Sebastian
Wedl
“Spurensuche nach einem vergessen Konflikt, der die Söhne und Töchter Mazedoniens zur Flucht nach Westeuropa zwang.”Jahrgang: 1986
Wohnort: Wien
Hobbies: Musik, Literatur, Reisen, Sport, Film
Aktuelles Studium: FH WKO Wien/ Journalismus und Medienmanagement
Soundtrack für die Reise:
- Gotye feat. Kimbra
- Somebody that I used to know
- Bob Dylan
- Fourth Time Around (Live 1966 /Royal Albert Hall)
- Arvo Pärt
- Fratres for violin and piano
Lesestoff für die Reise:
- Asne Seierstad
- Der Engel von Grosny: Tschetschenien und seine Kinder
- Ingrid Steiner-Gashi, Dardan Gashi
- Im Dienst des Diktators. Leben und Flucht eines nordkoreanischen Agenten.
- Hertha Müller
- Atemschaukel
3 Dinge für die Reise:
- Gitarre
- Fotokamera
- Schachbrett
MOTIVATION
Als Reporter, der viel in der Welt herumkommt, ist Wieland Schneider jene Art von Journalist, von der ich meiner Meinung nach am meisten für meine Zukunft lernen kann. In meiner Traumvorstellung werde ich nämlich selbst beruflich viel im Ausland unterwegs sein, um jenen Menschen eine Stimme zu verleihen, die ansonsten kaum jemand hören möchte. Meine Begeisterung fürs Reisen konnte ich in der Vergangenheit zum Glück schon des öfteren ausleben. Zuletzt im Februar 2011, als ich in Peru eine NGO für Kinder besucht habe, deren Eltern nicht genug Geld haben um ihre Kinder selbst zu ernähren. Ich denke, dass ich die zwischenmenschlichen Eigenschaften und sozialen Kompetenzen besitze, die Menschen dazu bringen, mir zu vertrauen und mir ihre Geschichten zu erzählen. Im Gegenzug gehe ich mit Informationen natürlich sensibel um und handle nicht aus egoistischem Interesse. Meine Mitmenschen und bisherigen Arbeitskollegen kennen mich als teamfähigen, engagierten und lernfähigen Menschen und schätzen nicht zuletzt auch meine Begeisterungsfähigkeit. Für eine Reportagereise nach Mazedonien und Albanien besitze ich die notwendigen persönlichen Kontakte zu vielen Menschen aus dieser Region. Durch mehrmalige Reisen in dieses Gebiet, konnte ich schon Freundschaften knüpfen, die mir die Arbeit immens erleichtern würden (z.b. als Übersetzer, Guide...). Mit der immensen Erfahrung von Wieland Schneider und meiner noch unverbrauchten Begeisterungsfähigkeit im Gepäck, denke ich, dass Wieland Schneider und ich eine gute Reporterkombination ergeben würden und ich würde mich sehr über diese einmalige Chance freuen.
REISEPLAN
Ich möchte mich im Grenzgebiet zwischen Mazedonien und Albanien auf die Spurensuche nach einemvergessenen Konflikt machen. Mehr als zehn Jahre ist es her, dass albanische Rebellen auf mazedonischem Boden gegen die mazedonische Armee gekämpft haben. Obwohl der Kampf viele Söhne und Töchter der albanischen Bevölkerung in Mazedonien nach Mittel – und Westeuropa fliehen ließ, ist der Konflikt sowohl medial als auch zeitgeschichtlich stark vernachlässigt worden und bedarf einer gründlichen Auseinandersetzung und Aufarbeitung. Denn auch heute noch leben die christlich – orthodoxen Mazedonier und die muslimischen Albaner, die mehr als ein Viertel der mazedonischen Bevölkerung ausmachen, quasi in Parallelwelten und haben kaum etwas miteinander zu tun. Auf der Suche nach Erklärungen möchte ich mit Einwohnern Mazedoniens im Grenzgebiet zu Albanien sprechen und mit ihnen gemeinsam Schauplätze des Konflikts, wie etwa in Gostivar (Vranjovcs), Tetovo oder am Ljuboten besuchen. Auch mit Flüchtlingen möchte ich Gespräche führen über ihre Erlebnisse und was sich für sie im Leben verändert hat. Natürlich ist es von Nöten auch die Seite der Mazedonier zu Wort kommen zu lassen, um ein gesamtheitliches Bild zeichnen zu können. Vor allem ist es aber auch mein Ziel, die Folgen des Konfliktes für die Region zu analysieren. Viele von denen, die geblieben sind, leben heute von Zahlungen ihrer ins Ausland gegangenen Familienmitglieder. Und viele von denen, die gegangen sind, sind emotional noch stark an ihre alte Heimat gebunden. Umso wichtiger ist die Aufarbeitung einer Auseinandersetzung, über die kaum jemand redet, die aber immer noch in den Köpfen der Menschen vorhanden ist. Nur dann kann die Grenze in der Realität des Alltags zwischen den Bevölkerungsgruppen Mazedoniens endlich abgebaut werden.
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