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Advocatus 12: Arbeitsrecht bis Zentraleuropa - Die besten Fälle

16.09.2012 | 18:25 |   (Die Presse)

Die Advocatus'12-Gewinner. Zusätzlich zu den Empfehlungen für ausgewählte Kanzleien und Anwaltspersönlichkeiten enthält das "Presse" - Handbuch "Wirtschaftsanwälte" auch 36 bemerkenswerte Deals - davon zwölf ausgezeichnete.

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„DiePresse“-Redaktion hat je einen Deal auf zwölf Gebieten und eine Newcomerin des Jahres mit dem Advocatus'12 ausgezeichnet.

ARBEITSRECHT:

Der Advocatus ging in dieser Kategorie an die Kanzlei CMS Reich-Rohrwig Hainz: Sie hat Pensionskassen vor einer Preisgabe ihrer Geschäftspläne gegenüber Mitbewerbern bewahrt.


BANKEN, KAPITALMARKT:

Diesen Advocatus erhielten die Kanzleien Binder Grösswang und Schönherr; sie haben bei dem komplexen Prozess der Teilverstaatlichung der Österreichischen Volksbanken AG ihr rechtliches Können bewiesen und sehr rasch eine Vielzahl unterschiedlicher Interessen zusammengeführt.

BAURECHT, IMMOBILIEN- WIRTSCHAFT:

Der Advocatus ging an die Kanzlei Fellner Wratzfeld & Partner (FWP). Sie hat beim Bau des Hauptbahnhofs Wien die Stadt Wien und einige private Investoren beraten. Den Advocatus erhielt die Kanzlei, weil sie damit ein städtebauliches, infrastrukturelles und juristisches Jahrhundertprojekt in geordnete Bahnen gebracht hat.

COMPLIANCE, WIRTSCHAFTSSTRAFRECHT:

Mit Compliance wollte kein Mandant an die Öffentlichkeit gehen, daher gab es nur Fälle aus dem Strafrecht.Gewinner in dieser Kategorie war Dorda Brugger Jordis (DBJ). Die Kanzlei hat ein Kärntner Unternehmen, das Windradtechnologie entwickelt, als Opfer von Betriebsspionage beraten. Der entschlossene Einsatz als Opfervertreter führte zu einer vorbildlich schnellen Erledigung der spektakulären Wirtschaftsstrafsache.


INSOLVENZRECHT, RESTRUKTURIERUNG:


Den Advocatus erhielt die Kanzlei Preslmayr Rechtsanwälte. Sie stellte den Sanierungsverwalter für A-Tec Industries, der auch die daran anschließende Treuhandschaft übernahm. Die Verwertung der A-Tec war infolge der Eigenheiten des Falles besonders herausfordernd.

IP, IT, MEDIEN, TELEKOM:


Der Advocatus ging an Schönherr Rechtsanwälte. Die Kanzlei hat erfolgreich Unterlassungsansprüche wegen der Verwendung der Biermarken „Bud“ und „American Bud“ in Österreich abgewehrt – und in einem zwölf Jahre dauernden Verfahren bewiesen, dass sich – neben profunden marken- und europarechtlichen Kenntnissen – auch Ausdauer lohnt.


KARTELLRECHT:

Der Advocatus ging an die Salzburger Kanzlei Pressl Endl Heinrich Bamberger. Sie hat im Aufzugskartell-Fall die Vertretung von Klägern übernommen, die Schadenersatzansprüche gegen die Kartellanten durchsetzen wollten. Als Klägervertreter hat die Kanzlei eine bahnbrechende Entscheidung des Obersten Gerichtshofs erreicht, die das Kartellrecht effektiver zu machen verspricht.

KONFLIKTLÖSUNG:

Der Advocatus ging an die Kanzlei CHSH: Sie hat die Asfinag in einem Bündel von Schadenersatzprozessen rund um Schäden auf einer Brücke der Tauernautobahn in Kärnten beraten und vertreten. Dabei hat sie gezeigt, wie man dank hervorragender zivilrechtlicher Expertise und mit großem taktischen Geschick einen schon verloren geglaubten Millionen-Anspruch doch noch retten kann.


M&A, GESELLSCHAFTSRECHT:

Den Advocatus erhielten Freshfields, DBJ, Schönherr und CHSH für ihre Arbeit beim Kauf von Orange Austria durch Hutchison. Zwar stehen die kartellrechtlichen Bewilligungen aus Brüssel und Wien noch aus, aber schon die Planung und Durchführung dieses in vielerlei Belangen höchst komplexen Deals verdienen eine Auszeichnung.

ÖFF. WIRTSCHAFTSRECHT:


Dieser Advocatus wurde der Kanzlei Schönherr Rechtsanwälte verliehen. Sie hat die Flughafen Wien AG beim Bauvorhaben „Dritte Piste“ vertreten, für das nach zirka zehnjähriger Vorbereitung die Genehmigung in 1.Instanz erteilt wurde (der Bescheid wurde erwartungsgemäß bekämpft und geht in die 2.Instanz). Schönherr hat bereits im Vorfeld der Genehmigung sowohl die technischen als auch die rechtlichen Voraussetzungen souverän überblickt und dabei aber auch erkannt, wo bei einem solchen Riesenprojekt die Grenzen des vorhandenen rechtlichen Instrumentariums liegen.

STEUERRECHT:

Den Advocatus in dieser Kategorie erhielt Freshfields für die Verfassungsgerichtshof-Beschwerde gegen die Einführung der Wertpapier-KESt zum 1. Oktober 2011. Der Kanzlei ist es mit der Beschwerde nicht nur gelungen, praktisch die gesamte Kreditwirtschaft geeint zu vertreten; sie hat auch den Zeitdruck für die Banken verringert und mittelbar eine Sanierung des Gesetzes an anderen Stellen bewirkt.


ZENTRAL-, OST- UND SÜDOSTEUROPA:

Den Advocatus erhielten in dieser Kategorie Freshfields, Schönherr und DBJ für ihren Einsatz beim Verkauf der Österreichischen Volksbanken AG an die russische Sberbank: Der Verkauf der ÖVAG war vor dem Hintergrund der Bankenkrise überaus schwierig, zudem hochkomplex und die größte Bankentransaktion in Österreich und in Osteuropa der Jahre 2011/2012.


NEWCOMERIN DES JAHRES ist Katharina Körber-Risak:

Die 31-jährige Deutsche hat in nur drei Jahren ihr Jusstudium in Wien absolviert, sie hat dann an der Universität gearbeitet; Vorträge und Seminare hält sie auch weiterhin, obwohl sie von der Uni in die Praxis gegangen ist. Die Mutter einer Tochter und Autorin etlicher Fachpublikationen arbeitet bei Kunz Schima Wallentin.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 17.09.2012)

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12 Kommentare

Behindertenrechte

geschlossen.

Gast: wunderer1
18.09.2012 09:31
0 0

Warum Arbeitsrecht?

"Sie hat Pensionskassen vor einer Preisgabe ihrer Geschäftspläne gegenüber Mitbewerbern bewahrt." Das ist aber auch aus AG-Sicht kein zentrales Problem des Arbeitsrechts, oder?

Antworten Gast: Gast 833kn45
18.09.2012 16:47
0 0

Re: Warum Arbeitsrecht?

Genau lesen gehört zum Bildungs-Niveau , bevor man sich ein Urteil bildet und dann kritisiert:
Die Überschrift des Artikels lautet nämlich
"Arbeitsrecht bis Zentraleuropa"

Antworten Antworten Gast: DERupertE
21.09.2012 15:55
0 0

Re: Re: Warum Arbeitsrecht?

Sie Pfeiffe, das ist eine Unterüberschrift. :D

Da diese Pensionskassen die Gelder verwalten, die bei der "Abfertigung neu" ausgeschüttet werden, gibt es einen kleinen Schnittpunkt. Insbesondere weil man nach 3 Jahren Dienstverhältnis aus folgenden Optionen wählen kann: Barauszahlung, weitere Anlage bei der alten Bank, Anlage bei der neuen Bank.

Zwischen Option 2 und 3 werden hier wohl Interessenskonflikte entstanden sein.

Gast: RA
17.09.2012 15:11
0 0

Es ist wahr,

das wichtigste um das es den Rechtsanwälten geht, ist ihr Honorar.

Gast: Mani Pulite
17.09.2012 11:14
0 0

Und das 2 Tage

nach der Hausdurchsuchung einer der größten Anwaltskanzleien in Wien wegen eines Zusammenhanges mit den Meinl-Fällen ...

Antworten Gast: lindwing
17.09.2012 19:15
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Re: Und das 2 Tage

wir werden ja sehen, wie weit die sta damit kommt. uns hat man schon mal durchsucht aber so dumm sind wir nicht. als große kanzlei hat man andere mittel und wege als kleine krabbler.

Antworten Antworten Gast: boomboom
19.09.2012 10:22
0 0

Re: Re: Und das 2 Tage

Hamma corpus delicti rechtzeitig beseitigt? herablassende Verhaltensweisen können verhängnisvoll sein

Gast: lawman1190
17.09.2012 11:05
1 0

Rechtsfabriken

Mit Recht und Gerechtigkeit hat das alles nur mehr sehr wenig zu tun. Wer sich die Brutalokanzleien in Wien 1 leisten kann, also etwa die notorischen Konzerne wie das Dosenimperium oder die Energieausbeuter, bekommt früher oder später was er will. Alles arrogante überbezahlte Nichtskönner die viel Wind machen um ihre ach so tollen Ausbildungen in Übersee, aber mit Geld lässt sich alles richten. Diese "Rechts"fabriken sind mit schuld, dass Schw..ne in Politik und Wirtschaft inklusive Lobbyisten machen können, was sie wollen.

Antworten Gast: EhreundAnsehendesStandes
19.09.2012 10:25
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Re: Rechtsfabriken

Richtig! so z.B. auch Meinl...Deswegen beauftragen DIESE Leute auch DIESE KAnzleien...

Gast: klx
17.09.2012 06:59
1 0

österreichisches Anwaltssystem ist zu vergessen

#
Korrupt, wie das gesamte Rechtswesen:

Prozessausgänge sind diesem Klüngel vollkommen egal. Kassieren tut der Abschaum so und so, unabhängig vom Erfolg. Dies wiederum kann dem österreichischen Rechtswesen nur recht sein. Auf diese Art lässt sich bestehendes Unrecht auf ewig fortsetzen. Auf Kosten der betrogenen Rechtssuchenden, die sich in Verfahren gegen staatliche Körperschaften die Köpfe anlaufen. Viele RA führen so ihre Mandanten bewußt in die Irre und packeln mit der korrupten Richterschaft beim ASG und den Verwaltungsbehörden. - Elendes Pack!

Gast: Ichfragemich
16.09.2012 20:12
0 0

Und warum ist die "Newcomerin des Jahres"

jetzt "Newcomerin des Jahres" geworden?