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Bruce Willis rettet die Erde nicht! Und Batman auch nicht!

09.08.2012 | 16:43 |  von Jürgen Langenbach (Die Presse)

Der Physik-Nachwuchs der University of Leicester hat durchkalkuliert, wie realistisch Kino-Heldentaten sind.

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Die Physik, deren Mysterien dem Laien oft nicht in den Kopf wollen – etwa die „spukhafte Fernwirkung“ der Quanten – beschäftigt sich bisweilen mit ganz lebensnahen Dingen, vor allem bei den Angelsachsen, und dort vor allem an der University of Leicester. Deren heurige Master hatten neben dem Studium Zeit fürs Kino, M. Pilkington etwa sah sich die Disney-Rapunzel an („Tangled“, 2010). Sie lässt ihr Haar von einem 70 Fuß hohen Turm herab. Könnte der Geliebte daran hinaufklettern, wenn er 60 Kilo wiegt und die Last auf 140.000 Haare verteilt ist? Man muss noch das Gewicht der Haare dazurechnen – 7,41 Kilo –, aber das Ganze geht sich locker aus: 2750 Kilo könnten die Haare tragen, bevor sie reißen.

Das ist natürlich ein bisschen luftig, Pilkington zeigt nicht, dass die Haare auch fest genug in der Kopfhaut sitzen. Solche Mängel weist David Marshalls Arbeit nicht auf, er hat in seiner Arbeit – „Trajectory of a falling Batman“ – berechnet, wie gut Batman mit seinem Cape, das sich zu Flügeln versteifen lässt, wirklich gleiten könnte. In diesem Szenario wiegt der Held 95 Kilo, die Flügel messen 2,2 Quadratmeter: Heben beide von einem 150 Meter hohen Turm ab, könnten sie 350 Meter gleiten. Aber: „Das Problem liegt in der Geschwindigkeit, mit der Batman am Boden ankommt. Sie erhöht sich auf ein Maximum von 110 km/h, bevor sie sich auf ungefähr 80 km/h einpendelt. Der Aufprall wäre fatal. Es ist also klar, dass die Benutzung eines Batcapes keine sichere Art des Reisens ist“, aber Marshall weiß Rat: „Man müsste bremsen, etwa mit einem Fallschirm.“

So starke Bomben gibt es nicht

Mit dergleichen kann Ben Hall nicht dienen: Er hat sich „Armageddon“ vorgenommen, den Film von 1998, in dem Bruce Willis die Erde rettet, indem er einen auf sie zurasenden Asteroiden mit einer Wasserstoffbombe in zwei Hälften zerfetzt und sich selbst mit. Dazu muss die Größe des Asteroiden (1000 km Durchmesser) bzw. seiner Hälften mit dem Sicherheitsabstand verrechnet werden, mit dem die beiden Hälften an der Erde vorbeirasen (640 km), dann braucht es natürlich noch die Geschwindigkeit des Asteroiden (10 km/sec) und die Entfernung, in der er getroffen wird. Aus alldem kann man die zum Halbieren nötige Energie berechnen, sie ist um „über neun Größenordnungen höher“ als die der größten je getesteten Atombombe, der russischen „Big Ivan“ (50 Megatonnen).

„Sorry Bruce“, schließt Hall. Das alles und viel mehr ist publiziert im „Journal of Physics Special Topics“ der University of Leicester, die einmal im Jahr die Kreativität ihrer Physiker ausstellt, zur Freude der Uni-Leitung und zum Einüben für die Jungforscher: Die Arbeiten sind peer-reviewed.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 10.08.2012)

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8 Kommentare

Und was ist bitte mit Chuck Norris???


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Aber Superman kann das alles!

Da gibt's nix.

Gast: porto5
10.08.2012 09:00
1 1

Hollywood

Hollywood und die Amis retten die Erde? Da brauch ich keine Physik, um zu wissen, das das Blödsinn ist.

Gast: Hannelore-
10.08.2012 01:34
1 0

Was is mitn Turbo-Boost beim Night Rider?


Gast: Ösi
09.08.2012 23:04
2 0

"Big Ivan" - Also ich kenne die größte je von Menschenhand gezündete Wasserstoff Bombe nur unter dem Namen: Zar-Bombe oder AN602.

Gast: Zugkraft
09.08.2012 21:05
2 0

Betreff Rapunzelhaare-

Rapunzel bräuchte Ihre Haare ja nur wo anbinden, sodass die Zugkraft vor allem auf die Zugestelle und den Knoten, nicht aber direkt auf Ihren Kopf geht.

Dies können Sie zB auch mit einer zB 1.5 Meter langen, starken Schnur ausprobieren- binden Sie diese ähnlich eines Gürtels um sich herum, dann binden Sie die Schnur per Knoten lose weghängend im zB Abstand von 50 cm von Ihnen irgendwo - zB Türschnalle- fest, dann hängen Sie ans Ende der Schnur zB eine Hantelscheibe von 5 Kilo auf.
Sie werden sehen, dass, wenn Sie den Knoten geschickt und stark genug positioniert haben, Sie keinen Zug verspüren. Je mehr Knoten und Zugkraftpunkte Sie geschickt verteilen (zB Last über mehrere Punkte verteilen), desto weniger verspüren Sie auch bei hohem Gewicht eine Zugkraft, zudem werden die jeweils einzelnen Punkte entlastet.

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Re: Betreff Rapunzelhaare-

Das ist für mich jetzt doch schon etwas länger her, aber wurde auch erklärt, wie die beiden wieder vom Turm runtergekommen sind?

Klar, vielleicht hat der Prinz die Haare abgeschnitten und - wie sie sagen - irgendwo festgebunden, aber warum hat die Kleine das nicht selbst gemacht? Die einzige Erklärung dafür wäre, dass sie keine Schere bei der Hand hatte und das von vornherein der Grund war, warum sie sich die Haare überhaupt so lange wachsen hat lassen.... ;)

Interessant ist auch folgendes Faktum: Haare wachsen 1 cm pro Monat/15 cm pro Jahr. Für die Länge von 20 Metern (70 Fuss) sind also rund 140 Jahre erforderlich..... die gute Rapunzel hält also zum Zeitpunkt ihrer Rettung ein SEHR reifes Alter.
Das war sicher eine... interessante Überraschung für ihren Prinz ;)

Armageddon

Mal abgesehen davon, dass ein Asteroid nicht nur in 2 Teile brechen würde, sondern in viele Hunderte, wodurch ein regelrechtes Bombardement der Erde stattfinden würde. Nicht umsonst ist Armageddon (neben "The Core") zu einem der unrealistischsten Filme gekürt worden.