23.05.2013 03:58 Merkliste 0

Mildes Urteil für Veruntreuung am Linzer Flughafen

20.09.2012 | 12:41 |   (DiePresse.com)

Indem sie nach eigenen Angaben "Kassaschwankungen ausgeglichen" habe, veruntreute eine Mitarbeiterin des Flughafens Linz über die Jahre 585.000 Euro - Drei Jahre Haft, zwei davon bedingt.

Artikel drucken Drucken Artikel versenden Senden Merken AAA Textgröße Artikel kommentieren Kommentieren

Im Prozess um eine Veruntreuung von 585.000 Euro am Linzer Flughafen in Hörsching ist eine frühere Mitarbeiterin am Donnerstag im Landesgericht Linz zu drei Jahren Haft, zwei davon bedingt, verurteilt worden. Der Strafrahmen lag bei einem bis zehn Jahren. Verteidiger wie Staatsanwalt verzichteten auf Rechtsmittel, das Urteil ist rechtskräftig.

Die Frau hatte den gesamten ihr vorgeworfenen Schadensbetrag anerkannt. Sie wolle sich mit monatlichen Raten von 80 Euro bemühen, das Geld so gut wie möglich an den am Verfahren privatbeteiligten Flughafen zurück zu zahlen, so ihr Verteidiger. Der 49-Jährigen wurde vorgeworfen, zwischen 2002 und Herbst 2009 rund 585.000 Euro in die eigene Tasche gesteckt zu haben. Sie hatte anfangs nur einen Schaden von 64.000 Euro eingestanden, den sie aber bereits wieder gut gemacht hat.

"Kassaschwankungen ausgeglichen"

Sie habe nur "Kassaschwankungen" ausgeglichen. Überschüsse habe sie entnommen, Fehlbeträge aus ihrer Tasche beglichen, hatte sie sich verantwortet. Seit 1995 war sie für einen finanziellen Teilbereich des blue danube airports allein verantwortlich. Die Veruntreuung flog auf, als die Angeklagte 2009 auf Urlaub war und ihre Kollegen bemerkten, dass Belege fehlten. Eine Kontrolle durch einen Wirtschaftsprüfer und Treuhänder führte schließlich zur Anzeige bei der Staatsanwaltschaft.

Die letzte Verhandlung in dem Verfahren war bereits 2011. Seither wurden ein technisches und ein wirtschaftliches Gutachten erstellt. Die beiden Expertisen hätten den angeklagten Sachverhalt erhärtet und einen Schuldspruch gerechtfertigt, so der Richter. Mildernd war für das Schöffengericht neben des Geständnisses und der Unbescholtenheit auch der Verlust des Arbeitsplatzes zu werten. Zudem sei der Angeklagten anzurechnen, dass sie erwerbstätig und bereit sei, in kleinen Beträgen den Schaden wieder gut zu machen. Für die teilbedingte Nachsicht der Strafe habe ihr künftig zu erwartendes Wohlverhalten gesprochen.

Flughafen: Sie soll sich mehr anstrengen

Der Privatbeteiligtenvertreter hatte den geringen derzeitigen Verdienst der Angeklagten unter dem Existenzminimum kritisiert und angeregt, sie solle sich mehr anstrengen. Der Richter wies daraufhin, dass die Frau bei einer bedingten Strafe arbeiten und die ihr möglichen Zahlungen leisten könne.

(APA)

Testen Sie "Die Presse" 3 Wochen lang gratis: diepresse.com/testabo

Mehr aus dem Web

18 Kommentare
Gast: lola
27.09.2012 20:11
0 0

Richter in Eile?

vielleicht wollte der doch nur mit dem Prozess fertig werden und abschließen...

Gast: Gasti
23.09.2012 11:19
0 0

Was fuer eine Farce!

Diese Justiz ist der Untergang Oesterreichs.

0 0

...der hat ein Glück

...hätte er eine Tafel Schokolade gestohlen wäre er nicht so billig davon gekommen....

Antworten Gast: gast55
22.09.2012 13:22
1 0

Re: ...der hat ein Glück

der?? wohl eher die, und sie hatte kein glück, das hat in aut system, wenn es sich um eine frau handelt

Antworten Antworten Gast: Ötzerl
22.09.2012 19:02
0 0

Re: Re: ...der hat ein Glück


Eher weil sie Beamtenstatus hatte. Weniger wegen ihrem Gender.

Antworten Gast: gast55
22.09.2012 13:21
0 0

Re: ...der hat ein Glück

der?? wohl eher die, und sie hatte kein glück, das hat in aut system, wenn es sich um eine frau handelt

Gast: xxxx
21.09.2012 16:03
0 0

Hahahahaha! 80 Euretten je Monat!

Dann ist nach zirka 600 jahren wenigsten das Kapital zurückbezahlt!
Hahahaha!
Klar, dass der Staat da ein bisserl Probleme mit den Finanzen hat!

Strafe mit einem Lächeln antreten

mit 585.000 Euro in der Tasche lässt sich ein Jahr Haft locker absitzen. Wer sonst verdient in einem Jahr 585.000 Euro ?

Schlussendlich noch die Superverarschung mit der 80 Euro Monatsrate. Der Richter wurde ordentlich am Schmäh gehalten.

Verbrechen lohnt sich - in Österreich.

0 1

und der Heinzi will nicht dass man Bananenrepublik sagt?


Gast: Alien (Dauerzensuriert)
21.09.2012 09:00
1 0

Erwerbstätig?

Die hat eine halbe Million am Flughafen gestohlen und darf dort noch immer arbeiten? Wie schaut es aus mit Vermögen? Hat sie um das Geld ein Haus gekauft?
Wer deckt diese Frau? Mit wem hat sie ein Verhältnis? Welches Parteibuch hilft ihr?

Antworten Gast: Flugs
24.09.2012 09:28
0 0

Re: Erwerbstätig?

Wer sinnerfassend lesen kann, ist im Vorteil.

verbrechen lohnt sich.


Gast: Defender
20.09.2012 15:15
3 0

Da hatte aber jemand ordentlich Vitamin B


2 0

... das wären pro Monat ca. 6-7.000,- Euro für die eigene Tasche....

... was hat diese Person mit dem Geld gemacht? Stimmen die Zahlen, finde ich das Urteil lächerlich, mit 80 Euro 500.000,- zurückzuzahlen, macht 520 Jahre, dafür ginge jeder zwei Jahr hinter Gitter.

Ganz toll

Und nach 543 Jahren ist das Geld auch schon wieder zurückgezahlt! Alles kein Problem.

Die mildernde Wertung des durch kriminelles Verhalten selbst herbeigeführten Verlustes des Arbeitsplatzes ist übrigens auch zuckersüß.

Manchmal fragt man sich...

Mildernder Grund sei der Verlust des Arbeitsplatzes.

Vollkommen verkehrte Welt. Hat dieser Richter bei Logik gefehlt oder was?

0 0

...hat Herr Rat auch was zu verbergen?


Gast: Hunter
20.09.2012 13:10
2 0

Hatte wohl das richtige Parteibuch...