
Rusen Timur Aksak
“Der Konflikt um Berg Karabach soll transparenter gemacht werden und die unmittelbar Betroffenen zu Wort kommen.”
Jahrgang: 1985
Wohnort: Wien
Hobbies:
Aktuelles Studium: Uni Wien / Politikwissenschaft
Soundtrack für die Reise:
Lesestoff für die Reise:
- Peter Scholl Latour
- Das Schlachtfeld der Zukunft
- Samuel Huntington
- Kampf der Kulturen
- Eva-Maria Auch
- „Ewiges Feuer“ in Aserbaidschan
3 Dinge für die Reise:
- Laptop
- Diktiergerät
- Winterfeste Kleidung
MOTIVATION
Meine Reportage würde uns an die Hänge des Kaukasus führen, und zwar in jene Region, die man seit dem Untergang der Sowjetunion als Berg Karabagh (oder Karabach) Region kennen gelernt hat; doch leider ist diese mit Naturschönheit gesegnete Region des Südkaukasus der Welt nicht als Tourismusziel oder Kurort bekannt geworden, sondern als ein hochkomplexes Konfliktszenario. So darf uns weder die schiere Anzahl an potenziellen und tatsächlichen Konflikten, noch die Mannigfaltigkeit potenzieller und tatsächlicher innerer und äußerer Machtfaktoren überraschen. Da wäre zum einen der Zwist zwischen zwei Nachbarländern, die sich kulturell, sprachlich, aber auch politisch spätestens mit dem Zusammenbruch der sowjetischen Ordnung feindlich gegenüberstehen, deren Zwist äußere Machtfaktoren geradezu nötigte, sich zu involvieren respektive sich einbinden zu lassen. Da wäre zum einen Russland, das nach wie vor seine kaukasischen "Vorgärten" nach eigenem Gutdünken zu kultivieren sucht, dann wäre da die Türkei, die nebst einer langen und schwierigen Vergangenheit mit dem armenischen Volk, dem aserbaidschanischen "Brudervolk" (O-Ton in der türkischen Öffentlichkeit) mit Rat und Tat zur Seite stand und zuletzt wäre da der Iran, der in seiner Vergangenheit in besagter Region lange Zeit Ordnungsmacht war und just zu dem Zeitpunkt wieder als Einflussfaktor auftrat, als Armenien durch die türkisch-aserbaidschanische Blockade Energieengpässe und gar Nahrungsmittelknappheit zu überstehen hatte. Das Interesse an dieser Region, und nicht nur in Form von Friedensförderung oder Interessensdurchsetzung, geht ebenso Hand in Hand mit ökonomischen Faktoren, in Form von Pipelines, nahe gelegenen Fördergebieten am Kaspischen Meer für Erdöl und Erdgas einer EU, die sich von der einseitigen Abhängigkeit zu Russland freizumachen sucht. So ist die bereits gebaute und betriebene Pipeline von Baku nach Ceyhan ein ebensolches Politikum, wie die geplante Southstream Pipeline der Russen.
REISEPLAN
Es könnte mit einem Flug nach Baku beginnen, denn nicht weit entfernt von Baku liegt die Stadt Sumgait, die im Zuge des Konflikts um Berg Karabach Schauplatz von ethnisch motivierten Unruhen war. Sowohl die Erdölbohrtürme vor Baku, als auch das trostlose Sumgait wären ideale visuelle Einstiegspunkte für meine Reportage. In meiner Reportage würden nicht so sehr irgendwelche Experteninterviews oder Politikerinterviews im Mittelpunkt stehen, die in ihren ermüdenden Floskelhaftigkeiten ohnehin kaum dem Erkenntnisgewinn dienen, sondern es würden tatsächlich die unmittelbar Betroffenen zu Wort kommen: Die Flüchtlinge auf beiden Seiten, die Grenzposten, ehemalige Nachbarn, armenische Priester wie auch islamische Imame. Natürlich müsste man auch die Flüchtlingslager der vertriebenen Aseris besuchen, wie auch Schuscha, das vor dem Krieg noch mehrheitlich aserbaidschanisch war und Stepankert, die de facto Hauptstadt Armeniens. Zumindest auf einer Seite der Grenze würden mir meine Türkisch Kenntnisse doch weiterhelfen, da das Aserbaidschanische für einen Türken doch verständlich ist und umgekehrt.


