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Physik lässt freien Willen zu

21.07.2012 | 17:42 |  von Martin Kugler (Die Presse)

Innsbrucker Quantentheoretiker haben ein Gedächtnismodell konstruiert, in dem es Raum für Freiheit gibt. Wir sind die Herren respektive Frauen unserer Handlungen.

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Es ist eine uralte Frage – und immer noch das größte Rätsel der Wissenschaft: Wie kann es in einer von Naturgesetzen bestimmten Welt Willensfreiheit geben? Unser Selbstbild als Mensch steht und fällt damit, dass wir uns als selbstbestimmt wahrnehmen: Wir sind die Herren respektive Frauen unserer Handlungen. Wir bestimmen z.B. autonom, ob wir jetzt die Zeitung weglegen und auf den Balkon gehen. Es erscheint absurd, dass „uns“ der Körper zu diesen Handlungen zwingt, weil er wie eine biochemische Maschine einen Sauerstoffmangel im Blut festgestellt hat.

Dennoch: Wenn man das wissenschaftliche Weltbild akzeptiert, laut dem alles gemäß Naturgesetzen ablaufen muss (und es daher auch keinen unkörperlichen „Geist“ geben kann), dann ist unsere Wahrnehmung, dass wir selbstbestimmt sind, zweifelhaft. Viele Forscher sind auch der Ansicht, dass der freie Wille eine bloße Illusion ist. Aber ebenso viele halten den Widerspruch nur für einen scheinbaren. Manche argumentieren, dass man noch nicht alle Naturgesetze kennt – in der Hoffnung, mit erst zu entdeckenden neuen Gesetze ließen sich Geist, Bewusstsein, freier Wille etc. erklären.

Das sei aber gar nicht nötig, behauptet nun Hans Briegel, Physiker an der Uni Innsbruck und am Institut für Quantenoptik und Quanteninformation (IQOQI) der ÖAW. Er hat in einem FWF-Projekt gemeinsam mit Gemma De las Cuevas eine „projektive Simulation“ konstruiert, das ausschließlich auf physikalischen Gesetzen beruht, aber dennoch Raum für Kreativität oder freien Willen zulässt (Nature Scientific Reports, 20. Juli 2012).


Zufall im System. Dieses Modell nutzt den wohl einzig möglichen Ausweg aus dem Dilemma Naturgesetz vs. Freiheit: Es lässt Zufallsprozesse zu. Diese sind in der Natur weitverbreitet – von Molekularbewegungen bis hin zu Quanteneffekten. Die Gesetze, die solche Vorgänge beschreiben, sind zwar kausal (aus einer Ursache folgt eine Wirkung), aber nicht deterministisch (sie laufen nur mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit ab). Unter Philosophen ist der Rückgriff auf Zufallsprozesse derzeit verpönt. Das Argument: Zufälle würden aus der Fremdbestimmtheit durch Naturgesetze keine Selbstbestimmtheit machen, weil alles Handeln dann durch den Zufall bestimmt wäre.

Dieses Argument lässt Briegel aber für sein Modell nicht gelten. Darin wird die Struktur des sogenannten episodisch-kompositorischen Gedächtnisses simuliert: Frühere Handlungen sind in Form von kleinen Fragmenten („Clips“) gespeichert und netzwerkartig miteinander verbunden. Wenn nun auf ein bestimmtes Ereignis mit einer Handlung geantwortet werden soll, dann werden in einer Zufallsbewegung die damit zusammenhängenden Clips abgerufen. Dieses „Stolpern“ durch die Erinnerung wird durch Übergangswahrscheinlichkeiten bestimmt, die aufgrund der Erfahrung verändert werden können – die Maschine lernt durch Erfolg oder Misserfolg. Zudem können einzelne Clips mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit verändert werden, aus ihnen entstehen neue Clips mit neuen Erfahrungsinhalten.

Das bedeutet, dass auf Basis von früheren Erfahrungen neue, fiktive Szenarien entworfen werden. Wenn sich eine Handlung, die auf neuen Clips basiert, bewährt, dann werden die Clips in das Gedächtnis integriert und wie echte Erfahrungen behandelt. „So beeinflusst die Fiktion die tatsächlichen Handlungen“, so Briegel.

Dieses Modell sei keine Erklärung für das Bewusstsein oder eine Theorie über die Funktionsweise des Gehirns, merkt er an. „Das überlasse ich den Hirnforschern.“ Aber es zeige, wie in ausreichend komplexen Systemen, die auf allen Ebenen den Gesetzen der Physik unterworfen sind, dennoch ein Spielraum entstehe und genutzt werden könne. „Die Existenz eines solchen Spielraums ist die Voraussetzung für die Möglichkeit von Freiheit und letztendlich für freien Willen.“ Da das Modell auf bekannten Naturgesetzen beruht, kann es im Prinzip auch mit existierenden Technologien umgesetzt werden. Denkbar ist etwa ein Quantenroboter, der in seinem Gedächtnis Grundzüge eines kreativen Verhaltens entwickelt und damit flexibler wird.

Briegel betont, dass es für sein Ergebnis keine Rolle spiele, wie unser Gehirn tatsächlich arbeitet. „Selbst wenn die menschliche Freiheit am Ende eine Illusion sein sollte, wären die Menschen im Prinzip dennoch in der Lage, freie Roboter zu bauen.“

("Die Presse", Print-Ausgabe, 22.07.2012)

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49 Kommentare
 
12
Gast: Sörrisch....
01.08.2012 10:38
0 2

Zufall und die Wissenschaft....

...alles was nicht zu erklären ist, ist Zufall.

Das ist wie die kath. Sekte und der Teufel.

Eine kindisches simples Lügenmärchen für gehirngewaschene Gläubige!

Wissenschaft/(Finanz-)Wirtschaft/Religionen = (Macht-)Politik + Propaganda

Selbstbestimmt

Wen interessiert es, was die akademische Wissenschaft zu dem sagt, was jeder im Herzen spürt?

Gast: Horst Frankenstein
26.07.2012 22:30
2 0

künstliche Intelligenz?

ich habe bereits den totalen Durchblick..mir fehlen nur mehr ein paar Mio Jahre nach dem Urknall..
und was vor dem Urknall war..ja ..eh klar ..
wieder ein Urknall..usw... also eine Folge einer
dauernden Sylvesterknallerei..
natürlich gibt es einen Schöpfer-die Natur..
ist halt nicht so einfach zu verstehen wie die Bibel,etc es darstellen(das ist ja auch nur für das Fussvolk gedacht)..
und die Philosophen haben ja den totalen Durchblick..
der Artikel wäre für die KI-Forschung als Ansatz nicht uninteressant..
aber: die Welt tickt eben nicht so..
und die Hoffnung stirbt zuletzt..

0 1

Re: künstliche Intelligenz?

zum Artikel: es ist ein Problem, einen filosofische Frage naturwissenschaftlich argumentieren zu wollen.
die dargestellte Argumentation ist ein wenig hölzern.
Mir gefällt ihr Spiel mit der Sylversterknallerei.

Gast: Andreas Klein
26.07.2012 09:44
2 1

Nicht neu - und ebenso falsch ...

Neu ist an diesem Modell lediglich, dass es ein "neues Modell" bietet. Die Fehler früherer Theorien werden nur wiederholt. Schon die Zusammenstellung von Determinismus und "Zwang" ist schlicht falsch. Der Determinismus besagt, dass alle Ereignisse in der Welt mit Notwendigkeit eintreten. Das hat aber mit Zwang gar nichts zu tun.
Wahrscheinlichkeiten wiederum müssen mit einem Indeterminismus operieren, weil die Verneinung der Determinismusthese einen Indeterminismus impliziert.
Die Berufung auf Quantenphysik ist nicht hilfreich, weil noch gar nicht klar ist, ob die Quantenmechanik indeterministisch zu interpretieren ist. Die Bohm-Theorie und auch andere sind durchaus deterministisch. Offen ist aber auch, ob Naturgesetze deterministisch zu interpretieren sind.
Die eigentliche Frage ist, ob Willensfreiheit mit einem Determinismus kompatibel sein kann. Und hier sollte wohl die Antwort lauten: Im Prinzip ja! Andernfalls bleibt sehr wohl der Zufallseinwand bestehen.
Aber auch der Rekurs auf Kreativität ist schwach, denn warum sollte es nicht eine deterministische Theorie von Kreativität geben können. Das Hauptproblem ist aber, dass es bei Willensfreiheit gar nicht so sehr um Kreativität, sondern um rationale Gründe geht. Hier ist anzusetzen!
Kurz: Es ist nicht verboten, sich in die schwierige und breit diskutierte Materie von Willensfreiheitstheorien einzuarbeiten, bevor man empirische Modelle und Lösungsversuche anzubieten versucht.

Zu Wahrscheinlichkeit und Zufall

Vielleicht hat jemand Interesse, einen mit diesem Thema in Zusammenhang stehenden Blogeintrag zu lesen:
http://nachtliteratur.wordpress.com/2012/03/28/zu-wahrscheinlichkeit-und-zufall/

0 1

Re: Zu Wahrscheinlichkeit und Zufall

es ist halt immer dasselbe, in der Physik genauso wie in der Medizin usw. man macht ein mathematisches Modell, Statistik oder Wahrscheinlichkeit, ist hier gleich zu bewerten, und glaubt das dann, und auch besonders, dass das die Wirklichkeit des Einzelnen(Individuums, Entität oder was immer) abbildet.

Stephan Hawking verwendet den Begriff...

"Determinismus" für alle Interpretationen der Quantenmechanik, auch für die einschlägig als "indeterministisch" bezeichneten Varianten. Er begründet diese Wortwahl damit, dass so der mögliche falsche Eindruck der Regellosigkeit vermieden werde. Auch unter der Annahme einer fundamentalen Zufälligkeit der Natur würden statt einer bestimmten Zukunft und Vergangenheit eben die Wahrscheinlichkeiten für verschiedene mögliche Zukünfte und Vergangenheiten durch die Naturgesetze exakt bestimmt, d.h. determiniert."

Zitat Ende

Gast: lavater
24.07.2012 14:18
7 2

Materie und Energie bekommen jetzt auch noch einen freien Willen zugestanden

Nachdem schon genug atheistische Wissenschaftler behaupten, Materie+Energie hätten sich per Zufall eine Persönlichkeit "geholt" und Materie hätte sich per Zufall ein eigenes Bewusstsein geholt und hat damit die Möglichkeit, das eigene Periodensystem zu erforschen - ist das Tüpfelchen auf dem i nun nur, dass Materie natürlich auch einen freien Willen hat.

Wer sich übrigens ernsthaft mit dem freien Willen beschäftigen will, kann sich die gegensätzlichen Stellungnahmen von Martin Luther und Erasmus v. Rotterdam zum freien Willen zu Gemüte führen, das bringt vielleicht mehr.


Re: Materie und Energie bekommen jetzt auch noch einen freien Willen zugestanden

Nicht wirklich.
Das zeigt ja nur, daß die Bibel voller Widersprüche steckt, was mit sich führt, daß man logisch daraus ALLES herleiten kann. Meine Schlußfolgerung ist die: Gibt es Gott, hat der Mensch keinen freien Willen.

Dazu brauche ich aber keinen von Menschen erfundenen Gott sondern halte es mit Schopenhauer: "Der Mensch kann tun was er will; er kann aber nicht wollen was er will."

Zu 'Wille' kontra 'Freier Wille' zitiere ich Einstein:
"Ich weiß ehrlich nicht, was die Leute meinen, wenn sie von der Freiheit des menschlichen Willens sprechen. Ich habe zum Beispiel das Gefühl, dass ich irgend etwas will; aber was das mit Freiheit zu tun hat, kann ich überhaupt nicht verstehen. Ich spüre, dass ich meine Pfeife anzünden will und tue das auch; aber wie kann ich das mit der Idee der Freiheit verbinden? Was liegt hinter dem Willensakt, dass ich meine Pfeife anzünden will? Ein anderer Willensakt?"

Wenn Sie dem Menschen Bewußtsein zugestehen - was immer das auch ist - dann ja, die Materie hat Bewußtsein ENTWICKELT (geholt - woher denn?), denn der Mensch besteht aus Materie.

Antworten Antworten Gast: AK23
26.07.2012 09:50
3 0

Re: Re: Materie und Energie bekommen jetzt auch noch einen freien Willen zugestanden

Was hat denn die Bibel zu tun - und wie? Das sind doch nur wieder abgedroschene Phrasen, die lediglich schon gefasste Vormeinungen repristinieren. Woher weißt du aber so genau, dass Gott lediglich eine menschliche Erfindung ist und, wenn dies zutreffen sollte, dass das so Erfundene nicht existiert. Da bin ich aber jetzt ganz gespannt. Und: Schopenhauer (übrigens auch schon Locke) irrten hier sicher. Warum sollte ich mich denn nicht noch einmal zu meinem Wollen willentlich (an Gründen orientiert) verhalten können?

Re: Re: Re: Materie und Energie bekommen jetzt auch noch einen freien Willen zugestanden

Zu Satz 1:
Ich bin lavaters Aufforderung nachgekommen, und bei Luther geht es nun einmal hauptsächlich um Gott, dessen Wesen sich nach Luther nicht mit Willensfreiheit vereinbaren läßt

Zu Satz 2:
Kein Kommentar.

Zu Satz 3:
Nur religiös-Gläubige glauben etwas zu 'wissen'.
Ich weiß, daß ich nichts weiß.

Zum Wollen:
Wenn Sie sich zu Ihrem Wollen verhalten könnten, so haben Sie logisch gesehen zwei Möglichkeiten:
-1- Sie wollen keinen eigenen Willen besitzen.
-2- Sie wollen einen eigenen Willen besitzen.
1) Gibt es ihn nicht, können Sie sowieso nichts wollen; und gibt es ihn, hilft das nicht-Wollen dessen auch nichts - Sie müssen damit leben.
2) Gibt es ihn nicht, so können Sie sich ihn bestenfalls wünschen.
Und gibt es ihn, so brauchen Sie ihn nicht zu wollen.

Ich glaube, daß Schopenhauer in ähnlichen Bahnen räsoniert hat.
Allerdings bezweifle ich den ersten Teil seiner Aussage und glaube nicht, daß man tun kann, was man will.

Für mich ist Wollen ein Gefühl, das sich einstellt, NACHDEM man etwas getan hat.
Jede Handlung ist durch Zufälle bestimmt, und wenn Briegel sie noch so sehr 'verstecken' will.

Re: Materie und Energie bekommen jetzt auch noch einen freien Willen zugestanden

Herr Lavater, für Sie gibt's wie immer ein grünes Stricherl von mir. :-))

Antworten Antworten Gast: lavater
24.07.2012 18:02
6 0

Re: Re: Materie und Energie bekommen jetzt auch noch einen freien Willen zugestanden

Danke, leider kann ich mich nicht revanchieren, weil ich keinen User angelegt habe.


Zufall ist nicht gleich Zufall?

Wie auch Prof. Briegel will ich nicht auf den Begriff 'Bewußtsein' eingehen, obgleich mir scheint, daß Bewußtsein eine notwendige Voraussetzung für den freien Willen darstellt.
Ich beschränke mich auf vielmehr auf seinen Gebrauch des Begriffes 'Zufall', wiederum ohne darauf einzugehen, ob es einen solchen überhaupt gibt.

--- Zitat: ---
Das Argument: Zufälle würden aus der Fremdbestimmtheit durch Naturgesetze keine Selbstbestimmtheit machen, weil alles Handeln dann durch den Zufall bestimmt wäre.

Dieses Argument lässt Briegel aber für sein Modell nicht gelten. Darin wird die Struktur des sogenannten episodisch-kompositorischen Gedächtnisses simuliert:
--- Zitat Ende ---

Er operiert mit Begriffen wie 'episodisch-kompositorisches Gedächtnis' und 'Modell der projektiven Simulation', wogegen nichts einzuwenden ist. Allerdings darf man nicht vergessen, daß es sich um seinen 'Agenten' - diesen Begriff will ich weiter verwenden, weil er in Fachkreisen anerkannt ist - letztendlich auch nur um ein Computerprogramm handelt.
Und ein solches kann entweder einen Zufallsgenerator eingebaut haben oder auch nicht. (Sie gehören zur Klasse der 'Probabilistischen Turing-Maschinen' oder nicht.)

Also wird auch das Handeln des Briegelschen Agenten letztendlich durch den Zufall bestimmt.

Zufall ist nicht gleich Zufall?

Wie auch Prof. Briegel will ich nicht auf den Begriff 'Bewußtsein' eingehen, obgleich mir scheint, daß Bewußtsein eine notwendige Voraussetzung für den freien Willen darstellt.
Ich beschränke mich auf vielmehr auf seinen Gebrauch des Begriffes 'Zufall', wiederum ohne darauf einzugehen, ob es einen solchen überhaupt gibt.

--- Zitat: ---
Das Argument: Zufälle würden aus der Fremdbestimmtheit durch Naturgesetze keine Selbstbestimmtheit machen, weil alles Handeln dann durch den Zufall bestimmt wäre.

Dieses Argument lässt Briegel aber für sein Modell nicht gelten. Darin wird die Struktur des sogenannten episodisch-kompositorischen Gedächtnisses simuliert:
--- Zitat Ende ---

Er operiert mit Begriffen wie 'episodisch-kompositorisches Gedächtnis' und 'Modell der projektiven Simulation', wogegen nichts einzuwenden ist. Allerdings darf man nicht vergessen, daß es sich um seinen 'Agenten' - diesen Begriff will ich weiter verwenden, weil er in Fachkreisen anerkannt ist - letztendlich auch nur um ein Computerprogramm handelt.
Und ein solches kann entweder einen Zufallsgenerator eingebaut haben oder auch nicht. (Sie gehören zur Klasse der 'Probabilistischen Turing-Maschinen' oder nicht.)

Also wird auch das Handeln des Briegelschen Agenten letztendlich durch den Zufall bestimmt.

Gast: Halloooo
23.07.2012 13:43
1 7

Erziehung

Und meine Damen und Herren: Welchen Einfluss hat die Erziehung der Kinder über deren freien Willen? Da entsteht doch die individuelle Persönlichkeit oder auch nicht.

Antworten Gast: Nur Gott kennt die Wahrheit
23.07.2012 15:00
6 1

Re: Erziehung

Ihr Kommentar zeigt eindeutig, dass Sie den Artikel nicht verstanden haben.

Gast: Ingo-Wolf Kittel, Augsburg
23.07.2012 09:29
0 0

Korrekter Link

Die korrekte Internetadresse meines Artikels "Hirnforschung und Willensfreiheit", auf den ich in meiner vorhergehenden Zuschrift "Physik nähert sich der Psychologie" ungünstig verlinkt habe, lautet http://www.bfg-bayern.de/ethik/Gymnasium/hirnforschung.htm(kurz auch http://alturl.com/vy89b )

Gast: oTTo
23.07.2012 01:23
4 1

In einem schwarzen Loch sind die vorherrschenden Naturgesetze offenbar auch außer Kraft gesetzt!


5 1

offenbar?

Warn's schon in einem?

Gast: Ingo-Wolf Kittel, Augsburg
23.07.2012 00:32
4 0

Physik nähert sich der Psychologie

Prof. Briegel ist Physiker und kein Psychologe. Willensbildung ist aber ein psychischer Vorgang - neutral formuliert - oder psychologisch ausgedrückt eine kognitive Aktivität; traditionell-alltagspsychologisch wird von einem "geistigen" Akt gesprochen. Gerade deswegen ist das informationstheoretische "Modell" von Herrn Briegel umso bemerkenswerter!

Das Entscheidende daran ist nämlich die real eben "informationstheoretische" (und nicht physikalische!) Konstruktion von Gedächtnisäquivalenten und noch dazu solche "kompositorischer" Art, ganz ähnlich realem Denken. "Zufall" in dem Modell(!) bedeutet dabei offenbar nur frei kombinierbar. Sogar dazu gibt es ein psychologisches Äquivalent: das sog. "assoziative" Denken, das für Träume und Einfälle typisch ist. Es sieht wie "zufällig" aus, hat aber lediglich andere als logische Voraussetzungen, nämlich "Ähnlichkeiten".

In einigen fundamentalen Elementen kommt das Briegel'sche "Modell" deswegen gewissen Einzelheiten realer Willenbildung nahe. Das kann hier nur angedeutet werden. (Einiges mehr im zweiten Teil des Textes <a href=http://www.bfg-bayern.de/ethik/Gymnasium/hirnforschung.htm><i>hier</i></a> ab "Wirklicher psychologischer Sachverstand...")

Gast: Linker Pirat
22.07.2012 20:27
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Die Behauptung...

...alles wäre von Anfang an schon vorbestimmt lässt sich in 3 Schritten widerlegen:
1) Wenn alles vorbestimmt wäre könnte eine Maschine die gesamte Zukunft voraussagen.
2)Wenn man weiß, in welche Richtung man geht könnten man einfach in die andere gehen.
3)Wenn man das macht ist die Vorhersage falsch, womit bewiesen wäre dass nicht alles vorbestimmt ist.

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Re: Die Behauptung...

Dieser Gedankengang geht aber a priori davon aus, dass nicht alles vorbestimmt ist. Da könnte man natürlich einfach in die andere Richtung gehen und die Maschine würde nicht funktionieren.

Wenn alles vorbestimmt wäre könnte man aber eben nicht einfach in eine andere Richtung gehen, auch wenn einen die Maschine über die vorherbestimmte Richtung informiert hätte.

Antworten Antworten Gast: AK23
26.07.2012 09:55
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Re: Re: Die Behauptung...

Alle 3 Widerlegungsversuche sind falsch, denn Determinismus hat zunächst gar nichts mit epistemischen Bedingungen zu tun, also damit, was ich weiß oder nicht weiß. Es hat auch nichts damit zu tun, ob es jemals eine Maschine geben könnte, die jede mögliche Zukunft errechnen kann.

Antworten Antworten Gast: Linker Pirat
23.07.2012 19:49
6 2

Re: Re: Die Behauptung...

Das Gesetz der Kausalität besagt, dass wenn ich die Information habe was passiert es verhindern kann, wenn nicht hat eine Ursache (Die Information) keine kausale Wirkung, was dem Gesetz der Kausalität widerspricht. Das Gesetz der Kausalität regelt somit Schritt 2 und 3, auch wenn man davon ausgeht dass alles determiniert ist.

 
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