"Südländisches Machogehabe" schützt nicht vor Mordurteil

Täter hat mit Herkunft argumentiert.

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Wien. Ein wegen Mordes an seiner Frau und seiner Schwester verurteilter Mann ist mit seiner Nichtigkeitsbeschwerde vor dem Obersten Gerichtshof (OGH) gescheitert. Der in Serbien aufgewachsene Täter hat mit seiner Herkunft argumentiert und kritisiert, dass die Geschworenen nicht gefragt worden seien, ob nur Totschlag vorliege.

Totschlag begeht, wer sich „in einer allgemein begreiflichen heftigen Gemütsbewegung“ dazu hinreißen lässt, einen anderen zu töten. Dem Mann war ein „erziehungsbedingtes südländisches Machogehabe“ sowie „hegemoniale Männlichkeit“ bescheinigt worden. Der OGH erklärte, dass Totschlag nur in Betracht käme, „wenn eine in anderen Sittenvorstellungen wurzelnde Affektanfälligkeit trotz aller Fremdheit noch als sittlich verständlich“ beurteilt werden könnte. Als Maßstab für den Begriff der „allgemeinen Begreiflichkeit der Gemütsbewegung“ sei ein Mensch heranzuziehen, der mit den in Österreich geschützten Werten verbunden ist. (aich)

("Die Presse", Print-Ausgabe, 13.03.2017)

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