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Pflegelifter: Krankenkasse muss zahlen

13.05.2012 | 18:24 |   (Die Presse)

Ein 91-jähriger Mann, dem der Arzt ein Hilfsmittel verschrieben hatte, siegt vor dem Höchstgericht.

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Wien/Aich. Wenn die Bewegungsfähigkeit eines Menschen so stark eingeschränkt ist, dass er nicht aus eigener Kraft stehen kann, dann hilft ein Pflegelifter. Dieser ist eine Konstruktion mit Tragegurten, mit deren Hilfe Patienten mit einer Restmobilität in eine vertikale Position gebracht werden können. Das erleichtert das Wechseln der Kleidung oder die Körperpflege. Doch auch wenn der Arzt einem demenzkranken 91-Jährigen diese Hilfe verschrieben hatte, wollte die Krankenkasse nicht dafür zahlen.

Der Mann klagte, scheiterte aber zunächst vor dem Landesgericht Leoben. Dieses argumentierte damit, dass es sich bei einem Pflegelifter um keinen Heilbehelf handle – denn er heile ja nichts. Als Hilfsmittel sei der Pflegelifter zwar anzusehen. Im konkreten Fall sei er aber nicht nötig, weil er nicht den Mann, sondern vor allem den Pfleger entlaste. Das Oberlandesgericht Graz entschied aber für den Greis. Der Pflegelifter sei ein notwendiges Hilfsmitel, zumal die noch bestehende Restbeweglichkeit des Mannes so über einen möglichst langen Zeitraum erhalten werden kann.

Der Oberste Gerichtshof (10 ObS 26/12i) bestätigte das Urteil: Solange eine Krankheit durch Heilbehelfe beeinflussbar und eine Verbesserung bzw. eine Stabilisierung der Gesundheit zu erwarten ist, müsse die Krankenkasse die Kosten tragen. Und der Pflegelifter dehne die verkürzte Muskulatur, zudem wirke sich eine erhöhte Mobilität günstig auf Begleiterkrankungen der Demenz aus.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 14.05.2012)

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4 Kommentare
Gast: Herr Bachinger
18.05.2012 06:24
0 0

Da hab ich mal nicht eingemischt...

...schlieslich bin ich als Politfunktionär ja nur der Puffer zum Landeshauptmann. Damit die Patienten jemand zum anjammern haben der sie hinhält und nix lösen muss...

Gast: Klaus Michael
16.05.2012 16:00
1 0

Wo waren Sie Herr "Patientenanwalt" Bachinger????

Sonst sind sie nicht so schüchtern.
Ah verstehe, wenn Patienten von Kassen drangsaliert werden halten sie lieber den Mund!

Gast: Wütender
15.05.2012 07:43
2 0

Wahnsinnsabgaben für Krankenkassen

die dann nicht bezahlen wollen. Für deren Privilegien ist immer Geld da.

Gast: glöckchen
14.05.2012 20:53
1 0

hilfe annehmen

habe von einer bekannten, die in der behinderten betreuung gearbeitet hat, erfahren, dass manche bewohner*innen sich weigern einen lifter zu benutzen, oder nicht in die gurte steigen (fast böswillig so tun als ob doch und so probleme beim heben verursachen) und so die pfleger*innen diese mittels eigener körperkraft herausheben müssen.
ergebnis bei ihr: sehnenscheiden entzündung, krankenstand, medikamente, "rehab".
sie ist jetzt ausgestiegen, gilt aber wegen ihres vollzeit-studiums (35ects*25=875h) als nicht arbeitswillig und fällt um die soziale sicherung um.

und das zeigt nur, dass zu teils unnötige kosten bei den gesundheitsberufen entstehen, weil manche aus gefälligkeit eine sonderbehandlung, weil's einen politiker kennen/verwandt sind, verlangen.
wenn nicht schwerwiegende gründe dagegen sprechen, sollten alle technischen hilfmittel ausgeschöpft und benutzt werden.

gratulation an den mann, etwas ihm zustehendes bekommen zu haben.