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Karl Zemanek: „Das Kruzifix-Urteil ist ein Blödsinn“

22.11.2009 | 18:14 |  BENEDIKT KOMMENDA (Die Presse)

Karl Zemanek, Doyen des Völkerrechts, im Gespräch mit der "Presse" über schlechte Aussichten für das internationale Recht, CO2-Ausstoß und den Gerichtshof für Menschenrechte.

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„Die Presse“: Eine Milliarde Menschen hungern, die Welt leidet unter einer Wirtschaftskrise, die durch Auswüchse im Finanzsystem entstanden ist. Muss ein Völkerrechtler nicht an den internationalen Mechanismen des Rechts zweifeln?

Karl Zemanek: Ich würde sagen: Ein Völkerrechtler, der da nicht zweifelt, hat ein gestörtes Verhältnis zur Realität. Die Frage ist nur: Kann man an dem etwas ändern?

 

Kann man?

Zemanek: Ich bin eher pessimistisch. Alles, und daran sind die Medien mitschuldig, was wir an Internationalem erleben, ist ausgesprochen euroimperialistisch. Wir denken europäisch. Unsere Werte müssen alle fressen. Nehmen Sie zum Beispiel die Afrikaner: Wenn diese Länder Erinnerungen an die Kolonialzeit haben, sind sie ausgesprochen insistent auf Souveränität. Dasselbe bei den Chinesen. Fokussierung auf die Souveränität heißt übersetzt: auf die eigenen Interessen. Bei uns in Europa haben wir durch die EU wenigstens Ansätze zu dem, was Thomas von Aquin das Bonum commune genannt hat: das Denken, wir wollen etwas tun, aber es soll im Allgemeininteresse sein. Aber in Lateinamerika, in vielen asiatischen Staaten und in Afrika haben Sie vielfach nur: Was ist gut für uns?

 

Erinnert an die Weltklimakonferenz.

Zemanek: Die weniger entwickelten Länder sagen: Ihr habt eure industrielle Entwicklung gehabt, dabei habt ihr furchtbar viel in die Atmosphäre geblasen, und das lastet jetzt als Hypothek auf uns. Jetzt kommt ihr und sagt: Wir dürfen das nicht, wir müssen gleich das machen, was ihr machen müsst. Aber wir wollen auch jene Periode. Was ist da bitte Bonum commune?

 

Das lässt wenig erhoffen für die Entwicklung des Völkerrechts.

Zemanek: Ich glaube nicht, dass man stärkere Fortschritte machen kann bei den gegenwärtigen völkerrechtlichen Utopien, etwa der Konstitutionalisierung der ganzen Welt. Ich sehe einfach die Mentalität nicht. Wir haben den Blick von Europa heraus. Wir haben die ewigen Werte entdeckt, nicht mehr religiös, sondern sekular. Aber sie gelten für jedermann. Nur: Die anderen sehen das nicht so.

 

Zuletzt etwa beim Besuch von US-Präsident Barack Obama in China.

Zemanek: Eine Verbesserung der Menschenrechtssituation in China ist ein westliches Anliegen. Betrachtet man, was westliche Menschenrechtsstandards im chinesischen Denken bedeuten – und zwar nicht in der Politik –, dann kommt eine Paraphrase heraus auf Brechts „Erst kommt das Fressen, dann die Moral“: Die Leute wollen zuerst soziale Sicherheit. Das, was uns so wichtig ist, Freiheit in allen Ausprägungen, ist dort nicht vorrangig. Oder: Schauen Sie sich einmal die afrikanische Menschenrechtscharta an. Darin gibt es Pflichten des Menschen gegenüber der Gemeinschaft. Können Sie sich das in der Europäischen Menschenrechtskonvention vorstellen? Das ist ein ganz anderes Denken.

 

Eine globale Einigung auf Menschenrechte ist also schwierig.

Zemanek: Man kann sich auf Überschriften einigen. Aber wenn man zu fragen beginnt, stellt man fest, dass die Leute infolge ihrer kulturellen Tradition darunter etwas wesentlich anderes verstehen als der, der in der europäischen Tradition nach der Aufklärung aufgewachsen ist. Nicht so sehr Freiheit vom Staat, sondern: Der Mensch hat auch Verpflichtungen gegenüber der Gemeinschaft. Das geht ja bei uns völlig unter. Bei uns geht es, unschön ausgedrückt, darum: Wenn ich den „Obezahrer“ spielen kann und möglichst viel heraushole, dann ist das richtig.

 

Was müsste geschehen, um weltweit den CO2-Ausstoß zu verringern?

Zemanek: Es müssten sowohl die Nordamerikaner als auch die Europäer Opfer bringen. Wir müssten Teile des gewohnten Lebensstils einschränken. Das wäre ein Punkt, bei dem eine American Leadership sehr wichtig wäre.

 

Wird Obama das schaffen?

Zemanek: Das ist die Frage. Bisher haben sich Amerikaner und Chinesen zur großen Freude der dänischen Gastgeberschaft darauf geeinigt, nichts zu tun. Denn das heißt es ja, wenn man in Kopenhagen nur eine politische Deklaration macht. Die wird wunderschöne Worte enthalten, und alle werden befriedigt nach Hause gehen. Und die armen Juristen, die nachher einen Vertrag daraus machen sollen, werden feststellen, dass der Konsens vielleicht doch nicht gar so weit reicht.

 

Bietet das Völkerrecht zeitgemäße Konzepte?

Zemanek: Für das Völkerrecht ist der Staat nach wie vor der Baustein der Ordnung. Aber den Staat, der diesem Konzept zugrunde liegt, den gibt es nicht mehr. Sie haben die Finanzkrise erwähnt. Die Staaten konnten nur reagieren. Sie sind nicht einmal in der Lage, einer besseren Ordnung der Derivatsgeschäfte näher zu kommen. Oder denken Sie an die Medien, das Internet. Staaten können versuchen, es zu sperren, aber diejenigen, die Umgehungen finden, sind viel schneller. Der Staat ist auf der ganzen Linie im Hintertreffen.

 

Er kann nur resignieren?

Zemanek: Sie erwarten von mir, dass ich sage: Die Welt wird morgen schöner. Nein, ich sehe es wirklich nicht. Es wird langsam an einzelnen Schrauben gedreht werden. Aber der Gedanke, wir könnten einen völlig neuen Entwurf oder eine neue Mentalität vorfinden, das glaube ich einfach nicht.

 

Keine Spur von Bonum commune.

Zemanek: Das sehe ich nur als Slogan, der am Sonntag angerufen wird, aber nicht als Lenkungsmittel praktischer Politik. Ich erinnere mich, als ich 1959 angefangen habe als Konsulent des Außenministeriums. Damals war Bruno Kreisky Außenminister. Ich bin zurückgekommen von meiner ersten Generalversammlung der Vereinten Nationen voll im Glauben an alles und habe gesagt, das ist ja furchtbar, wir haben dort Resolutionen zugestimmt, die könnten uns einmal auf den Kopf fallen. Daraufhin hat Kreisky gesagt: Glauben Sie, Herr Professor, dass das passiert? Hab ich gesagt: Herr Bundesminister, das weiß ich nicht – in ein paar Jahren, vielleicht in zehn. „Na“, hat Kreisky darauf gesagt, „da hoffe ich, ist die Opposition an der Macht, und denen wünsche ich das.“ Von Bonum commune keine Rede.

 

Das gilt auch heute noch?

Zemanek: Sie können mir doch nicht sagen, dass bei der Auswahl des EU-Kommissärs irgendwer an ein Bonum commune gedacht hätte – was könnte die Person, ob weiblich oder männlich, für Europa leisten? Es war nur die Frage, wer kann wem eins auswischen, wer kann wen ausmanövrieren.

 

Österreich hat den Vorsitz im Sicherheitsrat. Ist das eine Chance?

Zemanek: Als wir zum ersten Mal in den Sicherheitsrat gekommen sind, habe ich dem damaligen Außenminister Rudolf Kirchschläger einen Brief geschrieben. Ich habe gesagt, ich bin absolut dagegen, dass wir dafür kandidieren, denn ich habe das miterlebt: Bei allen kritischen Resolutionen enthalten wir uns der Stimme, weil wir es mit der Angst zu tun kriegen. Und dafür ist bitte kein Platz im Sicherheitsrat. Darauf hat mir Kirchschläger einen sehr lieben Brief zurückgeschrieben, in dem er gesagt hat, er werde das ändern. „Denn ich bin der Meinung, es ist für Österreich notwendig, unsere Binnenmentalität abzulegen. Uns für den Nabel der Welt zu halten, Europa für den Rest, und alles andere ist überhaupt nur das kleine Zehcherl. Wir müssen lernen, die Welt ist größer“, meinte Kirchschläger. Ich habe den Eindruck, das ist nicht wirklich gelungen. Aber ich habe das Argument verstanden und akzeptiert. In dem Sinn bedeutet die Mitgliedschaft im Sicherheitsrat, dass wir Kenntnis nehmen von Problemen, die dort abgehandelt werden. Aber der Einfluss eines nicht ständigen Mitglieds ist null. Die ständigen Mitglieder haben ihre Reservattreffen, und wenn die einig sind, können die anderen nur Ja sagen.

 

Österreich hat eine Resolution zum Schutz von Zivilisten durchgebracht.

Zemanek: Sie schützen nicht einen einzigen Zivilisten in einem internen bewaffneten Konflikt dadurch, dass der Sicherheitsrat eine Resolution beschließt. Der kann zehn Resolutionen beschließen. Glauben Sie, dass die Herren in Darfur sich dafür interessieren, was der Sicherheitsrat beschließt? Es geht eher darum, ein gutes Gefühl zu haben. Aber immerhin: Ein Erfolg für Österreich mag sein, dass es eine Zeitlang international etwas mehr wahrgenommen wird.


Sie sprachen von den Unterschieden zwischen den Kulturen. Nun sorgt selbst das Urteil des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte, wonach in Italiens Klassenzimmern keine Kruzifixe hängen dürfen, für große Irritationen.

Zemanek: Es gibt in Europa radikale Säkularisten, etwa in Spanien, Frankreich, Italien. Für die ist der Anblick einer Kutte das, was für den Stier das rote Tuch ist. Bei uns kann man ein Atheist sein, aber man wird nie ein derart rabiater Antiklerikaler sein. Das ist unter den Intellektuellen in diesen Ländern keine Seltenheit.

 

Was halten Sie von dem Urteil?

Zemanek: Die Vorstellung, man kann Religionsfreiheit auch verstehen als Abwesenheit von Religion, halte ich für absurd. Sie können ja nicht die Kirchen und Moscheen niederbrennen. Man könnte ja sagen, eine Moschee widerspricht meiner Religionsfreiheit, weil sie ein religiöses Symbol ist. Entschuldigen Sie, das ist ein Blödsinn. Auch Richter in ihrer kollektiven Weisheit sagen manchmal einen Blödsinn. Der Unterschied ist nur, dass man ihn etwas sanfter kritisieren muss. Ich halte es sachlich für eine falsche und rechtspolitisch für eine dumme Entscheidung. Sonst kommt der nächste und sagt, ich verlange, dass man von den Kirchtürmen die Kreuze herunternimmt. Wo hört das auf? Man kann alles zu Tode reiten.

ZUR PERSON

Karl Zemanek hat dieser Tage seinen 80. Geburtstag gefeiert. Am kommenden Freitag findet aus diesem Anlass ein Symposium an der Diplomatischen Akademie in Wien statt. Der emeritierte Professor an der Universität Wien ist der Doyen der österreichischen Völkerrechtslehre. Sein Ruf als Wissenschaftler reicht weit über die Grenzen Österreichs hinaus. Er verstand es stets auch, Theorie mit Praxis zu verbinden: Zemanek war jahrzehntelang der Berater des Außenministeriums. Außerdem leitete er erfolgreich zwei Kodifikationskonferenzen der UNO in Wien als Präsident: über die Staatennachfolge in Verträgen 1977/78 und über Verträge internationaler Organisationen 1986. Bekannte Zemaneks schätzen besonders seinen Humor und seine Hilfsbereitschaft.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 23.11.2009)

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62 Kommentare
0 1

Laizismus jetzt!

Zu Beginn des Artikels gibt Zemanek ja noch halbwegs brauchbare Meldungen ab, aber am Ende hat der wohl seine ideologischen Scheuklappen nicht abgelegt: "Man könnte ja sagen, eine Moschee widerspricht meiner Religionsfreiheit, weil sie ein religiöses Symbol ist." Dieser Vergleich hinkt gewaltig, weil eine Schule im Unterschied zu einer Kirche oder Moschee noch immer ein ÖFFENTLICHES Gebäude ist. Auch in Österreich würde ich mir wünschen, dass alle religiösen Symbole aus nichtreligiösem Umfeld verschwinden!

Antworten Gast: Gast
21.12.2009 13:12
0 0

Re: Laizismus jetzt!

Erst durch das Kruzifix wissen sie ob sie Atheist sind also dass abmachen macht Sie doch nicht zum Atheisten.

Wenn Sie es da sehn erst dann beginnen Sie fragen zu stellen.


Gast: MIRNIXDIRNIX
27.11.2009 14:15
0 0

Im Unterricht

Lernt man das nicht in der SCHULE :
"Weg mit Jesus oder weg mit Jesus "!?

1 0

ein kirchturm

gehört zu einer kirche, dort wird glauben vermittelt, kein mensch würde fordern das kreuz dort runterzunehmen

in einer schule ist das NICHT der fall. das ist kein christliches oder islamisches gebetshaus ganz einfach. versteht jeder depp.

aber sobald es um das thema glauben geht werden sonst durchaus intelligente menschen für einfache logische argumentation nicht mehr zugänglich.

ysengrimus
24.11.2009 17:50
2 0

Den Blick für das Wesentliche Zemanek nicht

Es besteht ein bedeutender Unterschied zwischen dem Recht auf Ausübung der Religion, wozu selbstverständlich auch gehört, dass es Häuser gibt, in denen Gottesdienste gefeiert werden.
Ich muss das Gebäude nicht betreten, wenn ich mich nicht mit religiösen Symbolen umgeben will. Auch das Kreuz auf dem Kirchturm ist mir egal. Dieses Kreuz weist das Gebäude, auf dem es sich befindet, als christliches aus. Ich weiß also sofort, worauf ich mich einlasse, wenn ich hineingehe. Anders verhält es sich mit christlichen Symbolen in Räumen wie Schulen und Ämtern.
Interessanterweise wären genau diejenigen, die das Kruzifix in den Schulen so vehement verteidigen, die ersten, die ihre Freiheit bedroht sehen, wenn in Klassenzimmern ein kommunistisches Symbol hängt. Dabei hätten sie sogar recht, denn politische Symbole haben genauso wenig in Klassenzimmern verloren wie Kruzifixe.
Es geht um das Ausmaß der unmittelbaren Konfrontation mit bestimmten Symbolen. Niemand darf dazu gezwungen werden, sich in Räumen mit religiösen Symbolen aufzuhalten. Das heißt aber nicht, dass es keine religiösen Gebäude geben darf, und auch nicht, dass sie nicht als solche erkennbar sein dürfen.
Es gibt also eine klare Trennlinie, die für den EGMR bei seiner Urteilsfindung wesentlich war, die allerdings politische GegnerInnen dieser Entscheidung nicht sehen wollen.

Gast: Franz Bydlinski I.
24.11.2009 13:01
0 3

Typischer Fehler

Wer von falschen Voraussetzungen ausgeht, der gelangt unweigerlich zu falschen Ergebnissen.

Dabei sollte Zemanek wissen, dass Zeitungsberichte in aller Regel zumindest teilweise unrichtig sind und diese nicht Grundlage einer Bewertung sein können.

Wenn er von Journalisten überfallen wird und sich vorher zu einer Sache nicht schlau gemacht hat und das Thema nur aus der Zeitung kennt, sollte er ganz einfach schweigen und nicht die primitivsten Fehler begehen.

Zumindest das sollte ein emeritierter Professer gelernt haben.

2 2

guter mann!

bravo - ein intellektueller beitrag mit augenmaß und blick fürs wesentliche, der nicht die augen vor der realität verschließt.
schön, dass es sowas heute noch gibt!
oder, besser: geben wird es solche klugen menschen schon genügend, es wird ihnen jedoch kein raum gegeben, sich zu äußern. Oder sie drängen sich eben nicht in den vordergrund wie andere wichtigtuer...

Gertrud
23.11.2009 18:51
1 2

Karl Zemanek: „Das Kruzifix-Urteil ist ein Blödsinn“

@Gast: Marco Polo!
Ich wollte - jetzt ganz unabhängig von meinem Vorposting - dasselbe zum gegenständlichen Artikel und zu diesem großartigen, weisen und mit einem so reichhaltigen Erfahrungsschatz ausgestatteten Menschen schreiben.
Daher, vielen Dank! Sie sprechen/schreiben:-) mir daher mit jedem Ihrer Worte sozusagen aus der Seele und ich hoffe, als Ihnen das auch für weitere Presseleser gelang.

Gertrud
23.11.2009 18:35
2 2

Karl Zemanek: „Das Kruzifix-Urteil ist ein Blödsinn“

@Gast: Christ
Ich sehe das genau wie Sie!
@Peregrin!
Einem wahren Christen kann auch keine noch so prioritäre Verordnung das Kreuz aus seinem Innersten reissen, da kann ich Sie beruhigen!

Peregrin
24.11.2009 09:17
2 1

Re: Karl Zemanek: „Das Kruzifix-Urteil ist ein Blödsinn“

Es sei Ihnen unbenommen, sich nach dem Martyrium zu sehnen, aber deshalb alle anderen Christen auch gleich dazu noetigen zu wollen, kommt ein bisschen selbstgerecht rueber.

naehich
23.11.2009 16:46
1 1

Absurd ...

ist die Vorstellung, dass Religion noch immer den Schutz des Staates und eine Sonderstellung geniesst. Absurd ist es Leuten wie Herrn Zemanek zuzuhoeren, wenn die glauben es waere zulaessig in einer Schule mit Symbolen des Aberglaubens und der Irrationalitaet belaestigt zu werden.
Radikal ist diese staatsverrordnete Zumutung, nicht der Wunsch, diese Zumutung endlich loszuwerden.

Antworten Gast: DerSkeptiker
24.11.2009 09:53
2 0

Re: Absurd ...

Sehr richtig!
Vor allem diese erbärmliche Huldigungs Zemaneks..wer ihn kennt, weiß, dass er Wasser predigt und Wein trinkt..mehr will ich nicht sagen...

0 0

Re: Absurd ...

wenn das christentum nicht wiedererstarkt (mit der vernunft rechne ich nicht mehr), wird die anwesenheit von christlichen symbolen in schulen das allerunwichtigste ihrer probleme sein.

Antworten Antworten Gast: Der Denker
24.11.2009 18:04
1 0

Re: Re: Absurd ...

Religion bzw. religiöser Glauben ist doch erst möglich, wenn man die Vernunft bei Seite läßt.

Das sollten Sie nicht übersehen.

naehich
23.11.2009 19:28
0 0

Was soll an der wiedererstarkung des Christentums "vernuenftig" sein?

Mit Vernunft hat Religion ja am allerwenigsten zu tun - im Gegenteil. Religion ist nur moeglich wenn man seine Vernunft ordentlich betaeubt oder ausschaltet. Es ist ja geradezu eine Tugend im Christentum an das Widersinnigste durch einen "starken Glauben" zu glauben.
Seine wir froh, wenn das ein Ende hat!
Natuerlich ist es jedem unbenommen, seine Vernunft auszuschalten und an das Maerchen seiner Wahl zu glauben ... auch wenn es bei der Indoktrination von Kindern schon gefaehrlicher wird. Aber wenn der Staat die Symbole der Unvernunft in Schulen aufhaengt wird es bizarr und eine Zumutung.

Gast: ökono-mist
23.11.2009 15:56
2 0

Ja, kruzitürk'n!


Wie der Vorposter schon sagt: Hier handelt es sich um PFLICHTSCHULUNTERRICHT!

Das kann man doch nicht mit einer ärgerlichen Handbewegung vom Richtertisch wischen, bloß weil es vielleicht mit dem eigenen (tradierten) Weltbild nicht kompatibel ist.

Das Abtragen von Kirchen und das Entfernen von Turmkreuzen zu verlangen - DAS wäre wahrlich ein Blödsinn - ein ähnlicher wie das "Ersetzen der Gipfelkreuze durch Halbmonde" (mehr sage ich dazu nicht, denn dafür ist der "Zeuge" Westenthaler zuständig...).

Apropos Gipfelkreuze: Am Wochenende ruinierte sich im ORF ein Tiroler Reservechristus medienwirksam das Kreuz, indem er ein riesiges Holzkreuz schulterte und auf einen steilen, felsigen Berg schleppte.

P. S.: DER Mann hat nun wirklich das Zeug zum härtesten Innenminister aller Zeiten...

Gast: christ
23.11.2009 15:27
1 0

Das Kreuz im Klassenzimmer

Wir müssen unterscheiden zwischen öffentlichen Räumen, die jemand gezwungenermassen betreten muss und privaten Räumen.
In privaten Räumen (Kirchen, Wohnungen etc) darf der Eigentümer sowieso tun, was er will.
In öffentlichen Räumen, die von vielen unterschiedlichen Menschen zwangsweise betreten werden müssen, können wir weder das Kreuz noch den Halbmond jemandem aufzwingen, hier gelten demokratische Grundsätze.

Komischerweise gehen gerade die Namenschristen und Organisationen hier auf die Barrikaden, jene, für die das Kreuz ein Vorwand ist, Milliardenwerte an Latifundien einzuhamstern und die diese Hamsterei als 'von Jesus Christus erlaubt' definieren.
Das Kreuz wird hier als ein altehrwürdiges Zeichen einer Kultur definiert, die einem lieb geworden ist, an die man gewohnt ist und die man nicht aufgeben will.
Es ist aber in Wirklichkeit das Zeichen für Macht, Geld und Einfluss.
Für wirkliche Christen, die sich von Herzen freuen, Christen zu sein, ist das Kreuz maximal Zeichen einer INNEREN Realität, aber NIEMALS Zeichen einer Kultur, Gewohnheit oder Brauchtum. Auf dieses Zeichen kann man in öffentlichen Räumen, da es ja sowieso nur ein ÄUSSERES Zeichen ist, gerne verzichten.

naehich
23.11.2009 19:35
0 0

Mir als Atheist ...

Ist es ja herzlich egal, welche Christen das Symbol Kreuz wie sehen. Ausser dass ich es nicht in einer oeffentlichen Schule den Kindern aufgezwungen sehen will.
Im Gegensatz zu einigen anderen Atheisten habe ich nichts gegen die persoenliche Verwendung von religioesen Symbolen auch in der Oeffentlichkeit oder in der Schule -- von mir aus sollen Kinder, Lehrer, Eltern sich mit sovielen Kreuzen behaengen wie sie wollen, Kopftiuecher oder Gebetsriemen oder Turbane tragen. Solange das keine Auswirkung auf Beruf, Lernen oder die Freiheit anderer hat ist das OK.
Dass aber Religionen als Vereine und deren Haeuptlinge staatlich garantierte Extrawuerste bekommen ist inakzeptabel.

2 0

Re: Das Kreuz im Klassenzimmer

es geht bei dieser diskussion nicht um das kreuz sondern um den wachsenden einfluss des islam. in dieser situation das christentum so zurückzudrängen hilft niemandem außer dem politischen islam. und ich persönlich würde lieber in einer jesuitendiktatur leben als in einem vom islam eroberten land - und sie vermutlich auch.

Peregrin
23.11.2009 16:49
0 0

Re: Das Kreuz im Klassenzimmer

Die fanatischen Feinde des Christentums, die die aeusseren Kreuze runterreissen wollen, wollen Ihnen auch Ihr "inneres Kreuz" rausreissen, haben Sie das noch nicht verstanden? Und ob Sie sich vorauseilend von der Kirche distanzieren oder nicht, ist denen voellig wurscht.

Steininger
23.11.2009 12:50
2 1

Dumme Entscheidung.

Der Mann war wirklich Professor? Kaum zu glauben.
Es besteht ja wohl ein Unterschied zwischen religiösen Symbolen in der Öffentlichkeit und jenen in Klassenzimmern - insbesondere angesichts der Anwesenheitspflicht der Schüler in diesen Klassenzimmern.
Wenn man diesen Unterschied nicht erkennt, dann kann man schwerlich vermuten daß die Person das kritisierte Urteil auch nur gelesen hat!!!
Und dann das "chinesische Denken" von weiter oben. (Kopfschüttel). NATÜRLICH gibt es eine Vorstellung von Menschenrechten in der chinesischen Philosophie. Jemand der sich mit der Materie beschäftigt ist klar im Vorteil.
Was ich hier sehe sind nur Vorurteile!

1 0

Da stehts in Französisch

"48. Pour la Cour, ces considérations conduisent à l’obligation pour l’Etat de s’abstenir d’imposer, même indirectement, des croyances, dans les lieux où les personnes sont dépendantes de lui ou encore dans les endroits où elles sont particulièrement vulnérables. La scolarisation des enfants représente un secteur particulièrement sensible car, dans ce cas, le pouvoir contraignant de l’Etat est imposé à des esprits qui manquent encore (selon le niveau de maturité de l’enfant) de la capacité critique permettant de prendre distance par rapport au message découlant d’un choix préférentiel manifesté par l’Etat en matière religieuse."

Übersetzt (Anfang): Für den Gerichtshof bedeuten diese Betrachtungen die Verpflichtung des Staats sich , auch indirekt, von Vorschriften zu enthalten die die Religionen betreffen an Orten, oder hinsichtlich von Personen, die von ihm (dem Staat) abhängig sind oder auch an Orten, an den Personen besonders verletzlich sind....

0 0

Re: Da stehts in Französisch

was spricht eigentlich dagegen die religiöse neutralität des staates in frage zu stellen ?

0 0

Re: Re: Da stehts in Französisch

Der Gleichheitsgrundsatz.

2 0

Re: Re: Re: Da stehts in Französisch

das verbotsgesetz steht im direkten widerspruch mit dem gleichheitsgrundsatz und auch den menschenrechten (... ungeachtet seiner politischen ... ansichten ...). ich sehe darin kein hindernis für ein einseitiges islamverbot sondern vielmehr einen auftrag. wenn wir aus der geschichte gelernt haben, dann muss es uns möglich sein, ideologische bedrohungen im VORHINEIN zu erkennen und unschädich zu machen.

Antworten Gast: Nichtjurist
23.11.2009 11:02
0 0

Re: Da stehts in Französisch

Warum bringt es kein einziger Zeitungsjournalist zusammen, dieses Kruzifix-Urteil zu trefflich mitzuteilen, wie Rudi Ratlos?
Weil sie nur von anderen abschreiben, die das Urteil auch nicht gelesen haben.

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