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Biomedizin: „Eine billige Medizin für Millionen"

25.07.2012 | 19:05 |   (DiePresse.com)

Wiener Forscher haben den rätselhaften Zusammenhang zwischen Mangelernährung und chronischen Darmentzündungen geklärt. Das könnte die Basis für eine neue Behandlungsmethode sein.

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Menschen mit mangelhafter Ernährung - das sind auf der Welt rund eine Milliarde - leiden häufig auch an Störungen des Immunsystems, an Durchfall und an chronischen Darmentzündungen. Die Symptome ähneln jenen von Pellagra, einer altbekannten Krankheit, die von einem Mangel des B-Vitamins Niacin ausgelöst wird.
Dass Darmentzündungen etwas mit einem Eiweißmangel zu tun haben, ist bekannt. Doch man wusste nicht genau, was bei diesen Störungen im Körper geschieht. Eine Forschergruppe am Institut für Molekulare Biotechnologie (IMBA) der ÖAW hat nun einen Mechanismus entdeckt, der die chronischen Darmentzündungen erklärt und vielleicht auch einen neuen Weg zur Behandlung eröffnet. Dieser Entdeckung wird in der Forscher-Community große Bedeutung zuerkannt: Die Studie schaffte es auf das Cover der aktuellen Ausgabe der renommierten Wissenschaftszeitschrift „Nature" (487, S. 477).

Dabei war die Entdeckung eigentlich ein Zufall:

IMBA-Direktor Josef Penninger forscht seit zehn Jahren an dem Enzym ACE2, einem wichtigen Regulator des „Renin-Angiotensin-Systems", das u. a. für die Steuerung des Blutdrucks zuständig ist. ACE2 erwies sich mit der Zeit als wahrer Tausendsassa: Das Molekül spielt neben der Wirkung bei Herzerkrankungen auch bei akutem Lungenversagen oder bei SARS-Infektionen eine Schlüsselrolle. Nun wurde eine weitere Wirkung entdeckt, die davon völlig unabhängig ist: „ACE2 ist absolut essenziell dafür, dass Aminosäuren aus dem Darm in das Blut aufgenommen werden können", erläutert Penninger der „Presse".

Beeinflussung der Darmbakterien

Aufgefallen ist das den Forschern bei Mäusen, bei denen ACE2 ausgeschaltet wurde („Knock-out-Mäuse"): Diese entwickelten Pellagra-artige Symptome, sie waren anfälliger für Darmentzündungen. Man vermutete, dass ein Aminosäuremangel dafür verantwortlich ist - und fand den „Schuldigen" in Tryptophan: Bei ACE2-Knock-out-Mäusen wurden keine Aminosäuren in das Blut aufgenommen. Die Symptome glichen denen von gesunden Mäusen, die mit einer Tryptophan-armen Diät gefüttert wurden.
In aufwendiger Detailarbeit entschlüsselten Tatsuo Hashimoto und Thomas Perlot aus Penningers Arbeitsgruppe nun den Mechanismus - eine ganze Wirkungskette: Tryptophan ist notwendig, damit in der Darmschleimhaut sogenannte Defensine gebildet werden. Das sind Proteine, die wie natürliche Antibiotika wirken und manche Bakterienarten bekämpfen. Durch ihre Wirkung verändert sich die Zusammensetzung der Darmflora. Bei ACE2-Knock-out-Mäusen traten ganz andere Bakterienstämme auf als bei gesunden Mäusen - das wurde durch Genanalysen der Darmflora gezeigt.


Nun kommt der entscheidende Punkt: Die veränderte Darmflora beeinflusst die Anfälligkeit für Darmentzündungen. Das konnte bewiesen werden, indem man sterilen Mäusen die Darmflora von ACE2-Knock-out-Mäusen einpflanzte: Diese Mäuse entwickelten Durchfälle und chronische Darmentzündungen.
Ein Tryptophan-reiches Futter verringerte die Unterschiede zwischen den Darmfloren gesunder und kranker Mäuse. Zudem führte eine vermehrte Gabe der Aminosäure dazu, dass sich die Darmflora von Tieren mit schweren Darmentzündungen normalisierte, die Entzündungen zurückgingen und auch die Anfälligkeit für eine neuerliche Darmentzündung sank. Es gibt viele Hinweise, dass das beim Menschen ähnlich funktioniert. So kann etwa die Hartnup-Krankheit - bei der ein Tryptophan-Transporter mutiert ist, was sich in Nerven- und Darmstörungen äußert - durch Nicotinamid behandelt werden. Diese Substanz ist chemisch eng verwandt mit Tryptophan.

Darauf stützen die Forscher ihre Hoffnungen: „Menschen, die an chronischen Darmentzündungen leiden, könnte man mit diesem neuen Therapieansatz möglicherweise helfen," sagt Penninger. Das muss nun in klinischen Studien getestet werden. Denkbar ist, dass man durch eine spezielle Diät bzw. die Zufuhr bestimmter Nahrungsbestandteile die Anfälligkeit für Darmentzündungen verringern kann. Penninger: „Das wäre eine billige Medizin für Millionen von Menschen." Allein in Österreich leiden 80.000 Menschen an chronischen Darmentzündungen. Nebenwirkungen durch die verstärkte Zufuhr einer ohnehin in der Nahrung vorkommenden Aminosäure wären jedenfalls kaum zu befürchten.

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27 Kommentare
 
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Gast: jiri
30.07.2012 10:46
0 2

Gegen Knock-out Maeuse

Ich finde es sehr traurig, dass lebende Kreaturen fuer den Wissensdurst von der Forschern herhalten muessen.

Forschung heute: um herauszufinden welche Funktion ein Gen hat, entfernt man es kurzerhand aus der Erbsubstanz der ungeborenen Maus. Primitive Forschung, oder besser medizinische Forschung, nennt man das!

Ich kenne keine einzige Knock-out Mausforschung, die, ausser zur Publikationsliste, einen Beitrag zur Heilung auch nur eines Menschen geliefert haette.

Falls ja, nennen sie die Beispiele!

Antworten Gast: nureingast
31.07.2012 09:50
0 0


Was ist

Bio-Medizin?

Beschäftigt sich nicht jede Medizin mit der Biologie des Menschen?

Der Bio-Schmäh jetzt auch schon in der Medizin?

Bald gibt es auch Öko-Ärzte mit nachhaltig produzierten Bio-Medikamenten ohne Gentechnik.

Die Bio-Volksverblödung ist wirklich grenuenlos.

Re: Was ist

Sorry!

Natürlich

grenzenlos!

Gast: jiri
27.07.2012 14:13
0 6

Nur noch grotesk

Penninger: "Nun kommt der entscheidende Punkt: Die veränderte Darmflora beeinflusst die Anfälligkeit für Darmentzündungen. Das konnte bewiesen werden, indem man sterilen Mäusen die Darmflora von ACE2-Knock-out-Mäusen einpflanzte..."

Ich habe genug von diesen groteskken Tierversuchen! Alles was sie nicht am eigenen Leib erforschen koennen bzw. am Kot von Erkrankten (damit meine ich jetzt keine Knock-out-Maeuse!), ist wertloses und unsinniges Wissen und sollte schnellstens verboten werden!

Wir alle und unsere Vorfahren wussten, dass Ernaehrung unsere Gesundheit beeinflusst. Nur ein Beispiel: bereits vor 5000 Jahren hat eine Gesundheitslehre (Ayurveda) in Indien ihr Hauptaugenmerk auf die Ernaehrung (als Therapie) gelenkt.

Auch dass in ernsten Faellen von Durchfaellen, Kot von Gesunden "transplantiert' wurde und dass das geholfen hat ist ueber 2000 Jahre alt.

Antworten Gast: nureingast
28.07.2012 10:36
3 0

Re: Nur noch grotesk

5000 Jahre Ayurveda, und die Lebenserwartung steigt erst, seit dem dort die westliche Medizin Einzug gehalten hat...

1 0

Wissen Sie eigentlich ...

... was eine Knockout-Maus ist? Ohne Google zu bemühen?

Weg mit

Lactose,Fructose
und Vollkornprodukten und auch die Darmentzündung ist weg.

9 1

Re: Weg mit

Lustiger ahnungsloser Wicht! Ich trinke mein ganzes Leben lang mind. 1L Milch am Tag. Ich laufe die 10 KM in 37 Minuten (falls sie wissen was das bedeutet) und mein Körperfettgehalt ist unter 10%. Ich habe schwere Motorradstütze ohne Brüche überstanden. Und nun kommt so ein Kleingeist wie Sie und meint: Weg mit Laktose.
Ich könnte hier noch weiter fortfahren und Ihnen erklären, wie gesund Milch ist, aber Sie sind dermaßen indoktriniert, dass ich denke es wäre sinnlos.
Und weil ich's gerade sehe: Sie können Laktose nicht einmal richtig schreiben.

Re: Re: Weg mit

Sind vermutlich Milchbauer?

Warum gibt es immer mehr Lactose-freie Milchprodukte? Nur zum Spaß?

Zuerst nachdenken und dann wieder posten,Sie kleingeistiger Milch-Wichtl!

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Re: Re: Re: Weg mit

Was ist den das für eine dumme Argumentaion respektive Aussage: "Warum gibt's immer mehr Laktosefreie Produkte" Gegenfrage: Warum schlucken die Leute immer mehr Antidepressiva?
Im Übrigen war erst ein Artikel in der Presse zu lesen, dass die Menschheit schon viel früher als bisher angenommen Milchprodukte zu sich nahm. Außerdem hat beispielsweise Milch mehr Kalorien als Cola, Bier oder Wein - aber nun das interessante: Wenn Sie jeden Tag einen halben Liter Mich trinken würde, dann würde Milch eben nicht fett machen. Also, Sie scheinen offenbar in Ihrem Genpool einige Vorfahren aus Asien zu haben. Ich bin jedenfalls ein nordischer Typ und vertrage Milch bestens.

Re: Re: Re: Re: Weg mit

Wenn erwachsene Menschen durch Milch Bauchkrämpfe und Blähungen bekommen,werden sie natürlich depressiv!

Wohl NORDISCHER Milchbauer?

Und wegen der Kuhmilch aus Grönland haben auch die Indianer die Wikinger aus N-Amerika vertrieben,da sie davon krank geworden sind.

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Re: Re: Re: Re: Re: Weg mit

Ach so, Sie stammen also von Indianern ab?
Übrigens selbst mein Labrador-Retriever verträgt Milch bestens. Wobei ich bei Ihnen sowieso das Gefühl habe, dass Sie Nihilist gegen alles und jeden etwas haben.
Trinken Sie nur weiter Ihre picksüßen Fruchtsäfte und chlorverseuchtes Leitungswasser. Wohl bekommt's!

Antworten Gast: diegedanken
27.07.2012 15:18
2 0

Re: Weg mit

Die Leute die an Unter/Mangelernährung leiden können sich nur meistens leider nicht aussuchen was sie essen und sie froh wenn sie irgendwas bekommen..

Sinnlose und grausame Versuche ...

Jedem, der nur etwas nachdenkt, ist klar, dass man über Ernährung das Darmverhalten beeinflusst und natürlich regulieren kann.

Dazu braucht es keine grausamen und grotesken Tierversuche.

Ich nehme an, dass die an diesen Brutalitäten Schuldigen ihren karmischen Ausgleich erhalten werden.

dem ist nicht so

ich habe selbst im nahen verwandtenkereis einen mit chronischer darmentzündung. einheitliches credo der ärzte. das hat nichts mit der ernährung zu tun. es gibt keine ratschläge für oder einschränkungen beim essen. und dafür studieren die viele jahre und verlieren den hausverstand

Antworten Gast: Aha-Sager
27.07.2012 15:14
3 0

Und du kannst das beurteilen?

Du hast das fachlische und methologische Wissen, um dir ein derartiges Urteil anmaßen zu können?

Es ist schon witzig, dass Leute das Wort „grotesk“ auf Tierversuche anwenden, und im selben Atemzug von „karmischem Ausgleich“ schwafeln.

Angesichts des Umstandes, dass die genannten Versuche vielleicht Millionen und Abermillionen Menschen Gesundheit bringen könnten, ist dir nur zu wünschen, dass die Sache mit dem Karma nicht zutrifft – ich will mir garnicht ausmalen müssen, als welche Sorte Kreatur du dann wiedergeboren werden würdest.

Weg mit Lactose

und Fructose und der Darm wird gesund!

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Re: Weg mit Lactose

Also keine Milch mehr trinken und kein Kernobst mehr essen. Und natürlich auch nicht Produkte die diese dinge enthalten.
Am besten nur noch Fleisch!

Re: Re: Weg mit Lactose

Fleisch,Fisch und Meeresfrüchte sind sicher gesünder als Milch und Soja-Produkte.

Beim Obst sollte man bei Fructose-Intoleranz eher vorsichtig sein und Früchte mit hohem Glucose-Anteil bevorzugen.

Brotgetreide sollte wegen Gluten und Lectin natürlich auch gemieden werden,besonders als Vollkornbrot.

Hirse,Mais,Gerste und Reis sind hingegen kein gesundheitliches Problem.

Re: Weg mit Lactose

ich folge diesem indischen Guru, und ernähre mich nur von Licht.

Ich hoffe, Sie ernähren sich nur von Bio-Licht!? Ist frei von E-Nummern, Geschmacksverstärkern und chemischen Haltbarmitteln. ;-)

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Re:

Ich filter mein Licht durch ein Kristalltrapez aus Indien und nehme nur die grünen Wellenlängen auf.

Re: Re: Weg mit Lactose

Ist das so?

Antworten Gast: hgm
26.07.2012 10:41
3 0

Re: Weg mit Lactose

Vergiss die Zucker; weg mit Gluten!

Gast: pan-tora
26.07.2012 09:32
1 0

nun ja...

offensichtlich liesze sich das problem auch ohne medikamenten, aber mit ausreichender ernaehrung loesen!?!

 
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