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Gewinn oder Verlust - Preiskampf an der Warenhandelsbörse von São Paulo

24.02.2008 | 05:16 |  PETER BABUTZKY (DiePresse.com)

Auf dem Parkett der Bolsa de Mercadorias & Futuros ist die Hölle los. In der brasilianischen Warenhandelsbörse, direkt im Zentrum von São Paulo, dreht sich die Welt genau um zwei Dinge: Kaufen und Verkaufen. Die Broker haben ihre Krawattenknoten gelockert. Sie stehen eingezwängt in einem Pulk von Kollegen, mit der rechten Hand geben sie Zeichen zum Kaufen, mit der linken notieren sie sich die Preisentwicklung des gehandelten Gutes. Zwischen Schulter und Ohr klemmen Funktelefone, am anderen Ende der Leitung befehlen Handelsunternehmen wann gekauft werden soll. Ein unglaublicher Lärm liegt in der Luft. Die Männer schreien die Befehle ihrer Auftraggeber durch den Handelssaal. Hier regiert das Gesetz des Stärkeren - das Gesetz von Angebot und Nachfrage.

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An der Warenhandelsbörse von São Paulo wird mit der Zukunft gehandelt. Die großen Unternehmen dieser Welt müssen kalkulieren und können sich nicht auf die Preise verlassen, die zu einem bestimmten zukünftigen Zeitraum bezahlt werden müssen. So will zum Beispiel ein Ethanol-Unternehmen wissen, was es in einem halben Jahr für eine Gallone Ethanol bezahlen muss. Dazu engagiert das Unternehmen ein Handelsbüro und bietet ihm einen Preis an, den es in einem halben Jahr bereit ist zu zahlen.

Zahlen für die Zukunft

Wenn ein Kontrakt zwischen dem Handelsbüro und dem Ethanol-Unternehmen geschlossen wird, muss der Käufer zu einem vorher festgelegten Zeitpunkt, eine vorher vereinbarte Menge zu einem vorher festgelegten Preis kaufen und der Verkäufer muss unter denselben Voraussetzungen das Gut liefern. Liegt der vereinbarte Preis über dem gegenwärtigen Handelspreis macht das Ethanol-Unternehmen Gewinn, liegt der Preis darunter streicht das Handelsunternehmen die Differenz als Profit ein. Es ist das alte Spiel von Angebot und Nachfrage - von Verlust und Gewinn.

(c) Thomas Seifert Warenhandelsbörse von São Paulo

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„Die Preispolitik bei Ethanol ist von zahlreichen Faktoren abhängig: Wetter, Politik oder neuen Entwicklungen auf dem Technologiesektor. Wenn es zum Beispiel zu wenig regnet, und daher das Zuckerrohr schlechter wächst, steigt automatisch der Preis von Ethanol. Hier an der Börse bemerken wir sogar schon große Preisunterschiede während der Erntezeit von Zuckerrohr und der Zwischenerntezeit", erklärt Felix Schouchana, Leiter der Abteilung Landwirtschaftsderivate.

Noch sei das Handelsvolumen von Ethanol-Futures an der Warenhandelsbörse in São Paulo eher bescheiden. „Der Markt ist noch nicht international", sagt Felix Schouchana. „Im Gegensatz dazu wird brasilianischer Kaffe auch in New York gehandelt. Der Kaffee-Markt ist dreimal größer als der Ethanol-Markt. Noch ist zu wenig Liquidität im brasilianischen Ethanol-Geschäft, denn dieser Markt startet erst."

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