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Der Jugend ist das österreichische Deutsch powidl

07.07.2012 | 18:30 |  von Veronika Schmidt (Die Presse)

Die junge Generation verwendet zu einem Drittel bundesdeutsche Bezeichnungen. Typisch österreichische Ausdrücke werden wenn, dann nur mündlich verwendet. Auch Präpositionen ändern sich.

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Am Freitag fraß sie sich durch fünf Apfelsinen. Aber satt war sie noch immer nicht“, steht im Kinderbuch „Die kleine Raupe Nimmersatt“. Wenn Österreicher ihren Kindern vorlesen, sagen sie nicht „Apfelsinen“, sondern „Orangen“. Peter Wiesinger, emeritierter Professor der Sprachwissenschaft der Uni Wien warnt davor, dass die Übersetzungen von Kinderbüchern mit ein Grund sind, warum die österreichische Variante des Hochdeutsch immer weiter zurückgedrängt wird: „Sogar Kinderbücher, die in Österreich hergestellt werden, verwenden bundesdeutsche Ausdrücke. Auch das Kinderfernsehen, das man in Österreich empfangen kann, wird großteils in Deutschland produziert.“ Wiesinger macht die „globalisierte Umwelt“ dafür verantwortlich, dass die junge Generation den Unterschied zwischen Norddeutsch und Süddeutsch, zu dem das Österreichische zählt, immer weniger bewusst erlebt. Um die Schriftsprache der heimischen jungen Leute zu erkunden, hat er nun erstsemestrige Germanistik-Studenten befragt, welche Ausdrücke sie verwenden.

„Das österreichische Deutsch wird als eine Variante der Schriftsprache verstanden“, sagt Wiesinger: „Dialekte gibt es freilich überall, die sollten hier nicht überprüft werden, die fließen in die Umgangssprache ein. Aber die Schriftsprache ist in Österreich einheitlich, und nicht alles, was man mündlich verwendet, schreibt man auch.“ Und tatsächlich zeigte die Auswertung der Fragebögen, dass im Schnitt ein Drittel der Befragten bundesdeutsche Varianten statt der österreichischen verwendet. So war etwa ein Bild zu sehen, auf dem ein Mann Stiegen hinaufgeht. Daneben stand: „Was tut dieser Mann?“ Viele schrieben „Er geht die Treppen hinauf“, das „hinauf“ ist österreichisch. Doch ein Drittel der Teilnehmer nannte das Wort „Treppe“ statt Stiege. Nur wenige nutzten die bundesdeutsche Variante doppelt und schrieben „Er geht die Treppe hoch“. Weiters nannte etwa ein Drittel der Befragten einen Buben einen „Jungen“, den Aufzug „Fahrstuhl“ und die Schulnote „eine Eins“ statt „einen Einser“.

Weniger eingebürgert scheint dafür die deutsche „Kasse“ statt der österreichischen „Kassa“, und der Ausdruck „Marille“ ist bisher gar nicht „gefährdet“. „Aber die Präpositionen ändern sich“, sagt Wiesinger. So schwindet das österreichische „Sie kommen auf Besuch“ und weicht dem norddeutschen „zu Besuch“. Auch in „Ich habe auf deinen Geburtstag vergessen“ fällt das „auf“ immer öfter weg. „Man merkt, dass den Menschen der Dialekt als Korrektiv fehlt“, sagt Wiesinger. „Im Dialekt geht man ,auf Besuch‘. Doch gerade im städtischen Bereich, allen voran in Wien, geht der Dialekt bei jungen Leuten verloren.“ Genau deswegen befragte Wiesinger die Studierenden: Um den Sprachwandel aufzuzeigen, in „der Generation, die auch in 20 Jahren noch diese Ausdrücke verwendet“.

Eine ähnliche Studie lieferte Oldřich Břenek von der Palacký-Universität im tschechischen Olmütz: Im Rahmen seines PhD-Abschlusses in Germanistik befragte er 103Teilnehmer aus ganz Österreich aus unterschiedlichen sozialen Schichten, welche Ausdrücke sie schriftlich verwenden und welche mündlich. Seine Liste umfasste 80 Wortpaare wie „Powidl – Pflaumenmus“, „Eierschwammerl – Pfifferlinge“ oder „Krügerl – Bierglas“ etc.: Viele stammen aus der Liste des „Protokolls Nr.10“, das beim EU-Beitritt Österreichs bekannt wurde („Über die Verwendung spezifisch österreichischer Ausdrücke der deutschen Sprache im Rahmen der Europäischen Union“), einige fügte Břenek selbst hinzu, da ihm Ausdrücke wie Bim, Fiaker und Trafik als Austriazismen aufgefallen waren.

„Es gibt Ausdrücke, die sowohl die junge als auch die ältere Generation in der Alltagskommunikation stark verwendet: Marillen, Kipferl, Schlagobers, Trafik, Stiegenhaus oder Lokal“, so Břenek. Doch Wörter wie Erdäpfel, Kukuruz, Paradeiser oder Stamperl werden von der jungen Generation nur mehr mündlich verwendet, während ältere Teilnehmer dies noch als Schriftsprache angeben.

Die Wahl der Bezeichnungen war auch vom Bundesland abhängig: „In Wien werden viele österreichische Ausdrücke in der mündlichen und schriftlichen Kommunikation verwendet. Hier tauchen sogar Wörter auf, die in anderen Bundesländern gar nicht gebraucht werden, wie Paradeiser oder Eiskasten.“ Vorarlberger hingegen bevorzugen in vielen Fällen bundesdeutsche Ausdrücke wie Mais, Blumenkohl, Abendbrot, Pilz oder Schlagsahne. Teilnehmer mit Universitätsabschluss tendieren im Gegensatz zu jenen mit einem weniger hohen Abschluss eher zum mündlichen Gebrauch und würden Wörter wie Hendl, Bim, Kasten oder Stamperl nicht schriftlich verwenden.


Sprachliche Unsicherheit. „Man müsste schon in der Schule den Leuten bewusst machen, welche Ausdrücke österreichisch sind: Es wird zwar das ,Österreichische Wörterbuch‘ verteilt, aber kein Lehrplan sieht das österreichische Deutsch als Thema vor“, sagt Peter Wiesinger. Viele seien sprachlich unsicher und wählen zur Vorsicht die bundesdeutsche Variante: „Quasi, weil sie meinen, die Deutschen reden besser als wir.“ Mit dem Unterschied zwischen Deutschland und Österreich hat sich auch Klaus Geyer vom Institut für Sprache und Kommunikation der Universität Odense in Dänemark beschäftigt. Der gebürtige Nürnberger hat den österreichischen Erfolgsfilm „Indien“ analysiert, und zwar die DVD, die in Deutschland auf dem Markt ist. „Da steht drauf: ,Österreichische Originalfassung mit teilweise hochdeutschen Untertiteln‘“, sagt Geyer. „Doch es ist unheimlich wenig untertitelt, insgesamt maximal drei Minuten.“

Einige Austriazismen werden übersetzt: „bochen“ als „gebacken und paniert“, „leiwand“ als „super“. Doch die Wörter werden nur beim ersten Mal untertitelt, danach sollte der Seher es gelernt haben. „Manchmal steht dabei, welches Wort übersetzt wird. Sonst scheint einfach die Übersetzung auf, dann muss man selbst herausfinden, welches gesprochene Wort gemeint ist.“ Geyer testete den Film an norddeutschen Kollegen: „Die Untertitel halfen nicht viel“. Er schließt daraus, dass diese Art der Untertitelung in derselben Sprache nur dazu dient, das Regionale, das Österreichische auf dem deutschen Markt zu betonen. „Es ist zu unsystematisch, um dem Verständnis zu dienen“, so Geyer. Ähnlich wurde kürzlich der TV-Film „Der Aufschneider“ mit Josef Hader im deutschen Fernsehen gesendet: Auch hier waren nur einzelne Ausdrücke in hochdeutscher Übersetzung angezeigt. „Vom wissenschaftlichen Standpunkt sind das keine guten intralingualen Untertitel bzw. müsste man intervarietätlich sagen, es betrifft ja zwei unterschiedliche Varietäten des Deutschen“, sagt Geyer.

Über die Begriffe Varietät, Dialekt oder Standardsprache hat auch Břenek die Österreicher befragt: Nur 15 Prozent sehen ihre Muttersprache als Dialekt, 63 Prozent kreuzten an, dass „österreichisches Deutsch kein Dialekt ist“. Zweitere konnten noch genauer die heimische Sprache einschätzen: Die meisten (23%) beschrieben diese als „Standardsprache in Österreich, österreichisches Deutsch“ und 15 Prozent als „Varietät des Deutschen“. „Das zeigt doch ein hohes Sprachbewusstsein der Österreicher“, sagt Břenek.

Österreichisches Deutsch ist
eine Varietät (sprachliche Besonderheit) der hochdeutschen Schriftsprache.

Standardsprache ist jene, die geografisch am weitesten akzeptiert wird. Das „Österreichische Wörterbuch“ wird an heimischen Schulen in der 41. Auflage genutzt.

Als Austriazismen bezeichnet man den Wortschatz, der im restlichen Sprachgebiet als typisch österreichisch wahrgenommen wird. 23 Begriffe wie Erdäpfel, Eierschwammerl, Ribisel oder Powidl wurden beim EU-Beitritt Österreichs im Protokoll Nr. 10 festgehalten, die parallel zu den deutschen Bezeichnungen zu verwenden sind. Es gibt weit über 500 Austriazismen.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 08.07.2012)

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354 Kommentare
 
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Gast: Kneisser
28.08.2012 23:43
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unverwechselbare Individualität

Die Gesamtheit der standardsprachlichen Differenzen zwischen dem in Österreich und dem in Deutschland verwendeten Deutschen, die sich in Form von Merkmalen an einzelnen Wörtern festmachen lassen, mag auf den ersten Blick nicht groß genug sein, um von einem "österreichischen Deutsch" zu sprechen. <b>Dennoch sind es diese Unterschiede – dazu kommen Nuancen im Sprachverhalten –, die dem Deutschen in Österreich eine unverwechselbare und nicht austauschbare Individualität verleihen und von denen jene sprachliche Atmosphäre ausgeht, an der sich etwa literarische Texte österreichischer Herkunft als solche erkennen lassen</b>.
Greil, Josef; Wolkerstorfer, Andreas / Wortprofi. Österreichisches Schulwörterbuch / R. Oldenbourg, Wien

Gast: Melanogaster
20.07.2012 23:08
0 0

Die Hannover - Mär

Habe 16 Jahre in Hannover im bildungsbürgerlichen Milieu verbracht. Hannöversch ist mitnichten das schönste Deutsch! Die Vokale sind sehr abgeschwächt, "r" wird meist vaschluckt, zwischen Kürsche und Kürsche ( Kirche / Kirsche ) kann man nur auch dem Zusammenhang unterscheiden, man fährt mit dem Ratt ins Batt u.s.w. Im Umland wird Platt gesproken, in der Jugendsprache breitet sich ein "Balinarüsch" aus.
Allerdings; Fall- und Grammatikfehler wird man auch im Alltag nur selten hören. Ausnahme: Zeitenfolge.
Erfahrung: Ein wienerisch gefärbtes Österreich- Deutsch wird gut verstanden und gerne gehört.
Ausnahme: "Zizerlweis" tönt zweideutig.

Leider wurde ...


.. mein Leserbrief ("Posting") in der "Presse" gelöscht. Ich stimmte darin diesem Artikel und meinem Kollegen Wiesinger zu, vermerkte aber, dass viel "Österreichisches" im ganzen süddeutschen Raum üblich ist und Österreich in sich nicht einheitlich ist (was gewisse Kreise nicht gerne hören bzw. nicht zur Kenntnis nehmen wollen). Und verwies auf meine Seiten im Internet.

Am 15. Juli ist in der "Presse" ein Leserbrief zum Wort "Bim" für "Straßenbahn" abgedruckt. Dieses Wort ist keineswegs "altwienerisch", sondern ziemlich jung. M.W. ist es erst nach meiner Übersiedlung nach Klagenfurt (1972)
aufgekommen. In meiner Jugend sagte die ältere Generation meist "Tramway" (mit Leseaussprache!) oder (seltener) "Elektrische", die jüngere ausschließlich "Straßenbahn". Hier zeigt sich eben der Sprachwandel.
Weiters ist festzustellen, dass sogenannte "bundes- (früher: reichs-) -deutsche" Ausdrücke unter bestimmten Bedingungen auch in Österreich üblich sind, wie "Treppenwitz" (nicht "Stiegen-"), "Strich-/Hitlerjunge" (nicht "-bub/-bursch"), "keinen Pfifferling wert" (nicht "Eierschwammerl") usw. usw.


Gast: Ja, bitte? Mit wem spreche ich?
14.07.2012 02:19
0 1

Wenn mich in der Arbeit die steyrischen Arbeitskollegen fragten: Wo ist der und der und ich sagte der ist "oman" bekammen sie immer einen halben Lachkrampf!


Re: Wenn mich in der Arbeit die steyrischen Arbeitskollegen fragten: Wo ist der und der und ich sagte der ist "oman" bekammen sie immer einen halben Lachkrampf!

"oman" = oben


bundesdeutsch?

Als Baden-Württemberger bin ich einigermaßen verwirrt. Apfelsine sagt hier kein Mensch. Allerdings kenne ich es als Beschriftung diverser Erzeugnisse aus Norddeutschland (Orangensaft von Valensina). Das klingt für Süddeutsche aber extrem exotisch, genau wie "Sonnabend" für Samstag. Andererseits klingt "Die Treppe hoch" für mich extrem umgangssprachlich und schlecht. Für mich ist "hinauf" gutes Deutsch und nicht speziell österreichisch. Stiege verstehe ich, klingt für mich aber etwas altmodisch. Ein einheitliches "bundesdeutsch" gibt es jedenfalls nicht.


"Treppenwitz" oder "Stiegenwitz"?

Eine aus Stufen gebildete Verbindung zwischen zwei Ebenen heißt im oberdeutschen Raum – also auch in Österreich – zumeist nicht
„Treppe“, sondern „Stiege“. Dennoch wird hier ein Einfall, den man erst beim Weggang hat, und ein Vorfall, der wie ein schlechter Scherz wirkt, nicht „Stiegenwitz“, sondern wie im nord- und mitteldeutschen Raum „Treppenwitz“ genannt. Auf einer höheren Begriffsebene ist eben die deutsche Sprache recht einheitlich!

Gast: stella 1
11.07.2012 18:53
2 0

Dialekte in Österreich

Im österreichischen Sprachraum spricht man mittelostbairischen Dialekt, und alemannisch - und die Hochsprache. Trotz aller Unkenrufe behaupten sich unsere Dialekte und werden immer noch fleißig gesprochen. Wir wären sehr arm, wenn wir uns nur des Hochdeutschen bedienen könnten, denn die Dialekte eröffnen uns ein weiteres, sehr großes Spektrum an Ausdrucksmöglichkeiten, die uns die Schriftsprache nicht bietet. Damit unsere schönen Dialekte mit sehr alten Wurzeln nicht vergessen werden, habe ich 17 Jahre im nö Sprachraum geforscht und mehr als 19.000 Ausdrücke gesammelt, diese mit fast 1.000 Zeichnungen versehen und in einem 800 Seiten starkem Buch mit dem Titel "sou redn mia dahoam" herausgebracht. Wie viele wissen was z.B. ofexna, Dogga, Nawinga oder geh tua ma des ned ongenzn heißt. - Diese und tausende alter Ausdrücke zu vergessen, wäre absolut schade und ein großer Verlust. Wir können stolz sein, dass wir noch eine so schöne Zweitsprache haben und sollten diese hegen und pflegen. Es ist etwas sehr Wertvolles, was wir da von unseren Vorfahren geerbt haben.

Antworten Gast: Derffa
12.07.2012 12:28
0 0

"mittelostbairischen Dialekt"

gibt es nicht. Und ausserdem gehören nur einige altüberlieferte Mundarten (die nur noch wenige alte Bauern sprechen) zum Bairischen. Die österreichische Schriftsprache, um die es hier geht, hat damit nichts zu tun.

Re: "mittelostbairischen Dialekt"

Gemeint ist der ostmittelbairische Dialekt.
Leider hat stella 1 den südbairischen Dialekt nicht erwähnt.

Antworten Gast: Young an good
11.07.2012 21:56
0 3

Re: Dialekte in Österreich

Schon wieder jemand, der Hochdeutsch und Schriftdeutsch in eine Topf wirft.
Hochdeutsch ist akzentuiertes Deutsch, das am perfektesten im Großraum Hannover gesprochen wird.
Schriftdeutsch ist, wie der Name schon sagt, "nach der Schrift" gesprochenes Deutsch, wirkt künstlich, langweilig und irgendwie als ob Volksschüler vorlesen.
Und was daran schade sein soll, wenn alte Ausdrücke vergessen werden, das fragen Sie einmal die Jugend. Die wird Ihnen dann erklären, was sie davon hält.
Manche Dinge verschwinden eben im Laufe der Zeit. Und wenn Sie jungen, modernen, aufgeschlossenen Menschen mit "ongenzn", "ofexna" und solch Gram kommen, werden sie nur verständnisloses Hohnlachen ernten.
Aber vielleicht wissen sie das eh und wollten hier nur die Werbetrommel für Ihr Buch schlagen, weil das bisher von nur wenigen Leute gekauft wurde.

Re: Re: Dialekte in Österreich

Das mit Hannover halte ich auch für ein Gerücht. Es ist so, dass der einheimische Dialekt "ostfälisch" bereits vor längerer Zeit sehr stark zurückgedrängt wurde. Mittlerweile gilt das aber auch für andere Ballungsgebiete. Aber auch die Hannoveraner haben nach wie vor ihre Eigenheiten. Ich sage nur "Guten Tach".

Antworten Antworten Gast: stella 1
11.07.2012 22:42
0 0

Dialekte in Österreich

@Young an good: Nicht alles ist immer gut, nur weil es jung ist.
Zusätzliches zu wissen und zu kennen ist nie belastend.
Hier die Werbetrommel für mein Buch zu schlagen ist nicht notwendig. Es hat sich besser verkauft, als erwartet. Vor allem junge Leute waren sehr daran interessiert.
Ich habe mich lediglich an der Diskussion beteiligt, weil mich die Thematik interessiert.

Re: Re: Dialekte in Österreich

"...und solchen Gram kommen..." - Bitte, was ist "Gram"?

Gram = dauernde tiefe Betrübnis über jemanden oder etwas

Kram = 1. nicht näher bezeichnete (unnütze, wertlose) Gegenstände, Sachen, Zeug
2. nicht näher bezeichnete Angelegenheiten, die (zur Erledigung) anstehen

Nachsatz:

Wörter bitte nur verwenden, wenn man auch weiß, wie man sie schreibt.

Re: Dialekte in Österreich

Wo kriegt man denn Ihr Buch? Ich sammle nämlich ebenfalls Dialektausdrücke.

Antworten Antworten Gast: Terha Huim
12.07.2012 12:31
0 0

SIE werden sich da schwer tun.

Das Buch ist nämlich vom ÖGB-Verlag.

Antworten Antworten Gast: stella 1
11.07.2012 22:15
0 0

Re: Re: Dialekte in Österreich

@DieSenferin: Danke für Ihr Interesse. Mein Buch bekommt man in jeder guten Buchhandlung - ISBN 978-3-7035-1465-4. Es ist ein Buch zum Schmökern und Schmunzeln (mit einem Daumenkino in der Fusszeile).

0 1

Macht

Das ist die Macht des Internets!

Gast: Doröbirar
11.07.2012 09:10
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Vorarlberger hingegen bevorzugen in vielen Fällen bundesdeutsche Ausdrücke wie Mais, Blumenkohl, Abendbrot, Pilz oder Schlagsahne.

Ist mit neu, dass die Vorarlberger die Wörter Mais und Abendbrot oder Schlagsahne in ihrem Sprachschatz haben.

Mais = Türka (Türkenkolben)
Abenddbrot = Znachtessa (südvorarlberger.) Znachtessö (Rum Dornbirn)
Schlagsahne = Rahm

Pilz und Bluomakohl geht in Ordnung.

Antworten Gast: BregenzerWald
11.07.2012 21:58
0 0

Re: Vorarlberger hingegen bevorzugen in vielen Fällen bundesdeutsche Ausdrücke wie Mais, Blumenkohl, Abendbrot, Pilz oder Schlagsahne.

Schon mal was von Alemannisch gehört :-))

Gast: Luzifer
10.07.2012 15:21
1 0

Wieviele deutsche Standardsprachen soll es geben?

Unlängst konnte man in der Gebrauchsanweisung eines elektronischen Gerätes folgende "Sprachangebote" wählen: Österr.-Deutsch, Deutsch-Deutsch, Elsässisch, Luxemburgisch... nur auf das Schweizer Deutsch hat man offensichtlich vergessen!

Was soll`s? will man im Zeitalter der Standardisierung und einheitlicher Maße allein für das deutsche Sprachgebiet mindestens 5 selbständige Sprachen einführen? Welche Kostenvorteile verspricht man sich davon? Für die Franzosen gibt es keine Minderheitenförderung, für die ist "Elsässisch" lediglich ein Patois, also ein lokaler Dialekt, mit dessen Äufwertung man ddas Deutsche in Frankreich zurückdrängen will. Für die Betonung ihrer Selbständigkeit haben die Luxemburger ihren moselfränkischen Dialekt durch Begriffe aus der französischen Gesetzestechnik zur eigenen Sprache "aufgewertet". In Österreich liegen die Dinge doch ein wenig anders: Noch im 20.Jh war Österreich das Zentrum dt. Katholizismus. Die bayr.Österr. Sprachvariane ("Schönbrunner Deutsch") strahlte bis nach S-Deutschland aus. Diese Ausstrahlung ist mit der zunehmenden Bedeutungslosigkeit des neutralen Österreichs erloschen. Auch wenn sich frühere sozialistische Regierungen sehr um die Aufwertung des Wiener Arbeiter-Dialekts bemüht haben (sogar eine Vz-Kzl. Androsch mühte sich um Volksverbundenheit zu zeigen um das "Meidlinger L") entsteht aus dem Wiener Kauderwelsch keine eigenständige und hochwertige Staatssprache.
Gott sei Dank!

Gast: Pseudolinguist
10.07.2012 07:47
2 0

Österreichisches Deutsch im gesamten Staatsgebiet?

Es stellt sich halt die Frage, ob man überhaupt von einer gesamtösterreichischen Varietät - besonders was das Vokabular betrifft - sprechen kann. Das Tirolerische z.B. wird von vielen als besonders weit von der Standardsprache entfernter Dialekt empfunden, "österreichische" Ausdrücke wie Paradeiser, Fisolen oder Krügerl sind dort jedoch fast vollkommen unbekannt und selbst "der Rahm" (die ostösterreichische Schlagobers) ist schon seit Generationen "die Sahne", ein Wort bei dem jedem Wiener sein Beuschl raufkommt! Liegt Tirol deswegen jetzt plötzlich nicht mehr in Österreich? Christine Nöstlinger war für mich als Kind sprachlich einigermaßen exotisch, obwohl sie Österricherin ist und ich Österreicher bin! Ich vermute - frei nach Sinowatz - dass die Sache ein bisschen komplizierter ist als das Schwarz-Weiß-Gemälde das hier von der deutschen Sprache gezeichnet wird, das sich an einzelnen Ausdrücken aufhängt, die sowieso regional sehr unterschiedlich sind (auch in Deutschland, und außerdem gilt das ohnehin für die meisten Sprachen).

Antworten Gast: Guckst du
10.07.2012 08:11
1 0

Re: Österreichisches Deutsch im gesamten Staatsgebiet?

Im Allgemeinen ist es so, dass den Westösterreichern alles, was östlich der Enns ist, sehr suspekt vorkommt und so gut wie gar nicht interessiert. Die sind eben eher nach der Schweiz (Vorarlberger) und nach Deutschland (Salzburger, Tiroler, Nordwestoberösterreicher) ausgerichtet, was aber auch logisch ist, wenn man sich die Mentalitäten und geographischen Lagen betrachtet.

Antworten Antworten Gast: westler
10.07.2012 20:31
0 0

Re: Re: Österreichisches Deutsch im gesamten Staatsgebiet?

wieseo die Enns - nach Kufstein beginnt der Balkan

Gast: witz
09.07.2012 21:47
2 2

witz

Ich wohne in Vorarlberg, komme aber aus OÖ, ich habe gemerkt, dass es keinen "Österreichchischen Dialekt" gibt!
Es gibt zwei sprachgruppen in Österreich: Alemannisch (VBG) und Bayrisch (restliches Ö)!
Ansonsten gibt es aber sowohl in Voralrberg, als auch im restlichen Ö viele verschiedene regionale Dialekte die zugegebenermaßen, so wie in der BRD am verschwinden sind!

Dieser Ganze Artikel und scheinbar auch die Sprachforschung ist offensichtlich völliger Blödsinn!


 
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