„Das neue Teilchen sieht immer mehr aus wie ein Higgs-Boson“

15.03.2013 | 18:38 |   (Die Presse)

Die Physiker am Forschungszentrum CERN sind sich über die Natur des am LHC „gesichteten“ Teilchen schon fast sicher.

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CERN-Generaldirektor Rolf-Dieter Heuer selbst war der Erste, der das lang gesuchte und im Teilchenbeschleuniger LHC nach vielen Jahren „gefundene“ Elementarteilchen offiziell promovierte: Man müsse nicht mehr „Higgs-like particle“ sagen, man könne es nunmehr einfach „Higgs particle“ nennen, erklärte er kürzlich.

Was ist der Unterschied? Als das CERN am 4.Juli 2012 die „Entdeckung“ des Higgs-Bosons – des Teilchens, dessen Feld anderen Elementarteilchen ihre Masse verleihen soll – ausrief, konnte es streng genommen nur melden, dass im LHC bei mehreren Kollisionen von Protonen offenbar ein Teilchen mit einer unglaublich kurzen Lebensdauer von 10–22Sekunden und einer Masse von circa 125 Gigaelektronenvolt entstanden sei.

Nach weiterer Analyse der riesigen Datenmengen, die die Experimente am LHC erbracht haben, gehen die CERN-Physiker nun einen Schritt weiter und erklären, dass das „neue Teilchen immer mehr wie ein Higgs-Boson aussieht“. Bosonen sind Teilchen mit ganzzahligem Spin (z.B. das Photon, Spin 1), im Gegensatz zu den Fermionen mit halbzahligem Spin (z.B. das Elektron, Spin 1/2). Die Teilchen, die Kräfte verkörpern, sind Bosonen; jene, die die Materie aufbauen, sind Fermionen. Das Higgs-Boson ist etwas ganz Besonderes: Es soll den Spin 0 haben. Und genau das hat das im LHC detektierte Teilchen. Als weiteres Erkennungsmerkmal dient die Parität, die beschreibt, ob die Wellenfunktion bei einer Spiegelung ihr Vorzeichen ändert. Sie soll fürs Higgs positiv sein, auch das scheint zu passen.

Offen ist laut CERN-Physikern aber, um welches Higgs es sich beim entdeckten Teilchen handelt – um das vom Standardmodell vorhergesagte oder um eines, für dessen Beschreibung man neuere Theorien braucht, etwa die Supersymmetrie. Um das zu klären, müsse man „noch einen weiten Weg gehen“, heißt es am CERN. apa/tk

("Die Presse", Print-Ausgabe, 16.03.2013)

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2 Kommentare

Die Physik ist noch lange Stückwerk und beileibe nicht am Ziel !

Teilchen hin Welle her, wo aber bleibt die Gravitation ??

1 6

hicks!


oh, pardon !

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