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Windkraft: Die Guillotinen der Lüfte entschärfen!

02.07.2012 | 18:32 |  JÜRGEN LANGENBACH (Die Presse)

Betreiber von Windparks rufen Forscher zu Hilfe, um das Gemetzel, das die Rotorblätter unter Vögeln – auch großen Raubvögeln wie Adlern und Geiern – und Fledermäusen anrichten, zu mildern.

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Wenn im Herbst die Geier von Spanien in den Süden ziehen – doch, das tun sie, zu Tausenden etwa bei Gibraltar –, dann droht ihnen seit einigen Jahren eine neue Gefahr: Sowohl auf spanischer als auch auf marokkanischer Seite ragen Windräder in den Himmel, bis zu 170 Meter hoch und mit Rotorblättern, die mit bis zu 270km/h die Luft zerschneiden. Und nicht nur sie. „Ich habe Geier gesehen, die einfach enthauptet wurden“, berichtet Marc Bechard in Nature (486, S.310).

Der US-Wildbiologe wurde gemeinsam mit Kollegen der Biologischen Station Doñana (Sevilla) von Windkraftbetreibern der spanischen Provinz Cadiz zu Hilfe gerufen, um die Opferzahlen zu senken. Die spanische Ornithologische Gesellschaft beziffert die Zahl der Vögel und Fledermäuse, die im ganzen Land an Windmühlen zu Tode kommen, mit sechs bis 18 Millionen. Das ist eine grobe Schätzung – und gar nichts im Vergleich zu anderen Gefahrenquellen, die Zahlen stammen aus den USA: Hauptfeind der Vögel ist die Katze (bis zu einer Milliarde Opfer im Jahr), dicht gefolgt von Hochhäusern, vor allem von nächtens beleuchteten, dann kommen Stromleitungen (175Millionen) und Automobile (80 Mio.). Da fallen die 440.000 Kadaver rund um Windmühlen kaum ins Gewicht.

 

Mit dem Wind in tödliche Fallen

Aber zum einen schießen immer mehr davon in die Höhe, und zum anderen geraten in ihre Rotoren auch stark gefährdete Arten, die weder von Katzen noch von Hochhäusern noch von Automobilen getötet werden: große Raubvögel. Am dramatischsten ist die Lage am Altamont Pass in Kalifornien, wo jedes Jahr 65 der stark bedrohten Steinadler zu Tode kommen, auch einige der letzten 226 Kalifornischen Kondore, die noch in freier Natur leben. Dort warten sie und die Adler und andere Große auf die Winde und lassen sich treiben, das macht die Windmühlen zu tödlichen Fallen. Und dort sind die Vögel das ganze Jahr, das macht die Lage schwieriger als in Cadiz.

Dorthin kommen sie nur in der Zugzeit, dann halten die Forscher die Augen bzw. Feldstecher offen und warnen die Windparkbetreiber, wenn etwas anfliegt. Dann wird die entsprechende Mühle abgeschaltet. Das braucht natürlich Zeit, hat aber doch die Opferzahlen halbiert, bei nur minimaler Einbuße an der Energieproduktion: 0,001 Prozent. Am Altamont Pass braucht es andere Lösungen, man ersetzt ausgediente Windräder durch kleinere und errichtet diese an Orten, die von den Vögeln seltener angesteuert werden.

Andernorts, in einem Windpark in Pennsylvania, lässt man die Mühlen erst dann laufen, wenn die Windgeschwindigkeiten über 5,5 Meter pro Sekunde steigen, früher begann man bei 4m/sec. Das schützt vor allem Fledermäuse, bei starkem Wind fliegen sie nicht: Ihre Verluste sind um 93 Prozent zurückgegangen, bei einer Energieeinbuße von einem Prozent. Und noch einmal an einem anderen Ort, in Florida, setzt man auf Radar zum Orten von Vogelschwärmen, vor allem bei Nebel. Bei Sichtung stellt man ab.

 

Furcht vor fossiler Konkurrenz

Das funktioniert, versichern die Betreiber, mehr noch: Die Vögel lernen, die Gefahren zu umfliegen. Unabhängige Forscher bezweifeln es und möchten die Daten sehen. Aber die Betreiber geben sie nicht heraus: Sie fürchten Klagen von Vogelschützern und, mehr noch, von Kohle-, Öl- und Gaskraftwerksbetreibern, denen die luftige Konkurrenz langsam lästig wird.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 03.07.2012)

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52 Kommentare
 
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Erst wenn die letzten Adler,Störche,Fledermäuse usw.

von Windflodern erschlagen werden,

wird es diesen Betreibern auch klar werden,

dass man diese edlen Tiere

mit ihren Öko-Strom-Förder- Geldern

nicht ersetzen kann!

Antworten Gast: UKW
06.07.2012 22:33
1 0

Re: Erst wenn die letzten Adler,Störche,Fledermäuse usw.

Ich hoffe, Sie bekommen keinen schlechten Ruf, wenn Sie sich hier als Tierfreund outen? Aber wenn man die Wahl zwischen Ökofreak und Tierfreund hat, ist der Tierfreund wohl noch das geringere Übel. Oder täusche ich mich?

P.S. Übrigens: Kompliment an den Autor! Ein knackiger Titel. "Die Guillotinen der Lüfte", das kann was.

Re: Re: Erst wenn die letzten Adler,Störche,Fledermäuse usw.

Ich bin ein Tiefreund mit vielen Haustieren

auf meiner kleinen Arche Noah,

aber kein weltfremder grüner Ökofreak,die z.B. menschenfressende Eisbärli

und Wale mehr lieben als MENSCHEN!

Antworten Antworten Antworten Gast: UKW
07.07.2012 19:25
0 0

Re: Re: Re: Erst wenn die letzten Adler,Störche,Fledermäuse usw.

Und die Sache mit den Solarmodulen am Dach stimmt auch?

Gast: Pöllemer
04.07.2012 14:02
1 12

Schlecht recherchiert,

das war vor 10 Jahren ein Thema. Heute ist das längst durch seriöse Studien (nicht durch "Beobachtungen" von Nature Journalisten) entkräftet. Selbst der deutsche Naturschutzbund, der sehr streng ist, hat da kein Problem mehr erkennen können.

Re: Schlecht recherchiert,

Der deutsche NATURSCHUTZBUND ist grün und deshalb nicht objektiv!

Antworten Antworten Gast: Humbert Kink
07.07.2012 17:14
0 3

Der Bund ist gegen Vogelschutz?

Ha ha ha, ein echt Fishhofscher Lapsus!

Gast: Niederösterreicher
04.07.2012 11:13
14 1

Daß die Windräder Todesfallen für Großvögel sind,

weiß jeder, der sich ernsthaft mit der Natur beschäftigt. Unerträglich ist auch das Geknatter der Windräder. Diese sind außerdem nicht unbedingt eine ästheätische Bereicherung der Natur, ebenso wenig wie die Solarmodule, die zunehmend die Landschaft verschandeln - von den weitaus höheren Stromkosten ganz abgesehen. Also kein Anlaß für "Grüne", uns ihre Patentrezepte für die Rettung der Welt anzudienern...


Antworten Gast: Der Steuerzahler
06.07.2012 09:04
1 4

Re: Daß die Windräder Todesfallen für Großvögel sind,

Stellma halt ein kalorisches Kraftwerk hin. Was hätten'S denn gerne? Braunkohle wäre günstig.

Ich weiß nicht, ich glaube, manche Leute denken, der Strom entsteht in der Steckdose.

Re: Re: Daß die Windräder Todesfallen für Großvögel sind,

Und das CO2 ernährt die Pflanzen in der Photosynthese.

Deshalb Kohle-Kraftwerke statt grausliche Killer-Windfloder!

Antworten Antworten Antworten Gast: baumisms
07.07.2012 01:43
0 1

Wir wissen ja alle, dass ohne Kohlekraftwerke die Pflanzen bei uns alle verkümmern würden.

Und es gäbe schon lange keine Fische mehr, hätte man nicht die Wale ausgerottet....

Antworten Gast: yoshi1
04.07.2012 23:11
0 1

Re: Daß die Windräder Todesfallen für Großvögel sind,

Stellen Sie sich einmal eine Stadt ohne Strom- und Oberleitungen vor. Wäre schick, nicht wahr? Oder wie lieblich so mancher Fluss oder so manches Tal ohne einen Staudamme wäre..

Re: Re: Daß die Windräder Todesfallen für Großvögel sind,

Sie wollen also zurück in den Urwald zu unseren Verwandten?

Auf,auf,Grünschnabel!

Auf Borneo gibt es noch genügend Bio-Öko
Steinzeitvölker ohne moderne Technologie,von denen Sie als Stammes-Mitglied gerne aufgenommen werden könnten!

Aber nur mit Wildschweinzahn oder Knochen durch die Nase gebohrt.

Aber ein großes Nasen- Piercing hilft sicher auch beim Aufnahme-Ritual.

Gast: Blöde Frage..
04.07.2012 10:04
0 4

Die Umdrehungsgeschwindigkeit ist nicht unbedingt ein maß der Effizienz...

Bei einer Umdrehung von 0.2/Minute dürfte das keine Gefahr für die Vögel bedeuten, der Verlust betrifft nur das Übersetzungsgetriebe das ohnedies Vorhanden ist, die Generatoren lieben ungleichmäßige Belastungen nicht besonders.

Antworten Gast: manchem Fisch...
23.07.2012 07:31
0 0

Re: Die Umdrehungsgeschwindigkeit ist nicht unbedingt ein maß der Effizienz...

dürfte die rasende Geschwindigkeit einen Schwindel im Kopf verursachen!

Gast: anachronist
03.07.2012 14:22
0 6

Da kann sich der "Experte" halt wieder soschön wichtig machen!


Antworten Gast: Der Experte!
04.07.2012 10:24
0 6

Re: Da kann sich der "Experte" halt wieder soschön wichtig machen!

Die Experten sagen auch immer die Atomkraft ist ganz sicher, kann Garantiert nix passieren, Windcastel, Maja, Tschernobyl und Fukshima, das waren Auslegungsstörfälle die die todsichere Technologie der AKW's nicht in Frage stellt!

Es hat auch niemals Erkrankungen durch diese Auslegnungsstörfälle gegeben, die gehäuften Erkrankungen nach derartigen Zwischenfällen sind alle nur eine zufällig Häufung die auf keinen Fall die todsichere Atomenergie zu verantworten hat!

Meine Meinung zu diesen Experten, in Tschernobyl ist man sicher bereit ein Kurhotel zu errichten, damit die Experten sich ganz real von der Gefahrlosigkeit jener todsicheren Technologie überzeugen können, das dieses Hotel dennoch keine Belegungen haben wird hat nichts mit dem Zweifel der Gefahrlosigkeit zu tun als vielmehr mit dem enormen Zeitdruck die diese Experten ausgeliefert sind um die Welt von der Gefahrlosigkeit der todsicheren Atomenergie überzeugen zu können.

Auslegnungsstörfälle, wie schön doch das Wort ist gegenüber Gau und Supergau ist, finden vor allem Sprachexperten und Psychologieexperten, derartige behübschende Worte damit sich der einfache, dumme, primitive Laie und Möchtegernquacksalber sich keine unnötigen sorgen zu machen braucht, wo doch die Experten wissen wie gefahrlos doch diese todsichere Technologie ist!

Gast: Bergli
03.07.2012 13:07
12 0

Da brauchen wir gar nicht soweit schauen...

im Mürztal wurden oberhalb der Baumgrenze auf den Bergrücken ebenfalls Windräder aufgestellt.

Seit dem gibt es kein Birkwild in diesen Gebieten mehr...

Re: Da brauchen wir gar nicht soweit schauen...

Glaube ich gerne,denn die wurden durch diese Windfloder immer wieder STARK gestört und vertrieben aus ihrem Revier und sind dann im Winter irgendwo erschöpft erfroren.

Auerwild und Birkwild ist nämlich sehr störungsempfindlich und es genügten da oft schon Langlaufloipen,um diese Rauhfußhühner in bestimmten Gebieten auszurotten,da ihre Energiereserven für den Winter durch ständige Störungen bald aufgebraucht sind.

Aber erkären Sie das mal den SELBSTERNANNTEN grünen Weltenrettern!

Antworten Antworten Gast: yoshi1
04.07.2012 23:16
1 7

Re: Re: Da brauchen wir gar nicht soweit schauen...

Willkommen zurück zum Ökobashing! So zuverlässig wie eine Kanalratte zum frisch angespülten Kadaver. Mahlzeit!

Re: Re: Re: Da brauchen wir gar nicht soweit schauen...

Was ist Ökobashing?

Aufklärung zu Vernunft gegen grüne Volksverblödung oder doch?

Gast: Georg T
03.07.2012 12:10
1 9

Naja, Nature halt.

Die Fachwelt weiß mal wieder mehr als Nature:
"Für den Zeitraum 1990 bis 2006 gibt es keinen statistisch belegbaren Zusammenhang, dass die Bestandsentwicklung von Greifvögeln durch den zum Teil massiven Zubau von Windparks in einigen Regionen Nord- und Ostdeutschlands beeinflusst wurde." siehe Studie des Michael-Otto-Institut im NABU 2006. Und der Naturschutzbund Deutschland ist sicher nicht vogelfeindlich.

Re: Naja, Nature halt.

Aber grüngläubig und Schäden durch sogenannte Alternativ-Energien werden ganz einfach ausgeblendet.

Profiteure

Die Profiteure des Öko-Förderungsschmähs wollen sich ihre fetten Gewinne auf Kosten der Allgemeinheit sicher nicht von ökologischen Argumenten mies machen lassen.

Antworten Gast: mmmh
04.07.2012 09:22
0 4

Re: Profiteure

wenn es fette gewinne gibt in dieser branche, warum haben dann alle foristen hier nicht schon längst ihr erspartes in beteiligungen investiert?

 
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