT:
Der Advocatus ging an die Kanzlei Fellner Wratzfeld & Partner (FWP). Sie hat beim Bau des Hauptbahnhofs Wien die Stadt Wien und einige private Investoren beraten. Den Advocatus erhielt die Kanzlei, weil sie damit ein städtebauliches, infrastrukturelles und juristisches Jahrhundertprojekt in geordnete Bahnen gebracht hat.
COMPLIANCE, WIRTSCHAFTSSTRAFRECHT:
Mit Compliance wollte kein Mandant an die Öffentlichkeit gehen, daher gab es nur Fälle aus dem Strafrecht.Gewinner in dieser Kategorie war Dorda Brugger Jordis (DBJ). Die Kanzlei hat ein Kärntner Unternehmen, das Windradtechnologie entwickelt, als Opfer von Betriebsspionage beraten. Der entschlossene Einsatz als Opfervertreter führte zu einer vorbildlich schnellen Erledigung der spektakulären Wirtschaftsstrafsache.
INSOLVENZRECHT, RESTRUKTURIERUNG:
Den Advocatus erhielt die Kanzlei Preslmayr Rechtsanwälte. Sie stellte den Sanierungsverwalter für A-Tec Industries, der auch die daran anschließende Treuhandschaft übernahm. Die Verwertung der A-Tec war infolge der Eigenheiten des Falles besonders herausfordernd.
IP, IT, MEDIEN, TELEKOM:
Der Advocatus ging an Schönherr Rechtsanwälte. Die Kanzlei hat erfolgreich Unterlassungsansprüche wegen der Verwendung der Biermarken „Bud“ und „American Bud“ in Österreich abgewehrt – und in einem zwölf Jahre dauernden Verfahren bewiesen, dass sich – neben profunden marken- und europarechtlichen Kenntnissen – auch Ausdauer lohnt.
KARTELLRECHT:
Der Advocatus ging an die Salzburger Kanzlei Pressl Endl Heinrich Bamberger. Sie hat im Aufzugskartell-Fall die Vertretung von Klägern übernommen, die Schadenersatzansprüche gegen die Kartellanten durchsetzen wollten. Als Klägervertreter hat die Kanzlei eine bahnbrechende Entscheidung des Obersten Gerichtshofs erreicht, die das Kartellrecht effektiver zu machen verspricht.
KONFLIKTLÖSUNG:
Der Advocatus ging an die Kanzlei CHSH: Sie hat die Asfinag in einem Bündel von Schadenersatzprozessen rund um Schäden auf einer Brücke der Tauernautobahn in Kärnten beraten und vertreten. Dabei hat sie gezeigt, wie man dank hervorragender zivilrechtlicher Expertise und mit großem taktischen Geschick einen schon verloren geglaubten Millionen-Anspruch doch noch retten kann.
M&A, GESELLSCHAFTSRECHT:
Den Advocatus erhielten Freshfields, DBJ, Schönherr und CHSH für ihre Arbeit beim Kauf von Orange Austria durch Hutchison. Zwar stehen die kartellrechtlichen Bewilligungen aus Brüssel und Wien noch aus, aber schon die Planung und Durchführung dieses in vielerlei Belangen höchst komplexen Deals verdienen eine Auszeichnung.
ÖFF. WIRTSCHAFTSRECHT:
Dieser Advocatus wurde der Kanzlei Schönherr Rechtsanwälte verliehen. Sie hat die Flughafen Wien AG beim Bauvorhaben „Dritte Piste“ vertreten, für das nach zirka zehnjähriger Vorbereitung die Genehmigung in 1.Instanz erteilt wurde (der Bescheid wurde erwartungsgemäß bekämpft und geht in die 2.Instanz). Schönherr hat bereits im Vorfeld der Genehmigung sowohl die technischen als auch die rechtlichen Voraussetzungen souverän überblickt und dabei aber auch erkannt, wo bei einem solchen Riesenprojekt die Grenzen des vorhandenen rechtlichen Instrumentariums liegen.
STEUERRECHT:
Den Advocatus in dieser Kategorie erhielt Freshfields für die Verfassungsgerichtshof-Beschwerde gegen die Einführung der Wertpapier-KESt zum 1. Oktober 2011. Der Kanzlei ist es mit der Beschwerde nicht nur gelungen, praktisch die gesamte Kreditwirtschaft geeint zu vertreten; sie hat auch den Zeitdruck für die Banken verringert und mittelbar eine Sanierung des Gesetzes an anderen Stellen bewirkt.
ZENTRAL-, OST- UND SÜDOSTEUROPA:
Den Advocatus erhielten in dieser Kategorie Freshfields, Schönherr und DBJ für ihren Einsatz beim Verkauf der Österreichischen Volksbanken AG an die russische Sberbank: Der Verkauf der ÖVAG war vor dem Hintergrund der Bankenkrise überaus schwierig, zudem hochkomplex und die größte Bankentransaktion in Österreich und in Osteuropa der Jahre 2011/2012.
NEWCOMERIN DES JAHRES ist Katharina Körber-Risak:
Die 31-jährige Deutsche hat in nur drei Jahren ihr Jusstudium in Wien absolviert, sie hat dann an der Universität gearbeitet; Vorträge und Seminare hält sie auch weiterhin, obwohl sie von der Uni in die Praxis gegangen ist. Die Mutter einer Tochter und Autorin etlicher Fachpublikationen arbeitet bei Kunz Schima Wallentin.
("Die Presse", Print-Ausgabe, 17.09.2012)
Advocatus12: Bilder von der Gala
Bewerben zahlt sich aus