Akademie der Wissenschaften: Zeilinger neuer Präsident

15.03.2013 | 22:47 |   (DiePresse.com)

Der Quantenphysiker Anton Zeilinger folgt auf Helmut Denk als Präsident der Österreichischen Akademie der Wissenschaften. Er wurde Freitag abend gewählt.

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WIEN/APA. Die ehrwürdige, aber reformbedürftige österreichische Akademie der Wissenschaften (ÖAW) hat einen neuen Präsidenten, von dem man sich Reformen erwarten kann: Der 67-jährige Experimentalphysiker Anton Zeilinger wurde am Freitag abend gewählt. Er setzte sich damit gegen den Rechtswissenschafter Walter Berka, den Demografen Wolfgang Lutz und den Historiker Arnold Suppan durch. Der bisherige Präsident Helmut Denk hatte sich nicht mehr der Wahl gestellt.

Zeilinger, geboren 1945 in Ried im Innkreis, ist wohl einer der populärsten Naturwissenschaftler Österreichs. Nach Auslandsaufenthalten baute er in Innsbruck eine Quantenphysik-Gruppe auf, 1998 wechselte er an die Uni Wien und leitet dort seither das Institut für Experimentalphysik. Eine Zeit lang war er auch Dekan. Er machte sich einen Namen durch durchdachte Experimente, die oft zeigen, dass die Welt der Quanten sich wirklich so seltsam verhält, wie die Theorie es sagt.

So gelang es ihm, Eigenschaften von Teilchen von einem auf einen anderen Ort - auch über weite Entfernungen - zu übertragen, was die Physiker „Teleportation" und scherzhaft auch „Beamen" nennen. Seine Experimente sind auch Grundlagen für Quantenkryptographie (mit der man Daten sicher übertragen kann) und Quantencomputer. Zum „Star" der Physik wurde Zeilinger aber auch durch sein breites Interesse an philosophischen und kulturellen Fragen, so debattierte er öffentlichkeitswirksam mit dem Dalai Lama.

In einer ersten Reaktion zu seiner Wahl sagte er, die Akademie solle stärker als bisher in der Öffentlichkeit auftreten: „Wir haben eine unglaubliche Expertise, davon kann das Land nur profitieren." Vorbild seien vergleichbare Einrichtungen in Großbritannien und den USA. Der Reformprozess müsse jedenfalls weitergehen. Die beiden Funktionen der Akademie - Gelehrtengesellschaft und Verband von Forschungsinstituten - sollten „im Tagesgeschäft nicht vermischt" werden, meint er. Wissenschaftsminister Karlheinz Töchterle gratulierte mit dem Wunsch, Zeilinger möge die Umstrukturierung der ÖAW „tatkräftig" und unter dem Motto „Viribus unitis" fortsetzen.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 16. März 2013)

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5 Kommentare

jetzt ist es mit der bahnbrechenden arbeit halt vorbei

sitzungen abhalten und repräsentieren statt forschen.

so kann man sich selber auch aufs abstellgleis schieben.

Akademie der Wissenschaften: Zeilinger neuer Präsident

Da ist dann wohl mal "Ausmisten" angesagt! Dieser CV-verkommene Alt-Herren-Verein mit Sub-Mittelmaß!!

Wer's nicht glaubt: Mitgliederliste durchschau'n!

"Alter Muff hinaus!! Neuer frischer unabhängiger! Geist hinein!!" - Herr Zeilinger!!

Re: Akademie der Wissenschaften: Zeilinger neuer Präsident

Wenn man keine Ahnung hat...
Besuchen sie mal eine Bude, Sie werden sicher freundlich empfangen werden und dürfen sich dort gerne weiter informieren (Wikipedia ist dafür ungeeignet, die Artikel dort sind mies und nur bedingt richtig) CV-Konform...selten eine unsinnigere Aussage gehört. Wenn (Betonung liegt auf wenn) schon, dann meinten Sie wahrscheinlich ÖCV-Konform, die Verbindungen zum CV werden sich wohl eher in Grenzen halten und Konform...es gibt keine ÖCV-konformen Menschen, wie sollte das aussehen in einem Studentenverein, der es seinen Mitgliedern ermöglicht politisch unabhängig zu sein und auf Bildung setzt?

Dadurch, dass man in seiner Jugend die Möglichkeit bekommt, Verantwortung zu übernehmen, (wohlgemerkt die Jungen lenken die Studentenverbindungen) wächst man an den Aufgaben und lernt fürs Leben und zwar die Dinge, die eine weder Schule noch Uni vermitteln können.
Dieses wertvolle Wissen, welches man in seiner Jugend lernt (und nicht wie manche Vermuten Freunderlwirtschaft...der ÖCV ist keine Partei) führen halt dazu, dass viele ÖCVer oder MKVer es später weit bringen. Es gibt natürlich keine Garantie, aber es erhöht die Wahrscheinlichkeit, Verantwortungsbewusstsein, soziale Kompetenz, Rhetorik, Bildung sind halt gute Voraussetzungen, welche man selbstverständlich auch in anderen Vereinen, wie z.B. Rotes Kreuz, Feuerwehr etc. lernen kann, überall wo man vor allem auch in jungen Jahren Verantwortung übernehmen kann, darf und muss.

Sieht etwas streng aus, der Herr!

Da ist mir der Herr Langenbach sympathischer. LOL!

Ein Würdiger! Gratulation!


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