"Aggressive" Frau darf Hund halten

10.02.2013 | 18:35 |   (Die Presse)

Der VwGH kippt einen Salzburger Bescheid, der ein zehnjähriges Hundeverbot vorgeschrieben hat.

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Wien/Aich. Auch wenn ein Hundebesitzer Verfehlungen begangen hat und über einen schwierigen Charakter verfügt, kann man ihm nicht so einfach die Tierhaltung verbieten. Das zeigt eine aktuelle Entscheidung des Verwaltungsgerichtshofs. Der VwGH hob einen Bescheid auf, mit dem Salzburger Behörden ein zehnjähriges Hundehalteverbot gegen eine Frau ausgesprochen hatten.

Die Behörden hatten auf mehrere Vorfälle verwiesen: Zunächst hatten zwei von der Frau gehaltene Kampfhunde einen anderen Hund attackiert. Mehrere Menschen, die eingreifen wollten, wurden verletzt. Laut Polizeibericht war die Frau nicht in der Lage, die Hunde ordnungsgemäß zu führen. Sie sei auch völlig uneinsichtig und zudem laut eigener Aussage Epileptikerin mit Kreislaufproblemen. Die Behörde entschied daraufhin, dass die Frau nur einen Hund halten darf. Sie wurde aber trotzdem mit zweien angetroffen.

Gegenüber den Behörden, die die Einhaltung der Vorschriften sicherstellen wollten, wurde die Frau aggressiv. Zudem fiel sie auch unabhängig von der Hundehaltung negativ auf. Sachbeschädigungen, gefährliche Drohungen, illegale Prostitution und Verstöße gegen das Tierschutzrecht wurden ihr unter anderem angelastet. Die Nachbarn hätten vor der Frau Angst, weil sie zu unkontrollierten Wutausbrüchen neige, so die Behörden. Ein derartiger Mensch könne keine Hunde artgerecht kontrollieren, wurde befunden. Man verhängte daher das zehnjährige Verbot der Hundehaltung.

Dem VwGH (2012/02/0173) waren die angeführten Gründe nicht genug: Vorfälle und Probleme ohne jeden Zusammenhang mit der Hundehaltung dürfe man nicht so einfach als Gründe für das Hundehalteverbot anführen. Überhaupt sei ein zehnjähriges Verbot ein „massiver Eingriff in die Lebenssphäre“. Dafür benötige man eine genauere, nachprüfbare Begründung der Behörde.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 11.02.2013)

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25 Kommentare
 
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Business as usual....

S' muss erst ein Toter / eine Tote her. dann wird was echt gemacht. Wir sind das Musterbeispiel von Anlassgesetzgebung!

VwGH usw.

Bisher ist vorallem der 0GH durch seltsame Urteile aufgefallen; jetzt auch der VwGH....

Unser Rechtssystem ist eine unglückliche Mischung

aus menschlichen Fehlentscheidungen und gesetzlichen Vorgaben, die jeder Logik und jedem Gerechtigkeitssinn widersprechen.

Wenn einmal so ein Kampfpudel einen Richter oder Minister dort hinzwickt, wo es wehtut, dann möchte ich sehen, wie das Urteil ausfällt.

Ha, volle super

hätte sie eine Waffe na dann wär ja alles anders...aber so a paar Kampfhunderl, die no dazu Leute anfallen...eh wuascht...

Bemerkenswert

Überhaupt wenn man bedenkt, daß es im Führerscheingesetz (FSG) ebenfalls viele völlig unzusammenhängende Gründe gibt, bei deren Vorliegen die Lenkberechtigung (Führerschein) entzogen wird.

Interessante Betrachtungsweise

Ich persönlich muss dem VwGH zustimmen, wenn er meint, dass Auffälligkeiten unabhängig von der Tierhaltung nicht zwangsläufig für ein Tierhalteverbot sprechen. Allerdings sprechen Vertstoße gegen das Tierschutzrecht sehr wohl dafür! Zehn Jahre sind jedoch sehr lange. Ich denke, dass es eine heikle Situation ist und immer von Fall zu Fall unterschiedlich. Man sollte daher nicht alle in einen Topf werfen. Ich kenne beide Sorten Hundehalter und wurde schon oft vom Schein getrügt. ;-)

21 2

justiz

Dem VwGH (2012/02/0173) waren die angeführten Gründe nicht genug.

muss es erst schwerst verunstaltete, verletzte u. tote geben bis dem VwGH die angeführten Gründe genug sind ????
wenn diese kasperln abgehoben von jeder lebensrealität urteile sprechen , kann man nur den kopf schütteln über soviel schwachsinn.

Es sind ...

... viel zu viel Hundsviecher unterwegs. In Parkanlagen, auf Kinderspielplätzen, auf landwirtschaftlichen Nutzflächen usw. Da wird hingeschissen usw. und die Herrln und Frauerln ihnen nach ... Bei jedem Spaziergang wird man von Hunden beschnuppert, beschleckt, manchmal springen sie einen an und das Herrl/Frauerl sagt "er tut eh nix" -- aber das Gewand wird dreckig.
Einmal wurde ich von einem Hund (Dobermann) in einem Wiener Stiegenhaus gebissen (der mit einer Minderjährigen ohne Beißkorb unterwegs war) -- ich hatte nur Scherereien, keine Entschuldigung, natürlich auch keine Entschädigung -- die hätte ich einklagen müssen, was mir zu zeitraubend bzw. zu aufwendig war, zumal ich 340 km von Wien entfernt lebe.
Mein Vorschlag: ab einer gewissen Größe u.v.a. für gefährliche Hunde Pflichtversicherung und hohe Hundesteuer, Kampfhunde usw. gehören verboten -- sofort! Ohne´Übergangszeit!

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Re: Es sind ...

falls Sie sich ein wenig informieren würden, wüssten Sie, dass " Kampfhunde" bei richter Erziehung weit aus weniger gefährlich sind als zB ein Terrier der falsch gehalten wird. Sehen Sie sich ein paar Folgen von Cesar Millan an, dann sehen Sie dass er ein Rudel mit unzähligen "Kampfhunden" hält und diese aber keineswegs Probleme machen. Jeder noch so kleine Hund kann gefährlich sein wenn der falsche am Ende der Leine steht.

Re: Re: Es sind ...

Immer dasselbe unsinnige Gelaber von den Hundehaltern. "Bei richtiger Erziehung" - ja, wie oft kommt die in der Praxis vor? Hundezüchter ansehen? Ja, das tun viele, und glauben, sie seien selber Profis und holen sich ein Rudel. Siehe Formel 1 und Ausleben des Gesehenen im Straßenverkehr.

Ja, jeder noch so kleine Hund kann gefährlich sein und ist es meist auch. Deshalb bin ich auch so sehr für eine massive Beschränkung der Hundehaltung. Das ist wie mit den Waffen, viele haben sie, nur wenige beherrschen sie wirklich. Nur dass die wenigstens nicht kacken.

da hat die presse ab er ein aüßerst passendes Hundefoto für den Artikel gewählt. der schleckt maximal jemanden zu tode. hahaha


Aber tot is man nachher doch;)


Re: Aber tot is man nachher doch;)

"...geh na, der wü jo nur spüln...."

Verstöße gegen das Tierschutzrecht

Sollte dies nicht reichen um ein Halteverbot auszusprechen!?!

Trifft das nicht alles auf die meisten Hundehalter zu?

Völlig verzogene Kotpumpen die andere Menschen belästigen - gehört verboten.

Re: Trifft das nicht alles auf die meisten Hundehalter zu?

ich hoffe inständig, dass leute wie du mal unter einer lawine oder einem eingestürzten haus landen, oder sich im gelände verirren, und weit und breit keine rettungshundestaffel verfügbar ist. dann wäre die welt zumindest um einen aso ärmer. nur leider passiert das nicht, weil die hunde nicht unterscheiden, ob der, den sie retten ein asozialer voll.....t ist oder ein normaler mensch.

Re: Re: Trifft das nicht alles auf die meisten Hundehalter zu?

Um Diensthunde von Einsatzorganisationen geht es hier aber nicht. Sondern um die völlig unkontrollierte (Massen)Tierhaltung von sozial auffälligen bis nahezu grenzdebilen und schwerkriminellen Privatpersonen - dementsprechend sehen unsere Städte auch aus. Wo ich jemand einstufe, der jemand anderen wünscht, unter eine Lawine zu geraten bzw wer von euch näher am "asozialen Volltr... ist, führe ich jetzt nicht näher aus.

Re: Re: Re: Trifft das nicht alles auf die meisten Hundehalter zu?

diese differenzierung kann ich aus dem posting beim besten willen nicht herauslesen. aber du kannst dir natürlich dazudenken, was du willst. die asozialen volltr...el bleiben trotzdem die, die ständig nur hass und zwietracht schüren. und ich bleibe dabei, dass es mir wirklich manchmal, voer allem bei leuten wie euch, leid tut, dass unsere hunde nicht zwischen aso und normalen leuten unterscheiden können. ich habe euch paranoid neurotischen hundehasser jedenfalls schon lange satt. und wenns keine hunde mehr gäbe, würdet ihr halt katzen oder kinder oder sonstwen hassen, weil ihr gar nicht anders könnt in euerer erbärmlichkeit.

quod erat demonstrandum

Die Welt schwarz/weiß in brave Hundeliebhaber auf der einen Seite und "paranoid neurotische Hundehasser" einzuteilen, ist ein klassisches Erkennungsmerkmal von Leuten wie dir. Dazu noch, jemand den Tod zu wünschen udgl: Du entlarvst dich selbst als das, was du als "asoziale Volltr..." bezeichnest. Bist wahrscheinlich der Lebensgefährte dieser "Lichtgestalt". Erbärmliches Würstel, ohne euch Kreaturen wäre die Welt erträglicher.

0 2

Re: quod erat demonstrandum

Sie regen sich auf dass er jemanden den Tod wünscht, gleizeitig wollen Sie ihn beleidigen indem Sie ihn als Homosexuell, was für Sie offensichtlich schlimm ist, hinstellen? Doppelte Moral lässt grüßen!

Re: Re: quod erat demonstrandum

Wo lesen Sie heraus, dass ich ihn als homosexuell tituliere??? Im Artikel geht es um eine aggressive Frau, deren Lebensgefährte er (vom Geistesniveau her) zumindest theoretisch sein könnte.


Da ist wohl

die große Angst um die Einnahmen aus der Hundesteuer ausgebrochen. Schwieriger Charakter, aggressiv, uneinsichtig ... trifft wohl auf die Mehrheit der (Kampf)Hundehalter und Hundesammler zu. Ja, ich weiß, jetzt kommt die Diskussion, dass es die Rasse "Kampfhund" nicht gibt und dass wir in der Welt größere Probleme haben :-)

Re: Da ist wohl

Ach so, der VwGH kassiert die Hundesteuer. Interessant....

Re: Re: Da ist wohl

Nomen est omen.

 
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