Es geht um Journalismus, nicht Tourismus
Der Beruf Journalist ist spannend, abwechslungsreich und fordernd. „Die Presse“ gibt Dir (18-26 Jahre, Wohnsitz in Österreich) die Möglichkeit, Dich zwei Wochen als unser rasender Reporter im Ressort Außenpolitik und/oder Weltchronik an meiner Seite zu versuchen und von einem spannenden Ort dieser Welt zu berichten. Du wirst einen Blog für DiePresse.com verfassen und für die Printausgabe der „Presse“ berichten.
Du gibst vor, wohin die Reise gehen soll, allerdings: Ein Städteurlaub in New York oder Paris ist nicht gemeint, ebenso wenig ein Erholungsurlaub auf Ibiza oder den Malediven.
Wenn nötig werden wir von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang arbeiten und unsere Texte, Bilder und Daten via Satellitentelefon übermitteln, wenn es dort, wo Du hinwillst, kein Internetcafe gibt. Denn: Es geht um Journalismus, nicht Tourismus.
Übertreiben darfst Du es mit Deiner Abenteuerlust allerdings auch wieder nicht: Unsere Rechtsabteilung hat mir ausrichten lassen, dass aus einem Trip nach Afghanistan oder Somalia leider nichts wird. Irak, Darfur oder Nordkorea haben die übervorsichtigen Advokaten ebenfalls aus unterschiedlichen Gründen ausgeschieden.
Vergangenes Jahr war Brigitte Reisenberger die Ideengeberin einer Reportage über Goldabbau in Ghana: Sie überzeugte die Fachjury, der u.a. Friedrich Orter, ORF, und Sibylle Hamann, "Presse"-Kolumnistin, angehörten, von diesem aktuellen Thema. Gemeinsam mit mir und dem Ghanaischen Journalisten Mike Anane machten wir uns an die Vorrecherche und die Vorbereitungen zur Umsetzung des Themas.
Im Februar 2009 haben wir uns von Wien via Frankfurt auf den Weg nach Accra gemacht und Experten in der Ghanaischen Hauptstadt befragt, Goldminen von großen Minenkonzernen und Kleinschürfern im Landesinneren besucht, mit Bewohnern der umliegenden Dörfer über die Folgen des Goldbergbaus gesprochen und haben die Argumente von Umweltaktivisten und Wirtschaftsvertretern gehört. Wir widmeten uns noch einem zweiten Thema: Der Entsorgung von Elektromüll nahe der Hauptstadt, wo illegal Wohlstandsmüll aus Europa und den USA abgelagert wird.
Wenn Du im Februar 2010 ein ähnliches Projekt mit mir in Angriff nehmen willst, musst Du Dir die Frage stellen: Welche Themen willst Du behandeln? Die Auswirkungen der Finanzkrise auf Afrika oder Südamerika? Malaria & AIDS in Afrika? Die Wasserkrise oder die Folgen selektiver Abtreibung in Indien? Vielleicht willst Du ein Thema oder Themen vorschlagen und von Orten berichten, die in den Medien zu wenig Beachtung finden? Wie auch immer, es geht um Stoffe für spannende Reportagen und packende Geschichten, die für die Leserinnen und Leser der „Presse“ und von DiePresse.com interessant sind.
Präsentiere in einem Exposé die Ideen für Deine Geschichten und die mögliche Reiseroute. Schreib mir, warum Du für die „Presse“ auf Reportagereise gehen willst. Klicke einfach auf den Button „Jetzt bewerben“ auf unserer „Reporter’10“-Website, dort steht detailliert, was wir von Dir wissen wollen.
Die „Presse“ trägt die Kosten für Flugtickets, Visa und Reiseversicherung, Wasserentkeimungstabletten etc. Was wir zum Arbeiten brauchen, wird ebenfalls zur Verfügung gestellt: Laptops, Digitalkameras, Videokamera, Aufnahmegerät, Notizblock und Schreibgerät.
Ich freue mich auf die gemeinsame Reportage-Reise. Ich denke, wir wären ein gutes Team, mit mir hast Du einen erfahrenen, umsichtigen, verlässlichen Reisepartner. Du wiederum bringst eine jugendliche Perspektive ein, einen frischen Blick, Engagement und Begeisterung, vielleicht Sprachkenntnisse und jene Neugier, die junge Reporter so wertvoll macht.
Alles Gute,
Thomas Seifert


