
David Wedenig
“Amerika, gelobtes Land und Hure Babel: in Zeiten des Umbruchs deinen zitternden Körper spüren, bei Genbauern und Brokern”
Jahrgang: 1982
Wohnort: Wien
Hobbies: abgesehen davon, dass ich das Wort nicht mag, komme ich selten dazu, etwas "Sinnloses" zu machen, heißt, nur für das persönliche Vergnügen Gedachtes. Eigentlich schade? -- Musik ist mir sehr wichtig, ist schon wieder mehr als ein Hobby, dazu Lesen, vagabundieren im Freien, Reisen und Standpunkte wechseln
Aktuelles Studium: Uni Wien / Ökologie Außerdem Kurse in Lehramt und auf der Musikuniversität
Abgeschlossenes Studium: Université Aix / Marseille - Écologie végétale
Soundtrack für die Reise:
- Matisyahu
- Jerusalem
- Neil Young
- Rockin' in the free world
- Miksch and the Nightshift Band
- Bladl im Wind
Lesestoff für die Reise:
- Hugh Brogan
- The Penguin history of the USA
- Lonely Planet Team
- New York City Guide
- Jack Kerouac
- On the road
3 Dinge für die Reise:
- Recorder und Stereomikrofon
- Rasierhobel und Somersets Shaving Oil
- Meine Füllfeder und Moleskine
MOTIVATION
Anno domini 2008: Die sprunghafte Globalisierung des letzten Jahrzehnts hat ein global citizenship von bisher unbekanntem Ausmaß hervorgebracht. Die weltweite Verflechtung äußert sich dieser Tage wieder besonders stark in einer Krise der Finanzmärkte, wie sie die kapitalistische Weltordnung schon seit geraumer Zeit nicht mehr sah... Es gibt für mich nicht viel Besseres als eine Reise, die nicht Selbstzweck ist, sondern hinter der eine Motivation, ein Ziel steckt. Erst so geht es richtig rund her, kommt Dynamik ins Spiel. Unterwegs zu schreiben ist für mich mittlerweile ganz natürlich geworden, das Mitteilungsbedürfnis steigt... Journalismus ist ein Metier, das mich schon lange sehr interessiert, dessen Kurzfristigkeit in der Tagespolitik mich aber auch abschreckt. In zwei Wochen gezielt zu einem guten Thema zu arbeiten, recherchieren, unterwegs sein, und das auch mal mit einem Veteranen, ist für mich eine spannende Perspektive. Für den/die Beobachtenden schätze ich dazu einige Eigenschaften als zentral ein: Allgemeinbildung, Kommunikationsfreude, eine schnelle Beobachtungs- und Auffassungsgabe, empathische Anteilnahme am Geschehen unter Wahrung der persönlichen Grenzen. Ich glaube, diese Eigenschaften mitzubringen, außerdem Reiseerfahrung, Belastbarkeit, gute Kenntnisse in Ökologie, vor allem in Ackerbau und Landschaftsökologie, geringe Ansprüche an Komfort und die Fähigkeit, Erlebtes rasch und bildhaft sprachlich verarbeiten zu können... Ja, ich würde mich freuen, im Februar in die USA zu fahren - und zu schreiben!
REISEPLAN
Während die SparerInnen dem Goldrausch frönen, liegt der Wahlkampf in den USA in den letzten Zügen, und die Zeichen stehen auch dort auf Wandel. Eine spannende Zeit. Alte und Neue Welt geizen auch nicht mit gegenseitigem Beäugen und Schuldzuweisen, immer wieder höre ich Wiener raunzen, dass Ami - Spekulationen europäische Banken in den Abgrund gerissen hätten... Andere heiße Themen wie GMOs und Gensoja werden in den Hintergrund gedrängt - kurzfristig. Die Bi(o)gotterie Europas ist der USA schon lange ein Dorn im Auge - fleißig BIO sein, und doch konventionelle Rinder mit US - Soja füttern - und das ist zu 90% transgen... Ist es an der Zeit, unsere Sicht der USA zu überdenken? Mich reizt dieses bewegte Land sehr, das in den letzten Jahr so oft meine Kritik herausforderte, während mir klar wird, wie eng die Geschichte Europas und der Staaten miteinander verbunden sind. Ankommend in New York, sollen wir in die wirtschaftliche Metropole eintauchen, die Stimmung einfangen, Wall Street und Stock Exchange besuchen und Passanten auf der Straße ansprechen, um eine Idee von Selbst-, Weltbild und Zukunftsvisionen der Menschen zu erhalten, abseits von gängigen Klischees - eine Art "Urban Anthropology". Die zweite Station der Reise setzt einen Kontrast, wir fahren in die Sojaanbaugebiete in Missouri, um farmer zu besuchen, die im Februar auch leichter Zeit haben, mit uns zu sprechen. Über Monsanto (wenn möglich, möchte ich deren Firmensitz in St. Louis besuchen) und Roundup Ready, Arbeit und Ernte, den neuen Präsidenten, die Zukunft der Welt und Glyphosateresistente Unkräuter - von denen wir auf den spätwinterlichen Feldern hoffentlich ein paar finden werden... Was die Menschen in Missouri bewegt, wie sie die Entwicklungen einschätzen, das könnte unser Indikator werden für den status quo in den Vereinigten Staaten - immerhin gilt Missouri als "bellwether state", der die Befindlichkeit der USA als Ganzes wiederspiegelt. There we go!
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