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Wer zu oft Samen spendet, muss hohe Strafen bezahlen

10.04.2012 | 18:25 |  PHILIPP AICHINGER (Die Presse)

Der nun bekannt gewordene Fall mit 600 Kindern wäre in Österreich verboten. Man darf nur für drei Paare Samen spenden. Und sobald ein Kind 14 ist, hat es ein Recht, etwas über seinen Vater zu erfahren.

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Ein britischer Zeitungsbericht, laut dem ein inzwischen verstorbener Österreicher Vater von 600 Kindern sein soll, sorgt für Aufregung. Der Mann hat zwischen 1943 und 1962 tatkräftig in der Fruchtbarkeitsklinik seiner Frau in London mitgeholfen. Der Fall flog auf, weil sich Kinder auf die schwierige Suche nach ihrem leiblichen Vater machten. Hierzulande hätten sie es einfacher, ihren Erzeuger herauszufinden.

„Bei uns sind Spender im Gegensatz zu angloamerikanischen Staaten nicht anonym“, erklärt Michael Stormann, Leiter der Familienrechtsabteilung im Justizministerium. Sobald das Kind 14 ist, hat es ein Recht, etwas über seinen Vater zu erfahren – und zwar von der Krankenanstalt, in der die Samenspende erfolgte. Dafür muss das Kind aber mangels einer zentralen Anlaufstelle erst die Anstalt ausfindig machen. Die Mutter muss dem Kind bei der Suche nicht helfen: Die Mutter könne nämlich auch bei einer natürlichen Zeugung den Vater verschweigen, sagt Stormann im Gespräch mit der „Presse“. Es spreche rechtlich daher vieles dafür, dass auch das künstlich gezeugte Kind die Mutter nicht zwingen kann, Auskunft über den Ort der Samenspende zu geben. Der Spender wiederum kann nicht gezwungen werden, sich mit dem Nachwuchs zu treffen.

 

Keine Pflichten für den Spender

Zudem ist klargestellt, dass der Spender gegenüber den auf künstlichem Weg erzeugten Kindern keine finanziellen Pflichten hat. Der Samen einer Person darf laut Gesetz nur für „höchstens drei Ehen oder eheähnliche Lebensgemeinschaften verwendet werden“. Bei der Kinderzahl gibt es aber dann keine weitere Begrenzung: Wenn sich die drei Paare also viele Kinder wünschen, darf der Spender seinen Samen auch so oft bereitstellen. Verdienen darf er dabei aber nichts: Nur für den Zeitaufwand, den eine Spende mit sich bringt, darf der Geber des Samens einen kleinen Betrag erhalten.

Teuer wird es hingegen, wenn der Spender Wege findet, um mehr als drei Frauen mit Samenspenden zu versorgen. Dann droht eine Verwaltungsstrafe von bis zu 7260 Euro. Die Strafe könne mehrfach verhängt werden, erklärt Verwaltungsrechtsprofessor Bernd-Christian Funk. Wer also statt an drei an acht Frauen Samen spendet, muss die Strafe fünf Mal bezahlen.

Bei der legalen Samenspende hingegen muss zuvor ein Notar feststellen, dass das Paar tatsächlich in Ehe oder in eheähnlicher Lebensgemeinschaft (Nachweis etwa durch einen gemeinsamen Wohnsitz) lebt. Zudem muss immer nachgewiesen werden, dass das Paar aus eigenem Bemühen keine Kinder produzieren kann.

Generell verboten ist in Österreich die Eizellenspende. Zudem ist eine Samenspende nicht nur bei Singles, sondern auch bei homosexuellen Paaren ausgeschlossen. Zwei Lesben klagten dagegen, das Urteil des Verfassungsgerichtshofs steht noch aus. Wer sich nicht an das heimische Recht halten will, kann zwar problemlos zur künstlichen Fortpflanzung ins Ausland ausweichen. Bei der Rückkehr nach Österreich können sich aber familienrechtliche Probleme ergeben.

Auf einen Blick

Den Samen dürfen Spender in Österreich nur maximal drei Paaren zur Verfügung stellen. Wer gegen dieses Gesetz verstößt, muss bis zu 7260 Euro Strafe zahlen. Die Paare müssen zudem verheiratet sein oder in eheähnlicher Gemeinschaft leben. Spenden an Homosexuelle und an Singles sind untersagt. Das Kind, das aus einer Samenspende resultiert, hat mit 14 Jahren das Recht, den Namen seines Vaters zu erfahren.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 11.04.2012)

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75 Kommentare
 
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Gast: Franz Knaus
12.04.2012 15:05
0 0

der Apfel fällt nicht weit vom Stamm

1. wir stammen ja alle von Adam und Eva ab-schon vergessen..
2. Prinzip der Auslese der Besten...quasi staatlich geprüft..mit Erfolgsgarantie?
3. nur einem Juristen kann so eine Beschränkung/Bestrafung einfallen
4. dafür sollte eine eigne Bedürfnisanstalt geschaffen werden(global)
5.sehr christlich..wer im Überfluss hat der spende es ..immer noch besser als mit Gewalt jemand zu beglücken
6. man sollte beim EuGH einen Einspruch gegen dieses Gesetz erwirken..von wegen Gleichbehandlung,etc.
7. fehlt nur noch die gebührenpflichtige Abgabe (Vergnügungssteuer?)
es wiehert der Amtsschimmel..
p.s. das Inzestproblem gibt es in manchen Gegenden auch ohne Samenspender..

Gast: aka gitti
12.04.2012 14:38
1 0

unlogisch.

in vivo spenden sind ja auch nicht limitiert und da weiß man auch nicht immer welcher das ei befruchtet hat.

und es ist ja nicht so daß unser land an einer bevölkerungsexplosion wegen übergroßer kinderzahl leidet. eher im gegenteil. ohne zuwanderer würden wir aussterben.

Gast: Blankensteiner Husar
11.04.2012 19:00
1 0

Fein! Wenn einer 4 Kinder zeugt....

dann ist er dran!
Aber zahlen muss er trotzdem ...oder zusätzlich?
(Pfarrer ausgenommen!)

Gast: Hans im Glück
11.04.2012 12:59
7 0

Mit dieser Problemstellung habe ich mich noch nicht befasst... :-)

Also ich darf für drei Damen spenden.

Wie großzügig.

Bei allen anderen muss ich persönlich vorbeikommen... :-)

Antworten Gast: yoshi1
12.04.2012 13:03
0 0

Re: Mit dieser Problemstellung habe ich mich noch nicht befasst... :-)

Diesfall blechen Sie aber dann auch Länge x Breite an Unterhalt!

Gast: maxmusik
11.04.2012 12:50
1 1

die Gefahr, dass

sich zwei Kinder aus einer anonymen Samenspende lieben und erfolgreich paaren liegt bei (n über k) n= 8 Millionnen

einer Wahrscheinlichkeit von 1/ 31999996000000

Anmerkung: Die Wahrscheinlichkeit, von einem Hai angegriffen zu werden, betrage nur eins zu zehn Millionen

....und da soll man sagen, dass der österreichische Gesetzgeber keine paranoiden Ansichten bezüglich eines diesbezüglichen Inzestfalles entwickelt hat.


Gast: test tube
11.04.2012 09:58
0 0

Vielen Dank

für diesen Artikel, der angesichts mancher Postings zu diesem Thema überfällig war.

Bleibt noch festzuhalten, dass die Anzahl der erlaubten Samenspenden nicht nur in Österreich beschränkt ist, sondern in den meisten zivilisierten Ländern.

Antworten Gast: Zufälle gibt's
11.04.2012 12:40
1 0

Re: Vielen Dank

Ja, und die Wahrscheinlichkeitsrechnungen mancher Poster sind etwas zu vereinfacht. Er hat immer in der selben Klinik abgegeben, und es ist möglich, dass vorwiegend Personen aus dem Stadtteil die Unterstützung dieser Klinik in Anspruch genommen haben, und die Wahrscheinlichkeit, dass eines seiner gezeugten Kinder mit einer anderen Person dieses Stadtteils Kinder zeugt ist möglicherweise auch höher als mit anderen Briten.

Dazu kommt noch, dass, wegen der Zeitspanne, sich seine Nichten und Neffen mit seinen Kindern paaren könnten!

Ich habe aber keine Ahnung welche Wahrscheinlichkeiten tatsächlich zutreffend sind.

Antworten Antworten Gast: Zufälle gibt's
11.04.2012 15:20
0 0

Re: Re: Vielen Dank

Ich glaube das war ein Denkfehler.

Seine ENKELN könnten sich mit seinen KINDERN paaren!

Über 19 Jahre...

...alle elf Tage ein Samenspende zu platzieren ist eines Eintrages im Guinness Buch der Rekorde würdig.
Die Aufbesserung des Genpools Britanniens sollte mit einem MBE belohnt weredn!

Gast: Gibt es in diesem Land auch Erwachsene?
11.04.2012 08:22
4 0

Wie hoch ist die Strafe wenn ich statt dreimal nur zweimal nach dem Sche*ßen abwische?

Und bei Wiederholung der Tat?

Man fragt sich wie frei der Österreicher wirklich ist?

Jessas

Und das in einem katholischen Land.
Sodom und Gomorrha!

Und nicht mal katholisches Bodenpersonal ist da ausgenommen ?

Antworten Gast: test tube
11.04.2012 09:59
1 0

Re: Jessas

Seit wann in Großbritannien katholisch?

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Das ist Österreich

Sogar das Samenspenden ist reguliert - ist ja auch irgendwie eine schöpferische Tätigkeit...

Antworten Gast: Trolljäger
11.04.2012 14:05
0 0

Re: Das ist Österreich

Das ANONYME Samenspenden ...

Antworten Gast: johannes5
11.04.2012 08:41
0 0

Re: Das ist Österreich

lediglich das gendern bringen wir nicht zam...

Antworten Gast: Z. Bulle
11.04.2012 08:40
1 0

Re: Das ist Österreich

Sie haben vollkommen Recht. Und für manche ist es sogar die einzige schöpferische Tätigkeit.

Re: Das ist Österreich

"Sogar das Samenspenden ist reguliert "
SOGAR?
Da geht's um ziemlich viel. Haftung, Vermögen, Inzucht...

Gast: maxmusik77
10.04.2012 20:52
15 0

nach Adam Ries,..

wäre dem armen Teufel ein Verwaltungsstrafe von 597 x 7260 Euro aufgebrummt worden,...das sind dann mal schlappe 4.189.020,- Euro oder bei Tagessätzen zu 10 Euro 1147 Jahre Haft.

So ein Ding fällt nur einem Strafrechtler ein,...loooooooool

Antworten Gast: ein anderer gast
10.04.2012 22:06
0 0

Re: nach Adam Ries,..

thumbs up!

Gast: sid
10.04.2012 12:25
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and the Evolution- Award goes to...

Bertold Wiesner. Ich gratuliere zu diesem Einsatz und bin einmal mehr stolz darauf, ein Österreicher zu sein.

...und alle zusammen: "Laaaand der Beergeee, Laaand am Strooome...." Wer organisiert die Parade?

Antworten Gast: gasti
10.04.2012 21:23
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Re: and the Evolution- Award goes to...

falsch gesungen, das heißt natürlich:

...land der berge/-innen...

Antworten Antworten Gast: sid
11.04.2012 10:05
0 0

Re: Re: and the Evolution- Award goes to...

Lieber "Pressestreicher", was gibts an "Land der Brüder..." zu 10sieren? Das ist nichts radikales, keine Sorge, sondern nur ein artikelbezogener Gag.

Furchtbar, die 10's Uhr hier...Spassbremsen.


Gast: ROTFRONT
10.04.2012 11:25
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UND DAS OHNE DASS ER PFARRER WAR!!!!!

Wäre aber auch ein sehr guter Seelsorger gewesen.

vor allem an Mittel- und Oberschichtsangehörige

Gibt's so was auch für die Unterschicht?

Antworten Gast: rbw
12.04.2012 17:09
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Re: vor allem an Mittel- und Oberschichtsangehörige

Ja das zeigt dann ATV regelmäßig.

Da zahlt man aber nicht dafür sondern umgeht das über die Quantität und indem man gar nicht genau wissen will wie das Gegenüber eigentlich heißt. Wobei man auch hier wieder mit der Wahrscheinlichkeit aufpassen muss (gleiches soziokulturelles Umfeld, geringe geographische Durchmischung, gleiches Wertesystem,...)

Das wäre dann auch meine Empfehlung an Hans im Glück, um den Unterhaltszahlungen zu entkommen. Falscher Name, wie "Johann Imglück", falsche Nase mit Brille und Wertkartentelefon. *g*

Jetzt fühl ich mich als Frau aber schon diskriminiert weil man die Spende als Mann sicherlich steuerlich absetzen kann. Gemeinnützig, Mildtätig, kirchlicher Natur schon lange. Die Gemeinnützigkeit muss man im Einzelfall entscheiden.

 
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