Gemeinsam den Haushalt bewältigen? Weniger Sex!

30.01.2013 | 06:05 |  J. Langenbach (DiePresse.com)

Wenn Männer sich mehr um Kernaufgaben im Haushalt kümmern, sinkt, zumindest in den USA, die Sexfrequenz der Paare.

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„Men: Want More Sex? Do The Laundry!“ In diesem Titel eines Kommentars auf CBS gipfelte im Februar 2009 in den USA ein Tsunami, der sich quer durch die Medien aufgebaut hatte: Die Forschung habe gezeigt, dass Männer, die häufiger im Haushalt helfen, im Gegenzug häufiger zu Sex kommen. Dahinter stand das Faktum, dass Männer sich vermehrt um Kernangelegenheiten des Haushalts kümmerten – waschen, kochen, putzen –, ihr Beitrag war in den industrialisierten Ländern von 20 Prozent im Jahr 1965 auf etwas über 30 anno 2003 gestiegen. Dahinter standen auch einige Umfragen und Studien in den USA – darunter eine von Neil Chethik –, in denen sich zeigte, dass Paare, die die Arbeit im Haushalt gerechter teilen, auch sonst besser miteinander auskommen: Es gibt weniger Konflikte und weniger Scheidungen.

Das stand auch bei Chethik, und bei ihm stand auch, eher am Rand, dass solche Paare zudem mehr Sex haben (ein Mal im Monat). Allerdings waren die Daten bezüglich der Sexfrequenz eher dünn, sie sind es bis heute geblieben. Deshalb stützt sich eine Soziologengruppe – zwei Frauen, ein Mann – um Sabino Kornrich (Madrid) auf die letzten großen Umfragedaten in den USA, sie stammen aus den 1990er-Jahren. Auch sie zeigen die erwähnten Trends – mehr Beitrag der Männer zum Haushalt, mehr Zufriedenheit der Paare –, aber just beim Sex hat es anders ausgesehen: Die Frequenz sank, wenn Männer mehr Kernaufgaben übernahmen. Im großen Durchschnitt hatten US-Ehepaare 5,59 Mal im Monat Sex, aber Paare mit viel männlicher Hilfe hatten 1,6 Mal weniger als die ohne (American Sociological Review, 30. 1.).

Die Macht der Geschlechterrollen


Damit ist eine der Theorien vom Tisch, die die Häufigkeit von Sex erklären wollen: die des schlichten Tauschs. Sie hat zwei Prämissen – niemand macht gern Hausarbeit, und: Sex ist ein überwiegend männliches Bedürfnis. Aus ihnen folgt, dass Frauen für Entlastung im Haushalt mit sexueller Bereitschaft bezahlen. Der jetzige Befund spricht dagegen. Bleibt die zweite Hypothese, die der Macht der Geschlechterrollen, „sexual scripts“. Sie geht davon aus, dass Frauen und Männer attraktiver füreinander sind, wenn sie sich im Verhalten unterscheiden, auch im Haushalt: Sie wäscht die Wäsche, er den Wagen. Allerdings geben die Forscher zu bedenken, dass ihre Daten nur über die Quantität Auskunft geben, nicht über die Qualität.

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31 Kommentare
 
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Bevor es bei so weit kommt

zahl ich dafür und die sollen sich einen anderen Deppen suchen.

All die unnötigen Debatten und wundern sich das es zum massiven Geburtenrückgang kommt.

Was für ein Schwachsinn!

Das hätte ich auch gleich sagen können, dass der Tausch Sex gegen Hausarbeit nicht funktioniert.

Der Sex in einer Beziehung wird ja nicht nur deshalb weniger, weil zuviel zu tun ist, sondern auch deshalb, weil das Interesse aneinander einfach nach einiger Zeit abflaut. Das ist einfach so. Wer frisch verliebt ist, kommt gar nicht aus dem Bett. Nach 10 Jahren Ehe ist das Begehren schon ein wenig abgenützt. Warum gibt es denn so viele Affären und Seitensprünge? Man liebt seinen Ehepartner und funktioniert gut als Team, aber der sexuelle Reiz hat eben nachgelassen.

Hausarbeit muss auch nur dann 50:50 aufgeteilt werden, wenn beide gleich viel arbeiten (und damit meine ich sowohl Arbeit außer Haus, als auch Erziehungs- & Betreuungsarbeit). Sonst macht halt der, der weniger arbeitet, dafür mehr Hausarbeit.

Wenn...

...man sich auch nur ein bisschen mit der menschlichen Evolution beschäftgt und auf die enormen Vorteile, die eine Rollenerteilung zwischen Mann und Frau bringt, eingeht, wird man erkennen, was für ein Wahnsinn es ist, absolute Gleichheit zwischen den Geschlechtern zu erzwingen.
Nur weil der Mann hauptsächlich die gefährlichen Aufgaben, wie Jagen, Feinde abwehren, die Familie vor Bedrohungen beschützen..., und die Frau hauptsächlich die Aufgaben im näheren Umfeld der Gruppe, wie (Früchte oder Feuerholz) Sammeln, Kinder erziehen, Beziehungen pflegen..., übernommen haben, konnte sich der Mensch überhaupt soweit entwickeln, wie er heute ist! Und darauf haben sich die Geschlechter ja auch körperlich eingestellt (Männer mehr Muskeln, Frauen bessere Sozialkompetenz, und vieles mehr) All das hängt zusammen mit der extrem langen Zeit, die unsere Kinder brauchen um selbstständig zu werden.
Männer und Frauen sind unterschiedlich, aber gleichwertig.
Und viele Frauen fühlen sich genauso unwohl dabei in männliche Verhaltensmuster gedrängt zu werden, wie viele Männer sich unwohl dabei fühlen in weibliche Verhaltensmuster gedrängt zu werden! Und ein Mann der sich weiblich verhält, ist nun einmal unattraktiv für die Frau - genauso wie umgekehrt.
Zusammengefasst ergibt dieses geniale System, welches sich die Natur für uns ausgedacht hat, dass Mann und Frau ohne einander nicht (über)leben kann. Alles ist darauf ausgelegt, dass der Mensch in einer sich ergänzenden Beziehung lebt!

Re: Wenn...

Es ist aber erwiesen, dass männlichere Frauen eher auf weiblichere Männer stehen und weiblichere Männer eher auf männlichere Frauen (und umgekehrt) - hat was mit dem Hormonspiegel zu tun, also kann man das nicht pauschalieren.
Auch hab' ich mal gelesen, dass Frauen mit hohem Androgengehalt eher dazu neigen, sich gleichgeschlechtlich zu verlieben. Bei Männern wird das vermutlich ähnlich sein.

Re: Re: Wenn...

Das fällt unter "Gegensätze ziehen sich an".
Liegt vielleicht auch an der heutigen Ernährung.

Z.B. werden Stiere in Gefangenschaft schwul.

Vielleicht fühlen sich Männer der heutigen Zeit einfach gefangen in einem System das immer mehr zum Amazonen-Staat mutiert?

Re: Wenn...

Sie haben schon recht: früher in der Steinzeit hatte das durchaus seinen Sinn.
Aber mal ehrlich: welcher Mann beschützt heute seine Familie vor wilden Tieren oder geht jagen?

Die Lebensumstände haben sich verändert, die Grenzen zwischen Männer- und Frauenarbeit wurden aufgeweicht. Die Berufe, in denen man schwer körperlich arbeitet, werden immer weniger, weil diese Arbeit immer mehr von Maschinen erledigt wird. Viele Männer verdienen ihr Geld heute vom Schreibtisch aus.

Somit ist eigentlich auch logisch, dass die Anforderungen der Geschlechter aneinander sich mitändern.

Re: Re: Wenn...

z.B. wird der Mann heutzutage auch noch aggressiv gegenüber einem Nebenbuhler oder Konkurrenten - oder etwa nicht?

Nennst du das nicht Beschützen der Familie?

Heute wird das als Eifersucht und Besitzergreifend abgetan.

Jagen geht der Mann heute auch noch - aber anders - die Hasen von damals haben 2 Beine eingebüßt.

Re: Re: Re: Wenn...

Das ist etwas ganz anderes. Dabei handelt es sich um verschiedene Mechanismen: Das eine ist das Ausschalten der Konkurrenz, das andere das Beschützen der Familie vor Gefahren.

Sieht man gut bei Herden- oder Rudeltieren: wenn der Leithengst in einer Pferdeherde die Junghengste vertreibt, dann tut er das, um sich vor Konkurrenz zu schützen. Er will sichergehen, dass nur er die Stuten in seiner Herde deckt und seine Gene weitergegeben werden.
Beschützt der Hengst seine Herde vor Fressfeinden, dann ist das das klassische Beschützen. Dabei geht es immer um Lebensgefahr, aber nicht um Konkurrenz.

Das Ausschalten der Konkurrenz ist heute nach wie vor gültig beim Menschen. Das Beschützen vor Fressfeinden aber eher nicht. Eifersucht hat nur mit Konkurrenz zu tun. Der Mann wäre einem Bären gegenüber, der seine Frau fressen will, wohl eher nicht eifersüchtig ;).

Re: Wenn...

Finden Sie nicht, dass nach all dem zivilisatorischen Fortschritt, den wir bisher erzielen konnten, die Argumentation "Männer sollen die gefährlichen Aufgaben machen - zum Beispiel Jagen, Feinde abwehren ..." eine leicht anachronistische ist?

Re: Re: Wenn...

Dann erklären sie einmal, warum frau so sehr immer in die "leichten" Büro- oder Verkaufstätigkeiten drängt und nicht in die ungleich besser bezahlten handwerklichen Berufe vom Fliesenlegen bis zum Bauhandwerk, zum Pipeline-Schweißen und selbst in die Tischlerei?
Aha, aber dann politisch jammern, dass (angeblich) bei (nur formal!) gleicher Ausbildung "Männer um 30 Prozent durchschnittlich besser bezahlt werden" als weibliche (Bürositz-)Kräfte. Da jammert die Bürotussi mit Matura , dass der (angelernte) Baukrankführer um 50 und mehr Prozent besser bezahlt wird als sie . Warum steigt sie nicht selbstr auf den Baukraf auf 20Meter und höher?
Beim "Staat" werden permanent immer neue (leistungsferne)Dienstposterl für die Helferinnen, Beraterinnen, Stützerinnen, Schützerinnen, Anwalterinnen usw. usf. geschaffen um da das "kommunikative Geschlecht" mit der unproduktiven mundwerklichen "Sozialklompetenz unter zu bringen...Weil ansonst gäbe es bei uns auch schon längst eine riesige (Akademikerinnen-)Arbeitslosigkeit wie in den Euro-Südländern...

Re: Re: Re: Wenn...

... sie sprechen mir aus der Seele....

Re: Re: Re: Wenn...

Das muss echt guter Stoff sein, der einen die Realität für Jahre vergessen lässt.

Was nehmen Sie? Biiiitttttte um Antwort!

Re: Re: Re: Wenn...

Ganz so ist es ja auch wieder ned ;).

Die Männer mit höherer Ausbildung (HTL aufwärts) drängen ebenso in Schreibtischjobs. Kein Mann, der beispielsweise eine Montanuni absolviert hat, steht selbst am Hochofen. Die Haklerjobs sind nur was für die, die eben keine Akademiker sind oder "nur" eine Lehre gemacht haben. Deshalb stehen auch die Frauen aus niedrigeren Bildungsschichten beim Billa an der Kassa oder sind Friseurinnen. Die Akademikerinnen reißen sich eh nicht um diese Jobs, keine Angst ;).

Es hält ja niemand die Burschen davon ab, selbst zu studieren. Niemand zwingt sie, schwere körperliche Arbeit zu verrichten. Es ist doch eher so, dass die Burschen es mit 15 cool finden, einen echt "männlichen" Beruf wie Kfz-Mechaniker, Tischler, Schlosser etc. zu lernen.

Und es ist leider eine Tatsache dass Frauen mit demselben Ausbildungsstand in den typischen Frauenberufen schlechter bezahlt werden. z.B. Friseurin vs. Elektriker: beides Lehrberufe, beides handwerkliche Tätigkeiten, beide 3 Jahre Lehrzeit.
Dass man nicht Akademiker mit Facharbeitern oder unterschiedliche Positionen bzw. unterschiedliche Arbeitszeiten miteinander vergleichen kann, sollte schon logisch sein.

Re: Re: Re: Re: Wenn...

.... die Männer würden sich auch oft lieber einen anderen, vielleicht "schickeren" Beruf wünschen. Aber vielleicht schafft es es aufgrund der kompletten Verweiblichung des Lehrkörpers nicht mehr in das Studium. Aber es ist halt immer noch so, dass sich Männer einen Beruf suchen müssen, von dem sie eine Familie ernähren können, bzw. später den Unterhalt zahlen könnnen.

Re: Re: Re: Re: Re: Wenn...

Tut mir leid, Ihre Argumentation verstehe ich jetzt nicht. Was hat der Lehrkörper mit dem Wunschberuf zu tun?
Jeder kann sich doch unabhängig vom Lehrer seinen Traumberuf suchen und lernen! Schwierig ist es nur, wenn die Schüler gar nichts lernen, weil die Lehrer den Lernstoff nicht interessant zu vermitteln wissen. Das ist aber nicht notwendigerweise vom Geschlecht des Lehrers abhängig.

Außerdem: Wenn ein Bursch sich einen coolen Beruf wünscht, geht er doch eher in eine HTL. In HTLs gibt es ja auch eher männliche Lehrer in den fachbezogenen Fächern.

Re: Re: Re: Re: Wenn...

Das System zwingt auch keine Akademikerinnen an der Billa-Kassa zu stehen!!!

Was soll diese Anekdote???

Re: Re: Re: Re: Re: Wenn...

Das System zwingt niemandem zu irgendetwas ;). Darum ging es auch in meinem Beitrag nicht. Wenn Sie ihn gelesen hätten, wüssten Sie das auch.

Re: Re: Wenn...

Von mir kriegen Sie ein Plus (obwohl Sie mich "leicht" anachronistisch ziemlich untertreiben). Aber die Bewertungen hier machen ja klar, dass der eingebohrene Österreicher Argumente wie der Mann geht jagen, das Weib macht den Haushalt offensichtlich noch voll akzeptieren kann. Vielleicht klappts ja mit Ironie: bei so einer traditionellen Rollenverteilung könnte man doch folgendes vereinbaren: für jedes erlegte Wildschwein gibts einmal Sex. Ich fürchte nur, dann wären sowohl die Wildschweine als auch der Österreicher-Nachwuchs bald stark limitiert.

Re: Re: Re: Wenn...

Oje, dieser Versuch ginge wohl zugunsten der Wildschweine aus...

Ja, ja

Warum scheuen immer "besser gebildete" Männer eine Ehe wie der sprichwörtliche Teufel das Weihwasser, schon gar das Produzieren von Kindern?
Weil "die Mama" ihren "Schatz" schon darauf aufmerksam macht, dass er bei einem (zu 50 Prozent wahrscheinlichen) Scheitern der Ehe bis ans Lebensende ausgebeutet wird und dazu die Kinder als psychologische Wurfgeschosse von der (Ex-)Frau verwendet werden. Und Sex ist wesentlich preiswerter und abwechslungsreicher am freien Markt erwerbbar...So ist das im Zeiten der "Emanzipation".

NUr wenn Frau absolut in den gleichen Einkommens- und Vermögensverhältnissen lebt wie der Mann ist eine Heirat als Erwerbsgemeinschaft und zur Nachwuchsproduktion brauchbar. Aber das wissen bei den "besseren" Aristo- wie sogar Bauernschichten die Leute eh...

Re: Ja, ja

Nun - wer hindert denn die Männer daran, sich eine Frau zu suchen, die in den gleichen Einkommens- und Vermögensverhältnissen lebt?

Wenn, dann sind das ja wohl die Männer selbst. Weil sich die halt in der Partnersuche auch oft von sexuellen Reizen leiten lassen und von Dingen wie äußerlicher Schönheit.

Sie gehen mit Frauen ins Bett, mit denen sie sich nie vorstellen könnten, eine dauerhafte Beziehung zu führen, übernehmen aber keine Verantwortung hinsichtlich Verhütung, sondern verlassen sich auf die Frau. Und wenn besagte Frau dann schwanger wird, dann schauen sie blöd. Und dann raunzen sie herum, wie arg sie nicht ausgenützt werden.

Liebe Männer, dann seid halt etwas klüger in der Wahl eurer Bettgenossinnen und verwendet eben auch Kondome.

auch meine Erfahrung....

.... für Frauen ist der Versorger sexuell uninteressant ..... dafür gibt es den "Besorger" - aber das ist meist ein anderer!!!

Re: auch meine Erfahrung....

sich genau deswegen niemals an eine Frau 'verschwenden' ...

Re: Re: auch meine Erfahrung....

Muss ja auch niemand. Jedem das Seine!

echte Männer machen Halbe/Halbe

Ich pfeiff drauf, hab eine Putzfrau und damit auch auch wieder mehr Sex :-)

Mich wundert die Anzahl von 5,59 Mal bei Ehepaaren.

Ich bring das ganze Monat locker in einer Nacht unter :-)

Re: echte Männer machen Halbe/Halbe

Angeber ;)

 
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