Lesben: Keine gemeinsame Obsorge

08.01.2012 | 19:07 |  Von Philipp Aichinger (Die Presse)

Eine Frau ließ sich im Ausland künstlich befruchten und wollte sodann gemeinsam mit ihrer Freundin in Österreich das Sorgerecht ausüben. Keine Chance, sagt der Oberste Gerichtshof.

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[Wien] Wenn der Oberste Gerichtshof zuletzt schon beim Thema Samenspende den Lesben entgegenkommen wollte, dann vielleicht auch beim Sorgerecht. Das dachten sich zwei homosexuelle Frauen, die den Weg bis zum Höchstgericht beschritten. Eine der beiden Österreicherinnen hatte sich in Dänemark mit dem Samen eines anonymen Spenders befruchten lassen. Zurück in Österreich wollte die junge Mutter die Fürsorge für das Baby mit ihrer Freundin teilen. Das Paar beantragte das gemeinsame Sorgerecht.

Das erstinstanzliche Bezirksgericht Wien-Donaustadt weigerte sich aber, dieses Vorhaben zu genehmigen. Die gemeinsame Obsorge könne nämlich nur den leiblichen Eltern eingeräumt werden, nicht aber Stiefeltern. Diese dürften erst dann als Vormund eingesetzt werden, wenn der leibliche Elternteil die Berechtigung dazu verliert. Hier aber habe die Mutter des unehelich geborenen Kindes das Sorgerecht inne. Dazu kommt, dass ein gemeinsames Sorgerecht im Gesetz selbst dann nicht vorgesehen ist, wenn Personen eine Eingetragene Partnerschaft begründet haben. Diese Regel müsse dann auch für Homosexuelle gelten, die ihre Beziehung in einer „nicht institutionellen Lebensgemeinschaft“ führen. Das Wiener Landesgericht für Zivilrechtssachen bestätigte das Urteil. Es sei ausgeschlossen, dass einem sogenannten Pflegeelternteil gemeinsam mit dem leiblichen Elternteil das Sorgerecht für das Kind eingeräumt werde. Selbst bei Eheleuten (Mann und Frau) sei eine derartige Regelung nicht vorgesehen, wenn einer der Partner ein Kind aus einer früheren Beziehung einbringt. Daher könne diese Regel auch für Homosexuelle ihre Wirkung entfalten, ohne dass diese diskriminiert wären. Der Rekurs an den Obersten Gerichtshof (OGH) sei aber zulässig, weil es zu dieser Rechtsfrage bisher nur ein einziges höchstgerichtliches Urteil gebe und die Gesetze seither mehrfach novelliert worden seien.

So wurden die Verpflichtungen gegenüber Stiefkindern verschärft. Seit 2010 gilt etwa, dass man alles tun muss, um das Wohl von Kindern zu schützen, die mit einem im selben Haushalt wohnen. Dies gilt somit auch für bloße Lebensgefährten des leiblichen Elternteils. Zudem erinnerten die Lesben ausdrücklich daran, dass  der OGH beim Verfassungsgerichtshof (VfGH) beantragt hatte, das geltende Verbot der Samenspende für Lesben in Österreich zu kippen. Das Verbot verstößt laut OGH gegen das Recht auf Familienleben.
Die Entscheidung des VfGH steht zwar noch aus, aber wenn der OGH schon meine, dass die Fortpflanzungsmedizin Lesben offenstehen müsse,  dann müsse er konsequenterweise auch für die gemeinsame Obsorge für das Kind sein, argumentierten die Frauen. Irrtum, meinten die Höchstrichter, das seien rechtlich betrachtet zwei Paar Schuhe. Selbst wenn sich die Frau erst nach Absprache mit ihrer Freundin befruchten haben lassen sollte, würde dies an den geltenden Regeln zum Sorgerecht nichts ändern.

Verbot menschenrechtskonform

Auch aus den vergangenen Novellen im Familienrecht könnten die beiden Frauen nichts gewinnen. Der Gesetzgeber habe nämlich trotz aller Neuerungen selbst bei Eheleuten bewusst keine gemeinsame Obsorge vorgesehen, wenn einer der Partner das Kind in die Ehe miteingebracht hat. Für Homosexuelle finde sich im Gesetz über die Eingetragene Partnerschaft zudem noch ein klares Verbot, das Kind des Partners zu adoptieren. Diese Regelungen würden auch nicht der Europäischen Menschenrechtskonvention (EMRK) widersprechen. Es gebe kein Recht darauf, die Obsorge für ein Kind zu erlangen, das nicht von einem selbst stamme, betonte der OGH (7 Ob 124/11b).
Bei der Samenspende hingegen hatte der OGH mit Verweis auf die EMRK eine Aufhebung des Verbots für Lesben beim VfGH beantragt. Der VfGH, der als einziges Gericht Gesetze aufheben kann, ist aber bei seinem Urteil nicht an die Erwägungen des OGH gebunden.

Auf einen Blick
Die Novellen im Familienrecht ändern nichts daran, dass Lesben kein gemeinsames Sorgerecht über ein Kind erlangen können, das eine der Frauen auf die Welt gebracht hat. Das entschied der Oberste Gerichtshof (OGH). Die Regelung diskriminiere Homosexuelle nicht und verstoße nicht gegen die Menschenrechtskonvention. Die Lesben hatten auch deswegen auf Unterstützung des OGH gehofft, weil dieser zuletzt die Samenspende für Lesben in Österreich erlauben wollte (das letzte Wort liegt hier beim Verfassungsgerichtshof). Samenspende und Sorgerecht seien aber unterschiedlich zu beurteilen, so der OGH.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 09.01.2012)

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67 Kommentare
 
12
Gast: rolemodel
11.01.2012 11:27
4 3

eine reine Anmassung

Wenn man sich viele Kommentare hier so durchliest, wundert es mich nicht mehr, dass die rechten Parteien in Österreich einen solchen Zulauf haben!

Wenn sie ein Heteropaar - also der "normale" Klassiker - Mann-Frau - sind, und sie haben ein Kind - dann schert es mich sowas von überhaupt nicht, wie sie ihr Familienleben gestalten, solange sie ihrem Kind keine Gewalt antun! Es schert mich nicht, ob sie sich scheiden lassen, ob der leibliche Vater aus dem Leben des Kindes verschwindet, ob die Mutter einen neuen Typen heiratet und der das Kind grosszieht, oder ob die Mutter es alleine macht, vielleicht gemeinsam mit der Oma, Schwester, etc. Es schert mich auch nicht, wenn die Mutter nach der Trennung mit einer Frau zusammenlebt und diese beiden das Kind grossziehen.
Solange das Kind in all diesen möglichen Konstellationen geliebt und gefördert wird, ist mir das alles völlig egal und ich würde mir NIEMALS ANMASSEN, über diese Familien zu URTEILEN und ihnen die Fähigkeit ein Kind zu lieben, fördern und grosszuziehen ABZUSPRECHEN!

Was viele Poster hier tun, ist eine reine Anmassung, basierend auf ihrem persönlichen Weltbild und ihrem Glaubensbild.

Antworten Gast: avid
11.01.2012 17:08
0 3

Re: eine reine Anmassung

"ich würde mir NIEMALS ANMASSEN, über diese Familien zu URTEILEN und ihnen die Fähigkeit ein Kind zu lieben, fördern und grosszuziehen ABZUSPRECHEN!"

Sie vielleicht nicht - aber z.b. bei Sorgerechtsverfahren oder auch bei Adoptionen muss der Staat sich sachlich damit auseinandersetzen ob Kinder in diesen Familien gut aufgehoben sind, und zwar nicht nur ob "sie ihrem Kind keine Gewalt antun" sondern ob die bestmögliche Lebensbedingungen gewährleistet sind.

Kinder sind nicht nur Privatsache.
Und kein Eigentum. Insbesondere bei nicht leiblichen Kindern hat der Staat ein Wörtchen mitzureden, und vor gesetzlichen Änderungen betreffend neuen Unterbringungsformen für solche Kinder müsste selbstverständlich sicherstellt sein, dass sie UND zukünftige betroffene Kinder hinsichtlich aller ihrer in Frage kommenden Interessen (Kindeswohl/ rechtlich/ menschenrechtlich) danach mindestens genauso gut gestellt sind wie vor der Änderung.

Dies wäre beispielsweise im Falle des Aufwachsens von Kindern von Geburt an ohne Mutter dafür mit zwei Vätern sachlich nicht möglich, da es dazu keine repräsentative Langzeitstudie gibt die zeigt, dass solche Kinder sich gemäss ihrem Potenzial bestmöglich entwickeln.

Antworten Antworten Gast: rolemodel
12.01.2012 23:23
2 1

Re: Re: eine reine Anmassung

ad Studien: natürlich gibt es diese! Hier nur eine von vielen - sogar im Auftrag des deutschen Bundesjustizministeriums:

http://www.lsvd.de/fileadmin/pics/Dokumente/Adoption/LSVD_Essentiels-BMJ-Studie.pdf
" target="_blank">http://www.lsvd.de/fileadmin/pics/Dokumente/Adoption/LSVD_Essentiels-BMJ-Studie.pdf


und hier ein artikel in der ZEIT:
http://www.zeit.de/online/2009/31/regenbogen-familie
" target="_blank">http://www.zeit.de/online/2009/31/regenbogen-familie


googlen sie "Studie Regenbogenfamilie" und recherchieren Sie ein wenig, dann würden sie hoffentlich nicht mehr zu solchen Aussagen kommen.

Und recherchieren sie ein wenig weiter: die Stadt Wien gibt schon seit Jahrzehnten Pfegekinder an gleichgeschlechtliche Paare - sogar an Männerpaare (ja hösass!) - und recherchieren sie mal ein wenig, wie die Behörden das Gedeihen dieser Pflegekinder bewerten ! Sie werden überrascht sein!

Und, Regenbogenfamilien gibt es, sie leben mitten unter uns, und sie haben glückliche Kinder! Ob der österreichische Staat sie nun beim gemeinsamen Sorgerecht diskriminiert oder nicht, das stört das (wunderbare) Familienleben der Rees gibt Regenbogenfamilien nicht - es fehlt halt nur die rechtliche Anerkennung.

Antworten Antworten Antworten Gast: avid
13.01.2012 19:04
1 1

Re: Re: Re: eine reine Anmassung

Die Situation von 'Regenbogenkinder' ist in den wenigsten Fällen so wie die des im Artikel beschriebenen Kindes der zwei Frauen - nämlich von Geburt an gänzlich ohne eigenen Vater, dafür zwei Mütter.

Wie ich geschrieben habe: Es gibt keine einzige repräsentative Langzeitstudie die zeigt, dass Kinder, die von Geburt an mit 2 Vätern/ ohne Mutter aufwachsen, sich genau so gut entwickeln wie mit heterosexuelle Eltern.

Pflegekinder an homosexuelle Paare zu vergeben wäre insbesondere dann bedenklich, wenn dies von Geburt an oder sonst über einen längeren Zeitraum geschieht. Sollte dies in Wien der Fall sein - dem Jahresbericht des Ref. f. Adoptiv- u. Pflegekinder konnte ich dies nicht entnehmen - dann hiesse dies, dass die wiener Behörden bereit sind ohne sachliche Entscheidungsgrudlage die Prioritäten weg von der Berücksichtigung der Kindesinteressen hin zu den Bedürfnissen Erwachsener zu verschieben! Das wäre äusserst bedenklich.

(Zur Studie habe ich separat gepostet)

Antworten Antworten Antworten Antworten Gast: rolemodel
14.01.2012 13:56
1 0

Re: Re: Re: Re: eine reine Anmassung

Ich freue mich, dass sie sich die Zeit genommen haben, die zitierte Studie genauer anzusehen!
Jedoch verstehe ich nicht, warum sie sich jetzt genau wieder den einen Punkt rausholen, mit dem sie persönlich offensichtlich ein grossen Problem haben - dass zwei Männer ein Kind aufziehen.
Es stimmt, in der zitierten Studie wurden nur wenig Männerpaare mit Kind interviewt, aber das liegt natürlich daran, dass es nicht so viele gibt (männer bekommen einfach schwerer ein Baby..).
Der Artikel in der online presse zu dem wir so intensiv posten, handelt aber von zwei Frauen, die sich gemeinsam für ein Kind entschieden haben und es durch Insemination bekommen haben (es gibt also keinen leiblichen Vater..)...
insofern kann ich nicht nachvollziehen, warum ihr argumentationsschwerpunkt jetzt bei mann-mann-kind konstellationen liegt...

und ad Pfegekinder - diese bleiben im Normalfall bei den Pflegeltern - ihr Leben lang. Auch bei den gleichgeschlechtlichen Eltern...

Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Gast: avid
14.01.2012 22:54
0 1

Re: Re: Re: Re: Re: eine reine Anmassung

Der Artikel berührt halt das Thema rechtliche Besserstellung/ Absicherung für gleichgeschlechtliche Paare mit Kind an sich. Und die Forderungen der Befürworter unterscheiden nicht zwischen 2Mütter+Kind und 2Väter+Kind und insbesondere hinsichtlich Kindesadoption heisst das Ziel völlige 'Gleichstellung'. Gerade im Falle 2Väter+Säugling kann man aber gut aufzeigen wie undurchdacht und wie unzureichend hinsichtlich einer sachlichen Berücksichtigung der Kindesinteressen diese Forderungen insgesamt sind. (Die Studie hat mMn auch in Bezug auf 2M+Säugl./ ohne V unzureichend aussagekraft)
Es reicht ein Blick in die KRK z.b. Art.3, (engl. Orig.: "best interests of the child") , wenn es einem am Gefühl für die richtige Prioritäten fehlt, um zu erkennen, dass zuerst alle Konsequenzen für das Kind abzuklären wären. Trotzdem spricht man nur von Diskriminierung und Benachteilung erwachsener Homosexueller und man drängt mit solchen Argumenten auf Umsetzung der 'Gleichstellung' - ja sogar psychisches leiden wegen Nicht-Erfüllung ihrer Kinderwünsche wird ins treffen geführt obwohl diese Fragen alle keinen Vorrang haben.

Antworten Antworten Antworten Gast: avid
13.01.2012 18:52
0 0

Re: Re: Re: eine reine Anmassung

Die Wissenschaft tut sich schwer die Persönlichkeitsentwicklung eines Menschen vom Säugling bis zum selbständigen jungen Erwachsenen umfassend zu beleuchten und insbesondere in Bezug auf Menschen die bei homosexuellen Paaren aber ohne den Elterteil des anderen Geschlechtes aufwachsen steckt sie in den Kinderschuhen. Zu diesem Thema gibt es unter Fachleuten wenig Konsens.

Die Studie:
- hier der Link zur Originalzusammenfassung:

http://www.bmj.de/SharedDocs/Downloads/DE/pdfs/Forschungsbericht_Die_Lebenssituation_von_Kindern_in_gleichgeschlechtlichen_Lebenspartnerschaften.pdf?__blob=publicationFile

Aus Platzmangel nur 2 Bemerkungen:

1. Max. 7 Kinder mit 2 Väter nahmen teil an der massgeblichen kinderpsychologischen Teilstudie (ab Seite 304) Aber vermutlich >3 der 7 waren bereits von einem heterosexuellen Haushalt geprägt od. pflegten Kontakt zur leiblichen Mutter! Also, Aussagekraft in Bezug auf Kinder vom Säuglingsalter an bei 2 Vätern/ ohne Mutter = 0.

2. Die Studie beruht massgeblich einerseits auf elterlichen Selbsteinschätzungen der Lebenssituationen der eigenen Kinder und anderseits auch - nämlich im Rahmen der psychologischen Teilstudie - auf telefonisch (!!) eingeholten Selbsteinschätzungen teils minderjähriger Kinder (ab 10) zu ihren Befindlichkeiten und ihrer Beziehungssituation. Das ist nicht seriös - so bekommt man kein zuverlässiges Datenmaterial.

Empfehlung: Wenn Sie eine Studie zitieren, lesen Sie sie vorher.

Antworten Antworten Antworten Gast: avid
13.01.2012 18:42
0 0

Re: Re: Re: eine reine Anmassung

Die Wissenschaft tut sich schwer die Persönlichkeitsentwicklung eines Menschen vom Säugling bis zum selbständigen jungen Erwachsenen umfassend zu beleuchten und insbesondere in Bezug auf Menschen die bei homosexuellen Paaren aber ohne den Elterteil des anderen Geschlechtes aufwachsen steckt sie in den Kinderschuhen. Zu diesem Thema gibt es unter Fachleuten wenig Konsens.

Die Studie:
- hier der Link zur Originalzusammenfassung:

http://www.bmj.de/SharedDocs/Downloads/DE/pdfs/Forschungsbericht_Die_Lebenssituation_von_Kindern_in_gleichgeschlechtlichen_Lebenspartnerschaften.pdf?__blob=publicationFile

Aus Platzmangel nur 2 Bemerkungen:

1. Max. 7 Kinder mit 2 Väter nahmen teil an der massgeblichen kinderpsychologischen Teilstudie (ab Seite 304) Aber vermutlich >3 der 7 waren bereits von einem heterosexuellen Haushalt geprägt od. pflegten Kontakt zur leiblichen Mutter! Also, Aussagekraft in Bezug auf Kinder vom Säuglingsalter an bei 2 Vätern/ ohne Mutter = 0.

2. Die Studie beruht massgeblich einerseits auf elterlichen Selbsteinschätzungen der Lebenssituationen der eigenen Kinder und anderseits auch - nämlich im Rahmen der psychologischen Teilstudie - auf telefonisch (!!) eingeholten Selbsteinschätzungen teils minderjähriger Kinder (ab 10) zu ihren Befindlichkeiten und ihrer Beziehungssituation. Das ist nicht seriös - so bekommt man kein zuverlässiges Datenmaterial.

Empfehlung: Wenn Sie eine Studie zitieren, lesen Sie sie vorher.

Antworten Antworten Gast: Schulrätin
11.01.2012 17:49
1 2

Re: eine reine Anmassung ....

ich finde hier eine Anmassung = Anhäufung von Plattheiten. Etwas Anderes ist die Anmaßung, sich über die weise und durchdachte Schöpfung mit allerlei Perversitäten hinwegzusetzen. Aber wir haben auf unserem Erdenrund keine anderen Sorgen.

Antworten Antworten Antworten Gast: wagemutig
12.01.2012 23:29
2 1

Re: Re: eine reine Anmassung ....

was ist denn genau das perverse, dass sie in dieser geschichte sehen?
die vorstellung, dass sich zwei Frauen lieben?
die vorstellung, dass ein Kind von zwei Frauen grossgezogen wird...?
was anderes..?
also ich sehe hier nichts perverses..pervers ist für mich etwas anderes..

Re: eine reine Anmassung

Sie haben das absolut richtig erkannt!

Gast: avid
10.01.2012 13:31
0 1

Ich denke der OGH kann nicht anders und...

...der Gestzgeber kann nicht nur an die Situation in einem Fall wie diesen denken (wo ein Paar versucht hat Tatsachen in seinem Sinne zu schaffen) sondern muss auch an alle zukünftige Kinder denken. Es liegt jedenfalls nicht im Interesse zukünftiger Kinder eine Rechtslage zu implementieren die dazu motiviert Kindern vorsätzlich schon ab Geburt entweder die intime und einmalig vertrauensvolle familiäre Beziehung zu einer Frau als Hauptbezugsperson oder die zu einem Mann als Hauptbezugsperson nicht zu ermöglichen.

Ich glaube es ist gut, wenn ein Kind schon ab Säuglings-Alter lernen und erleben darf, dass auf Mann wie auch auf Frau 100% verlass sein kann.

Und, da ein Säugling hauptsächlich die Wahrnehmungen seiner Hauptbezugspersonen als reale Welt "erkennt" und sich nur mit geringerer Intensität und temporär mit der sonstigen Umgebung beschäftigen will / kann, bieten ihm eine Mutter und ein Vater durch ihre Unterschiedlichkeit eine deutlich höhere Vielfalt an Sinneseindrücken die für seine Gehirnentwicklung sicherlich von Bedeutung ist (z.b. Männerstimme/Frauenstimme - die meisten Eltern singen für ihre Babys! oder geschlechtsspezifische Gesichtsmerkmale usw.) -dem Kind macht es ganz einfach besonders grosse Freude, wenn er sich in seinem anfänglichen Bewusstwerdeungsprozess mit soviel Vielfalt beschäftigen kann!

Einem Kind von Geburt an - und noch dazu als Dauerlösung gedacht - entweder eine Mutter oder einen Vater vorsätzlich vorzuenthalten damit einem selber ein eigenes Kind nicht vorenthalten wird finde ich ehrlich gesagt verwerflich. Hier denkt man zu sehr an sich selber und nicht an das unschuldige Kind und seinen Bedürfnissen.

Re: Ich denke der OGH kann nicht anders und...

Das Problem dabei ist aber, dass es in diesem Fall eben keinen Vater gibt. Ich kann mir nicht vorstellen, dass der Samenspender Interesse daran hätte, die Bezugsperson für dieses Kind zu sein.

Ich vermute aber, dass es in dieser Familie sehr wohl auch Männer gibt - Großväter beispielsweise.

Außerdem: was ist denn mit jenen Familien, in denen der Vater stirbt oder die Familie verlassen hat und keinen Kontakt zum Kind hat? Oder wenn das Kind beim Vater aufwächst, weil die Mutter entweder gestorben oder gegangen ist? Solche Dinge kommen eben vor!

Wichtig ist, dass das Kind das Gefühl hat, von seinen Bezugspersonen, die es eben hat, geliebt zu werden. Und das ist völlig geschlechtsunabhängig.

Antworten Gast: spartan
11.01.2012 10:55
1 0

Re: Ich denke der OGH kann nicht anders und...

ich habe schon lange nicht mehr einen solchen Schwachsinn gelesen..!

Antworten Antworten Gast: avid
11.01.2012 12:32
0 0

Re: Re: Ich denke der OGH kann nicht anders und...

Wollen Sie Ihre Ansicht vielleicht sachlich begründen?
Haben Sie Erfahrung mit Kindern?

Ich schon (Unterricht, Betreuung) und das Thema habe ich recherchiert, aber Sie wissen vielleicht etwas was ich nicht weiss.

Wenn Sie also Ihre Meinung zum Thema nachvollziehbar erklären würden, könnte ich darauf antworten.

Antworten Gast: avid
10.01.2012 15:00
0 0

Re: Ich denke der OGH kann nicht anders und...

P.S. Meine teilweise nicht sehr gute Formulierungen auf Deutsch bitte entschuldigen! Im zweiten Absatz soll es 'Säuglingsalter' und statt Mann - 'eine männliche Bezugsperson' und statt Frau - 'eine weibleiche Bezugsperson' heissen.

2 1

Was ein Sorgerecht wert

ist,wissen die meisten geschiedenen Väter, also
was soll das ? Sollen die Kinder in solchen
Verbindungen ,die zu der 2.Person überhaupt
keine Beziehung haben,hin-und hergerissen werden ?

ja ist denn der ausdruck "lesbe" überhaupt politisch korrekt?


Re: ja ist denn der ausdruck "lesbe" überhaupt politisch korrekt?

Ja, weil sich Lesben selbst Lesben nennen.

Re: ja ist denn der ausdruck "lesbe" überhaupt politisch korrekt?

"Anders orientierter Töchtersohn" wäre passend.

Gast: Horsti
09.01.2012 20:49
6 1

Richtig so

Warum sollte die Freundin der Mutter ein Sorgerecht bekommen, wenn nicht einmal die leiblichen Väter in Österreich dieses erhalten?

Re: Richtig so

Nur weil das eine unrecht ist, ist das andere noch lange nicht gerechtfertigt!

Antworten Gast: sailorman
11.01.2012 10:59
2 0

Re: Richtig so

Das gilt es ja auch zu ändern! Dass der leibliche Vater - sofern er mit Mutter und Kind zusammenlebt - das Sorgerecht nicht automatisch bekommt, ist nicht in Ordnung!
Aber genauso wie hier in dem Fall, sollten die beiden wichtigsten Bezugspersonen des Kindes das gemeinsame Sorgerecht bekommen - was ist denn, wenn einer der beiden stirbt..? dass muss der andere Partner vor Gericht für das Sorgerecht für das Kind kämpfen, das sowieso von dieser Person grossgezogen wurde...

Re: Re: Richtig so

Sehe ich genauso.

leider..

Da kann das Gericht nichts dafür wenn der Gesetzgeber nicht tätig wird.

Gast: Kanalratte
09.01.2012 11:26
1 4

Verstehe ich nicht!

Warum haben die zwei Frauen kein Kind adoptiert? Ist es ihnen nicht gestattet oder wollte wenigstens eine der beiden Lesben ihre Gene weitergeben?
Ich sehe nicht ein warum homosxuelle Paare auf künstlichem Weg noch mehr Kinder in diese Welt setzen anstatt sich um ein Kind zu kümmern welches schon hier ist und keine Eltern hat!

 
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