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CERN: Happy Higgs Day

04.07.2012 | 18:12 |  von Christoph Huber und Jürgen Langenbach (Die Presse)

Am Kernforschungszentrum CERN in Genf hat man das lange gesuchte Teilchen gefunden, das allen anderen erst Masse verleiht, das Higgs-Boson. Ganz sicher ist man sich allerdings noch nicht.

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"Wir haben eindeutig ein neues Teilchen beobachtet, das mit der Hypothese des Higgs-Teilchens kompatibel ist.“ Das berichtete Manfred Krammer vom Wiener Institut für Hochenergiephysik der Akademie (Hephy) am Mittwoch um elf Uhr der Presse, das berichteten zeitgleich Physiker in aller Welt: Nach bald 50 Jahren ist das Gelobte Land der Teilchenphysik – beinahe – erreicht. Deshalb waren auf der zentralen Feier in Genf auch die Propheten, fünf Physiker, die 1964 eine Lösung für eines der größten Probleme der Physik vorgeschlagen haben: für die Frage danach, woher Teilchen ihre (unterschiedliche) Masse haben, oder auch, wie die Photonen, gar keine.

Der prominenteste der fünf ist der Brite Peter Higgs (s. Porträt unten), nach ihm wurde alles benannt: Er schlug vor, dass allerorten und jederzeit ein Feld existiert – das Higgs-Feld –, mit dem Teilchen interagieren, jedes anders, daher ihre unterschiedliche Masse. Nun ist es aber in der Quantenphysik so, dass jedem Feld ein eigenes Teilchen zugeordnet ist, auch das erhielt Higgs' Namen. Aber bald kam ein Zweiter: „god-damned particle“. US-Physiker Leon Ledermann wollte 1993 damit ein Buch betiteln, in dem er beschrieb, wie schwer die Teilchen zu finden sind.

Zum einen braucht es zu ihrer Entstehung andere Teilchen, die mit extrem hoher Energie kollidieren, solche Bedingungen herrschten etwa direkt nach dem Urknall, auf der Erde gibt es sie nicht. Und zum anderen sind Teilchen extrem kurzlebig – sie zerfallen nach 3x 10–22 Sekunden –, direkt beobachten kann man sie nicht, man kann nur aus ihren Zerfallsprodukten auf sie schließen.

Um beide Hindernisse zu überwinden, ging das Europäische Kernforschungszentrum CERN (Genf) 1996 an den Bau der größten und komplexesten Maschine, die je gebaut wurde, drei Milliarden Euro mussten mobilisiert werden. Dazu machten sich manche Proponenten einen dritten Namen des Mirakels zunutze: Ledermanns Verleger hatte aus dem geplanten Buchtitel das „damned“ gestrichen, nun ging es um nichts Geringeres als das „Gottesteilchen“.

2008 lief die Maschine – der Teilchenbeschleuniger LHC – an, stark angefeindet von Kritikern, die sich ihrerseits aus dem religiösen Fundus bedienten und die Apokalypse an die LHC-Wand malten: Statt des Gottesteilchens werde ein schwarzes Loch entstehen und die Erde verschlingen. Dazu kam es nicht, aber ein Teil der Anlage explodierte, erst 2010 ging die Arbeit los, an den Detektoren. Die sitzen dort, wo die beschleunigten Teilchen kollidieren, der eine heißt CMS – hier beobachten auch Hephy-Mitarbeiter –, der andere Atlas. Sie suchen Zerfallsprodukte von Higgs-Teilchen, etwa Photonen.

 

Entdeckt? Nein, nur beobachtet!

Aber diese entstehen auch durch andere Prozesse. Man muss also Higgs-Signale vom Hintergrundrauschen unterscheiden, und zwar fein. Die Grenze heißt „5 Sigma“, sie gibt die Fehlerwahrscheinlichkeit an, erst ab 5 ist man auf der sicheren Seite. „Wir sind bei 4,9“, berichtet Robert Schöfbeck (Hephy), „die Kollegen von Atlas bei fünf.“

Aber ganz sicher, dass die Teilchen, deren Spuren sie gefunden haben – und die eine Masse von von 125 Gigaelektronenvolt haben – wirklich Higgs-Bosonen sind, sind sie nicht, das zeigt eine Feinheit der Semantik: Die Teilchen wurden „beobachtet“ („observation“), nicht „entdeckt“ („discovery“). Darauf bezog sich am Vortag schon ein unermüdlicher Skeptiker, Peter Woit (www.math.columbia.edu/~woit/blog): „Wird das ,D‘-Wort gebraucht werden? Das ist ein bisschen eine närrische Frage. Der 4. Juli 2012 wird als Tag der Entdeckung in die Geschichte eingehen, ganz gleich, ob das Wort fällt. Er wird der Happy Higgs Day.“

Neues Elementarteilchen

Ein Teilchen mit einer Masse von 125 Gigaelektronenvolt ist erstmals beobachtet worden, wie Physiker am Kernforschungszentrum CERN am Mittwoch bekannt gaben. Alle bisherigen Resultate stimmen mit den Erwartungen für das lange gesuchte Higgs-Boson überein, das als einziges Elementarteilchen noch nicht nachgewiesen ist. Es müssen aber erst mehr Daten ausgewertet werden, um Sicherheit zu haben.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 05.07.2012)

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313 Kommentare
 
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Gast: ubutoy
16.07.2012 22:16
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jetzt hama wieda gschummelt!

und die nlp-betrugsstory is auch virtuell verschwundibus.

na sowas! ;-)))

Antworten Gast: Analyst 829
06.08.2012 02:46
0 0

Re: jetzt hama wieda gschummelt!

Geschummelt ist vielleicht das falsche Wort. Die haben wirklich geglaubt, es gäbe ein Higgs-Teilchen, aber es gibt so etwas eben nur scheinbar in einer Ähnlichkeit von maximal 99,999...98 zum mathematischen ideal.

Keiner, aber wirklich keiner in CERN will kapieren, dass mathematische Formeln NICHT die Realität widerspiegeln. Nur wenn eben 1 hoch 100 mal auf A immer B gefolgt ist, kann man nie mit Sicherheit sagen, dass beim nächsten Versuch nicht auf A eben C folgt oder A+. Was schief gehen kann geht irgendwann eben schief. Das Schiefgehen kann natürlich auch scheinbar etwas Positives sein und scheinbar z. B. ein Higgs-Teil hervorbringen, dass dann doch wieder natürlich kein Higgs-Teil war.

Nur wenn man die Null in die Formeln einsetzt, hat man immer ein richtiges Ergebnis und daher ist in Wahrheit alles inexistent und daher brauche ich auch gar kein Higgs-Teilchen unbedingt um die Masse zu erklären.

Jedes Teil ist immer wieder teilbar, das besagt die Logik, denn nur so komme ich zur sicheren Basis von Null, die man eben in beliebigen positiven und negativen Teilen darstellen kann.

Nach 3 Billionen Versuchen etwas zu finden, dass einem Higgs-Teilchen ähnlich ist, ist eben eine Folge eines ganz anderen Gesetzes, nämlich jenem, dass die Soziologie kennt, wonach Vorhersagen, den Ausgang beeinflussen. Z. B. Die Schweigespirale: Sagt man, dass mehr Produkt A wählen als B, so nehmen mehr Produkt A, sagt man dass mehr Partei A wählen als B, so wählen mehr Partei A...

Man kann wirklich nur an alle Journalisten und Wissenschaftler am Forschungszentrum Cern appelieren...

...das Higgs-Boson nicht als "Gottesteilchen" zu bezeichnen. Der Begriff "Gottesteilchen" verleite meiner Meinung nach zu dem Missverständnis, das Geheimnis der Schöpfung könne mit der Wissenschaft und dem menschlichen Verstand irgendwann völlig erklärt werden.

Doch Gott lässt sich eben nicht auf ein Elementarteilchen reduzieren. Der Begriff "Gottesteilchen" lasse somit vielmehr den Eindruck entstehen, die Wissenschaft strebe an, die Schöpfung im Labor nachbauen oder Gott wie auf dem Seziertisch analysieren zu können.

Antworten Gast: uburoi
16.07.2012 22:20
0 0

Re: Gott?

de mär is over since ca 1975 mitsammt dem verdammten particle.

das ist aber kein grund gott aggressiv anzubeten.

Gast: Zeppelin II
06.07.2012 11:26
2 1

Völlig klar, dass Gott eine unsinnige Fantasiegestalt ist


Die Entdeckung des Higgs-Bosons ist viel interessanter, als die öde Frage nach einem Gott.

Gast: soleil
05.07.2012 21:59
2 1

es gibt keinen gott

wieso nennen diese träumer das higgs teilchen- gottesteilchen- mag sein , daß es dieses teilchen gibt aber gott gibt es keinen. man sollte also bei der namensgebung dieses teilchen den namen higgs berücksichtigen.

Antworten Gast: IC
06.07.2012 10:07
1 1

Allaussage

"Es gibt keinen Gott"

Beweisen Sie das mal!

Antworten Antworten Gast: Fatalist
08.07.2012 21:08
0 0

Re: Allaussage

Ich kann mit Sicherheit sagen, dass es die Götter die sich der Mensch geschaffen hatt nicht gibt!
Ansonsten halte ich es mit Sokrates der gesagt haben soll: "Ich weiß dass ich nichts weiß!"

Re: Allaussage

Es gab und gibt

unzählige VIRTUELLE Götter und Göttinen

in den Köpfen der Menschen.

Viele,

wie z.B. Ammun,Isis,Zeus,Hera,Artemis,

Jupiter,

Juno,

Wotan,
Freya usw.

sind aber schon lange ausgestorben.

Re: Allaussage

"Es gibt einen Gott"

Beweisen Sie das mal!



So kommen wir nicht weiter. Sinnvollerweise geht man aber von der Nichtexistenz eines Objektes aus, bis dessen Existenz bewiesen ist. Siehe Russel'sche Teekanne und so.

Antworten Antworten Antworten Gast: Linker Pirat
07.07.2012 10:24
0 0

Re: Re: Allaussage

Dann gehe ich auch von der Nichtexistenz von ihnen aus bis sie mir das beweisen können.
Aber weil es sie jetzt nicht gibt können sie mir auch nix beweisen.
Nix außer der Existenz der Existenz lässt sich beweisen, zusammen mit ihrer Teekanne muss ich annehmen, dass ich das einzige intelligente Objekt bin und alles andere nicht existiert.
Und wenn sie nicht an Gott glauben, Kopie könnten sie dann an SOWAS glauben?

Solipsismus

Ich bin mir jetzt nicht ganz sicher, ob sie jetzt mir vorwerfen, Solipsismus zu betreiben oder ihm selbst anhängen.

Und ja, mit "Ich denke, also bin ich" allein macht man noch keine großen Sprünge.

Nö, aus die Solipsismus-Phase bin ich im Gymnasium kurz eingestiegen und gleich wieder ausgestiegen. Ich bin Evidentialist.

Antworten Antworten Antworten Antworten Gast: Ösi
07.07.2012 13:40
2 0

Re: Re: Re: Allaussage

Ach, Ihre Krankheit werter linker Pirat nennt man Solipsismus!

Tschüssi

Antworten Antworten Antworten Gast: lavater
06.07.2012 22:49
1 1

Re: Re: Allaussage

Sinnvollerweise gehen wir einmal von der eigenen Existenz (cogito ergo sum) und der Existenz des Weltalls aus.

Da nach dem Energiesatz Materie und Energie nicht erzeugt werden können aber das Vorhandensein von Materie diesem Satz widerspricht, müssen Sie unbedingt annehmen, dass ein allmächtiger Gott uns und unser Weltall aus dem Nichts erschaffen hat.
Die Frage: "Wer hat Gott erschaffen", stellt sich nicht, da nur ein ewiger, allmächtiger Gott das Weltall erschaffen kann.
Das ist jetzt nur eine Argumentation für einen Theismus, ein Christ hat natürlich noch wesentlich mehr Gründe an den Herrn Jesus Christus zu glauben.


Antworten Antworten Antworten Antworten Gast: Grummelbart2
09.07.2012 09:42
0 0

Re: Re: Re: Allaussage

Der Ansatz "Materie kann nicht aus dem nichts entstehen" ist natürlich ein interessanter. Deswegen auf einen gott zu schließen ist auch durchaus einleuchtend (ignoriert aber, dass es ansonsten keine Hinweise auf einen solchen gibt).

Aus dieser einen Frage jedoch den Rückschluss zu ziehen,d ass dieser eine Gott genau der christlich-biblische ist, und sich dieser Gott vor tausenden Jahren irgendwelchen Kameltreibern in der Wüste offenbarte, ihnen Regeln gab, nach denen sie für alle Zeioten zu leben haben - das ist der Teil, der extremst gewagt ist.

Re: Re: Re: Allaussage

Wer ist Ihr allmächtiger Gott?

Der große Manitou mit oder ohne Schuh?

Stichhaltige Argumentation! Ich bin überzeugt!

Und zwar davon, dass das hier nicht der echte Lavater ist.

Antworten Antworten Gast: Korrektur!
06.07.2012 11:20
0 1

Re: Allaussage


Irrtum, dass es etwas nicht gibt, ist keine Allaussage, sondern eine singuläre Aussage und eine solche kann man sehrwohl beweisen, eben auch deren Nichtexistenz.

Gott ist ein abstruses Konstrukt, eine Art Megaübermensch, ein Fantasieprodukt.

Antworten Antworten Antworten Gast: IC
06.07.2012 11:56
1 0

Mein Gott

Gar gscheid sind Sie nicht, oder?
Die Frage nach der Existenz Gottes ist nicht beweisbar, weil es auserhalb unserer Erkenntnis liegt.
Unter Allaussage verstehe ich einen nicht zu verifizierende Aussage, und Gott fällt für mich in diesen Bereich.
Man spricht deshalb von Glaube.

Wenn Sie mir aber einen Beweis bzw. Gegenbeweis hier führen wollen, dann wäre ich Ihnen sehr verbunden.

Gott fällt für mich in den Bereich der Mystik und die Mystik ist ein Produkt der Kultur.

Antworten Gast: jgh
06.07.2012 09:51
1 0

Re: es gibt keinen gott

wenn es keinen Gott gäbe, müßte man ihn erfinden

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Es gibt sehr wohl einen Gott! Oder was gklauben Sie wer sonst die Welt erschaffen hat?


Re: Es gibt sehr wohl einen Gott! Oder was gklauben Sie wer sonst die Welt erschaffen hat?

Wotan,Zeus,Jupiter,Baal,Brahma,Vishnu,
Allah,...........................................................?

Wer hat Sie erschaffen?

Vielleicht sogar ein indischer Affengott?

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Re: Re: Es gibt sehr wohl einen Gott! Oder was gklauben Sie wer sonst die Welt erschaffen hat?

Vielleicht war es sogar Ihr Busenfreund, dass Grüne Urgestein Alexander van der Bellen.

Antworten Antworten Gast: Ibis 33
06.07.2012 11:24
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Re: Es gibt sehr wohl keinen Gott!

Sind sie in psychiatrischer Behandlung, Krash?

Gast: lavater
05.07.2012 14:11
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Huachz amoi zua: Der Atheismus mag zwar einer der großen Weltreligionen sein, aber ein Atheist glaubt, dass es...

...dass es keinen Gott gibt. Dieser Glaube kann unterschiedlich ausgeprägt sein. Viele Menschen, die sich Atheisten nennen, leben in der Illusion, an nichts zu glauben. Das sind jedoch die Agnostiker.

Atheisten gibt es seit es die anderen Arten von Gläubigen gibt. Ohne den Glauben der anderen ist der Glaube des Atheismus nicht möglich und das ist auch schon das Problem des Atheisten. Er lebt in einer ungeliebten Zwangssymbiose mit den Religionen, denn ohne diese würde sich seine Identität in eben jenes Nichts auflösen an das er glaubt.

Vielleicht schielen Atheisten deshalb immer mit eifersüchtigen Augen auf den glücklichen Gläubigen.

Sapere aude

Sapere Aude?

Ich gebs zu, ich antworte mittlerweile schon etwas reflexartig auf lavater, aber ...

Einen Sermon gegen Atheismus mit dem Wahlspruch der Aufklärung zu unterschreiben? Ich zweifle schon stark an der Authentizität dieses Lavaters.



Trololo.

 
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