Ruß belastet das Klima weit stärker als bisher vermutet

16.01.2013 | 23:05 |   (DiePresse.com)

Die schwarzen Partikel rangieren bei der Erwärmung gleich hinter dem Treibhausgas CO2 – und sie wären leichter zu sparen.

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2012 war in den USA das wärmste Jahr, seit es Temperaturaufzeichnungen gibt, schon der Winter hatte kaum Schnee, und das Frühjahr brachte eine Hitzewelle. Das sahen nicht nur die Meteorologen an ihren Messgeräten, auch die Botaniker sahen es, und zwar mit bloßem Auge: Im Osten der USA blühten die Frühjahrsblumen früh, und zwar fast einen Monat früher, als das Erblühen das erste Mal aufgezeichnet wurde. Damit hatte Henry David Thoreau – der Autor von „Walden“ – 1852 in Massachusetts begonnen, es wurde sporadisch von Privatleuten und Forschern immer wieder aufgenommen. Und nun hat Elizabeth Ellwood (Boston University) wieder Buch geführt, wieder im Osten der USA und u. a. an Blumen, die schon Thoreau beobachtet hatte: „Im Jahr 2010 blühten die Heidelbeeren am 1. April, sechs Wochen früher als zu Thoreaus Zeiten.“ So stark reagierten zwar nicht alle Blütenpflanzen, aber im Durchschnitt öffneten sie ihre Blüten einen Monat früher (PLoS One, 16. 1.).

5,5 Grad plus = ein Monat frühere Blüte


Zu Thoreaus Zeiten hatte es im Frühling 5,5 Grad Celsius, 2012 waren es 10,7. Das rechnet man nicht alles dem Klimawandel zu: Zu Thoreaus Zeiten lief gerade eine Kaltzeit aus. Die Erwärmung, die man „Klimawandel“ nennt und die mit menschlichen Aktivitäten in Verbindung gebracht wird, begann gegen Ende des 19. Jahrhunderts, und sie brachte in hundert Jahren ein Plus von 0,8 Grad. Die werden vor allem Treibhausgasen zugerechnet, der UNO-Klimabeirat IPcc reiht ganz oben CO2, dann Methan (CH4). Aber es gibt noch einen Kandidaten, und den sieht man mit bloßem Auge: Ruß.

Und der trägt wesentlich mehr zur Erwärmung bei als bisher vermutet, das International Global Atmospheric Chemistry Project (IGAC) hat es vier Jahre lang erhoben und auf 232 Seiten publiziert (Journal of Geophysical Research, 15. 1.): Demnach wärmt Ruß doppelt so stark wie bisher angenommen (und nur ein Drittel weniger als CO2). Denn das schwarze Zeug absorbiert Wärme, solange es in der Luft hängt, und wenn es zu Boden sinkt, tut es das auch, mit besonders starkem Effekt auf weißen Böden, Schnee und Eis. Zwar hat Ruß auch kühlende Effekte – etwa bei der Wolkenbildung –, aber in Summe überwiegen die wärmenden stark: „Die Reduzierung der Emissionen von Dieselmotoren und Holz- und Kohleöfen sollte sich von selbst verstehen, sie bringt Vorteile für Gesundheit und Klima“, erklärt Studien-Mitautor Piers Forster (Leeds): „Wir könnten uns damit ein halbes Grad Erwärmung ersparen.“

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8 Kommentare

Wie sagte es ein österreichischer...


...Meteorologe?

Zitat:

"Das Wetter und das Klima ist wie ein Billard-Spiel. Weicht im Spielverlauf nur eine Kugel nur einen einzigen Millimeter ab, verändert dies den gesamten Spielverlauf zu einem nicht prognostizierbaren Ende. Nun, und wir wissen nicht einmal, wie viele Kugeln bei Wetter und Klima im Spiel sind."

So schaut's aus.

Re: Wie sagte es ein österreichischer...

Mal abgesehen davon, dass das Zitat des namenlosen Metereologen wahrscheinlich frei erfunden ist: Wenn sie lieber einem beliebigen österreichischen Wetterfritzen glauben als dem IPCC und z.B. den 97% der 12.000 wissenschaftlichen Veröffentlichungen seit 1991, die Klimawandel und dessen menschliche Ursachen bejahen ... dann gehören sie umgehend besachwaltet.

Hoppla

Da wirkt sich also wieder ein Faktor anders aus als bisher gedacht (und das wird nicht der letzte bleiben). Man versteht also noch nicht einmal die Wirkungsweise und Größenordnung vieler Grundfaktoren, deren kumulierte Auswirkung auf die globale Temperatur in 50 Jahren will man aber kennen!
Wer so eine Behauptung aufstellt fliegt bei jedem Statistik-Grundkurs mit Pauken und Trompeten durch. Aber zum Abkassieren der Bevölkerung ist der Politik und der subventionierten "Wissenschaft" kein Schmäh zu billig und zu blöd.

Und die Moral aus der Geschichte:

Die Luft besteht nicht nur aus CO² alleine und alle ihre gasförmigen, flüssigen und auch festen Bestandteile haben mehr oder weniger Einfluß auf das Wetter und damit das Klima !!!

Und dazu kommen die Wechselwirkungen der Luft mit dem Festland und dem Wasser......

Es ist also reiner Humbug, wenn man einzelnen Faktoren die "Schuld" an der Klimaveränderung anlastet!


Die schwarzen Partikel

Im Gegensatz zu den schwarzen Partikeln
können sich rote Partikel drehen und wenden, wie sie wollen (oder wie es Ihnen befohlen wird)

Daher mehr rote Partikel - auch wenn sie etwas stinken.

Da Rabosch
Profi-Partikel

Natürlich

*Lach*
Das böse CO2 darf in keinem Artikel fehlen.

immer dreister

der naechste schmaeh ..

Geh, des büüd ma uns doch olles ein...


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