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Die Republik könnte Geld von Grasser fordern

08.02.2012 | 18:19 |  PHILIPP AICHINGER (Die Presse)

Wenn sich der Verdacht gegen den Ex-Finanzminister erhärten sollte, wäre der Staat sogar verpflichtet, Grasser zivilrechtlich zu belangen. Die Justiz hegt einen "starken Korruptionsverdacht".

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Wien. Neben den strafrechtlichen Ermittlungen droht Karl-Heinz Grasser auch zivilrechtlich Ungemach. Die CA Immo, die beim Bieterverfahren rund um die Privatisierung der Buwog unterlegen war, will sich als Privatbeteiligte an ein Strafverfahren anhängen. Konkret fordert die CA Immo vom Ex-Finanzminister 200 Millionen Euro an Schadenersatz. Den Zuschlag für den im Jahr 2004 erfolgten Verkauf hat nämlich Konkurrent Immofinanz erhalten. Und dieser, so der Verdacht, soll sein Angebot erhöht haben, nachdem ihm über Umwege aus dem Finanzministerium berichtet worden war, wie viel andere Anwärter geboten hatten. An Grasser-Vertraute soll eine Zehn-Millionen-Euro-Provision geflossen sein.

Aber auch die Republik könnte geschädigt worden sein. Schließlich hätte das siegreiche Unternehmen möglicherweise (von Anfang an) ein noch höheres Angebot gemacht, wenn es keinen Zugang zu Insider-Informationen gehabt hätte. Sollte also auch der Staat Grasser zivilrechtlich belangen? Dazu könnte die Republik sogar „verpflichtet sein“, sagte Verfassungsjurist Theo Öhlinger zur „Presse“. Eine zivilrechtliche Klage wäre nötig, sobald die Chancen der Republik auf einen Prozessgewinn „einigermaßen positiv“ stünden. Noch gebe es diese Verpflichtung aber nicht, zumal selbst der Staatsanwalt noch nicht weiß, ob er Grasser strafrechtlich zur Verantwortung ziehen kann.

Der Chef der Strafrechtssektion im Justizministerium, Christian Pilnacek, sprach in der „ZiB 2“ aber von einem „großen, starken Verdacht in Richtung korruptiven Verhaltens“ gegenüber Grasser. Der Verdacht sei jedenfalls so groß, dass auch tiefgreifende Grundrechtseingriffe gerechtfertigt seien. Der Ex-Finanzminister ist abgehört worden, zudem wurden Kontoöffnungen angeordnet. Dabei gilt es zu klären, ob Teile der Buwog-Provision über Umwege an Grasser geflossen sind. Die vor Kurzem bekannt gewordenen Äußerungen von Grassers Schwiegermutter seien nur eine „Feinheit“ im Ermittlungsverfahren, sagte Pilnacek.

Grasser bleibt bei seiner Verteidigungslinie

Die Schwiegermutter hat im Rahmen eines Steuerverfahrens erklärt, dass sie nie wirtschaftlich Berechtigte eines Kontos gewesen sei, über das Grasser den Kauf von Genussscheinen im Wert von 500.000 Euro der Kärntner Hypo-Alpe-Adria-Bank abwickelte. Das brachte einen Gewinn in der Höhe von 274.588 Euro. Grasser hat gegenüber der Justiz stets betont, das Geld nur für die Schwiegermutter angelegt zu haben. Der Ex-Finanzminister ortet aber keinen Widerspruch in den Aussagen: Er habe nämlich nur das Geld von der Schwiegermutter erhalten. Die konkrete Veranlagung habe aber er, Grasser, ohne Zutun der Schwiegermutter übernommen. Da die Schwiegermutter also nie wirtschaftlich Berechtigte war, habe sie das Geld nie in die Steuererklärung aufgenommen. Was die Strafermittlungen gegen Grasser betrifft, entschlug sich die Schwiegermutter als Angehörige der Aussage.

Schwer belastet wird Grasser aber auch durch Polizeidossiers, über die der „Falter“ berichtete. Auf drei Konten wollen die Ermittler demnach Bestechungsgeld gefunden haben (eines davon ist das, auf dem Grasser nach eigenen Angaben nur Geld der Schwiegermutter vermehrte). Ganz grundsätzlich habe Grasser die Widersprüche, die sich aus den bisherigen Kontoöffnungen, Treuhandunterlagen und Verhören ergeben haben, nicht aufklären können, heißt es in den Dossiers. Grassers Aussagen seien „großteils realitätsfremd“.

Karl-Heinz Grasser selbst wies im ORF-„Report“ jegliche Vorwürfe zurück: „Ich bin unschuldig, ich habe nichts gemacht, ich möchte Gerechtigkeit und die Einstellung dieser Verfahren.“

Grasser: Vom Autohändler zum Steuersparer

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("Die Presse", Print-Ausgabe, 09.02.2012)

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43 Kommentare
 
1 2
rrrn
11.02.2012 09:01
0 0

Zahlen

Wenn alle, die die momentane Wirtschaftskrise verursacht haben, zur Verantwortung gezogen wuerden, braeuchten wir kein Sparpaket (und koennte man noch jedem eine goldene Uhr und einen Hubschrauber schenken).
Warum wehren sich die Leute nicht, sprich andere Parteien (zB KPOe: "wir zahlen nicht fuer Eure Krise") waehlen?

troootzi
10.02.2012 23:07
0 0

Warum werden bereits frei gegebene - konstruktiv -kritische Postings wieder gelöscht?

Warum nur, warum?

http://so-for-humanity.com2000.at


Antworten troootzi
10.02.2012 23:14
0 0

Re: Warum werden bereits frei gegebene - konstruktiv -kritische Postings wieder gelöscht?

SFH-4767 Die Republik könnte Geld von Grasser fordern, 08.02.2012 | 18:19 | PHILIPP AICHINGER (Die Presse), Posting Dr. Lederbauer vom 10.2.2012 19.00 Uhr

http://so-for-humanity.com2000.at


Gast: megatron
10.02.2012 20:43
0 0

was heisst

hier "könnte ",darum wollen wir energisch gebeten haben.

Gast: illy.café
10.02.2012 16:59
0 0

ER LÜGT DOCH

DAS IST MEIN GELD !!!

Gast: wütender Wähler
10.02.2012 11:27
1 1

JA, Grasser soll nur zahlen. Und der verdammte Schüssel, dieser Lügner und Betrüger auch!

Die ganze Betrügerei unter diesem Schüssel, dem miserabelsten Kanzler der 2. Rep. gehört auf die Anklagebank.

blauwal
09.02.2012 11:54
2 0

ja

ja bin absolut dafür, aber bitte auch bei allen anderen regreßforderungen stellen, bei allen parteien !

Gast: Steuerflucht und schwarzes Geld
09.02.2012 11:50
1 0

Er habe nämlich nur das Geld von der Schwiegermutter erhalten. Die konkrete Veranlagung habe aber er, Grasser, ohne Zutun der Schwiegermutter übernommen. Da die Schwiegermutter also nie wirtschaftlich Berechtigte war, habe sie das Geld nie in die Steuererklärung aufgenommen.

Bei uns geht's zu wie in Griechenland.

Antworten Gast: Frage :
10.02.2012 11:29
1 0

Re: Er habe nämlich nur das Geld von der Schwiegermutter erhalten. Die konkrete Veranlagung habe aber er, Grasser, ohne Zutun der Schwiegermutter übernommen. Da die Schwiegermutter also nie wirtschaftlich Berechtigte war, habe sie das Geld nie in die Steuererklärung aufgenommen.



Und wo hat es diese Schwiegermutter gestohlen????

Antworten ambrosius
09.02.2012 19:29
1 0

Re: Er habe nämlich nur das Geld von der Schwiegermutter erhalten. Die konkrete Veranlagung habe aber er, Grasser, ohne Zutun der Schwiegermutter übernommen. Da die Schwiegermutter also nie wirtschaftlich Berechtigte war, habe sie das Geld nie in die Steuererklärung aufgenommen.

Was hat KH seiner Schwiegermutter angetan, dass sie die Übergabe des Geldes nicht bestätigt? Armer KH so schön, so jung und so viel Pech ...

Gast: Duenne Suppe
09.02.2012 11:28
0 0

„großen, starken Verdacht in Richtung korruptiven Verhaltens“

Wenn das alles ist, was es nach jahrelangen Ermittlungen gibt, dann ist das eher traurig.

Gast: nachbarxxxx
09.02.2012 11:17
1 0

Einfache Lösung

Sowohl Grasser als auch die Schwiegermutter beteuern, dass ihnen das Geld nicht gehört - also ist es herrenloses Geld und gehört sofort vom Staat eingezogen und zur Budgetsanierung verwendet.

Gast: Der Schalk
09.02.2012 10:33
1 0

Wo bleibt mein Anteil?

Bei der Kausa um unseren Herrn Ex-Finanzminister der jeden einzelnen Österreicher vermutlich um einige hundert Euro betrogen bzw. bestohlen hat, drängt sich mir nur eine Frage auf:
Wo bleibt mein Anteil???
Ich bin anständiger österreichischer Steuerzahler; wenn also Herr Grasser Provisionen kassiert, für den Verkauf österreichischen Staatseigentums, würde ich auch gerne beteiligt werden!!!
Auch wenn ich kein Konto in Liechtenstein, den Cayman Islands oder Zypern habe; oder ist das die Voraussetzung??

Gast: uwe der allerallerallerschönste, -klügste u. -geschickteste..
09.02.2012 10:22
1 0

erst wenn dieser mann u. all jene die mit ihm unter einer decke stecken (plech, meischberger, rumpold etc etc) total vernichtet ist u. ihm das lachen auf ewig vergangen ist, ist ein erster schritt erfolgreich getan..

u. dann geht die "jagd" weiter, denn auch noch auf schüssel, martinz, scheuch, mensdorff u. viele andere wartet die gerechtigkeit..

Antworten marcopolo
09.02.2012 10:55
0 2

Re: erst wenn dieser mann u. all jene die mit ihm unter einer decke stecken (plech, meischberger, rumpold etc etc) total vernichtet ist u. ihm das lachen auf ewig vergangen ist, ist ein erster schritt erfolgreich getan..

Aufpassen, Sie könnten am Neid ersticken.

Antworten Antworten Gast: harakiri
10.02.2012 13:31
0 0

Re: Re: erst wenn dieser mann u. all jene die mit ihm unter einer decke stecken (plech, meischberger, rumpold etc etc) total vernichtet ist u. ihm das lachen auf ewig vergangen ist, ist ein erster schritt erfolgreich getan..

ganz klar , mich schüttelt der blanke Neid, schliesslich ist ja auch meine Kohle
dabei.Mit Ihrem Altruismus sollten Sie sich bei Ihrer Parteizentrale melden.

0 0

lol!

klar. ich will auch unbedingt ein gewissenloses asrhcolch sein.

Antworten Antworten Gast: uwe ..
09.02.2012 12:02
1 0

Re: Re: erst wenn dieser mann u. all jene die mit ihm unter einer decke stecken (plech, meischberger, rumpold etc etc) total vernichtet ist u. ihm das lachen auf ewig vergangen ist, ist ein erster schritt erfolgreich getan..

nicht neid auf gier, fehlende moral, kriminelle energie, freude am betrug oder ähnliches steckt hinter diesem posting, sondern der wunsch nach korrekter behandlung dieser "elite" durch die justiz..


Gast: Humpelstilzchen
09.02.2012 10:04
2 0

BUWOG Verkauf rückgängig machen

Die Österreicher wurden um ein paar Milliarden Euro geprellt - eine Wohnung wurde im Schnitt um 16.000 Euro praktisch verschenkt.

Und die für diese Sauerei Verantwortlichen gehören in den Häfen.

Ernte
09.02.2012 08:40
1 0

Wenn der Staat das mit Grasser und Co nicht eindeutig zu ihren Gunsten löst

dann kann er das Fehlende noch immer anders verbuchen: Die Rentner und Rentnerinnen werdens schon begleichen!

Ernte
09.02.2012 08:35
1 0

200 Millionen Euroan Schadenersatz

... und warum verschont man den Grasser und allen übrigen Geldnehmer in hoher Zahl während die Politiker und Politikerinnen genau wissen bei wem der Sparkurs angesetzt wird: bei den Pensionisten und Pensionistinnen!

Gast: Martin_S
08.02.2012 23:25
6 2

Wraum

fordert die Republik nicht auch was von Frau Schminke-Schmied?? Die hat doch das Milliardengrab KA Finanz verursacht????

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Re: Wraum

als chefin des controlling?

na SIE haben ja mächtig ahnung....

aber wie der haider-affe sind sie dafür sehr schnell, durch themenwechsel vom eigenen dreck abzulenken!
kindergartenniveau!

Antworten Antworten Gast: walti
09.02.2012 09:38
0 1

Re: Re: Wraum

Ach !! Sie sind der Meinung, eine SPÖ-
Politikerin kann doch nicht angeklagt werden.
Das wäre doch Landesverrat !!!!!!!
Wo war die Kontrolle ??

1 0

Re: Re: Re: Wraum

na sie sind vielleicht ein auskenner!

informieren sie sich mal, wieviel ein betriebliches controlling zu tun hat mit der risikoabschätzung eines portefeuilles!

genau gar nichts.
aber hauptsache, man kann deppert daherreden!

Antworten Antworten Gast: Pfefferkorn
09.02.2012 09:13
1 0

Re: Re: Wraum

Frau Schmied war Vorstand, nicht "Chefin". Nach dem Aktiengesetz gibt es eine Gesamtverantwortlichkeit des Vorstandes. So abwegig ist daher die Frage nicht

 
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Schlagzeilen Recht