Wenn die U2-Verlängerung bis Seestadt nochmals auf dem Spiel steht

Bei einem gespielten Verhandlungstag in Räumlichkeiten der Wiener Linien mussten sich Studierende im Umweltrecht bewähren.

Isabella Grill von der Uni Salzburg stellt das Projekt der U2-Verlängerung als „alternativlos“ vor.
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Isabella Grill von der Uni Salzburg stellt das Projekt der U2-Verlängerung als „alternativlos“ vor.
Isabella Grill von der Uni Salzburg stellt das Projekt der U2-Verlängerung als „alternativlos“ vor. – (c) Benedikt Kommenda

Wien. Ganz weit draußen in Wien-Simmering, wo die Flugzeuge schon tief und mit ausgeklappten Fahrwerken den Flughafen Wien anfliegen, steht eine für die Stadtentwicklung wichtige Entscheidung auf der Kippe: Darf die U2 bis Seestadt verlängert werden? Im Konferenzraum der weitläufigen Hauptwerkstatt der Wiener Linien kämpfen in einer Verhandlung vor der Behörde die Wiener Linien verbissen um ihr Projekt gegen die Einwände von Umweltanwaltschaft und Anrainern. Im Ernst? Fast: Es ist eine dem wirklichen Rechtsleben nachempfundene Verhandlung – gleichsam der Kulminationspunkt im „Moot Court Umweltrecht“, in dem sich diesmal Studierende der Universitäten Wien, Graz, Salzburg und Innsbruck matchen.

Isabella Grill vom Salzburger Team (unterstützt von Niederhuber & Partner Rechtsanwälte, den Initiatoren des Moot) trägt als Vertreterin des Projektwerbers vor, wie das Vorhaben die Umwelt entlastet, die Baustelle die Anrainer schont. Auf kritische Rückfrage der Umweltanwaltschaft, gemimt vom Team aus Graz (Eisenberger & Herzog), müssen die „Wiener Linien“ einen kleinen Fehler rund um die vermeintlich neue Station Krieau einräumen. Verhandlungsleiter Kevin Szabo von der Uni Wien (Jarolim Flitsch Rechtsanwälte) eröffnet dann die eigentliche Verhandlung, und gleich kommt es zum nächsten Schlagabtausch: Wieso sich denn der Gutachter bei dem Wiener Projekt ausgerechnet auf die OÖ Bautechnik-Verordnung gestützt habe, fragt „Anrainer“ Moritz Schröcksnadel von der Uni Innsbruck (Greiter Pegger Kofler & Partner). Laura Grill räumt den Fauxpas ein, betont aber, dass er angesichts des gleichen relevanten Grenzwerts keine Rolle spiele.

Die „Behörde“ hat jetzt Zeit, einen Bescheid zu erlassen (im wirklichen Leben fährt die U2 bereits bis Seestadt). Dann bewerten Professoren der beteiligten Unis die mündlichen und schriftlichen Leistungen; die Abschlussveranstaltung des Moot („Die Presse“ ist Medienpartner) ist am 22. Juni.

 

Wettbewerb der Wettbewerbsbehörde

Bereits abgeschlossen ist ein Moot Court zum Kartellrecht, den die Bundeswettbewerbsbehörde zum dritten Mal gemeinsam mit der Rechtsanwaltskanzlei Dorda und der Studentenorganisation Elsa (European Law Students Association) an der WU veranstaltet hat. Den ersten Platz sicherte sich das Team Juridicum 1, bester Redner war Michael Otti (Team Universität Graz).

("Die Presse", Print-Ausgabe, 22.05.2017)

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