„Kepler“ findet kleinste bekannte Welt

Das Nasa-Weltraumteleskop hat den kleinsten bisher bekannten Planeten entdeckt: Er hat nur gut die Größe unseres Mondes und ist etwa 210 Lichtjahre entfernt.

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Dem Nasa-Teleskop „Kepler“, das seit 2009 in einer begrenzten Zone der Milchstraße fremde Planeten („Exoplaneten“) sucht, gelang nun ein bemerkenswerter Fund, der seine Präzision beweist: Im Sternbild Lyra fand es einen Planeten, der um den sonnenähnlichen Stern „Kepler-37“ kreist und kaum größer als der Mond mit seinen 3476 Kilometern Durchmesser ist. „Kepler 37b“ ist der kleinste Exoplanet, auf den man seit den ersten Entdeckungen Anfang der 1990er stieß.

Zudem hat er zwei „Brüder“: Kepler-37c“ mit gut 75 Prozent des Erddurchmessers, „Kepler-37d“ mit der doppelten Größe der Erde. Leben ist aber kaum möglich: Sie umrunden ihren Stern in einer Distanz, die kleiner ist als jene, in der der sonnennächste Planet Merkur um die Sonne kreist, daher dürften ihre Oberflächen bei Temperaturen von über 400 Grad Celsius rösten.

 

Milliarden von Erden

Mit 210 Lichtjahren Distanz liegt das System auch nicht eben um die Ecke. Allerdings fand das Teleskop auch schon (weit größere) Planeten in bis zu 8800 Lichtjahren. Das geht, indem es winzige regelmäßige Verminderungen der Helligkeit von Sternen registriert, die sich ergeben, wenn ein Planet davor vorbeizieht. Über 860 Exoplaneten sind sicher bekannt. Kepler hat bisher 2740 „Verdächtige“ aufgespürt, 351 davon in Erdgröße; bestätigt wurden bisher 114 Funde, davon neun in Erdgröße. Unsere Galaxie dürfte mehr als 17 Milliarden erdgroße Planeten enthalten.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 23.02.2013)

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