Monsanto: 30 Behörden reden noch mit

Die Monsanto-Übernahme verzögert sich.

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(c) REUTERS

Wien. Am Dienstag wurde bekannt, dass die EU-Kommission die Monsanto-Übernahme eingehend prüfen will.

Der Pharmakonzern Bayer hat für seinen US-Konkurrenten 66 Milliarden Dollar lockergemacht. Die Transaktion soll bis Jahresende abgeschlossen sein, hieß es noch im April bei der Hauptversammlung.

Die kartellrechtliche Prüfung auf EU-Ebene sorgt nun für Verzögerung, denn die Behörde wird nicht vor 8. Jänner entscheiden. Allerdings hat das Bayer-Management ohnehin damit gerechnet: „Wenn wir in der ersten Runde die Freigabe bekämen, dann fänden wir das ziemlich gut“, sagte Bayer-Chef Werner Baumann Ende Juni.

Die EU-Kommission begründete ihre Entscheidung, den Deal genau abzuklopfen, genau: Durch das Zusammengehen des Pestizidspezialisten Bayer und des Saatgutherstellers Monsanto würde das weltweit größte integrierte Unternehmen auf den Märkten entstehen, sagte Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager. „Die bislang angebotenen Zugeständnisse reichen nicht aus.“ Für Bayer und Monsanto wird die Sache umso schwieriger, da es sich bereits um die dritte Fusion in der Chemiebranche in relativ kurzer Zeit handelt. Dow Chemical und DuPont erhielten im März den Sanktus der Brüsseler Behörde, nur wenig später winkte sie die Übernahme des Schweizer Syngenta-Konzerns durch. Er wurde vom Chemiekonzern Chem China übernommen.

 

Intensive Verhandlungen

In den kommenden Monaten stehen Bayer und seinen Anwälten jedenfalls intensive Verhandlungen mit den Beamten der EU-Kommission bevor. Und nicht nur mit ihnen. Insgesamt hat der Konzern Zustimmungen von über 30 Behörden weltweit einzuholen. Dass der Konzern eine Reihe seiner Geschäftsfelder aufgeben muss, um die kartellrechtliche Genehmigung zu erhalten, ist dabei fix. Bei der südafrikanischen Kartellbehörde hat der Pharmariese schon im Mai den Verkauf seiner Saatgutmarke LibertyLink angemeldet. (hec)

("Die Presse", Print-Ausgabe, 24.08.2017)

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