Astronomen entdeckten die größte Struktur im Universum

16.01.2013 | 09:57 |   (DiePresse.com)

Die Gruppe aus 73 Quasaren dürfte eigentlich gar nicht existieren. Sie widerspricht dem kosmologischen Prinzip.

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Ein internationales Astronomen-Team hat die bisher größte Struktur im Universum entdeckt. Die "Große Quasar-Gruppe" ist rund vier Milliarden Lichtjahre lang. Das berichten die Forscher um Roger Clowes von der Universität von Zentral-Lancashire im britischen Preston im Fachblatt "Monthly Notices of the Royal Astronomical Society" (MNRAS). Die "Large Quasar Group" (LQG) umfasse 73 Quasare.

Quasare sind extrem helle Galaxienkerne aus der Jugendzeit des Universums. Ein Lichtjahr ist die Strecke, die das Licht in einem Jahr zurücklegt, und entspricht knapp zehn Billionen Kilometern.

Widerspricht Verständnis des Universums

Seit den 1980er-Jahren ist bekannt, dass sich Quasare in erstaunlich großen Gruppen sammeln. Eine derart gigantische Gruppe wurde jedoch niemals zuvor beobachtet. "Während das Ausmaß dieser Großen Quasar-Gruppe kaum zu erfassen ist, können wir mit ziemlicher Sicherheit sagen, dass sie die größte Struktur ist, die jemals im Universum erspäht wurde", betonte Clowes in einer Mitteilung seiner Universität. "Das ist sehr aufregend - nicht zuletzt, weil es unserem gegenwärtigen Verständnis von der Skala des Universums widerspricht."

Denn die moderne Kosmologie baut auf das sogenannte Kosmologische Prinzip, demzufolge der Kosmos auf einer ausreichend großen Skala überall gleich aussieht. Nach dem Kosmologischen Prinzip, das allerdings nie zweifelsfrei bewiesen worden sei, sollte es jedoch keine Gebilde von mehr als etwa 1,2 Milliarden Lichtjahren Größe geben, erläuterten die Forscher. Sie wollen nun nach weiteren Beispielen für "zu große" Strukturen im Universum suchen.

(APA/dpa)

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25 Kommentare
 
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Die Wissenschaft

von heute ist der Irrtum von morgen.

Re: Die Wissenschaft

Aber in der Zwischenzeit verwenden Sie sicher gerne die Errungenschaften der "Wissenschaft von heute" ...

Re: Die Wissenschaft

Nur mit dem Unterschied, dass die Wissenscahft nie sagt "so, und das ist jetzt die einzig gültige Wahrheit", sondern immer fröhlich zugibt "es ist wahrscheinlich so, bis wir eine bessere Theorie haben".

Und das ist mir immer noch lieber, als stur an eine Religion zu glauben, die sich nicht mit der beobachteten Natur in Einklang bringen lässt.

Was es nicht alles geben soll

Wurmlöcher, Superstrings, Paralleluniversen auf Antimateriebasis,...

Keiner kann sagen, ob unsere Gesetze der Physik, die ja auf Grund von Beobachtungen auf der Erde entstanden sind an dem "Rand" des Universums auch gelten.
Denn wenn das Universum ein gewisses Alter hat und die Lichtgeschwindigkeit die maximale Geschwindikeit ist, dann muß das Universum eine endliche Größe haben-was kommt dahinter?
Nehmen wir an, das Universum würde am Rand schon wieder kollabieren-d.h. wir würden es ja noch gar nicht merken, weil die Information, daß sich das Licht Richtung blau verschiebt ja noch gar nicht bei uns angekommen ist.
Wir können darüber so viel sagen, wie eine Eintagsfliege über den 100-jährigen Kalender.

Nachtrag

Wioe wenig unsere Modelle taugen sieht man am Welle-Teilchen Dualismus des Licht-der Hauptinformationsquelle für astronomische Beobachtungen.

Die Superphysiker Einstein und Schrödinger konnten die Relativitätstheorie und die Quantenmechanik auch nicht unter einen Hut bringen-die allumfassende "Weltformel" ist auch noch nicht gefunden, obwohl Stephen Hawking-der angeblich genialste lebende Physiker sich schon jahrzehntelang daran die Zähne ausbeisst. Ich halte ihn mehr für einen Showmen, der sehr unterhaltsame Bücher schreibt und ganz gut davon lebt, dem Fußvolk die Physik sehr unterhaltsam zu erklären, was er ganz gut kann. Es gibt keine einzige Formel oder physikalischen Effekt, den er entdeckt hätte-meines wissens nach.

Welle Teilchen, Zu Hawking

Wenn sie diesen Dualismus nicht verstehen, lesen sie R.Feynmann, QED. Buch ist alt aber gut und ohne Mathematik.

Was ist mit der Hawking-strahlung?

Re: Nachtrag

Manche Fragen kann ein theoretischer Physiker für einen Laien nicht zufriedenstellend erklären. Wenn sie das wirklich wissen wollen studieren sie Physik. Wenn sie gute Mittelschul Mathemathik Kenntnisse habe, googeln sie "Leonard Susskind, Stanford university, lectures modern physics".
Aber die Frage "was kommt hinter dem Universum" ist einfach. Nichts, es gibt kein ausserhalb, der Raum ist in sich geschlossen. Bekanntes 2dimensionales Beispiel, ein Luftballon (nur an die oberfläche denken), Fläche ist endlich aber hat keine Grenze!

Was würde mir ein Physik-Studium helfen?

"Die Gruppe aus 73 Quasaren dürfte eigentlich gar nicht existieren. Sie widerspricht dem kosmologischen Prinzip."....DAS würde mir dort auch nicht erklärt werden können, weil es ja den bekannten Lehrmeinung widerspricht.

Mich wundert auch, warum die "Sensation" aus CERN, nachdem es überschnelle Neutrinos gäbe, solange unwidersprochen stehen blieb, obwohl es jedem auch nur halbwegs gebildeten Hauptschulabgänger klar war, dass das nur ein Messfehler sein konnte.
Sehr viele Physiker gab es nicht, die sich das zu sagen getraut haben-weil Physik lernen und verstehen scheinbar zweierlei ist.

Re: Was würde mir ein Physik-Studium helfen?

Eine fundierte naturwissenschaftliche Ausbildung hilft:
... Zeitungsmeldungen besser zu bewerten.
...bei Fragen an der Grenze des Wissens wo theorie und Hypotesen fliessend sind.
... Bei Cern war ein Messfehler ja offensichtlich, aber welcher!!
... Es besteht immer die promill-Chance, das eine Theorie modifiziert werden muss.
...ich weiss nicht mit wievielen Physikern Sie gesprochen haben und wieweit sie das Fachchinesisch verstehen.

Re: Re: Was würde mir ein Physik-Studium helfen?

Bin kein studierter Physiker-aber als Techniker mit Matura traue ich schon zu, einen physiklastigen Zeitungsartikel einigermaßen zu verstehen.

In einigen Grenzbereichen sind die Physiker aber auch nicht gerade sattelfest-nehmen wir einmal die "kalte Fusion". Da sind sie in den 80er-90er Jahren auch einem Russen auf den Leim gegangen. 2011 hat ein gewisser Andrea Rossi mit seinem "Wunderreaktor" auch für Furore gesorgt-Die Physiker haben sich bis heute nicht getraut, ihn als Scharlatan zu bezeichnen-weil sie es eben nicht besser wissen.

Das war der Messfehler in CERN->http://www.welt.de/wissenschaft/article13883283

Re: Re: Re: Was würde mir ein Physik-Studium helfen?

Da sie Techniker sind ,hätten sie sicher das Zeug ihre wissenschaftliche Neugierde weniger durch Zeitungen und mehr durch informationen direkt vom Fachmann zu befriedigen. Empfehle nochmals Susskind für Fragen an der Grenze des Wissens.
Übrigens, "die Physiker" sind nirgends einem Scharlatan auf den Leim gegangen. Höchstens hat der eine oder andere nicht das richtige Gleichgewicht zwischen Skepsis und Aufgeschlossenheit gefunden. Ihr "superphysiker" Einstein ist dafür nur ein Beispiel!

Aha

Na gut, dass ich das jetzt "weiß".

ich glaub nicht, daß dem so ist


Na ja,

wäre ja nicht das erste mal, dass die Größe des Universums stark nach oben korrigiert werden muss.
Die rund 14 Milliarden Lichtjahre, in die wir ringsum spähen können, sind ja nur eine Sichtgrenze die durch die Lichtgeschwindigkeit gegeben ist.
Wie heißt es so schön: Am Horizont gehts weiter...

Re: Na ja,

Das ist so nicht ganz richtig.

Was Sie meinen, ist die Lichtlaufdistanz. Die tatsächliche Entfernung, das sogenannte Hubble-Volumen, in die wir schauen können, hat einen Radius von 46 Milliarden Lichtjahren (da sich nämlich in der Zeit, die das Licht gebraucht hat, der Raum ausgedehnt hat).

Und der Grund dafür, daß wir nicht weiter schauen können, liegt in der kosmologischen Rotverschiebung.

Re: Re: Na ja,

Danke für die Präzisierung.

siehe http://kosmologie.fuer-eilige.de/hvolumen.htm

oder genauer
http://de.wikipedia.org/wiki/Beobachtbares_Universum


Es gibt die Dimension außerhalb...


...des Erklärbaren, auch des Sichtbaren, auch jener außerhalb unserer Zeit- und Raumvorstellung.

Auch heute bewahrheitet sich: je mehr wir wissen, desto mehr Fragen eröffnen sich.

Re: Es gibt die Dimension außerhalb...

Ha.

Sie haben recht - je mehr wir wissen, desto mehr Fragen gibt es - die wieder mit Wissen aufgefüllt werden.

Bislang sind wir immer ganz ohne "Dimension außerhalb des Erklärbaren" gefahren. Kein Grund, gleich esoterisch zu werden ;-)

Re: Re: Es gibt die Dimension außerhalb...

Dann erklären Sie mal...

...wie Quantenereignisse nachweislich ohne Kausalität auskommen trotz die Beschränkungen durch derzeit bekannte Dimensionen (Raum und Zeit!). Anton Zeilinger: "In einem gewissen Sinn sind Quantenereignisse unabhängig von Raum und Zeit.“

http://diepresse.com/home/science/1328590/Wiener-Physiker_Quanten-duerfen-ohne-Kausalitaet-auskommen

Re: Re: Re: Es gibt die Dimension außerhalb...

Dennoch erklärbar, verstehbar und - genügend Zeit vorausgesetzt - ausnutzbar und in die technik integrierbar. Und vor allem: Beschreibbar und im Experiment beweisbar.

Also keine "Dimension außerhalb des Erklärbaren".

Immer schön, dass gerade "Quanten" jetzt auch von Esofuzzis herangezogen werden. Statt "A wizard did it!" heißt es jetzt nur noch "Quantenfluktuation!".

Re: Re: Re: Re: Es gibt die Dimension außerhalb...

Sie haben aber nicht erklärt wie die Quantenereignisse, die Gegenstand der Experimente von Zeilinger sind ohne Kausalität auskommen und den an sich unumstößlichen Beschränkungen (Beispiel: Lichtgeschwindigkeit) die Raum und Zeit diktieren nicht gehorchen. Ohne eine weitere derzeit völlig unbekannte, somit unerklärbare, Dimension geht dass nicht. Aber, sollte es Ihnen doch gelingen zu erklären wir diese Quantenereignisse existieren können (bitte unbedingt posten!) nehme ich alles zurück ;-)

Zur Erinnerung: selbst Zeilinger sagt da spielt sich etwas ab ausserhalb von Raum und Zeit. Und Esoteriker ist der sicher nicht.

Re: Re: Re: Re: Re: Es gibt die Dimension außerhalb...

Ich hab mal gelesen, dass es nach der String-Theorie 11, 13 oder 29 Dimensionen geben soll. Zeit und Raum sind schließlich ja bloß die Dimensionen die unsere Sinnesorgane erfassen können.

Dann erklären Sie mal... ...

...wie Quantenereignisse nachweislich ohne Kausalität auskommen trotz die Beschränkungen durch derzeit bekannte Dimensionen (Raum und Zeit!). Anton Zeilinger: "In einem gewissen Sinn sind Quantenereignisse unabhängig von Raum und Zeit.“

http://diepresse.com/home/science/1328590/Wiener-Physiker_Quanten-duerfen-ohne-Kausalitaet-auskommen

Aufregend!


 
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