Kreuz im Klassenzimmer ja, im Gerichtssaal nein

Je nachdem, ob der Staat in einzigartiger hoheitlicher Form tätig ist oder nicht, ist zwischen einer distanzierenden und einer kooperierenden Form des Neutralitätsprinzips zu unterscheiden.

Das Kreuz ist nicht nur ein Glaubenssymbol, sondern auch ein säkulares, die abendländische Geistesgeschichte vergegenwärtigendes Symbol.
Schließen
Das Kreuz ist nicht nur ein Glaubenssymbol, sondern auch ein säkulares, die abendländische Geistesgeschichte vergegenwärtigendes Symbol.
Das Kreuz ist nicht nur ein Glaubenssymbol, sondern auch ein säkulares, die abendländische Geistesgeschichte vergegenwärtigendes Symbol. – (c) Die Presse (Clemens Fabry)

Wien. Die religiöse Neutralität des Staates ist im Zusammenhang mit dem neuen Arbeitsprogramm der Bundesregierung seit einigen Tagen in aller Munde. Tatsächlich handelt es sich bei der religiös-weltanschaulichen Neutralität um einen zentralen Begriff für die Beschreibung des Verhältnisses des modernen Verfassungsstaats zur Stellung des Einzelnen in seiner religiösen Freiheit als auch der Religionsgemeinschaften. Mit den Worten Heiner Bielefeldts, des ehemaligen UN-Sonderberichterstatters für Religions- und Weltanschauungsfreiheit, ist sie „Ausdruck des um der Mündigkeit willen gebotenen Respekts vor den Überzeugungen der Menschen, in die der Staat nicht eingreifen darf, sondern deren freiheitliche Entfaltungsbedingungen er politisch-rechtlich zu sichern hat“.

Das ist drin:

  • 5 Minuten
  • 845 Wörter
  • 1 Bild

Sie sind bereits Abonnent?

Klicken Sie hier, um sich einzuloggen

("Die Presse", Print-Ausgabe, 06.02.2017)

Die Presse - Testabo

Testen Sie jetzt „Die Presse“ und „Die Presse am Sonntag“ sowie das „Presse“-ePaper und sämtliche digitale premium‑Inhalte 3 Wochen kostenlos und unverbindlich.

Jetzt 3 Wochen testen
Meistgelesen