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Urteil: Post muss Blatt der Rechtsextremen verteilen

20.09.2012 | 10:25 |   (DiePresse.com)

Die Deutsche Post wollte Postwurfsendungen der NPD nicht ausliefern. Jetzt wurde sie vom Bundesgerichtshof in Karlsruhe dazu gezwungen.

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Die Deutsche Post muss Postwurfsendungen der rechtsextremen NPD verteilen. Der Bundesgerichtshof (BGH) hob am Donnerstag ein Urteil des Oberlandesgerichts Dresden auf und verurteilte die Deutsche Post zu einem Rahmenvertrag über die Beförderung der Publikation "Klartext". Nach der Postdienstleistungsverordnung sei die Post dazu verpflichtet, Zeitschriften der NPD grundsätzlich an Haushalte zu verteilen. Die politische Ausrichtung spiele bei solchen "Universaldienstleitungen" keine Rolle, hieß es zur Begründung.

Um die Pressefreiheit zu fördern, müssten Presseerzeugnisse demnach dem Empfänger so günstig wie möglich zugeführt werden. Der Staat dürfe aufgrund seiner inhaltlichen Neutralitätspflicht dabei nicht nach Meinungsinhalten differenzieren.

Die NPD-Fraktion im sächsischen Landtag hatte geklagt, weil sich die Post geweigert hatte, das NPD-Blatt "Klartext" mit einer Auflage von 200.000 Exemplaren als Postwurfsendung ohne Adresse an Haushalte im Stadtgebiet von Leipzig zu verteilen. Nach Auffassung des Landgerichts Leipzig und des Oberlandesgerichts Dresden zu Recht: Sie hatten argumentiert, dass es sich bei Druckwerken ohne Adressat um Postwurfsendungen handelt, die nach der Post-Universaldienstleistungsverordnung nicht zwingend befördert werden müssen.

"Versteckte Zensur"

Der Anwalt der Rechtsextremisten hatte sich auf die Meinungsfreiheit berufen. Es dürfe keine "versteckte Zensur" eingeführt werden, indem Publikationen mit bestimmten Meinungen nicht transportiert werden.

Die NPD (Nationaldemokratische Partei Deutschlands) ist eine rechtsextreme Partei mit stark fremdenfeindlichen und aggressiv-nationalistischen Positionen. Sie ist in Deutschland in zwei Landtagen - Sachsen und Mecklenburg-Vorpommern - vertreten. Auf Bundesebene kam sie bei der Bundestagswahl 2009 aber nur auf 1,5 Prozent. Ein Verbotsverfahren scheiterte im März 2003 vor dem Verfassungsgericht wegen verfahrensrechtlicher Fehler.

(APA)

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9 Kommentare
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das ist halt die crux der demokratie

demokratie automatisiert gibt es nicht. man muß sich schon ständig damit auseinandersetzen und eigentlich müßten's wir ja wissen, wenn wir im geschichtunterricht aufgepaßt hätten. der hitler ist auch - zumindest vordergründig - mittels der demokratie an die macht gekommen.
auf heute bezogen: laßt nur einmal den strache - so dummdreist einschmeichelnd er mit seinen programmen daherkommen mag - an die macht kommen, und ihr werdet sehen, daß die demokratie in unserem lande dann bald geschichte sein wird.
wobei: das gegenwärtige österreich darf ja alles andere als hort der dekokratie bezeichnet werden.
daher: wehret den anfängen, und beginnt in eurem urteil bei euch selbst! seid ihr demokraten?

...

Der Anwalt der Rechtsextremisten hatte sich auf die Meinungsfreiheit berufen. Es dürfe keine "versteckte Zensur" eingeführt werden, indem Publikationen mit bestimmten Meinungen nicht transportiert werden.

Ist uns Deutschland da voraus? Ich weiß von Leuten, die bei uns wegen bestimmten Meinungen im Häf'n sitzen.

ist ja fast wie in österreich, wo die post in wien die briefe an die fpö betreffend unterschriften gegen die abzocke bei der parkraumbewirtschaftung nicht zustellt!!

tja, typisch!

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Re: ist ja fast wie in österreich, wo die post in wien die briefe an die fpö betreffend unterschriften gegen die abzocke bei der parkraumbewirtschaftung nicht zustellt!!

Wobei die FPÖ aber keine Ähnlichkeit mit der NPD hat. Ich verstehe nicht, dass die NPD überhaupt in Deutschland zugelassen ist.

Re: Re: ist ja fast wie in österreich, wo die post in wien die briefe an die fpö betreffend unterschriften gegen die abzocke bei der parkraumbewirtschaftung nicht zustellt!!

auch richtig, nur ich meinte die post!

abgesehen davon, warum sollte die ndp nicht zugelassen sein, wenn die linken zugelassen sind, wenn die grünen zugelassen sind, dann spricht nichts gegen die ndp!

Antworten Antworten Antworten Gast: Johann S
20.09.2012 18:57
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Re: Re: Re: ist ja fast wie in österreich, wo die post in wien die briefe an die fpö betreffend unterschriften gegen die abzocke bei der parkraumbewirtschaftung nicht zustellt!!

Nach Abziehen der V-Leute in den Ländern und in Vereinbarung mit dem Innenminister,wird es wieder ein Verbotsverfahren geben.
2003 wurde dieses wegen der V-Leute,
vom Bundesverfassungsgericht gestoppt.
Damals erfolgte keine Prüfung der Verfassungsgemäßheit.

Na hoffentlich

erinnert sich ein Chirurg an seine hyppokratischen Eid wenn er Linke operieren muß

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Re: Na hoffentlich

Das ist aber schon etwas völlig anderes und unethisch. Man könnte ihm nachhaltigen wirtschaftlichen Schaden an Staat und Volk vorwerfen.

Re: Re: Na hoffentlich

wenn er operiert, ja! ;-)