Tamara
Tomanic
“Montenegro - ein Beispiel gelungener Abspaltung ?”Jahrgang: 1991
Wohnort: Wien
Hobbies: Laufen, Snowboarden, Photographie, Sprachen, Schreiben
Aktuelles Studium: WU Wien/ IBWL
Soundtrack für die Reise:
- Donovan Frankenreiter
- free
- Effi
- sinnerman
- ZAZ
- les passants
Lesestoff für die Reise:
- David Safier
- Mieses Karma
- Lev Nikolaevič Tolstoj
- Herr und Knecht
- Stephen Fry
- Making history
3 Dinge für die Reise:
- Notizblock und Stift
- Kamera
- mp3 Player
MOTIVATION
Jeder Auslandsaufenthalt ist ein Lernprozess. Ein Prozess des Kennenlernens und Verstehens anderer Kulturen, anderer Bräuche, anderer Sitten. Nicht selten stößt man hierbei auch auf für einen Unverständliches. Umso wichtiger ist es, diese neuen Erfahrungen mit einer Person zu erleben, die mit den Hintergründen des Landes gut vertraut ist und auch die jeweilige Mentalität versteht. Im Bereich Osteuropas trifft diese Beschreibung wohl auf niemanden besser zu als auf Wieland Schneider, der u.a. schon Interviews mit dem verstorbenen serbischen Ministerpräsidenten Đinđić, dem amtierenden serbischen Präsidenten Tadić oder auch dem derzeitigen kroatischen Präsidenten Josipović führen durfte. Einer der Gründe, die mich qualifizieren, mit Herrn Schneider auf Reisen zu gehen, ist vor allem mein Verständnis für die Kultur am Balkan. Ich bin nämlich u.a. serbischsprachig aufgewachsen und daher - die Abweichungen zur montenegrinischen Sprache sind minimal - wäre es mir möglich, mit der dortigen Bevölkerung in der Landessprache zu kommunizieren. Dies gewährt mir sicherlich einen besseren Zugang zu den Menschen und deren Geschichte. Auch der journalistische Aspekt ist ein zentrales Element der Reise. Da ich mich schon von klein auf für das Schreiben begeistere und aufgrunddessen ein Praktikum bei der Wiener Zeitung absolviert habe, wäre ich überaus erfreut, meine publizistischen Fähigkeiten im Rahmen des Projekts und an der Seite von Wieland Schneider verfeinern zu dürfen.
REISEPLAN
Krieg, Gewalt, Korruption und Rückständigkeit. Dies sind nur einige der Assoziationen, die viele West- und Mitteleuropäer mit dem Begriff Balkan, vor allem mit dem Gebiet des ehemaligen Jugoslawiens, verbinden. Die positiven Aspekte wie Gastfreundschaft, Herzlichkeit und Streben nach Fortschritt werden meist außen vor gelassen. Jedoch nicht aus Bosheit, wie ich fürchte, sondern aufgrund blanker Unwissenheit. Im Zentrum meiner Reise steht das jüngste, offiziell anerkannte Land des ehemaligen Tito- Regimes: Montenegro. Nach der für viele überraschenden Abspaltung von Serbien im Jahre 2001 waren viele Kritiker der Ansicht, der Staat wäre ohne seinen großen Bruder nicht überlebensfähig. Es wurde befürchtet, dass Crna Gora – wie das Land in der Nationalsprache genannt wird – Jahrzehnte benötigen würde, um auch nur ansatzweise mit dem Rest Europas mithalten zu können. Tatsächlich kam es jedoch anders: Der rund 14.000 km2 umfassende Staat hat innerhalb kürzester Zeit geschafft, seinen ehemaligen Mitländern wirtschaftlich zu zeigen, wie der Hase läuft. Nicht zuletzt wegen des blühenden Tourismus´ konnte die Lebensqualität gesteigert und die allgemeine Situation verbessert werden. Meine Intention ist nun, zu erforschen und zu hinterfragen, wie der Abspaltungsprozess tatsächlich vor sich gegangen ist und wie es der Bevölkerung seit 2001 ergangen ist. Sehnen sich noch manche nach dem Einheitsstaat Serbien und Montenegro, oder gar Jugoslawien zurück? War das Leben damals unbeschwerter? Oder ist der Großteil der „Crnogorci“ mit der Selbständigkeit zufrieden? Um dem auf den Grund zu gehen, wäre es mir nicht nur ein Anliegen, nationale Politiker zu befragen, sondern mich auch v.a. mit den Einwohnern direkt zu unterhalten. Da jeder Zwist bekanntlich zwei Seiten hat, wäre es ebenfalls interessant, den serbischen Standpunkt der Abspaltung Montenegros in Erfahrung zu bringen, wobei erneut die Meinung des „normalen Bürgers“ im Fokus meiner Betrachtung steht.
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