
Barbara Mayer
“Kambodscha – Land der Minenopfer. Kann Sport den Weg zu Integration und Perspektiven für Menschen mit Behinderung ebnen?”
Jahrgang: 1983
Wohnort: Wien
Hobbies: Snowboarden, Surfen, Basketball, Reisen
Aktuelles Studium: Uni Wien/Sportwissenschaft
Abgeschlossenes Studium: Uni Wien/Publizistik
Soundtrack für die Reise:
- The Cat Empire
- The Chariot
- M.I.A.
- Paper Planes
- Matt Costa
- Mr. Pitiful
Lesestoff für die Reise:
- Handicap International
- Circle of Impact: The Fatal Footprint of Cluster Munitions on People and Communities.
- Fediuk, Friedhold
- Sport in heterogenen Gruppen – integrative Prozesse in Sportgruppen mit behinderten und benachteiligten Menschen.
- Bechert, Heinz
- Buddhismus, Staat und Gesellschaft. Birma, Kambodscha, Laos, Thailand.
3 Dinge für die Reise:
- Kamera
- Notizbuch
- Zahnbürste
MOTIVATION
Ich studiere Sportwissenschaft und nehme dieses Semester an einer Praxis-Lehrveranstaltung zum Thema Bewegung und Sport bei Behinderung teil. Seither beschäftigt mich die Tatsache, wie wenig Menschen mit Behinderung ins gesellschaftliche und öffentliche Leben integriert sind. Gerade Bewegung und Sport haben integratives Potential, das in diesem Bereich genutzt werden kann: Im Sport interagieren Menschen miteinander, sie testen ihre Leistungsfähigkeit aus, stärken ihr Selbstbewusstsein und bauen Spannungen ab. Die NGO Handicap International fördert nicht ohne Grund in vielen Entwicklungsländern Sportprojekte für Menschen mit Behinderung. Die Lebensumstände in Entwicklungsländern, Mangelernährung oder unzulängliche Gesundheitsversorgung verursachen häufig Behinderungen. Umgekehrt sind Menschen mit Behinderung besonders durch Armut gefährdet: Oft fehlen spezielle Betreuungs- und Ausbildungsangebote und dadurch Verdienstmöglichkeiten. Nur zwei Prozent der behinderten Kinder weltweit besuchen laut der Handicap International eine Schule. Behinderte in Entwicklungsländern werden somit häufig zu einem Leben in Abhängigkeit und am Rande der Gesellschaft gezwungen. Meine Reportage behandelt die Lebensumstände von behinderten Menschen in Kambodscha. Mein Interesse gilt dabei besonders der Rolle von Bewegung und Sport im Leben dieser Menschen und damit verbundenen Auswirkungen auf sie selbst und ihr soziales Umfeld. An der Seite von Thomas Seifert an einer solchen Reportage zu arbeiten und von seinen Erfahrungen zu profitieren ist eine einmalige Chance. Es ist sicher eine große Herausforderung, in einem fremden Land geeignete Interviewpartner zu finden und die Menschen aus der Reserve zu locken. Als Ausländer anzukommen und Dinge einfach zu hinterfragen stößt mit Sicherheit nicht immer auf Goodwill und erfordert Geduld und Kampfgeist. Die Vorgehensweise eines renommierten Journalisten kennen zu lernen und von ihm zu lernen stelle ich mir äußerst spannend vor.
REISEPLAN
Kambodscha hat die weltweit größte Rate an amputierten Menschen, mehr als zwei Prozent der kambodschanischen Bevölkerung sind behindert. Die Mehrheit der behinderten Menschen lebt in den ländlichen Regionen des Landes, obwohl therapeutische, orthopädische oder soziale Unterstützung vor allem in der Hauptstadt Phnom Penh angeboten wird. Neunzig Prozent der Kambodschaner glauben an die Lehren des Buddhismus – immer wieder wird Behinderung als Strafe für Sünden in früheren Leben gesehen. Durch solche Auslegungen werden Behinderte noch stärker aus der Gesellschaft ausgeschlossen – an die Stelle einer mentalen oder körperlichen tritt eine soziale Behinderung. Handicap International ist seit über 25 Jahren in Kambodscha tätig – in dem Land wurden bereits viele Projekte für Menschen mit Behinderung umgesetzt, die mein Interesse geweckt haben. Aus all diesen Gründen habe ich Kambodscha als Reiseziel gewählt. Vor dem eigentlichen Start der Reise ist ein ausführliches Interview mit deutschen Vertretern der NGO Handicap International in München geplant. Die Reise selbst führt nach Phnom Penh in Kambodscha, wo Kontakt mit den nationalen Außenstellen von Handicap International aufgenommen wird. Die Hauptstadt dient als Ausgangspunkt für Reisen in die ländlichen Regionen. Sportstätten und Vereine, Schulen, aber auch Kliniken und Rehabilitationszentren sollen vor Ort besucht werden, um einen Eindruck über die Situation von Menschen mit Behinderung zu gewinnen. Der Fokus liegt auf ausführlichen Interviews mit behinderten Menschen, ihren Familien und ihrem sozialen Umfeld. Auch Ärzte/Innen, LehrerInnen und TrainerInnen sollen zu dem Thema befragt werden.


