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Die Feinde der Feinde der Feinde fürchten!

30.11.2012 | 18:29 |   (Die Presse)

Wenn angeknabberte Pflanzen Hilfe herbeirufen, locken sie auch unwillkommene Gäste. Schon Swift wusste, dass jeder Floh einen Floh hat, der einen Floh hat etc.

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Wenn Pflanzen attackiert werden, rufen sie Feinde ihrer Feinde zu Hilfe, man weiß es etwa von Tabak: Nagen an ihm Raupen, sorgt deren Spucke dafür, dass die Pflanze Düfte freisetzt, die parasitische Wespen anlocken. Die legen Eier in die Raupen, und die heranwachsende Brut frisst die Wirte auf. Der „Hilferuf“ ist metaphorisch gemeint – der Tabak setzt die Düfte im Zuge seiner Raupenabwehr frei, und die Wespe hat gelernt, dass das „Futter für die Jungen“ heißt –, aber er wirkt so gut, dass die Wespen auch in der biologischen Landwirtschaft eingesetzt werden. Aber schon Swift wusste, dass jeder Floh einen Floh hat, der einen Floh hat etc. So hat auch die parasitische Wespe einen Parasiten, die sich über die Brut hermacht. Auch dieser Feind des Feindes des Feindes riecht mit, er hat eine feine Nase: Wenn eine nagende Raupe von einer Wespe befallen ist, ändert sich ihre Spucke, und die ist das Signal für den Hyperparasiten. Erik Poelman (Wageningen) hat es gezeigt und fürchtet, dass der Hyperparasit den Segen des Parasiten für die Agrikultur mindert (PLoS Biology, 27.11.). Die könnte dafür bald etwas Neues im Arsenal haben: Ann Rypstra (Hamilton) hat bemerkt, dass Insekten Areale meiden, in denen es Spinnenfäden gibt (Biology Letters, 20.11.). Spinnen selbst braucht es nicht, man muss nur ihre Fäden auslegen. jl

("Die Presse", Print-Ausgabe, 01.12.2012)

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