Korallen holen bei Bedrohung Fische zu Hilfe

Wenn sie von giftigen Algen bedroht werden, senden sie ein chemisches Notsignal aus. Binnen Minuten kommen Korallengrundeln und beißen die Algen weg. Eine Art von Korallengrundeln frisst sie auch.

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Korallen – AP Photo/ G. Marola, 2007

Korallengrundel nennt man den kaum drei Zentimeter langen Fisch, und das beschreibt sein Leben in der Karibik gut: Er grundelt durch die Spalten von Korallen, so ist er vor Feinden geschützt. Doch auch die Korallen haben etwas von diesem Bewohner: Er dient ihnen als Leibwächter. Wenn eine Alge, die ein Gift namens Chlorodesmin (ein Diterpen) absondert, sich an die Koralle anlagert, dann kommen binnen Minuten Korallengrundeln und beißen die Algen weg. Eine Art von Korallengrundeln frisst sie auch, was einen zusätzlichen Vorteil bietet: Durch das aufgenommene Gift werden die Fische selbst für Fressfeinde unattraktiv.

Meeresbiologen in Atlanta, Georgia, fanden nun heraus, wie die Fische alarmiert und zur Hilfeleistung rekrutiert werden: Sie reagieren nicht auf das Gift der Algen, sondern auf chemische Signale, die die Koralle aussendet. Welche Stoffe das sind, steht offenbar noch nicht fest und daher auch nicht in der Publikation in Science (338, S.804).

Ein solches Zusammenleben zweier Arten, das beiden Vorteile bringt, nennen die Biologen mutualistisch. Ganz ähnlich läuft etwa die Beziehung zwischen einer mexikanischen Akazienart und Ameisen: Die Pflanze erzeugt für die Ameisen einen speziellen Nektar, diese beschützen sie dafür vor Raupen und Käfern. tk

("Die Presse", Print-Ausgabe, 10.11.2012)

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