Schockrechnung: T-Mobile zog Klage zurück

07.05.2012 | 16:51 |   (DiePresse.com)

Der Kunde hatte eine Rechnung von 4720 Euro erhalten - konnte aber nach rechtlichen Einwendungen erreichen, dass der Mobilfunkanbieter die Klage zurückzog.

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„Fairplay" hieß ein Tarif, den ein Kunde bei T-Mobile abgeschlossen hatte. Der Mann war der Meinung, er könne nun unlimitiert surfen. Der Mobilfunkanbieter sah das anders. Er schickte dem Kunden eine Rechnung über 4720,34 Euro für Telefonie und Datendownload.

Der Kunde habe sich aber rechtlich gegen das Unternehmen durchsetzen können, erklärt sein Anwalt Gerold Beneder. Er stützte sich dabei auf § 864a ABGB (Bestimmung ungewöhnlichen Inhalts, mit der man nicht rechnen musste), auf § 934 ABGB („Verkürzung über die Hälfte", weil ein krasses Missverhältnis zwischen Leistung und Gegenleistung vorlag sowie auf § 879 ABGB (Sittenwidrigkeit). T-Mobile hingegen erklärte, dass das Zusatzpaket deaktiviert worden war und daher automatisch der Tarif „Data Fun" eingetreten war, der zu den hohen Kosten geführt hatte. Der Kunde hingegen betonte, er habe sogar versucht, das Datenpaket sperren zu lassen. Das habe aber lediglich zur Deaktivierung des Zusatzpakets, zur Umstellung des Tarifs und damit zu den hohen Kosten geführt.

Nachdem der Kunde auch noch betonte, dass er wegen „Wuchers" nicht zahlen müsse, habe T-Mobile die Klage zurückgezohen, betont Beneder. Stattdesssen müsse das Unternehmen nun entstandene Kosten von tausend Euro begleichen.

 

(aich)

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12 Kommentare
Gast: najaa
14.05.2012 02:25
0 0

oh ja,

wucherpreise sind in der wirtschaft sehr weit verbreitet...

Schweinerei!!!

Zehntausende Bürger wurden schon mit diesen Schockrechnungen konfrontiert. Die Regierung und die Abgeordneten haben jahrelang tatenlos zugesehen - mehr noch - diese waren eher damit beschäftigt, Sponsoring und Inserate zu keilen!


Kündigungen bei T-Mobile

Aus Erfahrung kann ich nur mitteilen, Kündigung nur per Einschreiben und dann den Rückschein gut aufheben.
Weil auch dann wird noch versucht das Kündigungsschreiben "zu verlieren". Das haben Sie bei mir mit der Kündigung fürs Internet und der Kündigung des Handyvertrages versucht.
Beim 2. Mal mussten Sie mir dann aber schon erklären wie man ein Fax und ein Einschreiben verlieren kann.

Gast: martinovich
08.05.2012 17:50
1 1

Ist doch immer dasselbe

Da wird dem Kunden per Werbung etwas suggeriert, das dann doch nicht so stimmt. Den Vertrag durchschaut aber der Kunde nicht, da haben, wie man sieht, sogar Juristen Schwierigkeiten. Und die Fallen, in die man dan hineinstolpert, obwohl man sich sicher ist, auf alles gut geachtet zu haben, sind durchaus gewollt. Wenn du dann die Horrorrechnung hast dann sieh zu wie du sie wieder loswirst. Da die Konzerne mit ihren Tarifformulierungen und AGB eine enorme Übermacht gegenüber dem Konsumenten haben, müssen sie eben von der Judikatur zurechtgestutzt werden.

Gast: gast_123
08.05.2012 13:10
3 1

?? nicht ganz klar

hatet der Kunde das Datenpaket selbst deaktivert und dann duch Downloads hohe Kosten verursacht? Wollte der Kunde generell den Datentransfer sperren lassen (hat dann aber doch übers Internet gesurft)? Da fehlen etwas die Angaben, um sich ein klares Bild machen zu können. Sieht für mich im Moment eher danach aus, als wäre dem Kunden etwas geschekt worden......

Gast: mike2012
08.05.2012 08:55
1 1

Fest steht

T-Mobile und Co. probieren es immer wieder. Und es bleiben immer wieder genug Kunden über, die sich sehr wohl einschüchtern lassen und zahlen. Deshalb hinkt der Gesetzgeber diesen Tricks immer hintennach.

Gast: frage
08.05.2012 01:36
0 0

"Stattdesssen müsse das Unternehmen nun entstandene Kosten von tausend Euro begleichen." (?)

versteh ich nicht. sind die kosten nicht bei eben jenem unternehmen angefallen? so dass sie im endeffekt zwar keine einnahmen von 4720 euro lukrierten - aber warum müssen sie die begleichen?

Antworten Gast: Jojo__80
08.05.2012 07:41
1 0

Re: "Stattdesssen müsse das Unternehmen nun entstandene Kosten von tausend Euro begleichen." (?)

Das Unternehmen muss jetzt den eigenen Anwalt und eben auch den Anwalt des Beklagten (angeblich tausend Euro) bezahlen

Re: "Stattdesssen müsse das Unternehmen nun entstandene Kosten von tausend Euro begleichen." (?)

Weil diese Kosten eben nur teilweise direkt dort anfallen. Wenn man beispielsweise die Infrastuktur von jemand anders benützt, muss man dem auch "Miete" dafür bezahlen.

Sehr klar

ist der Artikel nicht. Man kann sich über den Sachverhalt nicht wirklich eine Meinung bilden.

Re: Sehr klar

Nunja, googeln hilft:

http://www.tarifecheck.at/forum/viewtopic.php?t=2966

Anscheinend war Fairplay so konzipiert, dass man keine echte Datenflatrate, sondern eine Fair Use Bestimmung hatte. Das bedeutet, dass man eben kein unlimitiertes Datenvolumen zur Verfügung hat.
Offensichtlich hat der Kunde zu viel Datenvolumen verbraucht, weshalb T-Mobile der Ansicht war, der Kunde habe die Fair Use Bestimmung verletzt. Aus diesem Grund wurde wahrscheinlich das Zusatzpaket auch deaktiviert und der Kunde surfte ab diesem Zeitpunkt im Tarif DATA FUN (der eine Abrechnung in KB Schritten vorsieht, siehe hier: http://www.telekom-presse.at/channel_mobile/specials_umtsdatenkommunikation_14347.html).

Offensichtlich hat der Kunde aber genauso intensiv weitergesurft wie zuvor, so kam diese hohe Rechnung zustande.

Warum man dem Kunden nicht ausdrücklich gesagt hat, was sein Fehler war, ist mir auch schleierhaft.


Gast: drdr
07.05.2012 18:36
4 1

GRATULATION

an den Kunden!!!!!!!!!!

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