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Österreich hat eine schwarze Präsidentin

01.12.2008 | 15:51 |   (Die Presse)

Verena Madner wurde Vorsitzende im Umweltsenat.

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WIEN (kom). Die Zeit wird kommen, da wird es in den USA nicht mehr außergewöhnlich sein, wenn ein Schwarzer wie Barack Obama zum Präsidenten gewählt wird. Und, auch davon ist Verena Madner überzeugt, da wird es ebenso in Österreich selbstverständlich sein, dass ein Mensch dunkler Hautfarbe eine Spitzenfunktion im Staat übernehmen kann. Noch ist es nicht so weit, und Madner nimmt es hin, auf ihre Hautfarbe angesprochen zu werden. Ja, die neue Vorsitzende des Umweltsenats hatte einen (früh verstorbenen) Vater aus Benin, Westafrika. Vielleicht, sagt die 1965 in Linz geborene und in Österreich sozialisierte Juristin zur „Presse“, hat sie auch die Neigung zur Juristerei von ihrem Vater geerbt, denn der war Richter.

Der Umweltsenat, der 42 der besten Umweltjuristen Österreichs versammelt und der soeben seine Vizechefin Madner zur Vorsitzenden gewählt hat, ist eine Art spezielles Verwaltungsgericht: die Berufungsinstanz bei Umweltverträglichkeitsprüfungen für Großprojekte. Er ist ein schon mehrmals verlängertes Provisorium, das im Rahmen der geplanten Reform der Verwaltungsgerichtsbarkeit in dieser aufgehen soll. Madner plädiert dafür, einen Fachsenat beim Bundesverwaltungsgericht erster Instanz einzurichten und die Agenden nicht auf neun Landesverwaltungsgerichte aufzuteilen. Vorerst muss sich der Umweltsenat aber damit begnügen, nicht einmal eigene Räumlichkeiten zu haben. Seine Mitglieder sind nur nebenberuflich tätig. Madner, ansonsten Assistenzprofessorin an der Wirtschaftsuniversität Wien, nimmt es gelassen: Es sei sogar von Vorteil, dass die Mitglieder aus ihren Hauptberufen entsprechendes Fachwissen mitbringen. Zur administrativen Unterstützung wäre aber „ein Mehr an Ausstattung sinnvoll“. Weil der Senat beispielsweise auf keinen eigenen Sachverständigenapparat zurückgreifen kann, führt jede kleine Ergänzung im Verfahren regelmäßig zu einer Verzögerung. Dennoch schafft der Senat seine Verfahren in durchschnittlich 171 Tagen, und das in bester Qualität: Von den nicht sehr zahlreichen Anfechtungen seiner Entscheidungen beim VwGH war bisher keine erfolgreich.

 

("Die Presse", Print-Ausgabe, 02.12.2008)

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7 Kommentare
Gast: J. Frank
04.12.2008 17:26
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Aufgehobene Entscheidung

Zumindest einen Heber hats gegeben (ohne jetzt nachzusehen).
VwGH 31.3.2008, 2006/05/0184

Gast: Cornelia Mittendorfer, Mitglied der Gleichbehandlungskommission
02.12.2008 12:09
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Noch viel zu tun in Bambiland

Der Autor kann sich offenbar eine Welt, in der man NICHT zuerst die Hautfarbe bespricht, noch nicht vorstellen. Sonst würde er unter einem etwas zu schrillen Titel nicht seinen Artikel damit beginnen und der Farbenfrage ein ganzes Drittel seines Artikels widmen. Schade, dass die für ihre hohe fachliche Kompetenz in Juristenkrisen bekannte Frau Dr. Madner so einen unsensiblen Artikel hinnehmen muß, obwohl es wirklich Grund zur Freude gibt, dass eine hervorragende Juristin in eine Spitzenposition gewählt wurde. Wie leicht wäre es gewesen, mit feinerer Klinge und einer angemessenen Würdigung ihres beruflichen Erfolges, über sie zu schreiben. Ich persönlich hätte vielleicht noch hinzugefügt: trotz vieler ähnlich befremdlicher Erfahrungen, die sie vermutlich machen mußte.

Antworten ttomsen
04.12.2008 10:44
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Re: Noch viel zu tun in Bambiland

Sie haben vollkommen recht! Bei einer etwa aus England stammenden Linzerin hätte der Autor vor allem die Formulierung "in Linz geborene und in Österreich sozialisierte Juristin" wohl nicht verwendet. Zwischen den Zeilen steht viel Unsägliches geschrieben...

Gast: wunderer
02.12.2008 11:36
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vielleicht hätte hr kommenda

auch zeit gefunden über ihre qualifikationen zu berichten, wenn ihn die hautfarbe der neuen "präsidentin" nicht so "aufgeregt" hätte. denn an ersterer wird es wohl liegen, dass sie dieses amt nun bekleidet.

Antworten biedermann
02.12.2008 22:05
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Re: an diesem aufhänger

konnte das schurnalistenwürschtl nicht vorbei kommen.

Re: Re: an diesem aufhänger

Danke herzlich für die Kommentare. Das Niveau verhält sich leider umgekehrt proportional zur Anonymität.

Antworten Antworten Antworten biedermann
03.12.2008 18:55
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siehe da, wenns um seine haut geht,

wird er schon bedeutend feinfühliger.

Schlagzeilen Recht