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Grasser geht wieder auf Konfrontation mit der Justiz

17.05.2012 | 17:49 |  Von Hedi Schneid (Die Presse)

Von Buwog bis Terminal Tower Linz über Steuerverfahren. Manfred Ainedter, der Anwalt von von Ex- Finanzminister Karl-Heinz Grasser, stellt erneut einen Antrag auf Einstellung der Verfahren gegen seinen Mandanten.

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Wien/Liechtenstein. Karl-Heinz Grasser will nicht nur sein Penthouse in Wien abstoßen. Der Ex-Finanzminister, gegen den in mehreren Fällen – Buwog, Novomatic, Terminal Tower Linz und Steuerverfahren – ermittelt wird, will auch dabei einen endgültigen Schlussstrich ziehen. „Ich werde wieder einen Antrag auf Einstellung der Verfahren einbringen“, kündigt Grassers Anwalt Manfred Ainedter an.

Grasser: Vom Autohändler zum Steuersparer

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Ainedter ist überzeugt, dass die Justiz die Ermittlungen ohnedies von sich aus einstellen müsste, weil sie die „Smoking Gun“ – den stichhaltigen Beweis für Amtsmissbrauch und/oder Untreue – auch nach drei Jahren nicht gefunden habe. „Sie wird diesen Beweis auch nicht finden“, sagt der Anwalt zur „Presse“. Ihn irritiert auch nicht, dass Grasser zuletzt in der Affäre rund um den Buwog-Verkauf durch Aussagen diverser ehemaliger Mitarbeiter seines Kabinetts im U-Ausschuss stark unter Druck geraten ist. So wurde Grasser von Heinrich Traumüller und Michael Ramprecht, aber auch dem ehemaligen CA-IB-Chef Klaus Requat schwer belastet.

Es ging und geht dabei um die zwei Schlüsselfragen: Hat sich Grasser bei der Auswahl der bei der Buwog-Privatisierung beratenden Investmentbank für Lehman – und gegen die CA-IB – starkgemacht? Und hat Grasser dann beim Verkauf den entscheidenden Tipp an das spätere Siegerkonsortium um die Immofinanz und die Raiffeisen Landesbank OÖ weitergegeben, dass dieses mehr als 960 Mio. Euro bieten müsse, um den Konkurrenten CA Immo auszustechen? Grasser, der am kommenden Dienstag erneut vor den U-Ausschuss geladen ist, hat wiederholt betont, dass beim Buwog-Verkauf alles „rechtlich korrekt“ gelaufen ist.

Einspruch wohl auch in Liechtenstein

Ainedter hat vor fast einem Jahr zum ersten Mal einen Einstellungsantrag eingebracht – im Februar blitzte er damit ab. Richterin Olivia-Nina Frigo begründete ihr „Nein“ damit, dass gegen den Ex-Minister ein „dringender Tatverdacht“ bestehe und nicht nur „gravierende Verdachtsmomente und aufklärungswürdige Unklarheiten“. Außerdem verwies Frigo darauf, dass sich die Justiz von den „Liechtenstein-Akten“ neue Erkenntnisse über unerlaubte Geldflüsse erwarte. Die vor einem Jahr beschlagnahmten Akten des Liechtensteiner Wirtschaftstreuhänders von Grasser, die aufgrund einer Beschwerde vom Fürstlichen Obergericht in Vaduz blockiert worden waren, wurden nun vor Kurzem vom Obersten Gerichtshof ebendort freigegeben.

Bis die Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKStA) die Hand auf die wichtigen Unterlagen legen kann, muss sie allerdings noch abwarten, ob Wirtschaftstreuhänder Heinrich Schwägler eine Grundrechtsbeschwerde beim Liechtensteiner Staatsgericht einbringt. Dafür hat er bis 11. Juni Zeit. „Ich gehe davon aus, dass Schwägler das tut“, sagt Ainedter. Die Entscheidung, ob der Einspruch eine aufschiebende Wirkung hat, erfolgt normalerweise sehr rasch. In einem ähnlichen Verfahren bei Meinl erkannte das Liechtensteiner Staatsgericht  der Beschwerde die aufschiebende Wirkung zu.

Ob nun die Akten aus Vaduz kommen oder nicht – den Einstellungsantrag wird Ainedter auf jeden Fall einbringen. Klar sei, „dass die Justiz, die offenbar unter einer Entscheidungshemmung leidet, endlich handeln muss“. Kommen die Akten nach Wien, „muss die Staatsanwaltschaft Anklage erheben oder das Verfahren einstellen“. Kommen sie nicht, „muss die Staatsanwaltschaft auf Basis der bisherigen Erkenntnisse erst recht etwas tun“, meint Ainedter.

Als Beweis für die viel zu langsame Vorgangsweise führt Grassers Anwalt die Causa Novomatic an. Dabei geht es um den – gescheiterten – Versuch, 2006 eine Glücksspielgesetznovelle durchzusetzen, die der Novomatic zupassgekommen wäre. Wobei der Verdacht besteht, dass ein Teil der 450.000 Euro, die Walter Meischberger von der Novomatic erhalten hatte, an Grasser ging. Schon im Juli 2011 hat die Staatsanwaltschaft dazu ein Gutachten bestellt. Es sollte bis September vorliegen. „Bis heute gibt es das Gutachten nicht“, so Ainedter.

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48 Kommentare
 
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Wie wär´s mit ana Tetschn?

Nur so erziehungsmässig natürlich.

Gast: africano
18.05.2012 17:29
2 0

Was hat Grasser wohl ausgefressen ?

Grasser als Freimaurer ,wird doch
immer geschont oder dient er als Ablenkungsmanöver, für Haselsteiner und Co. ?

2 0

Natürlich!

Einstellung jetzt! Bevor die Unterlagen aus Liechtenstein endlich eintreffen!

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Der "Fall Grasser" wird von den "Wiener Staatsanwälten" und ihren befreundeten Medien

so lange nicht eingestellt, als man Grasser zur Ablenkung für die famose Politik unserer jetzigen Regierung braucht. Kein Wunder dass er jetzt erneut mit alten Geschichten wieder aufgeblasen wird, wo die Regierungsparteien soeben ein Parteienfinanzierung bedschlossen haben, die den Parteien mehr Steuergeld denn je beschert (wo Österreich ohnehion schon Parteienfinanzierungsweltmeister ist) und dazu ein völlig irrlichterndes Transparenz über Parteispenden kommt, das vor allem von den Parteispenden-Großabnehmern Wien und Oberösterreich durchgesetzt wurde. Dazu kommen die möglicherweise in zig Milliarden-Verluste mündende, aber voll EU-konforme Griechenlandaktion unserer Finanzministerin, dazu kommt ein Sparpaket, in dem hauptsächlich Steuer- und Abgabenerhöhungen stehen, aber keine Sparmaßnahmen der Regierung. Dazu kommt ein Lehrerrecht, das wirklich ein Pfusch ist. Und so weiter.
Aber unseren Vereinigten Regierungsmedien scheint unentwegt der Fall Grasser das wichtigste politische Thema, ein Thema zu sein. Und die damit aufgescheuchten Poster und Kommentaren können wieder einmal ihren ganzen Hass, die Herabwürdigung, Verleumdungen, Halbwahrheiten, Lügen und die Wut über einen Menschen, der sich auch n och dagegen wehrt ausleben.

Gast: karl heinz schüssel
18.05.2012 11:52
0 5

bis nach der wahl muss der manfred es unbedingt noch rauszögern.


Gast: Hermann vom Gipfel
18.05.2012 11:41
0 4

Ganz offen_: Ainedter ist wahrscheinlich befangen!

So wie er die ganze Sache aussehenlässt, nützt sie nur dem Grasser Karl-Heinz, Magister.
Vermutlich ist er befangen, wahrscheinlich bekommt er sogar Geld vom Grasser.

Gast: TT1
18.05.2012 10:38
6 1

Trotzdem

Wie weit ist Österreich und seine Justiz? 3 Jahre Daueranklage, als Privatmann hat man sämtliche Ausgaben für Anwälte zu bestreiten. Wenn wir uns den Tierschützerprozess anschauen: die Angeklagten sind mittlerweile dank der Rechtasanwaltskosten pleite. Es ist für das Land eine Schande, daß unsere Justiz jahrelang so ineffizienz arbeitet. Kein Wunder, die ÖVP stellt die Minister, die ÖVP hat ja überhaupt kein Interesse an Aufklärung der Korruptionsfälle (z.B. Eurofighter-Kauf uvm.). Also hungert man die Staatsanwaltschaft aus. Im übrigen bin ich davon überzeugt, daß KHG korrupt ist.

4 4

na klar

jetzt wirds eng und er hofft irgendwie das Verfahren einstellen zu können bevor die Akten eintreffen.

fassungslos

wann wird in dieser Causa gegen die "Freunde" endlich nach dem Mafiaparagraphen angeklagt? Bei Tierschützern Ist die Justiz weit weniger zimperlich gewesen

Antworten Gast: walti
19.05.2012 18:13
0 0

Re: fassungslos

Mafiaparagraph !!!
Da müssen aber auch die Parteien
angeklagt werden.

Mister KHG!

Mit dem Erlös aus Ihrem Penthouse in Wien

können Sie in Australien,

wo sie neben dem Thomas Muster

ein Grundstück gekauft haben

mit der Fiona gut leben

und werden von dort auch sicher nicht an die Justiz in Österreich ausgeliefert!

In Zug in der Schweiz habens ja auch noch einen teuren Grund-Besitz mit Luxus-Villa zu verkaufen

sowie diverse Konten in Liechtenstein.

Das sollte eigentlich reichen

für einen beschaulichen Lebensabend oder doch?

Kurze Heimatbesuche

mit gut gefälschtem Pass

in die Pischeldorfer Straße/Klagenfurt

zum Elternhaus(Auto-Haus-Grasser)

sind dann sicher auch noch möglich.

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Schon wieder

Kann denn niemand diesen Mensch einsperren???

Antworten Gast: Knaller
18.05.2012 10:21
6 4

Re: Schon wieder

In Österreich wird nur eingesperrt, wenn ein Gericht die Schuld feststellt. Bisher gibt es ja noch nicht einmal eine einzige Anklage in all den vielen Fällen, in denen seit Jahren ermittelt wird.
Wie sollte da Grasser eingesperrt werden???? Das sollten Sie mir erklären.

Re: Re: Schon wieder

bei den tierschützern hat das mit dem einsperren aber auch ohne gerichtsurteil lange zeit gut funktioniert....

1 0

Re: Re: Re: Schon wieder

hier sollten wir mal die Kirche im Dorf lassen. der "Tierschützer", für den sie das Wort ergreifen hat Eigentumsrechte verletzt und ist dabei erwischt worden. auch wenn es sich dabei um arme "piperln" handelt, die ein leben in Gefangenschaft führen, ist der Herr nicht besser als die Rumänen, die, um überleben zu können, bei uns stehlen gehen.
wenn wir in unserer Gesellschaft Eigentum über andere Prinzipien wie z.b. der Moral stellen, dass brauchen wir uns nicht darüber zu wundern, welche Entscheidungen die Justiz trifft

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3 Jahre und noch immer kein Beweis...

Wenn 3 Jahre kein Beweis gefunden wird, heißt dies:

1. unsere Justiz ist unfähig und
2. das Verfahren muss eingestellt werden

alles andere ist das Ende vom Rechtsstaat.

Antworten Gast: Politische Verfolgung
18.05.2012 20:44
1 0

Re: 3 Jahre und noch immer kein Beweis...


ES IST sowieso das Ende vom Rechtsstaat, weil sich die
Justiz dazu herabgelassen hat, sich an der Menschenhatz
gegen KHG zu beteiligen (!)

0 1

Re: 3 Jahre und noch immer kein Beweis...

Das Ende vom Rechtsstaat sind solche Gestalten wie der Grasser, die durch ihren Einfluss und ihre Netzwerke den Rechtsstaat so aushöhlen und ausnutzen können, dass man ihnen binnen Jahren nicht an den Kragen kann.

Wenn die Antwort auf ein einzelnes Rechtshilfeansuchen mehrere Monate bis hin zu einem halben Jahr dauert und der Schöne Bankverbindungen nach Liechtenstein und auf die Caymans hat, können's Ihnen ausrechnen, warum das Ermittlungsverfahren so lange dauert.

Gottseidank haben wir einen Rechtsstaat, der versucht, diesen Ganoven dran zu kriegen.

Antworten Gast: el magnifico
18.05.2012 08:48
2 0

Re: 3 Jahre und noch immer kein Beweis...

oder sie kommt mit dem sortieren nicht nach

Antworten Gast: fj
18.05.2012 08:21
3 1

Re: 3 Jahre und noch immer kein Beweis...

Nein, das bedeutet viel mehr, dass unsere Justiz unwillig ist und kein Interesse hat, den Fall anzuklagen. Daher wartet man, bis die Sache verjährt ist. Was ja nicht mehr sol lange dauern kann.
http://gedankenstrich-franzjosef.blogspot.com

0 2

Re: 3 Jahre und noch immer kein Beweis...

sagt der Hobbyjurist.

Antworten Antworten Gast: Gustl
18.05.2012 08:47
4 3

Re: Re: 3 Jahre und noch immer kein Beweis...

Und warum wird keine Anklage erhoben? Weil es seit 3 Jahren keine Beweise gibt!

Antworten Antworten Antworten Gast: Trautmann
18.05.2012 10:47
2 0

Re: Re: Re: 3 Jahre und noch immer kein Beweis...

Eine Anklage erfolgt grundsätzlich immer erst dann, wenn alle Beweise gesichtet sind.

Alleine schon durch die div. Medienberichte sollte ihnen klar sein, dass noch nicht alle mögl. Beweismittel zur Verfügung stehen.
Es wäre von der STA grob fahrlässig einen Prozess zu starten ohne ein komplettes Bild zu haben.

Das die Beweissichtung und Anklage so lange dauert, ist wohl nicht nur der Brisanz, Komplexität und dem Umfang der Strafsache geschuldet, sondern wohl vielmehr dem Faktum, dass die vermuteten Taten wohl über Gesellschaften in Drittländern durchgeführt wurden und es ungemein schwierig ist Beweismaterial aus diesen Ländern zu erhalten.

Es ist wohl nur eine Frage der Zeit und die, denke ich, ist bald gekommen...

Dieser Verbrecher Anwalt ist

längst zu Grasser`s Mittäter geworden. Solange diese Leute nicht im Zuchthaus hocken, wird der Zorn immer mehr steigen.

Gast: Trollblume
17.05.2012 22:36
0 3

Geh bitte - Grasser soll ...

... uns endlich allen richtig gut den A* lecken.
Dann verzeihen wir ihm - fast - alles!

Antworten Gast: das mädchen aus dem song
18.05.2012 08:32
1 0

Re: Geh bitte - Grasser soll ...

ich kann gerne darauf verzichten.

 
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